Zum Inhalt
Der Nervenarzt

Neuro-Enhancement

Gehirndoping

  • 01.07.2009
  • Aktuelles
Erschienen in:

Zusammenfassung

„Cognitive enhancement“, die Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit durch psychoaktive Substanzen und andere Interventionen, hat durch die Entwicklung innovativer Prinzipien erneuten Auftrieb erhalten. Derzeit werden mehr als 100 Pharmaka als „cognitive enhancers“ untersucht oder bereits angeboten. Die folgenden Substanzgruppen haben in bestimmten Indikationsbereichen eine gesicherte Wirkung und können demnächst möglicherweise eine Rolle als „cognitive enhancers“ bei gesunden Personen spielen: Antidementiva mit neuroprotektiver (Dimebon, Methylenblau, Selegelin) und primär symptomatischer Wirkung (Cholinesterasehemmer, Memantin), Ampakine (Ampalax, Farampator), Antidepressiva (Fluoxetin) und Stimulanzien (Methylphenidate, Modafinil). Neben den prinzipiellen ethischen Vorbehalten gegen eine „unnatürliche“ Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit, stellen sich für die Nervenheilkunde konkret die folgenden Fragen: (1) Ist der längerfristige Gebrauch von „cognitive enhancers“ vorteilhaft oder kommt es zu Rebound-Effekten bzw. Defiziten in anderen Leistungsbereichen? (2) Welche neuropsychiatrischen Konsequenzen können aus einem etwaigen sanften Druck zur Einnahme von „cognitive enhancers“ in Beruf und Freizeit erwachsen? (3) Können nach langfristigem Gebrauch in großen Bevölkerungsschichten neben Erschöpfung und Abhängigkeit spezifische, bisher unbekannte neuropsychiatrische Erkrankungen auftreten?
Titel
Neuro-Enhancement
Gehirndoping
Verfasst von
Prof. Dr. H. Förstl
Publikationsdatum
01.07.2009
Verlag
Springer-Verlag
Erschienen in
Der Nervenarzt / Ausgabe 7/2009
Print ISSN: 0028-2804
Elektronische ISSN: 1433-0407
DOI
https://doi.org/10.1007/s00115-009-2801-6
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.

Neu in den Fachgebieten Neurologie und Psychiatrie

Podcast

Wenn Kinder nicht trocken werden – wann und wie handeln?

Viele Kinder werden in den ersten Lebensjahren von selbst trocken – doch was, wenn nicht? In dieser Folge erklärt Urologin Prof. Daniela Schultz-Lampel, wann eine Untersuchung sinnvoll ist, welche Ursachen hinter kindlicher Harninkontinenz stecken und wie Therapien helfen können. Die Expertin erzählt von kreativer Diagnostik, neuen Behandlungsansätzen und gibt praxisnahe Tipps.

Therapie auf der Intensivstation hinterlässt oft tiefe Spuren

Kritisch Kranke, die einer Intensivbehandlung bedürfen, haben ein hohes Risiko für ernste Beeinträchtigungen nach ihrer Entlassung. Hausarztpraxen kommt hier eine Schlüsselrolle zu.

Frau „erspült“ sich ein Kubitaltunnelsyndrom

Beim Abwaschen wurden die Rückenschmerzen jedes Mal unerträglich. Eine 74-Jährige behalf sich mit einem Trick – und erreichte damit, dass ihr nun auch noch der Arm wehtat und die Finger kribbelten.

Wie Chirurgen durch Missgeschicke zu zweiten Opfern werden

Wenn sich in der Medizin verhängnisvolle Komplikationen oder Fehler ereignen, gibt es neben den betroffenen Patienten oft ein zweites Opfer: die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte. Eine dafür besonders anfällige Disziplin ist die Chirurgie.

Bildnachweise
Springer Medizin Podcast - Kindliche Harninkontinenz und Enuresis/© (M) Shisu_ka / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell) Logo: Springer Medizin Verlag GmbH, Monitor und beatmeter Patient/© Taechit / stock.adobe.com, Frau mit Schmerzen in der linken Hand/© Jacob Wackerhausen / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell), Arzt stützt sich nachdenklich ab/© Wavebreakmedia / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)