Praktische Krankenhaushygiene und Umweltschutz
Autoren
Regina Babikir und Armin Schuster

Krankenhauswäsche: Hygienische Maßnahmen

Krankenhauswäsche spielt bei der Übertragung nosokomialer Infektionen – wenn überhaupt – eine untergeordnete Rolle. Bei Sammlung, Transport und Eingang von Schmutzwäsche auf der unreinen Seite der Wäscherei betreffen mögliche Infektionsrisiken vor allem das Personal. Krankenhausspezifisch ist, dass die eingehende Schmutzwäsche nicht nachsortiert wird und dass die sich anschließenden Waschverfahren desinfizierend sind. Um Ressourcen zu schonen und unnötige Abwasserbelastungen zu vermeiden, sollten der Wäscheverbrauch optimiert und moderne Textilien und Waschtechnologien eingesetzt werden. Manche Wäscheartikel haben als Medizinprodukte Barrierefunktion (z. B. Schutzkittel) und schützen Patienten oder Personal bei operativen Eingriffen vor potenziell infektiösem Material. In Operations- und Reinräumen ist Flusenarmut der verwendeten Textilien eine wichtige Eigenschaft.
Krankenhauswäsche spielt bei der Übertragung nosokomialer Infektionen – wenn überhaupt – eine untergeordnete Rolle. Bei Sammlung, Transport und Eingang von Schmutzwäsche auf der unreinen Seite der Wäscherei betreffen mögliche Infektionsrisiken vor allem das Personal. Krankenhausspezifisch ist, dass die eingehende Schmutzwäsche nicht nachsortiert wird und dass die sich anschließenden Waschverfahren desinfizierend sind. Um Ressourcen zu schonen und unnötige Abwasserbelastungen zu vermeiden, sollten der Wäscheverbrauch optimiert und moderne Textilien und Waschtechnologien eingesetzt werden. Manche Wäscheartikel haben als Medizinprodukte Barrierefunktion (z. B. Schutzkittel) und schützen Patienten oder Personal bei operativen Eingriffen vor potenziell infektiösem Material. In Operations- und Reinräumen ist Flusenarmut der verwendeten Textilien eine wichtige Eigenschaft.

Anforderungen an Krankenhauswäsche

Krankenhauswäsche ist sehr unterschiedlich – zumeist aber nur gering – verschmutzt. Kontaminationen mit potenziell infektiösem Material entstehen vor allem durch Blut, Fäkalien und Sekrete. Nach dem Waschen und Trocknen sind meist nur noch ubiquitäre aerobe Sporenbildner nachweisbar (Pugliese und Hunstinger 1992).
Um das Wäschereipersonal vor Infektionen zu schützen, wird die gesamte Krankenhauswäsche als infektionsverdächtig angesehen und desinfizierend gewaschen (Abschn. 2). Es sollten nur Waschverfahren angewandt werden, deren Wirksamkeit nachgewiesen worden ist. In Deutschland werden hierfür zumeist die Prüfungen und Vorgaben des Verbundes Angewandte Hygiene e.V. (VAH) oder des Robert Koch-Institutes (RKI) herangezogen. Ganz im Gegensatz zu den Flächendesinfektionsmitteln (Kap. Umweltschonende Krankenhausreinigung und Flächendesinfektion) sind die Dosierungen und die Verfahrensparameter für das desinfizierende Waschen bei VAH oder RKI praktisch identisch. Die Vorgaben des RKI gelten formal nur dann, wenn nach § 18 IfSG beispielsweise im Falle eines Ausbruchs meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten spezielle Desinfektionsmaßnahmen behördlich angeordnet werden (Kap. Ausbruchsmanagement und Krisenkommunikation).
Bereits mit diesen geprüften und desinfizierenden Waschverfahren ist gewährleistet, dass die in der Schmutzwäsche enthaltenen Keime nahezu vollständig entfernt werden. Die sich an das Waschverfahren anschließende Volltrocknung durch Pressen, Mangeln oder Finishen reduziert die Keimzahl weiter. Die maximale Keimreduktion erhalten Schutzkleidung und Abdeckungen für den OP-Bereich durch eine abschließende Sterilisation. In der Praxis ist der Keimgehalt sachgerecht aufbereiteter Krankenhauswäsche für Patienten in allen Bereichen ohne Bedeutung – von ihr geht kein Infektionsrisiko aus.
Um eine Wiederverkeimung zu verhindern, ist eine Zwischenlagerung gewaschener und restfeuchter Wäsche unbedingt zu vermeiden. Besondere Beachtung verdienen Wischbezüge und Reinigungstücher der Gebäudereinigung. Diese sind in der Regel sowohl schwerer zu waschen als auch schwerer zu trocknen. Falls möglich, sollten Wischbezüge gesondert – möglichst in speziellen Wasch-Schleuder-Maschinen – gewaschen werden. Die effiziente Volltrocknung sollte überprüft werden. Eventuelle Restfeuchte kann während der sich anschließenden Lagerung ein massives Wachstum von Wasserkeimen verursachen.
Wichtig
Das potenzielle Infektionsrisiko durch Krankenhauswäsche wird übereinstimmend als vernachlässigbar gering eingeschätzt (Barrie 1994; Martin 1993; Pugliese und Hunstinger 1992).

Desinfektion gemäß DGUV-Regel und RKI

Nach Vorgabe der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) soll sämtliche Krankenhauswäsche aus Arbeitsschutzgründen zumindest als infektionsverdächtig angesehen und desinfizierend gewaschen werden (DGUV Regel 500, Kapitel 2.6 „Betreiben von Wäschereien“, ehemalige UVV GUV-V 7y).
Im Einzelnen werden in dieser Regel folgende Kategorien unterschieden:
1.
Hochinfektiöse Wäsche: Hierbei handelt es sich um Wäsche aus speziellen Infektionsstationen, auf denen Patienten mit schwersten, hochkontagiösen und nicht ursächlich therapierbaren Krankheiten, wie beispielsweise hämorrhagischem Fieber, gepflegt werden. Diese Wäsche muss an Ort und Stelle desinfiziert werden. Hierfür sollten nur als wirksam geprüfte (VAH oder RKI) Mittel angewandt werden. Auch eine thermische Desinfektion ist möglich, danach kann diese Wäsche normal transportiert und gewaschen werden. Diese Wäschekategorie fällt in normalen Krankenhäusern nicht an. Falls im Einzelfall doch, ist die Verwendung von Einmalwäsche sinnvoll, die vor der Entsorgung ebenfalls vor Ort desinfiziert oder als infektiöser Abfall (EAK-Schlüssel 18 01 03) sachgerecht entsorgt werden müsste.
 
2.
Infektiöse Wäsche: Dabei handelt es sich beispielsweise um Wäsche aus Infektionsstationen. Üblich ist die Desinfektion in Wasch-Schleuder-Maschinen (s. unten). Im klinischen Alltag ist dies nur die massiv mit infektiösem Material kontaminierte Wäsche von Patienten mit nach § 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtigen übertragbaren Krankheiten. Ein Beispiel ist massiv mit Stuhl verschmutzte Wäsche von Patienten mit gastrointestinalen Infektionserregern (Noroviren, Salmonellen etc.). Ob diese Patienten auf sogenannten Infektionsstationen oder auf Allgemein- bzw. Intensivstationen untergebracht sind, ist nicht relevant.
 
3.
Infektionsverdächtige Wäsche: Hierzu gehört sämtliche sonstige Wäsche und damit der Hauptteil der Krankenhauswäsche. Diese muss desinfizierend gewaschen werden, auch wenn sie aus Bereichen ohne direkten Patientenkontakt kommt oder wenn sie nicht sichtbar kontaminiert ist.
 
Folgende desinfizierende Waschverfahren werden für Wäsche der Kategorie 2 oder 3 eingesetzt:
Kategorie 2
Für diese Kategorie ist vorgesehen, dass der Desinfektionsvorgang vor dem erstmaligen Ablassen der Flotte abgeschlossen ist. Diese Vorgabe kann vor allem – und auch bei einzelnen Wäscheposten – beim Waschen in diskontinuierlich betriebenen Wasch-Schleuder-Maschinen (nur Waschprogramme ohne Vorwäsche sind geeignet) erfüllt werden. Dieser Programmablauf bietet für die eigentliche Wäschehygiene und die Wäschereimitarbeiter keinen zusätzlichen Hygienevorteil, es verhindert aber die Freisetzung entsprechend kontaminierter Abwässer.
Kategorie 3
Der Großteil der Krankenhauswäsche wird heute meist mit Durchlaufwaschmaschinen (Waschstraßen, Continue-Anlagen) bewältigt, in denen die Wäsche dem Waschwasser entgegenläuft. Während auch dort jeder Wäscheposten während der Klarwäsche sicher desinfiziert wird, werden in der Vorwaschzone nicht desinfizierte Abwässer abgelassen.
Im Folgenden soll dargestellt werden, wie in (internen oder externen) Krankenhauswäschereien unter hygienischen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten möglichst optimal gearbeitet werden kann und welche Aspekte bei der Wäschelogistik beachtet werden sollten.

Organisatorische und bauliche Voraussetzungen in der Wäscherei

In der Wäscherei sind der unreine Bereich, in dem die Schmutzwäsche angeliefert wird, und der reine Bereich, in dem die saubere und desinfizierte Wäsche weiterbehandelt wird, räumlich und organisatorisch voneinander getrennt. Im unreinen Bereich befinden sich sowohl die Beladeseiten der Waschmaschinen als auch der Zugang zur Containerwaschanlage für die Aufbereitung der Wäschewagen, mit denen die Schmutzwäsche angeliefert worden ist. Nach der Reinigung der Wagen in der Waschanlage werden diese auf der reinen Seite der Wäscherei zum erneuten Beladen mit sauberer Wäsche bereitgestellt.
Das Personal, das mit der Wäsche hantiert, ist entweder dem unreinen oder dem reinen Bereich zugeordnet und trägt Schutzbekleidung. Diese dient im unreinen Bereich dem Schutz vor der kontaminierten Wäsche und im reinen Bereich dem Schutz der sauberen Wäsche. Zur Schutzbekleidung auf der unreinen Seite gehören gegebenenfalls auch Handschuhe für den Umgang mit Säcken, die durchnässte oder infektiöse Wäsche enthalten. Da Wäschesäcke auch Fremdgegenstände enthalten können, die Stich- und Schnittverletzungen verursachen, müssen sie vorsichtig gehandhabt werden. Beim Umgang mit gefährlichen Wasch- und Reinigungsmitteln oder speziellen Produkten zur Behandlung von Fleckenwäsche muss eine weitergehende persönliche Schutzausrüstung (PSA) getragen werden. Auf beiden Seiten der Wäscherei muss eine ausreichende Anzahl an Handwaschplätzen mit Spendersystemen für Flüssigseife und Händedesinfektionsmittel vorhanden sein, ein Hygieneplan und ein Hautschutzplan sind auszuhängen. Auf der unreinen Seite darf wegen des potenziellen Infektionsrisikos weder gegessen noch getrunken werden. Im reinen Bereich ist Trinken an den Mangel- und Pressplätzen wegen der hohen Umgebungstemperaturen erlaubt. Die Installation einer raumlufttechnischen (RLT-)Anlage zur Frischluftzufuhr, zur Abfuhr von Feuchte- und Wärmelasten und von Textilflusen ist empfehlenswert. Aus arbeitsphysiologischen Gründen kann vor allem im Sommer jedoch eine regelrechte Klimatisierung des gesamten Arbeitsbereiches sinnvoll sein (Kap. Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz im Krankenhaus).

Umgang mit Krankenhauswäsche

Schmutzarten

Normal waschbarer Schmutz
Die meisten Verschmutzungen (Partikel, Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate, Salze) werden im Waschprozess durch Wasser und Waschmittel gelöst oder dispergiert und damit leicht entfernt. Das Waschergebnis steigt mit der Erhöhung der Waschzeit, der Waschmechanik und der Waschtemperatur. Eine Ausnahme stellt Blut dar, das oberhalb von 43 °C gerinnt und damit bei höherer Temperatur schlechter zu entfernen ist.
Schwer entfernbarer Schmutz
Durch stark fetthaltige Salben, farbstoffhaltige Medikamente oder verklebte Pflasterstreifen verunreinigte Patientenwäsche lässt sich nur durch spezielle Fleckenbehandlung säubern. Hartnäckige Verfleckungen können auch aus Küchen (Lebensmittel), Werkstätten (Anstrichfarben, Zement, Rost) oder der Gärtnerei stammen. Zunächst farblos, können zum Beispiel Substanzen wie Chlorhexidin, Quats in Desinfektionsmitteln oder Polyquaternium in Kosmetika in ihrer Intensität zunehmende und nicht mehr entfernbare Verfleckungen verursachen. Fleckenwäsche stellt kein hygienisches, sondern ein ästhetisches Problem dar. Sie wird aus dem Textilkreislauf ausgesondert und an besonderen Arbeitsplätzen mit je nach Fleckenart sehr unterschiedlichen Chemikalien manuell behandelt. Dazu gehören Lösemittel, oxidative oder reduktive Bleichmittel, spezielle Säuren oder Alkalien.
Achtung Brandgefahr
Ungesättigte Fettsäuren (z. B. Linolsäure in Salben oder Ölsäure in Olivenöl) werden bei starken Verschmutzungen nicht vollständig herausgewaschen – in heißer, getrockneter Wäsche kann sich der Schmutzrest selbst entzünden und Brände auslösen. Entsprechende Salbenreste oder Speiseöle dürfen nicht mit zu waschenden Textilien – auch nicht mit Tüchern oder Mopps – aufgewischt werden. Es sind Einmaltücher zu verwenden.

Wäschesortierung

Die verschiedenen Arten von Schmutzwäsche erfordern unterschiedliche Waschverfahren. Die Unterschiede betreffen vor allem das Flottenverhältnis (Kilogramm Wäsche pro Liter Wasserzulauf), die Waschchemie, die Temperatureinstellungen, die Intensität der Waschmechanik, die Art des Spülwasserzulaufes (normal oder schonendes „Cool Down“), die Spülintensität oder die Entwässerung (Schleuder- oder Pressparameter). Um das gewünschte Waschergebnis zu erhalten und Textilschäden zu vermeiden, muss die Schmutzwäsche bereits beim Abwerfen in die richtigen und verschiedenartig gekennzeichneten Sammelbehältnisse sortiert werden.
Sammelbehälter und Sortierplan
Sammelbehälter müssen stabil sein und einen Deckel haben. Um Fehlwürfe der nachträglich nicht mehr sortierten Schmutzwäsche (s. oben) zu vermeiden, sollte an Ort und Stelle ein übersichtlicher Sortierplan angebracht werden. Es empfiehlt sich ein Farbcode, der zum Beispiel den Wäschebehälter, den Deckel oder den Textilsack kennzeichnet. Beim Abwurf soll eine unnötige Staubaufwirbelung und damit eine mögliche Kontamination der Umgebung vermieden werden. Bis zum Abtransport in die Wäscherei wird die Schmutzwäsche in einem trockenen, kühlen Raum gelagert. Durch entsprechende organisatorische Maßnahmen müssen lange Lagerzeiten vermieden werden.
Fremdgegenstände
Wäsche darf keine Fremdgegenstände wie beispielsweise medizinische Geräte und Instrumente, Verbandsmaterialien oder Kugelschreiber und Faserstifte enthalten. Neben der Verletzungsgefahr für das Personal können diese sowohl Wäsche als auch Maschinen in der Wäscherei zerstören. Besonders empfindlich sind die Membranen von Entwässerungspressen oder Bleche von Mangelstraßen. Auch die Fremdgegenstände werden in der Regel zerstört. Es ist sinnvoll, an den Sammelbehältern Hinweise anzubringen, die an das Entfernen von Fremdgegenständen erinnern.
Wäschesäcke
Textile Wäschesäcke müssen aus einem widerstandsfähigen und ausreichend dichten Material bestehen, beispielsweise Polyester. Eine adäquate Reinigung der Textilsäcke ist durch das Mitwaschen gewährleistet. In der Wäscherei werden nur die komplett gefüllten Textilsäcke den Chargen zugeordnet. Nach Entsperren des Verschlusses öffnen und entleeren sie sich in der Waschmaschine von selbst. Zu einem direkten Kontakt des Personals mit der Schmutzwäsche kommt es deshalb nicht.
Foliensäcke
Wäschesäcke zum Beispiel aus Polyethylen sollen nur bei Problemwäsche eingesetzt werden (z. B. bei durchnässender Wäsche). Auf lange Sicht sind Einmalwäschesäcke teuer. Ferner sind sie ungünstig in der Handhabung, da sie vor Beladen der Waschmaschine aufgeschlitzt werden müssen, wodurch ein direkter Kontakt des Personals mit der Schmutzwäsche möglich ist.

Wäschetransport

Die Schmutzwäschesäcke sollen auf dem gesamten Transportweg weder gestaucht noch geworfen werden. Abwurfschächte für Schmutzwäsche sollen nach Möglichkeit nicht mehr benutzt werden, da eine regelmäßige, effektive Reinigung des Schachtsystems nicht möglich ist. Durchfeuchtete Wäschesäcke ohne zusätzlichen Schutz durch einen Transparentsack müssen mit Schutzhandschuhen umgeladen werden. Für den Transport der Schmutzwäsche sollen Behältnisse, die leicht gereinigt und gegebenenfalls desinfiziert werden können, verwendet werden. Am besten eignen sich Rollcontainer oder AWT-Anlagen (automatischer Warentransport) mit einer großen Kapazität. Auf eine optimale Ausnutzung der Transportwagen soll geachtet werden. Transportwagen, die sowohl Schmutzwäsche als auch saubere Wäsche transportieren, müssen nach jedem Schmutzwäschetransport desinfizierend gereinigt werden. Sind für den Transport Lastwagen erforderlich, muss deren Innenverkleidung ebenfalls leicht zu reinigen und gegebenenfalls zu desinfizieren sein.

Waschverfahren

Waschverfahren sollen Verschmutzungen beseitigen (Abschn. 4.1) und die Wäsche desinfizieren (Abschn. 2). Die Wäsche selbst soll dabei möglichst wenig geschädigt werden, und es sollen keine unnötigen Waschmittelrückstände im Textil verbleiben. Die Variablen sind sehr vielfältig (Abschn. 4.2), und an vielen Stellen von Vorgaben, Abläufen und Gerätefunktionen können sich Fehler einschleichen. Es ist sinnvoll, Geräteprogramme, Maschinenfunktion und Waschergebnis regelmäßig zu kontrollieren. Vor allem können Beladungsfehler, das heißt zu geringe oder zu starke Beladung, sowie Fehler in der Waschmitteldosierung ein schlechtes Waschergebnis verursachen. Um hohe Waschtemperaturen oder aggressive Chlorbleiche zu vermeiden, wird ein von VAH bzw. RKI geprüftes, chemothermisches Waschverfahren auf Basis eines Sauerstoff-abspaltenden Desinfektionsmittels empfohlen.
Die Nutzung von aus Primärenergieträgern erzeugtem Prozessdampf für Heizzwecke (Waschmaschinen, Vor- oder Volltrockner, Mangeln, Finisher, Pressen) ist die rationellste Form, den hohen Wärmebedarf einer Wäscherei zu decken. Wesentliche Energieeinsparungen sind auch durch Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser oder durch die Vorwärmung des letzten Spülwassers möglich. Durch die niedrigere Viskosität des Wassers kommt dann die Wäsche weniger nass aus der Waschmaschine, und es muss weniger Energie in den Trocknungsprozess gesteckt werden, als durch das Vorwärmen verloren geht.

Continue-Anlagen

In Continue-Anlagen (Waschstraßen) können große und möglichst gleichartige Wäschemengen ohne Unterbrechung durchlaufend gewaschen werden. Die Beladung erfolgt meist über eine Hängebahnanlage. Die Wäscheposten durchlaufen ein Mehrkammersystem entgegen dem Wasserstrom. Unter anderem durch teilweise Kreislaufführung von Wasseranteilen in der Vorwaschzone und die hohe Energieeffizienz können erhebliche Einsparungen erzielt werden, üblich ist auch eine automatische, das heißt verschmutzungsabhängige Waschmitteldosierung. In Continue-Anlagen ist die Waschmechanik geringer als in Wasch-Schleuder-Maschinen, dafür ist die Textilschonung höher. Nach Spülende erfolgt die Entwässerung durch starke Pressen oder durch Zentrifugen. Aus hygienischer Hinsicht müssen in Continue-Anlagen besonders die mögliche Verkeimung des Füllwassers während des Maschinenstillstandes (z. B. über Nacht) und die Verkeimung der Pressmembran verhindert werden. Gemäß der Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren können nur sehr wenige Continue-Anlagen eine Desinfektion gemäß § 18 IfSG durchführen (Abschn. 1). Auch für eine Desinfektion von Wäsche der Kategorie 2 gemäß DGUV Regel 500 (Abschn. 2) kommen nur die dort gelisteten Anlagen infrage. Für solche Sonderwäsche sind Wasch-Schleuder-Maschinen besser geeignet.

Wasch-Schleuder-Maschinen

Wasch-Schleuder-Maschinen sind für kleinere Wäschemengen geeignet. Auch in Wäschereien mit großen Continue-Anlagen sind sie unverzichtbar, um besondere Wäschechargen zu bearbeiten. Dazu gehören beispielsweise infektiöse Wäsche (Abschn. 2), Pflegeleichtwäsche, Wäsche die nicht durch Pressen entwässert werden kann (z. B. Laminate) oder Fleckenwäsche. Auch für das Waschen von sehr stark verschmutzten Wischbezügen und Reinigungstüchern bieten sich separate Wasch-Schleuder-Maschinen an. Durch die höhere Waschmechanik können zum Beispiel Haare besser entfernt werden, und es können stark schäumende Putzmittelreste berücksichtigt werden. In Wasch-Schleuder-Maschinen wird bei jeder Charge das Abwasser vollständig abgelassen und steht somit nicht zum Beispiel für Vorwaschzwecke zur Verfügung. Beim Spülen kühlt die komplette Maschine aus und muss dann neu aufgeheizt werden. Deshalb liegen die spezifischen Wasser- und Energieverbrauchswerte höher als die von Continue-Anlagen.

Problemwäsche

Bauchtücher
Mehrwegbauchtücher unterliegen den Anforderungen des Arzneimittelgesetzes und gehören somit zu den Verbandstoffen. Sie müssen im OP separat gesammelt und mit einem speziellen Waschverfahren aufbereitet werden. Erforderlich ist ein intensives Spülen (mindestens fünfmal), um Tensidreste und Flusen zu entfernen. Für eine optimale Schmutzentfernung (Blut- und Gewebereste) sollten benutzte Bauchtücher auch nicht aufgerollt abgeworfen werden.
Fleckenwäsche
Eine Fleckenbehandlung ist immer umweltbelastend, arbeitsintensiv und faserschädigend. Fleckenwäsche soll möglichst bereits am Anfallort gesondert gesammelt und entsprechend gekennzeichnet in die Wäscherei transportiert werden, damit sie dort gezielt behandelt und wieder in den Kreislauf eingeschleust oder entsorgt werden kann. Sonst kann sie lange zwischen Wäscherei und Nutzer zirkulieren, ohne jemals eingesetzt zu werden. Im Klinikbetrieb können sehr unterschiedliche Verfleckungen auftreten, die sehr unterschiedliche Behandlungsmethoden erfordern (Abschn. 4.1). Eine Fleckenbehandlung von Putztüchern oder Geschirrtüchern ist überflüssig (Brinker 1994a). Auch bei Textilien, die nur außerhalb von Patientenbereichen verwendet werden, sollten Flecken eher toleriert werden. Einfärbung und Dessin von Textilien können die Auffälligkeit von Flecken erheblich reduzieren. Allein dadurch kann, zum Beispiel bei Bettwäsche aus der Dermatologie mit oft schwer entfernbaren Verfleckungen durch Salben und Tinkturen, das Aufkommen von Fleckenwäsche deutlich reduziert werden.

Wäschetrocknung

Die Trocknung erfolgt über Vortrockner (die ggf. auch volltrocknen können) und anschließendes Finishen, Pressen oder Mangeln. Um ein nachfolgendes mikrobielles Wachstum zu verhindern, muss ausreichend getrocknet werden. Nach Abkühlung auf Umgebungstemperatur sollte in der Wäsche die relative Luftfeuchte 70 % nicht überschreiten. Probleme können besonders bei schwer zu trocknenden Reinigungstextilien, im Sommer bei hohen Außenluftfeuchten (Trocknung erschwert) sowie im Winter bei sehr tiefen Temperaturen (beim Transport Kondenswasser möglich) auftreten. Die ausreichende Trocknung sollte von der Wäscherei mittels Kontrollmessungen überprüft werden.

Umgang mit sauberer Wäsche

Lagerung
Diese erfolgt in der Wäscherei oder an den Bedarfsstellen in separaten Räumen oder Schränken. Diese müssen sauber, trocken und staubgeschützt sein.
Transport
Dieser erfolgt in desinfizierend gereinigten, verschlossenen Transportwagen. Dichter Kunststoff (Säcke, Wickelfolie) soll nicht verwendet werden, da es zur Bildung von Kondenswasser und anschließender Verkeimung kommen kann und Verpackungsabfälle anfallen.
Umlagerung
Muss saubere Wäsche manuell umgelagert werden, sollen vor dem Umpacken die Hände desinfiziert werden.

Sachgerechter Umgang mit Textilien

Damit die mit der Krankenhauswäscherei verbundenen Kosten sowie die Umweltbelastung reduziert werden können, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die täglich anfallende Wäschemenge so gering wie möglich zu halten, ohne den Hygienestandard zu senken. Im Folgenden werden dazu Beispiele aufgezeigt.

Möglichkeiten der Wäschereduktion

Arbeitskleidung (Schutzkleidung)
Schutzkleidung kann personenbezogen (namentliche Kennzeichnung) ausgegeben werden oder als Poolwäsche. Die namentliche Kennzeichnung erfordert einen vielfach höheren Wäschebestand mit entsprechender Lagerhaltung und den Aufwand für die Kennzeichnung, zum Beispiel bei Personalwechsel, Änderungen von Bezeichnungen oder von Namen oder bei Änderung der Konfektionsgröße. Ebenso sind Sortierung und Ausgabe der Wäsche sehr personalintensiv. Poolwäsche ist im Vergleich wirtschaftlicher, ermöglicht den Einsatz von Wäscheautomaten, birgt aber unter Umständen das Risiko eines nachlässigen Umganges der Beschäftigten mit der Arbeitskleidung.
In jedem Krankenhaus gibt es Personengruppen, die keinen direkten Patientenkontakt haben (z. B. Bürokräfte, Pförtner etc.) und die keine spezielle Schutzkleidung benötigen. Diese Personen sollten ihre Arbeit in ihrer Privatkleidung verrichten. Identifizierung und Zuordnung der Mitarbeiter sollten durch einen ansteckbaren Sichtausweis und nicht durch die Bekleidung erfolgen.
Schutzkittel
Über der normalen Arbeitskleidung zusätzlich getragene Schutzkittel sollen nur dann verwendet werden, wenn bei der Tätigkeit die Gefahr der Kontamination der Arbeitskleidung mit Patientenmaterial besteht. Das bedeutet, dass zum Beispiel beim alleinigen Betreten einer Intensivstation das Überziehen eines Schutzkittels nicht sinnvoll ist. Erst wenn durch einen engen Kontakt mit einem Patienten die Möglichkeit einer Kontamination gegeben ist, sollte ein Schutzkittel angezogen werden. Dieser kann für den gleichen Patienten auch mehrfach benutzt werden. Auch wenn Personal die Intensivstation verlässt, um beispielsweise Material zu transportieren, ist ein Schutzkittel nicht notwendig.
Besucher können Intensivstationen in ihrer Straßenkleidung betreten. Ein Infektionsrisiko für Patienten ist damit nicht verbunden. Das gilt auch für früh- und neugeborene Kinder, die im Inkubator versorgt werden müssen. In diesem Fall müssen sich die Eltern die Ärmel bis über den Ellenbogen hochkrempeln und Hände und Unterarme gründlich desinfizieren. Erst dann können sie durch die Öffnungen der Inkubatorhaube ihr Kind berühren. Darf ein solches Kind kurzzeitig aus dem Inkubator herausgenommen werden, sollen die Eltern über ihre Straßenkleidung einen Schutzkittel anziehen, bevor sie das Kind auf den Arm nehmen.
Wäschesäcke
Auch die Wäschesäcke selbst tragen merklich zum Wäscheaufkommen bei. Es muss darauf geachtet werden, dass die Kapazität der Wäschesäcke vollständig ausgenutzt wird. Mehrere teilweise gefüllte Wäschesäcke dürfen nicht in einen neuen Wäschesack gesteckt werden, sie bleiben dann bei der Wäsche geschlossen (Abschn. 4.2).
Lagerungshilfsmittel
Als Hilfsmittel für die Lagerung von Patienten werden häufig Decken und verschieden große Kissen verwendet. Es ist sinnvoll, für diesen Zweck spezielle Lagerungshilfen einzusetzen, die eine zu desinfizierende Oberfläche haben. Dadurch kann der Wäschebedarf deutlich verringert werden. Ebenso wird durch das einfache Abwischen der Lagerungshilfen eine Arbeitserleichterung erreicht. In den Krankenhausbereichen, in denen eine starke Verschmutzung der Lagerungshilfen durch Blut- und/oder Körperflüssigkeiten zu erwarten ist, sollten Schonbezüge verwendet werden. Empfehlenswert sind dafür Materialien wie Polyurethan, die uneingeschränkt waschbar und außerdem flüssigkeitsundurchlässig, atmungsaktiv und kostengünstig sind.
Abdecken frisch bezogener Betten
Frisch aufgerüstete Betten mit einem Bettlaken oder gar mit Plastikfolien abzudecken, ist aus hygienischer Sicht nicht erforderlich, zumal es bei den üblichen Standzeiten auch nicht zum Verstauben der Betten kommt. Erscheint wegen ungünstiger Transportwege vom Ort der Bettenaufbereitung zurück zur Station eine Abdeckung des Bettes sinnvoll, sollen dafür waschbare Mehrwegmaterialien bevorzugt werden.
Matratzenschonbezüge, Inkontinenzunterlagen
Zum Schutz vor einer Verunreinigung der Matratze sind waschbare und flüssigkeitsdichte Schonbezüge zu empfehlen. Schonbezüge aus PVC sollten nicht verwendet werden, sie geben Weichmacher ab und verspröden, sie sind schwer und riechen oft unangenehm. Ist ein zusätzlicher Nässeschutz erforderlich, können waschbare Inkontinenzunterlagen verwendet werden, die aus einem Absorbertextil und einer Nässesperrschicht bestehen.
Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Inkontinenzunterlagen als Mehrwegprodukte. Bei der Auswahl eines Produkts sollte auf folgende Eigenschaften geachtet werden:
  • Waschbar bis 95 °C
  • Trocknergeeignet
  • Gut hautverträglich
  • Absolut wasserundurchlässig
  • Atmungsaktiv
  • Mindestens 250- bis 300-mal waschbar
  • PVC-freies Inlay
  • Einzelgewicht nicht über 250 g
Zusätzliche Textilien
Gern benutzt werden Decken aus Frottee oder Molton, weil sie von den Patienten als angenehm empfunden werden. Wegen ihres hohen Eigengewichtes sollen sie aber nach Möglichkeit nur begrenzt eingesetzt werden.
Verlegung eines Patienten
Muss ein Patient innerhalb des Krankenhauses auf eine andere Station verlegt werden, soll dies in seinem Bett geschehen, sofern dort nicht, wie beispielsweise auf Intensivstationen, andere Bettentypen verwendet werden. Häufig werden die Patienten auf der neuen Station in ein frisches Bett umgelagert. Das „alte“ Bett wird dann wieder auf die ursprüngliche Station zurückgebracht und dort frisch aufgerüstet. Ressourcen-sparend und auch angenehm für den Patienten ist es, wenn er sein bisheriges Bett behält. Organisatorisch muss die Verfügbarkeit frischer Betten für alle Stationen sichergestellt sein.
Transport in die OP-Abteilung
Bei der Vorbereitung der Patienten auf eine Operation ist es häufig üblich, dass die gesamte Bettwäsche erneuert wird, obwohl sie nicht sichtbar verschmutzt ist. Begründet wird dies mit der Annahme, dass ein zuvor schon vom Patienten benutztes Bett für diesen nach der Operation ein Infektionsrisiko darstellen würde. Dies ist nicht der Fall. Auch für einen frisch operierten Patienten muss ein Bett nur dann neu bezogen werden, wenn es sichtbar verschmutzt ist.
Routinemäßiger Wechsel der Bettwäsche
Feste Bettenbezugstage sind ein unnötiges Hygieneritual, das zu einem erhöhten Wäscheverbrauch und zu einer unnötigen Mehrbelastung des Personals führt.
Standardbett
Im Universitätsklinikum Freiburg wurde 1993 anstelle des traditionellen Bettes das sogenannte Standardbett eingeführt, das heißt, dass alle Betten zunächst nur mit Laken, großem Kopfkissen und Bettdecke ausgerüstet werden. Bei Bedarf wird dann zum Beispiel noch ein Stecklaken eingezogen oder ein kleines Kopfkissen zur Verfügung gestellt. Das traditionelle Krankenhausbett bestand vormals aus Betttuch, Stecklaken, Inkontinenzunterlage, Einziehdecke, großem und kleinem Kopfkissen, Frotteedecke, Betttuch für die Frotteedecke und einem Moltontuch. Seit der Einführung benötigt das Standardbett mit jetzt 2,5 kg im Vergleich zur früher 5,3 kg schweren Ausstattung nur noch halb so viel Wäsche.
Wäschevielfalt
Wenn die Vielfalt von Textilartikeln gesenkt werden kann, so wird dadurch die gesamte Textilmenge reduziert, ebenfalls der damit verbundene Aufwand für Beschaffung und Logistik. Beispiele sind die Vereinheitlichung von Farben bei OP- bzw. Bettwäsche oder der Größen von OP-Tüchern und Kopfkissen. Überflüssige Textilien (wie z. B. spezielle OP-Socken) können abgeschafft werden. Auch die Einführung von Unisexkleidung für das Personal ist eine ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Maßnahme.

Einführung neuer Materialien

Seit vielen Jahren ist in den Krankenhäusern 100 %ige-Baumwolle durch synthetische Fasern ergänzt oder ersetzt worden. Da die Produktion von Baumwolle durch den hohen Einsatz von Pestiziden und den immensen Wasserverbrauch ökologisch bedenklich ist, erscheint dies auch sinnvoll. Reine Baumwolltextilien benötigen einen hohen Aufwand in der Endbearbeitung. Formwäsche muss arbeitsintensiv gebügelt (gepresst) werden, durch den höheren Wasseranteil ist die Trocknung von Baumwollwäsche energieaufwendiger. Materialien aus Mischgewebe (mit 30–65 %igem Baumwollanteil) sind demgegenüber viel günstiger aufzubereiten und in der Haltbarkeit der reinen Baumwolle deutlich überlegen. In einigen Bereichen können sogar moderne Textilien eingesetzt werden, die vollständig aus Kunstfasern bestehen. In OP- und Reinraumbereichen sind beim klassischen Baumwoll(misch)gewebe die fehlende Barrierefunktion gegenüber Nässe und Partikeln und die hohe Flusenfreisetzung von ganz besonderer Bedeutung.
OP-Abdeckungen und OP-Schutzkleidung sollen vor Infektionen schützen und sind damit Medizinprodukte. Sie haben grundlegende Eigenschaften zu erfüllen, insbesondere eine Barrierefunktion. Eine Möglichkeit, wie die Anforderungen erfüllt werden können, ist mit der Norm EN 13795 erarbeitet worden. Klassische Baumwolltextilien können die Anforderungen nicht erfüllen.
Viele Einwegmaterialien erfüllen diese Bedingungen, schneiden aber in funktioneller Hinsicht oft schlechter ab als hochwertige Mehrwegprodukte aus Laminat. Diese müssen aber sachgerecht aufbereitet werden, insbesondere unter Kontrolle von Perforationen und Nahtabdichtungen.
In mehreren Ökobilanzen schnitten Mehrweg-Laminate aus ökologischer und ökonomischer Sicht besser ab als Einmaltextilien (Eriksson und Berg 2003; Schmidt 2001). Mehrweg-Laminate haben sehr gute Trage- und Drapiereigenschaften, sind sowohl flüssigkeitsbindend als auch flüssigkeitsdicht und aus sehr flusenarmen Endlosgarnen hergestellt.
Einen Überblick über die Vor- und Nachteile der verschiedenen textilen Materialien bietet Tab. 1.
Tab. 1
Eigenschaften der verschiedenen Textilien im OP-Bereich
 
Zellstoff-Polyethylen
Polypropylen-Vlies (SMS)
Baumwoll-Mischgewebe
Polyester-Mikrofaser
Polyester-Laminat
Wiederverwendung
Einweg
Einweg
Ca. 150 Zyklen
>200 Zyklen
>50 Zyklen
Material
Zweischichtig: Polyethylenfolie plus Zellstoffschicht (Zellstoff aus Holz, Mineralölprodukt Polyethylen)
Dreilagiges Polypropylen
(Mineralölprodukt)
Baumwolle und Polyester (Baumwollproduktion mit Pestizid- und Wasserverbrauch, Mineralölprodukt Polyester)
Polyester
(Mineralölprodukt)
Dreischichtig: Textil-Membran-Textil
(Mineralölprodukt)
Flusenbildung
++
+
++
+
+
Durchlässigkeit (Flüssigkeit und Partikel)
+
+
+++
++
+
Abfall
+++
+++
+
+
+
(teilweise problematische Entsorgung)a
Verwertung möglich
Nein
Nein
Ja
Ja
Ja
Besonderheiten bei der Aufbereitung (Waschen, Packen, Sterilisieren)
Resterilisation für Kliniken unmöglich
Resterilisation für Kliniken unmöglich
Keine
Aufwendige Imprägnierung bei jedem Waschen
Hoher Aufwand (Kontrolle, Tapen, evtl. Reparatur)
Tragekomfort
Schlecht
Keine Luftzirkulation, begrenzt saugfähig
Gut
Standardprodukt nicht saugfähig
Sehr gut
Sehr gut
Sehr gut
Drapierbarkeit
Schlecht
Gut
Sehr gut
Sehr gut
Sehr gut
+++ sehr hoch, ++ relevant, + sehr gering
aBeim Verbrennen von Membranen aus Polytetrafluorethylen (PTFE) entsteht problematische Flusssäure, beim Verbrennen von Polyurethan (PU) nicht
Schwierig für die Wäscherei ist die Mischabdeckung, also der gleichzeitige Einsatz von Einmalmaterialien und waschbaren Tüchern. Durch Sortierfehler gelangen Einmaltücher in die Wäsche, die dann beim Waschen stark flusen oder in der Mangel aufschmelzen können. Umgekehrt kann auch hochwertige Mehrwegwäsche versehentlich mit den Einwegtextilien in den Abfall gelangen. Laminate können bei einem Nebeneinander mit Baumwolltextilien durch perforierende Tuchklemmen geschädigt werden. Aus diesen Gründen ist eine komplette Umstellung auf Mehrweg-Laminate empfehlenswert.
Wäschekommission
In großen Krankenhäusern empfiehlt sich die Bildung einer Wäschekommission. Mitglieder sind beispielsweise Mitarbeiter aus Wäscherei, Einkauf, Textillager, Pflegedienst, operativen Abteilungen, Hygiene/Ökologie und Hauswirtschaft.
Aufgaben sind die sinnvolle Begrenzung der Artikelvielfalt sowie die Auswahl von optimalen Textilien für die verschiedenen Bereiche. Neue Textilien werden vor ihrer Einführung praxisnahen Testläufen in der Wäscherei (Dokumentation der Aufbereitungszyklen) und Praxistests unterworfen und bewertet. Die endgültige Entscheidung erfolgt aufgrund der Testergebnisse sowie unter ökologischen und ökonomischen Aspekten.

Reinigungs- und Desinfektionsplan für die Wäscherei

Siehe Tab. 2.
Tab. 2
Reinigungs- und Desinfektionsplan für die Wäscherei
Was
Wann/wie oft
Womit
Wie
Händereinigung
Bei Betreten und Verlassen des Arbeitsbereiches und nach Toilettenbesuch
Flüssigseife aus Spender
Hände waschen, mit Einmalhandtuch abtrocknen
Händedesinfektion
Vor dem Wechsel vom unreinen in den reinen Arbeitsbereich
Nach Kontakt mit gebrauchter Wäsche
(Alkoholisches) Händedesinfektionsmittel
Ausreichende Menge entnehmen, damit die Hände vollständig benetzt sind, mindestens 30 s verreiben
Hautpflege
Nach der Händereinigung bzw. Händedesinfektion
Je nach Hauttyp klinikübliche Produkte (Tuben oder Spender, keine Dosen)
Duschen
Einmal täglich
Umweltverträglicher Reiniger oder Scheuermilch
Mit frischem Tuch abwischen
Fließbänder
Einmal täglich
Umweltverträglicher Reiniger
Mit frischem Tuch abwischen
Flusenfänger Waschmaschinen
Einmal täglich
Umweltverträglicher Reiniger
Nach Entfernung der Flusen reinigen
Flusensieb Trockner
Einmal täglich
 
Absaugen
Fußboden
Einmal täglich
Umweltverträglicher Reiniger
Klinikübliches Reinigungssystem
Fußmatten
Einmal täglich
Umweltverträglicher Reiniger
Auf beiden Seiten gut abbürsten, abspülen und gut trocknen
Lagertische
Einmal täglich
Umweltverträglicher Reiniger
Mit frischem Tuch abwischen
Mangelmaschine
Zweimal wöchentlich
Umweltverträglicher Reiniger
Mit frischem Tuch abwischen
Mobiliar
Einmal wöchentlich
Umweltverträglicher Reiniger
Mit frischem Tuch abwischen
Regale
Einmal wöchentlich
Umweltverträglicher Reiniger
Mit frischem Tuch abwischen
Roste
Einmal täglich
Umweltverträglicher Reiniger
Klinikübliches Reinigungssystem
Trocknergehäuse
Zweimal wöchentlich
Umweltverträglicher Reiniger
Mit frischem Tuch abwischen
Waschbecken
Einmal täglich
Umweltverträglicher Reiniger oder Scheuermilch
Mit frischem Tuch abwischen
Waschmaschinengehäuse
Einmal täglich
Umweltverträglicher Reiniger
Mit frischem Tuch abwischen
Wagen, externer Wäschetransport
Nach Gebrauch
Umweltverträglicher Reiniger
Waschstraße
Wäschetabletts
Einmal monatlich
Umweltverträglicher Reiniger
Waschstraße
Wagen, interner Wäschetransport
Viermal jährlich
Umweltverträglicher Reiniger
Hochdruckgerät
Literatur
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DGUV Regel 500 Betreiben von Arbeitsmitteln – Auflistung. Kapitel 2.6 Betreiben von Wäschereien (2005) http://​publikationen.​dguv.​de/​dguv/​pdf/​10002/​guvr500/​R500_​206.​pdf. Zugegriffen am 29.05.2017
DIN Europäische CEN Norm 13795 (2002.13) Operationsabdecktücher, -mäntel und Rein-Luft-Kleidung zur Verwendung als Medizinprodukte für Patienten, Klinikpersonal und Geräte. Allgemeine Anforderungen für Hersteller, Wiederaufbereiter und Produkte, Prüfverfahren und Gebrauchsanforderungen; Deutsche Fassung prEN 13795–1, Brüssel (2013–10)
Eriksson E, Berg H (2003) Surgical gowns – wash or throw away? CIT Ekologik AB, Göteborg
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Pugliese G, Hunstinger CA (1992) Central services, linens, and laundry. In: Bennett JV, Brachmann PS (Hrsg) Hospital infections, 3. Aufl. Little Brown, Boston, S 335–344
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