Zum Inhalt

Neue und zukünftige Therapieansätze in der Behandlung der allergischen Konjunktivitis

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Schwere und rezidivierende okuläre Allergien können herkömmliche Ophthalmika v. a. bei chronischen Verlaufsformen an ihre Grenzen bringen. Erste neuwertige Immunmodulatoren und Biologika sind bereits im klinischen Einsatz und könnten Abhilfe schaffen.

Ziel der Arbeit (Fragestellung)

Anhand der immunpathophysiologischen Mechanismen der okulären Allergie sollen mögliche Angriffspunkte für innovative Therapieansätze aufgezeigt werden. Ebenso soll ein Überblick über vielversprechende neue und zukünftige Immunmodulatoren und Biologika sowie deren Wirkweise gegeben werden.

Material und Methoden

Es erfolgten ein Aufarbeiten aktueller Übersichtsarbeiten zur okulären Allergie und Therapie allergischer Systemerkrankungen sowie das Analysieren von Fallberichten zur Therapie von okulären Allergien mithilfe von Immunmodulatoren und Biologika und die Darstellung deren klinischer Relevanz und Einsatzmöglichkeiten.

Ergebnisse

Bei chronischen Verlaufsformen der okulären Allergie sind komplexe, durch Immunglobulin E (IgE), Mastzellen, CD4-positive Typ-2-T-Helferzellen und eosinophile Granulozyten vermittelte Entzündungsreaktionen der Augenoberfläche maßgebend. Ciclosporin A 0,1 %-Augentropfen sind in Europa seit 2018 bei Kindern mit schwerer Keratoconjunctivitis vernalis (VKC) ab dem vierten Lebensjahr zugelassen. Zudem präsentieren Fallberichte vielversprechende Daten zum systemischen Off-label-Einsatz von Biologika wie Dupilumab oder Omalizumab bei therapierefraktärer VKC oder atopischer Keratokonjunktivitis (AKC).

Schlussfolgerungen

Ein tiefes Verständnis der Immunpathophysiologie okulärer Allergien ist notwendig, um weitere Therapieziele für zukünftige Immunmodulatoren und Biologika zu detektieren. Therapeutisch bleibt die immunmodulierende Therapie derzeit auf Ciclosporin A-Augentropfen beschränkt. Andere immunmodulatorische Präparate wie Tacrolimus und Biologika können meist nur „off-label“ zum Einsatz kommen. Weitere Studien zum kontrollierten klinischen Einsatz dieser Substanzen in der Therapie der VKC oder AKC sind unterwegs.
Titel
Neue und zukünftige Therapieansätze in der Behandlung der allergischen Konjunktivitis
Verfasst von
Dr. med. Stefan Kassumeh
Barbara S. Brunner
Siegfried G. Priglinger
Elisabeth M. Messmer
Publikationsdatum
16.02.2024
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Die Ophthalmologie / Ausgabe 3/2024
Print ISSN: 2731-720X
Elektronische ISSN: 2731-7218
DOI
https://doi.org/10.1007/s00347-024-01996-9
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Passend zum Thema

ANZEIGE

Atropin zur Verlangsamung der pädiatrischen Myopieprogression*

Bis 2050 wird etwa jedes dritte Kind in Europa kurzsichtig sein [1]. Zur Vermeidung sehkraftgefährdender Folgekomplikationen ist die Progressionsverlangsamung der pädiatrischen Myopie* – z. B. mit niedrig dosiertem Atropin – von zentraler Bedeutung [2,3].   

Bildnachweise
Mann benutzt Augentropfen/© ProfessionalStudioImages / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Mädchen in selbst gebauter Zeitmaschine/© Santen GmbH (Symbolbild mit Fotomodell)