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19.02.2019 | Alopezie | Nachrichten

Dichter Schopf

Radiofrequenz-Microneedling plus Minoxidil fördern das Haarwachstum

Autor:
Dr. Miriam Sonnet

Die Kombination aus einem Radiofrequenz-Microneedling und topischem Minoxidil führt zu dichterem und dickerem Haar. Die Behandlung ist dabei effizienter als die alleinige Applikation von Minoxidil, wie eine neue Studie zeigt.

Da der Leidensdruck von Patienten mit androgenetischer Alopezie enorm hoch ist, setzen die meisten Betroffenen unrealistisch hohe Erwartungen in die Therapie mit Minoxidil oder Finasterid (letzteres nur bei männlichem Haarausfall). Möglicherweise könnte auch ein Radiofrequenz-Microneedling (FRM) die Haare zum sprießen bringen, besonders dann, wenn es mit 5% igem topischem Minoxidil kombiniert wird.

Die Autoren einer neuen Studie [1] testeten diese Kombibehandlung an 19 männlichen chinesischen Probanden, die unter androgenetischer Alopezie litten. Sie erhielten auf einer Seite des Kopfes eine FRM plus Minoxidil. Die Ärzte führten die FRM fünf Mal in vierwöchigen Intervallen mit einem Gerät durch, an dessen Spitze sich 49 Microneedling-Elektroden befanden. Diese übertrugen 1 Megaherz starke, bipolare Radiofrequenzwellen auf die Haut (Einstellungen: 12 Watt, Penetrationstiefe der Nadeln: 1,5 mm, Pulsdauer: 300 ms). Nach dieser Behandlung wurde direkt die Minoxidiltinktur aufgetragen. Auf die andere Seite des Kopfes sprühten sich die Teilnehmer selbst zweimal täglich eine 5%ige Minoxidiltinktur auf die kahlen Stellen auf (ohne FRM).

Kombitherapie wirkt besser

Einen Monat nach der Therapie hatten die Teilnehmer auf beiden Hälften des Kopfes signifikant dichteres und dickeres Haar (p jeweils <0,001). Die Kombibehandlung war dabei effektiver: Hier erhöhte sich die Haaranzahl im Mittel um 66%, bei der alleinigen Minoxidilbehandlung waren es nur 37% (p = 0,01). Ein ähnlicher, wenn auch nicht ganz so deutlicher Effekt war bei der Haardicke zu beobachten (Verbesserung um 34% bzw. 27%, p = 0,02).

94,7% (18/19) der Teilnehmer zeigten nach fünf Monaten Kombibehandlung ein erneutes Haarwachstum. Mit der alleinigen Minoxidilapplikation war es mit 89,5%  (17/19) nur ein Proband weniger, der sich über den Effekt freuen konnte. Allerdings gab es mehr Teilnehmer, die mit der Zweifachtherapie ein moderat oder signifikant verbessertes Haarwachstum erreichten als mit Minoxidil alleine (73,7% vs. 52,7%; p < 0,001).

Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf. Während der FRM-Behandlung hatten die Teilnehmer leichte Schmerzen und es kam zu kleineren Blutungen und Erythemen. Letztere verschwanden nach 24 Stunden von alleine.

Wunden lassen Haare wachsen

Das verwendete FRM-Gerät verursachte laut Autoren sowohl mechanische (durch die Mikronadeln) als auch thermale Verletzungen. Studien zufolge können diese zu einer Regeneration der Haarfollikel führen. Die Behandlung bedingt Entzündungen, die den Blutfluss und die follikuläre Vaskularisierung fördern. Außerdem könnte die FRM-Therapie einen direkten Einfluss auf die dermalen Papillen haben. Die fraktionierte Thermolyse und die Mikrokanäle, die durch die FRM entstehen, könnten zudem dazu beitragen, dass topisches Minoxidil besser durch die Haut transportiert werden kann.

Das Wichtigste in Kürze

Frage: Ist die Kombination aus fraktioniertem Radiofrequenz-Microneedling (FRM) plus 5%igem Minoxidil effizient bei männlichem Haarausfall?

Antwort: Die Kombitherapie war effizienter in Bezug auf Haardichte und Haardicke als die alleinige Therapie mit Minoxidil. Es traten keine schweren Nebenwirkungen auf.

Bedeutung:  FRM plus Minoxidil könnte eine neue Therapieoption bei männlicher androgenetischer Alopezie darstellen.

Einschränkungen: kleine Teilnehmerzahl

Literatur

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