Einfluss unsicherer Bindungsstile und ADHS auf Alkoholabhängigkeit
- 01.07.2009
- Originalien
- Verfasst von
- Dr. M. Ridinger
- S. König
- K. Lange
- N. Wodarz
- Erschienen in
- Der Nervenarzt | Ausgabe 7/2009
Zusammenfassung
Hintergrund
Unsichere Bindungsstrategien (UB) und das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) sollen zu erhöhtem Alkoholkonsum führen und das Risiko erhöhen, eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln.
Material und Methoden
Bei 517 stationär behandelten deutschen Alkoholabhängigen wurde untersucht, ob unsichere Bindungsstrategien Einfluss auf den Beginn und den Verlauf der Alkoholabhängigkeit haben. In der Analyse wurden konfundierende Effekte eines komorbiden ADHS berücksichtigt.
Ergebnisse
Alkoholabhängige mit unsicheren Bindungsstrategien zeigten, unabhängig von dem Vorliegen eines ADHS, signifikant höhere Trinkmengen, häufiger Entzugsymptome, einen sozialen Rückzug und konsumierten häufiger Alkohol trotz Nachweises eines physischen oder psychischen Schadens.
Schlussfolgerung
Unsichere Bindungsstrategien entwickeln sich durch soziale Interaktionen lange vor Entstehung der Alkoholabhängigkeit und beeinflussen die Schwere und den Verlauf der Abhängigkeit ungünstig. Somit könnte es lohnend sein, die individuellen Bindungsstrategien bei Angeboten der Primärprävention, aber auch bei der Therapie von Alkoholabhängigen stärker zu berücksichtigen.
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- Titel
- Einfluss unsicherer Bindungsstile und ADHS auf Alkoholabhängigkeit
- Verfasst von
-
Dr. M. Ridinger
S. König
K. Lange
N. Wodarz
- Publikationsdatum
- 01.07.2009
- Verlag
- Springer-Verlag
- Erschienen in
-
Der Nervenarzt / Ausgabe 7/2009
Print ISSN: 0028-2804
Elektronische ISSN: 1433-0407 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s00115-009-2729-x
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