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Fomepizol, Ethanol oder Dialyse bei lebensbedrohlicher Ethylenglykolvergiftung?

Erschienen in:

Zusammenfassung

Vor 10 Jahren hat die EXtracorporeal Treatments In Poisoning (EXTRIP) Workgroup – ein internationaler Zusammenschluss von Pharmakologen, Toxikologen, Nephrologen und Intensivmedizinern – begonnen, durch standardisierte Bewertung der existierenden Literatur Empfehlungen zur extrakorporalen Therapie von Vergiftungen zu erarbeiten. Im Mittelpunkt der aktuellen Empfehlungen steht unter anderem Ethylenglykol. Der geschilderte Fall zeigt die erfolgreiche Behandlung eines 60-jährigen, 65 kg wiegenden Mannes, der ca. eine halbe Flasche (500 ml) des Frostschutzmittels Aral Antifreeze in suizidaler Absicht getrunken hatte. Der somnolente Patient wurde ca. 12 h nach der oralen Aufnahme des Frostschutzmittels mit schwerer metabolischer Azidose (venöse Blutgasanalyse: pH 7,13; Laktat 30 mmol/l, Anionenlücke 23,3 mmol/l) aufgenommen. Zunächst erfolgten eine Ethanolinfusion und eine intermittierende Dialysetherapie, da Fomepizol nicht sofort verfügbar war. Die erste verfügbare Ethylenglykolkonzentration betrug 1230 mg/l, wurde jedoch erst später im Speziallabor gemessen. Die während der intermittierenden Dialyse und der nachfolgend verlängert intermittierenden Dialyse eliminierte Menge an Ethylenglykol wurde erfasst (102 und 65 g). Anhand dieses Falls werden die neuen Therapieempfehlungen der EXTRIP Workgroup zur Therapie von Ethylenglykolvergiftungen besprochen.
Titel
Fomepizol, Ethanol oder Dialyse bei lebensbedrohlicher Ethylenglykolvergiftung?
Verfasst von
Dr. N. Drick
Dr. J. J. Schmidt
Dr. O. Wiesner
Prof. Dr. J. T. Kielstein
Publikationsdatum
20.08.2020
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin / Ausgabe 8/2021
Print ISSN: 2193-6218
Elektronische ISSN: 2193-6226
DOI
https://doi.org/10.1007/s00063-020-00718-8
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