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01.03.2004 | Kasuistik | Ausgabe 3/2004

Der Anaesthesist 3/2004

Desfluran bei akute intermittierender Porphyrie

Zeitschrift:
Der Anaesthesist > Ausgabe 3/2004
Autoren:
Dr. M. Messmer, F. Gerheuser, H. Forst

Zusammenfassung

Die akuten Porphyrien stellen aufgrund der Vielzahl der potenziellen perioperativen Auslösemechanismen ein anästhesiologisch relevantes Krankheitsbild dar. Die Inhalationsanästhetika Isofluran und Halothan gelten als relativ sichere Medikamente. Bis heute existiert kein Fallbericht zur Verwendung von Desfluran. Wir verwendeten Desfluran bei einer Patientin mit akuter intermittierender Porphyrie (AIP) zur Hemihepatektomie. Die Anästhesie wurde als balancierte Anästhesie mit Desfluran, Sufentanil und Atracurium durchgeführt. Schon intraoperativ wurde die postoperative Schmerztherapie über einen thorakalen Periduralkatheter mit Bupivacain und Fentanyl begonnen. Wir bestimmten präoperativ die Porphyriepräkursoren in Serum und Urin und postoperativ bis zum 6. Tag im Urin. Die präoperativen Werte waren im Sinne einer AIP deutlich erhöht. Im weiteren postoperativen Verlauf sanken diese Werte massiv ab und zeigten schon am 5. postoperativen Tag fast Normalwerte. Die Patientin hatte im gesamten klinischen Verlauf nie Symptome einer AIP und wurde am 21. postoperativen Tag nach Hause entlassen. Desfluran scheint aufgrund seiner Pharmakokinetik und geringen Metabolisierung für Patienten mit AIP geeignet zu sein.

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