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01.09.2009 | Leitthema | Ausgabe 9/2009

Der Chirurg 9/2009

Rolle der Intensivmedizin bei frühen postoperativen Komplikationen

Ist die chirurgische Expertise in Gefahr?

Zeitschrift:
Der Chirurg > Ausgabe 9/2009
Autoren:
Prof. Dr. E. Klar, A. Püschel, L. Schiffmann, A. Pertschy

Zusammenfassung

Die Intensivmedizin ist das Rückgrat der Chirurgie. Wir beschreiben ein Profil intensivmedizinischer Parameter zur frühzeitigen Detektion von Komplikationen besonders nach ausgedehnten Eingriffen. Anhand komplexer chirurgischer Krankheitsbilder wird dargestellt, dass nur der intensivmedizinisch erfahrene Chirurg Auffälligkeiten des postoperativen Verlaufs in Korrelation zum intraoperativen Befund adäquat gewichten und Entscheidungen zu Diagnostik und Therapie fällen kann. Die hierzu notwendige Ausbildung junger Chirurgen ist in Zukunft durch einen Motivationsschwund gefährdet. Das aktuelle Arbeitszeitgesetz verlängert die Weiterbildung in der operativen Kernkompetenz und steht einer notwendigen Verlängerung der Ausbildungszeit in Intensivmedizin über die obligaten 6 Monate hinaus entgegen. Die Identifizierung junger Chirurgen mit der Intensivmedizin geht zusätzlich verloren durch die Etablierung interdisziplinärer operativer Intensiveinheiten (IOI) ohne Beteiligung der Chirurgen in der Leitung. Unsere aktuelle Umfrage an 38 Universitätskliniken für Allgemein- und Viszeralchirurgie in Deutschland zeigt, dass nur 19% dieser IOI kooperativ durch Anästhesie und Chirurgie geführt werden. Das drohende Ausbildungsdefizit für die nächste Chirurgengeneration kann nur durch gleichberechtigte Leitungsstrukturen abgewendet werden.

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