Zum Inhalt
DGIM Innere Medizin
Info
Publiziert am: 18.12.2025 Bitte beachten Sie v.a. beim therapeutischen Vorgehen das Erscheinungsdatum des Beitrags.

Chirurgische Therapie des Pankreaskarzinoms

Verfasst von: C. Tjaden, Thilo Hackert und Markus Büchler
Das Pankreaskarzinom weist eine steigende Inzidenz auf und stellt die 3.-häufigste Todesursache unter den bösartigen Tumoren dar. Die Prognose ist weiterhin schlecht, obwohl multimodale Konzepte mit Operation und Chemotherapie vielfach weiterentwickelt wurden. Nach wie vor stellt die chirurgische Therapie – wenn vom Tumorstadium her möglich – die einzige Chance auf ein Langzeitüberleben dar. Das 5-Jahres-Überleben liegt in großen Serien bei 25–30 %. Dabei ist die möglichst komplette Tumorentfernung (R0-Situation) von entscheidender prognostischer Bedeutung. Aufgrund ihrer Komplexität sollten Pankreasoperationen in entsprechenden Zentren mit großem Patientenvolumen durchgeführt werden. Für das optimale Outcome von operierten Pankreaskarzinompatienten ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig. Besondere Bedeutung kommt außerdem der Erkennung und rechtzeitigen Resektion von (zystischen) Vorläuferläsionen zu, insbesondere des IPMN (intraduktal papillär-muzinöse Neoplasie).

Einleitung

Das Pankreaskarzinom weist eine steigende Inzidenz auf und wird gemäß aktuellen Einschätzungen 2030 die 2.-häufigste Todesursache unter den bösartigen Tumoren darstellen (McGuigan et al. 2018). Zu den bekannten-nur teilweise beeinflussbaren- Risikofaktoren zählen
  • Nikotinkonsum und Übergewicht,
  • langjähriger Diabetes mellitus,
  • familiäre Belastung,
  • Genmutationen,
  • IPMN (intraduktal papillär-muzinöse Neoplasie) und MCN (muzinös zystische Neoplasie) (Mizrahi et al. 2020; Torphy et al. 2020; Hwang et al. 2022).
Die Prognose ist weiterhin schlecht, obwohl multimodale Therapiekonzepte mit Operation und Chemotherapie während der letzten 2 Dekaden vielfach weiterentwickelt werden konnten. Molekularbiologische Untersuchungen haben gezeigt, dass unterschiedlich aggressive Pankreaskarzinomsubtypen existieren mit entsprechend unterschiedlichem Progress, unterschiedlichem Rezidivverhalten nach einer Resektion und unterschiedlichem Ansprechen auf die verschiedenen Chemotherapiekombinationen (Collisson et al. 2019; Hwang et al. 2022), dies ist aber bisher ohne Relevanz im klinischen Alltag.
Nach wie vor stellt die operative Therapie – wenn vom Tumorstadium her möglich – die einzige Chance auf ein Langzeitüberleben dar. Aufgrund ihrer Komplexität sollten Pankreasoperationen in entsprechenden Zentren mit großem Patientenvolumen durchgeführt werden. Für das optimale Outcome ist sowohl im Hinblick auf den perioperativen Verlauf wie auch auf onkologische Aspekte eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig.

Symptomatik und Diagnostik zur Therapieentscheidung

Uncharakteristische epigastrische Schmerzen sind häufige Beschwerden, die auch gürtelförmig ausstrahlen können. Daneben finden sich bei einem Teil der Patient:innen auch isoliert unpezifische Rückenschmerzen, die oft zunächst zu einer orthopädischen Abklärung führen, bevor die gastroenterologische Diagnostik erfolgt. Sehr häufig werden Gewichtsabnahme bei ausgeprägter Inappetenz und Diarrhöen beklagt, gelegentlich begleitet von Fettstühlen. Bei Tumoren im Pankreaskopf findet sich häufig auch ein schmerzloser Ikterus als Leitsymptom. Zur Abklärung der Beschwerden wird häufig nach orientierender Oberbauchsonografie zunächst eine Endoskopie des oberen Gastrointestinaltrakts durchgeführt, die aber oft keinen wegweisenden Befund erbringt. Entscheidend ist eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT), die die Tumordiagnose stellt und zudem die lokale Ausdehnung sowie eine eventuell vorhandene Metastasierung zeigen kann (Abb. 1). Die differenzialdiagnostische Unterscheidung eines chronisch-entzündlichen Prozesses von einem Tumor kann im Einzelfall schwierig sein. Außer durch die Schnittbildgebung kann daher eine endosonografische Einschätzung der lokalen Situation hilfreich sein. Hierbei ist zusätzlich eine histologische Sicherung per Feinnadelpunktion oder Core-Biopsie möglich, die benötigt wird, wenn die Therapie des neu diagnostizierten Pankreaskarzinoms mit einer neoadjuvanten Therapie starten soll. Bei operablen Befunden und typischer Bildgebung sollte keine histologische Sicherung erfolgen. Bei Cholestase mit Ikterus wird meist eine endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP) – oft mit Einbringen eines Stents in den Ductus hepatocholedochus zur Dekompression des Gallengangsystems – durchgeführt. Diese Maßnahme ist aus chirurgischer Sicht, wenn aufgrund des CT-Befundes eine Operationsindikation besteht (siehe Abschnitt 2.1.), nur dann zur Überbrückung bis zur Operation nötig, wenn eine ausgeprägte Cholestase (Serumbilirubin > 300 μmol/l) oder eine Cholangitis vorliegt, um eine Einschränkung der Leberfunktion mit konsekutiv erhöhtem Risiko einer perioperativen Blutungsproblematik und Wundheilungsstörung zu vermeiden. Bei niedrigeren Bilirubinwerten ist ein kurzfristiger Operationstermin anzustreben, da das operative Outcome durch die präoperative Stentanlage nicht verbessert werden kann, sondern die Routinestenteinlage einen Risikofaktor für das postoperative Auftreten infektiöser Komplikationen darstellt (van der Gaag et al. 2010).
CT-Scan eines menschlichen Abdomens in Querschnittsansicht. Die Abbildung zeigt die inneren Organe, darunter die Nieren und die Wirbelsäule. Ein Bereich ist mit einem Kreis und einem Pfeil markiert, um eine spezifische Anomalie oder Struktur hervorzuheben. Die Darstellung dient der medizinischen Analyse und Diagnose.
Abb. 1
Typischer CT-Befund eines Pankreaskarzinoms. Hypodense Raumforderung im Korpus-Schwanz-Bereich (schwarzer Kreis) mit konsekutivem Gangaufstau des Ductus Wirsungianus (schwarzer Pfeil)
Mit der Fragestellung, ob ein operatives Vorgehen möglich ist, sollte die Vorstellung von Patient:innen bei Verdacht auf ein Pankreaskarzinom – sofern keine Metastasen vorliegen – in einem pankreaschirurgischen Zentrum erfolgen, da dessen Erfahrung für die prognostisch entscheidende Radikalität der Resektion bei möglichst geringer postoperativer Morbidität und Mortalität maßgeblich ist (Birkmeyer et al. 2002; Krautz et al. 2018; Lidsky et al. 2017). Hier erfolgt die Diskussion zur Therapieentscheidung unter Berücksichtigung von
  • Bildgebung (CT von Thorax und Abdomen, ggf. auch MRT und/oder Sonografie zum Ausschluss von Lebermetastasen),
  • Tumormarkererhöhung (Carbohydrat-Antigen 19-9 (CA 19-9), Carcinoembryonales Antigen (CE)A) und
  • Alter und Konstitution.
Die Indikation zur Resektion eines Pankreastumors wird in erster Linie anhand von CT-Bildern des Abdomens mit arterieller und venöser Kontrastmittelphase sowie oraler Wasserfüllung von Magen und Dünndarm, und (zum kompletten Staging) mit einer CT des Thorax gestellt (Grenacher und Klauss 2009). Zum Ausschluss von Lebermetastasen bei unklarem CT-Befund sollte eine kontrastmittelverstärkte Sonografie (CEUS) bzw. eine MRT durchgeführt werden. Falls ein operatives Vorgehen erwogen werden soll, eignet sich eine MRT nur bedingt zur Primärdiagnostik eines Pankreastumors, da hier dessen Ausdehnung und Gefäßbeteiligung meist weniger exakt als in einer CT abzugrenzen ist. Ziel eines chirurgischen Vorgehens ist die komplette Tumorentfernung mit einer R0-Situation. Anhand der initialen Bildgebung erfolgt daher die Beurteilung, ob der Tumor
  • primär resektabel,
  • borderline resektabel,
  • primär lokal fortgeschritten oder
  • metastasiert ist.

Anatomische Kriterien

Hierfür werden gemäß den Richtlinien der International Study Group of Pancreatic Surgery (ISGPS) und des amerikanischen National Comprehensive Cancer Network (NCCN) die Ausdehnung des Tumors, eine Infiltration der umgebenden Organe, die Beteiligung von Arterien und Venen sowie das Vorliegen von Organmetastasen berücksichtigt (Bockhorn et al. 2014; NCCN 2022). Die lokale Operabilität hängt in erster Linie davon ab, inwieweit große Gefäße von dem Tumor erreicht werden: Die primäre anatomische lokale Resektabilität ist gegeben, wenn zwischen dem Tumorgewebe und den unten benannten großen arteriellen Gefäßen zumindest eine Fettlamelle nachgewiesen werden kann oder eine limitierte Beteiligung der untengenannten venösen Gefäße (< 180°) besteht (Bockhorn et al. 2014; NCCN 2022). Bei diesen primär resektablen Tumoren ist eine Operation ohne Vorbehandlung für ausreichend fitte Patient:innen indiziert. Im Falle einer Tumorbeteiligung von Pfortader oder der V. mesenterica superior (VMS) ist anhand der CT-Bilder die Möglichkeit zur Reanastomosierung nach Resektion zu prüfen (v. a. des distalen Anschlusses an der V. mesenterica superior), die bei ausreichendem Gefäßkaliber standardmäßig durchgeführt werden kann.
Für eine arterielle Tumorbeteiligung von A. mesenterica superior, Truncus coeliacus oder A. hepatica ist deren Ausmaß entscheidend, um über eine Resektabilität entscheiden zu können (Kontakt, Ummauerung oder Infiltration, kurz- oder langstreckig). Bei sog. Borderline-Tumoren wird unterschieden, ob nur venöse (> 180°) oder auch die genannten arteriellen Gefäße (und diese < 180°) in das Tumorgeschehen einbezogen sind. Im Falle einer arteriellen Tumorinfiltration wird auch bei lediglich semizirkulärer Beteiligung meist ein neoadjuvanter Ansatz präferiert (Bockhorn et al. 2014; O’Reilly et al. 2018; Tempero et al. 2021), deren prognostischer Wert bisher aber nicht bewiesen ist (Jang et al. 2018; Kaufmann et al. 2019; Versteijne et al. 2020). Als bildmorphologisch lokal fortgeschritten gelten Neoplasien mit ausgedehnter Gefäßbeteiligung (Arterien > 180° bzw. VMS bis in die Mesenterialwurzel und Pfortader bis in den Leberhilus und somit ohne Anschlussfähigkeit nach Resektion), aber ohne Metastasen in Organe oder entfernte Lymphknoten. Lässt sich in der CT eine Infiltration per continuitatem in umgebende Organe wie Magen, Kolon, Nebenniere, Niere oder Milz nachweisen, ermöglicht dies, die entsprechenden Organ(teil)resektionen bereits präoperativ zu planen.

Biologische Kriterien

Ein erhöhter Tumormarker CA 19-9 liegt in ca. 75 % der Fälle vor. Er dient insbesondere als postoperativer Verlaufs- und Prognoseparameter. Initiale Erhöhungen des CA 19-9 > 400 U/ml sind als prognostisch ungünstig einzuschätzen. Einen klaren Cut-off für CA 19-9 gibt es allerdings nicht, einige Zentren sehen diesen bei Werten > 1000 U/ml, ein internationaler Konsensusbeschluss bereits ab 500 U/ml (Isaji et al. 2018). Die Metastasierung in lokale Lymphknoten – durch bioptische Sicherung oder positiven Positronenemissionstomografie(PET)-CT Befund – stellt ebenfalls ein Kriterium der „Borderline-Resektabilität“ dar, da zwar eine radikale Lymphadenektomie routinemäßig im Rahmen der onkologischen Resektion durchgeführt wird, ein N0-Status (= keine Lymphknoten mit Tumorbefall) aber sowohl bei initialer Resektion als auch nach Vorbehandlung prognostisch signifikant besser ist (Epstein et al. 2017; Klaiber et al. 2021).

Konditionale Kriterien

Das Alter per se stellt kein Kriterium für die Operationsindikation dar (Makary et al. 2006; Hayman et al. 2015). Auch Erkrankte > 70 bzw. 75 Jahren profitieren von einer Tumorresektion und können dieser zugeführt werden, solange aufgrund ihres biologischen Alters und geringer Komorbiditäten ein vertretbares Operations- und Narkoserisiko abzuschätzen ist. Nicht nur für eine Operation, sondern auch für eine Chemotherapie ist eine einigermaßen stabile Konstitution der Betroffenen Voraussetzung. In manchen Fällen, insbesondere nach kurzfristig starker Gewichtsabnahme, ist eine Verbesserung des Allgemeinzustandes und insbesondere der Ernährungssituation, auch unter stationären Bedingungen, zu erwägen. Funktionsverluste der Bauchspeicheldrüse als mögliches paraneoplastisches Syndrom oder als Folge der Parenchymuntergang durch den Tumor sind bereits bei Diagnosestellung zu bedenken und müssen substituiert werden. Da ein ECOG-Stadium > 1 (entsprechend der Einteilung der Eastern Cooperative Oncology Group, ECOG, zur Abschätzung der gesundheitlichen Verfassung von Patient:innen) prognostisch als ungünstig anzusehen ist, sind solche Patient:innen ebenfalls als „konditional borderline resektabel“ einzuschätzen, auch wenn eine anatomische Resektabilität gegeben ist (Isaji et al. 2018).

Therapieentscheidung

Anhand der genannten Kriterien sollte die Entscheidung getroffen werden, ob die Betroffenen einer primären Operation mit nachfolgender adjuvanter Chemotherapie oder einer neoadjuvanten Chemotherapie mit dem Ziel einer anschließenden Operation zugeführt werden. Bei ausgedehnter Metastasierung ist keine Vorstellung in einem chirurgischen Tumorboard notwendig, es besteht die Indikation für eine heimatnah durchzuführende palliative Chemotherapie, gegebenenfalls im Rahmen einer Studie in einem heimatnahen onkologischen Zentrum. Wird zunächst eine Chemotherapie in neoadjuvanter Absicht empfohlen (bei ausgedehnter Gefäßbeteiligung oder im Einzelfall bei initial oligometastatischer Situation), ist in der Regel eine histologische Sicherung per endosonografischer Punktion indiziert, die vor einer Operation nicht notwendig ist. Auch im Falle einer palliativen Situation bei ausgeprägter Metastasierung wird vor Beginn einer (palliativen) Chemotherapie eine histologische Sicherung notwendig, gegebenenfalls auch aus einer Metastase, falls diese besser zugänglich ist als der Primärtumor. Nur in Einzelfällen nach mehrfachen frustranen endoskopischen Versuchen, Tumorgewebe für die histologische Untersuchung zu gewinnen, ist eine Laparoskopie zur Probenentnahme indiziert. Eine primäre diagnostische chirurgische Exploration zur Beurteilung der Resektabilität des Karzinoms sollte vermieden werden, da die Qualität der heutigen Bildgebung eine sehr gute Beurteilung der Gefäßbeteiligung durch ein Pankreaskarzinom erlaubt.

Neoadjuvante Therapie

Einer neoadjuvanten Therapie beim Pankreaskarzinom kommt aufgrund entscheidender Verbesserungen in der onkologischen wie in der chirurgischen Therapie eine zunehmende Bedeutung zu. Bei ca. 80 % der Patient:innen mit Pankreaskarzinom besteht zum Zeitpunkt der Diagnose keine Indikation zu einem primären operativen Vorgehen, die Kriterien hierzu finden sich in Abschn. 2. Ziel einer Vorbehandlung ist es, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine R0- oder R1-Resektion mit geringerer Gefäßbeteiligung und -resektion als bei einer sofortigen Operation nach Diagnosestellung eines Pankreaskarzinoms durchführen zu können, was die Möglichkeit auf Heilung oder zumindest ein längeres Überleben bietet.
Aktuell wird bei einer Borderline-Situation mit arterieller Tumorbeteiligung oft, bei lokal fortgeschrittenem Pankreaskarzinom immer und in individuellen Fällen auch bei oligometastasierter Situation eine Chemotherapie in neoadjuvanter Absicht empfohlen. In erster Linie werden gemcitabinbasierte und oxaliplatinbasierte Chemotherapieregime angewandt. Seitdem das modifizierte FOLFIRINOX-Protokoll mit einer deutlich verbesserten Verträglichkeit zur Verfügung steht und im adjuvanten Setting den Goldstandard darstellt, wird dieses häufig auch in der Vorbehandlung von Borderline- und primär irresektabeln Tumoren eingesetzt (Springfeld et al. 2019; Nießen et al. 2022). Eine zusätzliche Radiatio wird gelegentlich bei lokal ausgedehntem Tumorbefall und ungenügendem oder ausbleibendem Ansprechen auf eine Chemotherapie empfohlen, hier gibt es jedoch keinen Standard zu Bestrahlungsmodus und -sequenz. Wird bei einer Borderline-Situation oder einem primär irresektablen Tumor eine neoadjuvante Chemotherapie durchgeführt, ist deren Ziel die Wiedervorstellung des Kasus im chirurgischen Zentrum zur erneuten Evaluation. Hierbei werden bildmorphologische Kriterien in der vergleichenden CT von Thorax und Abdomen (Größenkonstanz bzw. -regredienz, kein Nachweis von neu aufgetretenen Metastasen) sowie ein adäquater Tumormarkerabfall (mindestens um 50 % des Ausgangswertes) als Ansprechen auf die Chemotherapie gewertet, und nach 4–12 Zyklen kann in diesen Fällen eine Exploration mit dem Ziel der Tumorresektion reevaluiert werden. Ein Ansprechen auf die Chemotherapie ist präoperativ bisher anhand der Bildgebung oft nicht abschätzbar, zeigt sich jedoch häufig in einer veränderten Biologie des Tumors, sodass sich statt ehemals vitaler Tumorformationen (v. a. entlang der großen Gefäße) lediglich narbig-fibrotisches Gewebe findet. Dieses Regressionsverhalten der Tumorbiologie erlaubt intraoperativ häufig den Erhalt z. B. von Arterien, da der Tumor von diesen „abgeschält“ werden kann (sog. „arterial divestment“, Schneider et al. 2021). Daher sollten Patient:innen nach neoadjuvanter Therapie auch dann immer im Rahmen einer chirurgischen Exploration evaluiert werden, wenn bildmorphologisch kein eindeutiges Ansprechen besteht. Lediglich bei klarem Tumorprogress oder technischer Irresektabilität (v. a. bei zu weit in der Mesenterialwurzel gelegener Gefäßbeteiligung) sollte dies nicht erfolgen. Insgesamt kann bei ca. 40–60 % der vorbehandelten Personen schließlich eine radikale Resektion durchgeführt werden (Hackert et al. 2016; Klaiber und Hackert 2020). Zur optimalen Dauer der Vorbehandlung gibt es noch keine klare Datenlage (Nießen et al. 2022; Springfeld et al. 2019).

Chirurgische Therapie: Operationsverfahren und Operationsmöglichkeiten

Die Resektion des Pankreaskarzinoms stellt den einzigen kurativen Therapieansatz dar. Ziel muss gemäß den interdisziplinären deutschen S3-Leitlinien die komplette Tumorentfernung im Sinne einer R0-Resektion sein (Seufferlein et al. 2022). Dies lässt sich jedoch lediglich bei ca. 20 % der Betroffenen erreichen, da der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose meist schon lokal fortgeschritten ist (Klaiber und Hackert 2020). In den vergangenen 2 Dekaden hat die neoadjuvante Vorbehandlung des Pankreaskarzinoms erheblich an Bedeutung gewonnen und erlaubte bzw. erforderte auch einige Weiterentwicklung im chirurgischen Therapieansatz.
Allgemein gesehen werden Pankreastumoren entsprechend ihrer Lage im Pankreas operiert:
  • Pankreaskopftumoren erfordern die partielle Pankreatikoduodenektomie (Abb. 2) als Standardeingriff, wobei die klassische Whipple-Operation mit Magenresektion nur noch bei Tumorbeteiligung des Magens indiziert ist. Es konnte gezeigt werden, dass bei gleichem onkologischen Outcome der Magen komplett erhalten werden kann, sodass die physiologischen Abläufe der Magenentleerung langfristig ungestört verlaufen (Diener et al. 2011a). Die onkologische Resektion beinhaltet außerdem die standardisierte Lymphadenektomie, wobei die Lymphknoten peripankreatisch und periduodenal, im Ligamentum hepatoduodenale sowie auf der rechten Seite der Mesenterialachse und rechts des Truncus coeliacus entfernt werden.
    Das Bild zeigt ein anatomisches Diagramm eines chirurgischen Eingriffs im Bauchraum eines Tieres. Sichtbar sind verschiedene Organe und Gewebe, die durch chirurgische Nähte verbunden sind. Ein Bereich ist mit einem schwarzen Kreis markiert, während andere Strukturen durch Pfeile hervorgehoben werden. Die Darstellung dient der Veranschaulichung der anatomischen Lage und der chirurgischen Techniken.
    Abb. 2
    Intraoperativer Situs nach partieller Duodenopankreatektomie bei fortgeschrittenem Karzinom im Kopfbereich mit Infiltration der Pfortader. Pankreatikojejunostomie fertiggestellt (schwarzes Oval), A. hepatica communis (schwarzer Pfeil), Pfortaderanastomose nach Resektion (weißer Pfeil), durchtrennter Gallengang noch vor Anlage der Hepatikojejunostomie (weißes Oval). Lymphadenektomie entlang des Ligamentum hepatoduodenale und der rechten Seite des Truncus coeliacus durchgeführt
  • Bei Neoplasien in Pankreaskorpus oder Pankreasschwanz stellt die distale Pankreatektomie (Linksresektion) den Standardeingriff dar. Bei onkologischer Indikation werden zudem die Splenektomie sowie die Lymphadenektomie links der Mesenterialachse durchgeführt (Mitchem et al. 2012). Um postoperative Pankreasfisteln (POPF, Häufigkeit ca. 30 % nach Pankreaslinksresektion) oder Flüssigkeitskollektionen am Absetzungsrand zu vermeiden, kann die Resektionsfläche mit einem Patch (aus Omentum majus oder Ligamentum falciforme) verschlossen werden (Hackert und Büchler 2012).
  • Bei ausgedehntem Tumorbefall des Pankreas oder ungünstiger Lage im Pankreaskorpus kann eine totale Pankreatektomie notwendig werden. Diese stellt eine Kombination der bereits genannten Verfahren dar, erfordert also einerseits auch die Duodenektomie, andererseits beim onkologischen Vorgehen die Splenektomie sowie die entsprechende Lymphadenektomie (Nentwich et al. 2012). Außerdem wird gelegentlich intraoperativ nach Resektion und Rekonstruktion von Arterien eine totale Pankreatektomie notwendig, um die Gefäßanastomose vor einer Arrosion durch eine postoperative Pankreasfistel (POPF) zu schützen.
  • Bei lokal fortgeschrittenen Pankreastumoren und insbesondere nach chemotherapeutischer Vorbehandlung können statt der genannten Standardverfahren erweiterte Resektionsstrategien notwendig sein, um das Ziel einer radikalen Tumorentfernung zu erreichen:
    • Bei Beteiligung der portomesenterialen Venenachse ist die Resektion des Tumors mit dem betroffenen Gefäßsegment en bloc anzustreben, ggf. – bei langstreckiger Venenbeteiligung – unter Verwendung eines Gefäßinterponats. Die perioperative Morbidität durch Venenresektion ist bei entsprechender Erfahrung nicht erhöht, und das Langzeitüberleben vergleichbar mit Eingriffen ohne Notwendigkeit einer Gefäßresektion, sodass sich in den interdisziplinären S3-Leitlinien die entsprechenden Empfehlungen finden (Seufferlein et al. 2022).
    • Bei Tumorinfiltration per continuitatem in Nachbarorgane ist auch die En-bloc-Resektion dieser Organe (z. B. Nebenniere oder linkes Hemikolon bei der Pankreaslinksresektion) sicher durchführbar, wenn so eine komplette Tumorentfernung erreicht werden kann. Zwar besteht ein erhöhtes perioperatives Morbiditätsrisiko, die Mortalität sowie das onkologische Outcome sind jedoch vergleichbar mit den Ergebnissen von Standardresektionen (Hackert und Büchler 2013).
  • Wenn große Viszeralarterien (A. mesenterica superior, Truncus coeliacus oder Leberarterie) von dem Pankreastumor infiltriert sind (T4-Situation), stehen für ein ausgewähltes Patientengut und bei ausreichender Erfahrung des Operateurs prinzipiell 2 chirurgische, technisch anspruchsvolle Verfahren zur Verfügung : a) die Resektion der betroffenen Arterie, gefolgt von einer Rekonstruktion mittels direkter Gefäßnaht oder Überbrückung durch ein Interponat oder auch durch Transposition einer autologen Arterie (z. B A. lienalis). Dieses Vorgehen wird bei stabiler Situation unter neoadjuvanter Therapie auch in den aktuellen amerikanischen -Leitlinien des National Comprehensive Cancer Networks empfohlen (NCCN 2022). Nach neoadjuvanter Vorbehandlung ist alternativ zur Resektion b) das bereits oben erwähnte „Abschälen“ des Tumors von den ummauerten Arterien (sog. „Divestment“) häufig dann möglich, wenn sich das Tumorgewebe als Folge der Chemotherapie fibrotisch umgebaut hat (Schneider et al. 2021). Im Gegensatz zur Resektion ist das arterielle Divestment mit signifikant geringerer perioperativer Morbidität und Mortalität verbunden und kann als „sicher“ eingeschätzt werden (Loos et al. 2022a). Beide chirurgische Verfahren bieten die Option einer radikalen Resektion mit entsprechend besserem onkologischen Outcome als bei palliativer Therapie. Ob und welches der Verfahren angewandt werden kann, kann anhand der präoperativen Bildgebung nur abgeschätzt, letztendlich aber erst intraoperativ entschieden werden.
  • Bei Vorliegen von Metastasen besteht zwar prinzipiell keine Operationsindikation, in Einzelfällen und insbesondere bei bereits initial nur wenigen Metastasen (n < 5) ist deren Resektion nach entsprechender neoadjuvanter Vorbehandlung jedoch durchaus zu diskutieren (Hackert et al. 2016). Auch hier profitieren selektionierte Patientenkollektive von einer Resektion im Vergleich zu palliativ behandelten Patient:innen , insbesondere, wenn anschließend eine adjuvante Chemotherapie erfolgt (Hank et al. 2022). In diesem Kontext ist die in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (AIO) aktuell initiierte METAPANC-Studie zur randomisierten Therapie des oligometastasierten Pankreaskarzinoms (palliative Therapie vs. Resektion nach Induktionschemotherapie) ein hochinteressanter Ansatz, um weitere Kriterien zur Patientenselektion zu definieren und die onkologischen Ergebnisse auf hohem Evidenzniveau zu überprüfen (Conradi und Ghadimi 2022).
  • Im Falle, dass sich entgegen der präoperativen Einschätzung anhand der Schnittbildgebung erst intraoperativ herausstellt, dass eine Resektion des Pankreaskarzinoms nicht möglich ist, sollte keine unvollständige Tumorresektion (R2-Resektion) durchgeführt werden, da hierbei eine signifikant höhere Morbidität ohne Überlebensvorteil, verglichen mit Eingriffen resultiert, die in dieser Situation als Exploration beendet wurden (Klaiber et al. 2019). Bei Vorliegen einer noch nicht entlasteten Cholestase oder einer eingeschränkten Nahrungspassage als Folge von Kompression durch den Tumor ist die Anlage einer biliodigestiven Anastomose oder einer Bypass-Gastroenterostomie indiziert.
Laparoskopische Operationsverfahren haben sich in der onkologischen Pankreaschirurgie bisher nicht allgemein durchgesetzt. Einzelne Zentren berichten über größere Serien mit vergleichbaren Raten an R0-Resektionen und Anzahl der entfernten Lymphknoten (Mehrabi et al. 2015; Nickel et al. 2020). Dennoch bleibt bislang unklar, ob Tumorpatient:innen von dem geringeren Blutverlust und einer möglicherweise schnelleren Rekonvaleszenz bei meist längeren Operationszeiten beim laparoskopischen Verfahren profitieren, und ob die Langzeitergebnisse vergleichbar mit den offenen Verfahren sind (Nickel et al. 2020). Zunehmend werden bei Eingriffen wegen Pankreaskarzinoms auch roboterassistierte Operationsverfahren angewandt. Vorteile gegenüber laparoskopischen und offenen Eingriffen sind bisher aber anhand von Metaanalysen bzw. Registerstudien nicht nachgewiesen (van Hilst et al. 2019a, b; Kamarajah et al. 2020; Nassour et al. 2020). Die Ergebnisse zeigen andererseits auch keine Nachteile, weder hinsichtlich onkologischer Radikalität und Überleben, noch bezüglich perioperativer Risiken. Auch hier zeichnet sich ab, dass die Patient:innen von einem geringeren intraoperativen Blutverlust und einem kürzeren Krankenhausaufenthalt mit schnellerer Rekonvaleszenz profitieren. Die bisherige Datenlage stützt sich jedoch auf die genannten Analysen von sehr heterogenen Parametern, und bisher gibt es keine randomisiert kontrollierten Studien, sodass eine abschließende Bewertung von roboterassistierten Eingriffen bei Pankreaskarzinom noch nicht möglich ist.
Wird nach neoadjuvanter Therapie im Rahmen einer Exploration festgestellt, dass aufgrund der ausgedehnten Gefäßbeteiligung keine sinnvolle Möglichkeit einer Tumorresektion besteht, kann in Einzelfällen eine irreversible Elektroporation (IRE) erwogen werden mit dem Ziel einer nichtthermischen Tumorzellzerstörung (Heger et al. 2021).

Perioperatives Outcome

Bei unkompliziertem postoperativem Verlauf ist nur eine kurze (maximal 1- bis 2-tägige) Überwachung auf der Intensivstation notwendig. Nach Übernahme auf Normalstation erfolgt die schrittweise Mobilisation sowie der gezielte Kostaufbau. Hierbei werden Schulungen für die Substitution von Pankreasenzymen bei jeder Mahlzeit durchgeführt, welche zumindest für die ersten postoperativen Monate bei allen Patient:innen erforderlich ist. Die Dosierung erfolgt bedarfsadaptiert. Zur besseren Resorption der Enzyme sowie im Falle einer Gastrojejunostomie nach partieller Pankreatikoduodenektomie zum Schutz der Anastomose ist die Einnahme eines Protoneninhibitors indiziert (Sulieman et al. 2020). Regelmäßige Blutzuckerkontrollen sind obligat. Der nach totaler Pankreatektomie immer resultierende pankreoprive Diabetes mellitus bedarf häufig der initialen Blutzuckereinstellung unter stationären Bedingungen sowie der langfristigen Betreuung durch einen erfahrenen Diabetologen, wobei die Betroffenen insbesondere auf die Gefahren einer Hypoglykämie hingewiesen werden müssen. Anders als in der Behandlung des Typ-II-Diabetes sind auch deutlich erhöhte Hämoglobin A1c (HbA1C-) Werte zu tolerieren. Bis zu 45 % der partiell Pankreatikoduodenektomierten leiden vorübergehend unter einer verzögerten Magenentleerung („delayed gastric emptying“, DGE) (Welsch et al. 2010). Nach gastroskopischem Ausschluss einer Anastomosenstenose der Gastrojejunostomie erfolgt die medikamentöse Therapie mit Prokinetika (Metoclopramid, Erythromycin) unter gleichzeitiger Entlastung mit einer Magensonde.
Insuffizienzen können prinzipiell an allen Anastomosen nach partieller Pankreatikoduodenektomie auftreten (Pankreatikojejunostomie, Hepatikojejunostomie, Gastro- bzw. Duodenojejunostomie). Am häufigsten ist hierbei die Pankreasanastomose betroffen. Meist können diese Komplikationen konservativ und radiologisch-interventionell durch Drainageneinlage zur Sekretableitung beherrscht werden. Nur bei komplizierten Fisteln, die sehr selten nach Pankreatikoduodenektomie im Sinne einer nicht beherrschten Sepsis oder einer Arrosionsblutung, die nicht interventionell-angiografisch therapiert werden kann, auftreten, wird eine Reoperation notwendig. Diese bedeutet in der Regel die chirurgische Blutungskontrolle und Restpankreatektomie zur Fokussanierung (Loos et al. 2022b).
Postoperative Pankreasfisteln nach Pankreaslinksresektion treten dagegen wesentlich häufiger auf (in ca. 30 % der Fälle), unabhängig von der Resektions- und Nahttechnik, verlaufen aber meist unkompliziert (Diener et al. 2011b; Hackert und Büchler 2012). Sie bedürfen dementsprechend des längeren Belassens oder ebenfalls der CT-gesteuerten Neuanlage einer Drainage.

Adjuvante Therapie

Im Gegensatz zur neoadjuvanten Chemotherapie existieren zur adjuvanten Therapie nach erfolgter R0- oder R1-Resektion klare Empfehlungen in Leitlinien aufgrund der Ergebnisse großer Studien (Seufferlein et al. 2022). Vor 20 Jahren bereits konnte in der ESPAC-1-Studie die Wirksamkeit von 5-Fluoruracil (5-FU) demonstriert werden, eine postoperative Bestrahlung erbrachte dagegen keinen Vorteil (Neoptolemos et al. 2001). In der Fortsetzungsstudie ESPAC-3(v2) konnte außerdem ein gleichwertiger Effekt von 5-FU/Folinsäure zu Gemcitabin bei geringerem Nebenwirkungsprofil von Gemcitabin gezeigt werden (Neoptolemos et al. 2010), sodass bis 2016 als Goldstandard Gemcitabin Mono für 6 Monate empfohlen wurde. In ESPAC-4 dann zeigte sich die Kombination mit Capecitabin der Monotherapie mit Gemcitabin überlegen (Neoptolemos et al. 2017), und fast gleichzeitig ergaben die Ergebnisse der PRODIGE-Studie, dass das beste Überleben nach Resektion eines Pankreaskarzinoms durch eine Chemotherapie mit dem modifizierten FOLFIRINOX-Schema zu erreichen ist (Conroy et al. 2018). Dies stellt seitdem den Standard dar, mit Anwendung alle 2 Wochen über 6 Monate. Alternativ wird Gemcitabin in Kombination mit Capecitabin oder nab-Paclitaxel gegeben (Springfeld et al. 2019; Tempero et al. 2021).

Nachsorge

Bisher gibt es in Deutschland keine Leitlinienempfehlung zur postoperativen Nachsorge des Pankreaskarzinoms (Seufferlein et al. 2022), obwohl Rezidive häufig asymptomatisch sind und somit früher im Rahmen einer strukturierten Nachsorge erkannt und behandelt werden können (Tjaden et al. 2016). In einigen Zentren werden vierteljährliche Kontrollen mittels CT, Anamnese, körperlicher Untersuchung und Laborbestimmung (Blutbild, Elektrolyte, Leber-, Nieren- und Pankreaswerte, C-reaktives Protein (CRP), HbA1C, Tumormarker CEA und CA 19-9 sowie der fettlöslichen Vitamine) durchgeführt. Nach 2 Jahren Rezidivfreiheit können die Intervalle auf halbjährlich verlängert werden. Im Rahmen der Untersuchungstermine ist neben der Tumornachsorge auch auf Folgen der exokrinen und endokrinen Funktionsverluste nach Resektionen am Pankreas zu achten. Ein pankreopriver Diabetes mellitus, also ein resektionsbedingter Insulinmangel, tritt in ca. 20 % der Fälle nach Pankreaslinksresektion und in ca. 5 % nach Pankreatikoduodenektomie auf. In diesen Fällen sollte frühzeitig mit Insulin substituiert werden. Durchfälle, Blähungen und Malabsorption als Folge der resektionsbedingt eingeschränkten exokrinen Funktion erfordern oft die lebenslange individuell bedarfsadaptierte Einnahme von Pankreasenzymen zu jeder Mahlzeit. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit ist auch hier für ein langfristiges optimales Outcome unter Berücksichtigung der Lebensqualität operierter Pankreaskarzinompatient:innen notwendig (Tjaden et al. 2016).

Prognose

Um bei Pankreaskarzinompatient:innen ein Langzeitüberleben zu erreichen, stellt die Kombination von chirurgischer Tumorresektion und Chemotherapie die einzige Option dar. Das 5-Jahres-Überleben liegt in großen Serien bei 25–30 %. Dabei ist von entscheidender prognostischer Bedeutung, eine möglichst komplette Tumorentfernung (R0-Situation) zu erzielen. In Tab. 1 sind die Überlebensdaten nach Pankreasresektion in heterogenen Kollektiven mit unterschiedlichen Fragestellungen aus den vergangenen 10 Jahren aufgeführt. Insbesondere die ESPAC 4- und die PRODIGE-Studie (Neoptolemos et al. 2017; Conroy et al. 2018) haben einen wichtigen Fortschritt in der multimodalen Behandlung von Pankreaskarzinomen bedeutet (Springfeld et al. 2019). Weitere Forschungsbemühungen sind jedoch notwendig, insbesondere auch hinsichtlich zielgerichteter Therapien zur Unterstützung der Standardchemotherapieregime, um das Langzeitüberleben von Pankreaskarzinompatient:innen entscheidend verbessern zu können.
Tab. 1
Überleben nach Resektion eines Pankreaskarzinoms in ausgewählten chirurgischen Patientenkollektiven mit signifikanten Prognosefaktoren
Autor;
Beobachtungszeitraum
Anzahl resezierter
Patient:innen
Untersuchte Parameter bzw. Prognosefaktoren
Gesamt-5-Jahres-Überleben (%)
Medianes Überleben
(Monate)
Ferrone et al. (2012)
1985–2010
499
Risikofaktoren:
R1, N+, niedrige Differenzierung
19 %
(10-Jahresüberleben 10 %)
 
Hartwig et al. (2016)
2001–2013
1828
611-mal ausgedehnte Resektion
vs.
1217-mal Standardresektion
Risikofaktoren:
N+, R1
ASA 3 und 4
Intraoperativer Blutverlust > 1 l
11,8 %
vs. 20,6 %
16,1
vs.
23,6
Epstein et al. (2017)
2003–2014
2640
Risikofaktoren:
Lymphovaskuläre Infiltration (LVI), Tumorgröße > 3 m, N+, R1, niedrige Differenzierung
15,2 %
19,2
  
N0 LVI+ vs. N0 LVI-
 
24 vs. 31,0,
p = 0,020
  
N+ LVI+ vs. N+ LVI-
 
18,6 vs. 16,5,
p = 0,001
Neoptolemos et al. (2017)
2008–2014
Europa, ESPAC4
730
Resektion + adjuvante Chemotherapie
Gemcitabin mono
vs.
Gemcitabin + Capecitabin
Risikofaktoren:
N+, R1, niedrige Differenzierung, Tumorgröße
17,1 %
vs.
28 %
(Jones et al. 2019)
25,5
vs. 28
  
Gemcitabin mono, R1 vs. R0
Gemcitabin +Capecitabin,R1 vs. R0
 
23 vs. 27,9
23,7 vs. 39,5
Conroy et al. (2018)
2012–2016
Frankreich+
Kanada,
PRODIGE-Studie
493
Resektion + adjuvante Chemotherapie
Gemcitabin mono
vs. mFOLFIRINOX
3-Jahresüberleben:
48,6 %
vs.
63,4 %
35 vs.
54,4
(p = 0,003)
Tanaka et al. (2019)
Metaanalyse von 89 Studien
17 313
   
  
Lokalrezidiv
(Prognosefaktoren: Keine Chemotherapie, R1 (direkt)
 
19,8
  
Lebermetastasen
(Prognosefaktor: Niedrige Tumordifferenzierung)
 
15,0
  
Lungenmetastasen
 
30,4
  
Peritonealkarzinose (Prognosefaktoren:
R1 (direkt)
Perineurale Invasion)
 
14,1
Gemenetzis et al. (2019)
2013–2017
84
von n = 415 mit lokal fortgeschrittenem Tumor mit initial Chemotherapie/Chemoradiatio
Resektion nach
Neoadjuvans
vs. keine Resektion, nur Chemotherapie/Chemoradiatio
3-Jahresüberleben:
50 %
vs.
11 %
35,3
vs. 16,2
(p < 0,001)
  
N0 vs. N+
 
29,3 vs. 17,3 (p = 0,026)
  
R0 vs. R1
 
29,3 vs. 8,1 (p = 0,032)
Vidri et al. (2021)
2006–2014, aus der National Cancer Data Base (USA)
9608/13.412
T1 und T2
  
16,6 (alle Patient:innen)
  
Chemotherapie + Resektion
(n = 6802)
1118 neoadjuvant, 5684 adjuvant
22,9 %
22,9 %
27,6
25,6
  
Resektion ohne Chemotherapie
(n = 2806)
19,1 %
15,2
  
Chemotherapie ohne Resektion
(n = 3804)
2,8 %
10,5
Klaiber et al. (2021)
2006–2017
Heidelberg
280
nach Neoadjuvanz
Risikofaktoren:
CA 19-9, N+, Gefäßbeteiligung, Metastasen
3-Jahresüberleben:
24,7 %
19
  
R0 (n = 82) vs.
R1 ≤ 1 mm (n = 99) vs.
R1 direkt (n = 99)
3-Jahresüberleben:
35 %
20,7 %
18,5 %
(p = 0,0076)
25,1
15,3
16,1
Strobel et al. (2022)
2001–2011
Heidelberg
937
Score für Risikopunkte (P)
1P: 2–7 positive LK, G2, keine adjuvante Chemotherapie, CA 19-9 erhöht, Gefäßresektion
2P: > 8 positive LK, G3
 – 0–1 Risikopunkte
 – 2 Risikopunkte
 – 3 Risikopunkte
 – 6–7 Risikopunkte
17,0 %
53,2 %
28,2 %
19,1 %
0 %
22,1
73,3
33,3
25,9
8,7
  
Adjuvante Chemotherapie
ja vs. nein
18,8 % vs. 12,2 %
 
  
N0 R0 vs. N0 R1
vs. N+R1
38 % vs. 30,9 %
vs. 11,7 %
 
ASA Score der American Society of Anesthesiologists zur Einschätzung der Narkosefähigkeit, LK Lymphknoten, LVI lymphovaskuläre Infiltration, N0 kein Nachweis von Tumorzellen in mitresezierten Lymphknoten. N+ Nachweis von Tumorzellen in mitresezierten Lymphknoten, R0 kein Nachweis von Tumorzellen im Absetzungsrand des Resektats, R1 Nachweis von Tumorzellen im Absetzungsrand des Resektats, vs versus, CA 19-9 Carbohydrate-Antigen 19-9, G2 mäßig differenziert…
Angesichts der schlechten Prognose ist die Früherkennung von Risikokonstellationen von großer Bedeutung, insbesondere beim Management von Menschen mit IPMN (intraduktale papillär muzinöse Neoplasie) und MCN (muzinös zystische Neoplasie). Diese werden mit zunehmender Inzidenz diagnostiziert und bieten die Chance zur rechtzeitigen Resektion entweder im noch prämalignen oder in einem sehr frühen Tumorstadium, was oft parenchymschonende Resektionen erlaubt und zu einer exzellenten Langzeitprognose führt (Tjaden et al. 2021; Torphy et al. 2020).

Rezidive: Stellenwert einer Reoperation

Nach Resektion eines Pankreaskarzinoms ist mit einer erneuten Tumormanifestation in Form eines Lokalrezidivs oder metachroner Organmetastasen (z. B. Leber, Lunge, Peritoneum) innerhalb von 2–3 Jahren bei ca. 70 % der Betroffenen zu rechnen (Groot et al. 2018; Tanaka et al. 2019; Kovač et al. 2019). In großen Kollektiven liegt die Rate eines isolierten Lokalrezidivs bei 25–35 % (Jones et al. 2019; Zambirinis et al. 2022). In der CT ist die Differenzialdiagnose zwischen Rezidiv und unspezifischer postoperativer Weichgewebsreaktion häufig schwierig. In der Regel wird zunächst eine erneute Chemotherapie empfohlen, insbesondere bei einem frühen Lokalrezidiv innerhalb der ersten 2 Jahre nach Resektion. Bei späteren Lokalrezidiven bzw. nach entsprechender Vorbehandlung ist bei bis zu 70 % der Patient:innen eine Resektion möglich (Strobel et al. 2013). Retrospektive Untersuchungen konnten sogar ein Langzeitüberleben von bis zu 47 Monaten nach Resektion eines Lokalrezidivs (oder auch per sog. video-assisted toracoscopic surgery (VAT)S bei singulären pulmonalen Metastasen) mit geringer Morbidität und Mortalität zeigen (D’Haese et al. 2020). Die Aussagekraft der aktuellen Literatur ist allerdings limitiert, da aufgrund der geringen Fallzahlen keine prospektiven randomisierten Studiendesigne möglich sind.
Literatur
Birkmeyer JD, Siewers AE, Finlayson EV, Stukel TA, Lucas FL, Batista I, Welch HG, Wennberg DE (2002) Hospital volume and surgical mortality in the United States. N Engl J Med 346(15):1128–1137. https://doi.org/10.1056/NEJMsa012337. PMID: 11948273CrossRefPubMed
Bockhorn M, Uzunoglu FG, Adham M, Imrie C, Milicevic M, Sandberg AA et al (2014) Borderline resectable pancreatic cancer: a consensus statement by the International Study Group of Pancreatic Surgery. (ISGPS). Surgery 155:977–988. https://doi.org/10.1016/j.surg.2014.02.0CrossRefPubMed
Collisson EA, Bailey P, Chang DK et al (2019) Molecular subtypes of pancreatic cancer. Nat Rev Gastroenterol Hepatol 16:207–220CrossRefPubMed
Conradi LC, Ghadimi M (2022) Onkologische Chirurgie im interdisziplinären Kontext – auf dem Weg zur personalisierten Medizin [Oncological surgery in the interdisciplinary context – On the way to personalized medicine]. Der Chirurg; Zeitschrift fur alle Gebiete der operativen Medizen 93(3):234–241. https://doi.org/10.1007/s00104-022-01614-xCrossRefPubMed
Conroy T, Hammel P, Hebbar M, Ben Abdelghani M, Wei AC, Raoul JL, Choné L, Francois E, Artru P, Biagi JJ, Lecomte T, Assenat E, Faroux R, Ychou M, Volet J, Sauvanet A, Breysacher G, Di Fiore F, Cripps C, Kavan P, Texereau P, Bouhier-Leporrier K, Khemissa-Akouz F, Legoux JL, Juzyna B, Gourgou S, O’Callaghan CJ, Jouffroy-Zeller C, Rat P, Malka D, Castan F, Bachet JB, Canadian Cancer Trials Group and the Unicancer-GI-PRODIGE Group (2018) FOLFIRINOX or Gemcitabine as Adjuvant Therapy for Pancreatic Cancer. N Engl J Med 379(25):2395–2406CrossRefPubMed
D’Haese JG, Renz BW, Ilmer M, Werner J (2020) Chirurgie bei isoliertem Lokalrezidiv und metachroner Oligometastasierung beim Pankreaskarzinom [Surgery for isolated local recurrence and metachronous oligometastasis in pancreatic cancer]. Chirurg 91(8):628–635. https://doi.org/10.1007/s00104-020-01190-y. PMID: 32424598
Diener MK, Fitzmaurice C, Schwarzer G, Seiler CM, Antes G, Knaebel HP, Büchler MW (2011a) Pylorus-preserving pancreaticoduodenectomy (pp Whipple) versus pancreaticoduodenectomy (classic Whipple) for surgical treatment of periampullary and pancreatic carcinoma. Cochrane Database Syst Rev 5:CD006053
Diener MK, Seiler CM, Rossion I et al (2011b) Efficacy of stapler versus hand-sewn closure after distal pancreatectomy (DISPACT): a randomised, controlled multicentre trial. Lancet 377(9776):1514–1522CrossRefPubMed
Epstein JD, Kozak G, Fong ZV, He J, Javed AA, Joneja U, Jiang W, Ferrone CR, Lillemoe KD, Cameron JL, Weiss MJ, Lavu H, Yeo CJ, Fernandez-Del Castillo C, Wolfgang CL, Winter JM (2017) Microscopic lymphovascular invasion is an independent predictor of survival in resected pancreatic ductal adenocarcinoma. J Surg Oncol 116(6):658–664. https://doi.org/10.1002/jso.24723CrossRefPubMed
Ferrone CR, Pieretti-Vanmarcke R, Bloom JP, Zheng H, Szymonifka J, Wargo JA, Thayer SP, Lauwers GY, Deshpande V, Mino-Kenudson M, Fernández-del Castillo C, Lillemoe KD, Warshaw AL (2012) Pancreatic ductal adenocarcinoma: long-term survival does not equal cure. Surgery 152(3 Suppl 1):S43–S49CrossRefPubMed
Gaag NA van der, Rauws EA, van Eijck CH et al (2010) Preoperative biliary drainage for cancer of the head of the pancreas. N Engl J Med 362:129–137
Gemenetzis G, Groot VP, Blair AB, Laheru DA, Zheng L, Narang AK, Fishman EK, Hruban RH, Yu J, Burkhart RA, Cameron JL, Weiss MJ, Wolfgang CL, He J (2019) Survival in locally advanced pancreatic cancer after neoadjuvant therapy and surgical resection. Ann Surg 270(2):340–347CrossRefPubMed
Grenacher L, Klauss M (2009) Computertomographie bei Pankreastumoren. Radiologe 49(2):107–123CrossRefPubMed
Groot VP, Rezaee N, Wu W, Cameron JL, Fishman EK, Hruban RH, Weiss MJ, Zheng L, Wolfgang CL, He J (2018) Patterns, timing, and predictors of recurrence following pancreatectomy for pancreatic ductal adenocarcinoma. Ann Surg 267(5):936–945CrossRefPubMed
Hackert T, Büchler MW (2012) Remnant closure after distal pancreatectomy: current state and future perspectives. Surgeon 10(2):95–101CrossRefPubMed
Hackert T, Büchler MW (2013) Pancreatic cancer: advances in treatment, results and limitations. Dig Dis 31(1):51–56CrossRefPubMed
Hackert T, Sachsenmaier M, Hinz U, Schneider L, Michalski CW, Springfeld C, Strobel O, Jäger D, Ulrich A, Büchler MW (2016) Locally advanced pancreatic cancer: Neoadjuvant therapy with Folfirinox results in resectability in 60% of the patients. Ann Surg 264(3):457–463. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000001850. PMID: 27355262CrossRefPubMed
Hank T, Klaiber U, Hinz U, Schütte D, Leonhardt CS, Bergmann F, Hackert T, Jäger D, Büchler MW, Strobel O (2022) Oncological outcome of conversion surgery after preoperative chemotherapy for metastatic pancreatic cancer. Ann Surg. Advance online publication. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000005481
Hartwig W, Gluth A, Hinz U, Koliogiannis D, Strobel O, Hackert T, Werner J, Büchler MW (2016) Outcomes after extended pancreatectomy in patients with borderline resectable and locally advanced pancreatic cancer. British J Surg 103(12):1683–1694. https://doi.org/10.1002/bjs.10221CrossRef
Hayman TJ, Strom T, Springett GM, Balducci L, Hoffe SE, Meredith KL, Hodul P, Malafa M, Shridhar R (2015) Outcomes of resected pancreatic cancer in patients age ≥ 70. J Gastrointest Oncol 6(5):498–504. https://doi.org/10.3978/j.issn.2078-6891.2015.038. PMID: 26487943; PMCID: PMC4570916
Heger U, Mack C, Tjaden C, Pan F, Pausch T, Hinz U, Sommer CM, Hackert T (2021) Open irreversible electroporation for isolated local recurrence of pancreatic ductal adenocarcinoma after primary surgery. Pancreatology 21(7):1349–1355. https://doi.org/10.1016/j.pan.2021.08.002CrossRefPubMed
Hilst J van, Korrel M, de Rooij T, Lof S, Busch OR, Groot Koerkamp B, Kooby DA, van Dieren S, Abu Hilal M, Besselink MG, DIPLOMA study group (2019a) Oncologic outcomes of minimally invasive versus open distal pancreatectomy for pancreatic ductal adenocarcinoma: a systematic review and meta-analysis. Eur J Surg Oncol 45(5):719–727
Hilst J van, de Rooij T, Klompmaker S, Rawashdeh M, Aleotti F, Al-Sarireh B, Alseidi A, Ateeb Z, Balzano G, Berrevoet F, Björnsson B, Boggi U, Busch OR, Butturini G, Casadei R, Del Chiaro M, Chikhladze S, Cipriani F, van Dam R, Damoli I, van Dieren S, Dokmak S, Edwin B, van Eijck C, Fabre JM, Falconi M, Farges O, Fernández-Cruz L, Forgione A, Frigerio I, Fuks D, Gavazzi F, Gayet B, Giardino A, Groot Koerkamp B, Hackert T, Hassenpflug M, Kabir I, Keck T, Khatkov I, Kusar M, Lombardo C, Marchegiani G, Marshall R, Menon KV, Montorsi M, Orville M, de Pastena M, Pietrabissa A, Poves I, Primrose J, Pugliese R, Ricci C, Roberts K, Røsok B, Sahakyan MA, Sánchez-Cabús S, Sandström P, Scovel L, Solaini L, Soonawalla Z, Souche FR, Sutcliffe RP, Tiberio GA, Tomazic A, Troisi R, Wellner U, White S, Wittel UA, Zerbi A, Bassi C, Besselink MG, Abu Hilal M, European Consortium on Minimally Invasive Pancreatic Surgery (E-MIPS) (2019b) Minimally invasive versus open distal pancreatectomy for ductal adenocarcinoma (DIPLOMA): a pan-European propensity score matched study. Ann Surg 269(1):10–17
Hwang WL, Jagadeesh KA, Guo JA, Hoffman HI, Yadollahpour P, Reeves JW, Mohan R, Drokhlyansky E, Van Wittenberghe N, Ashenberg O, Farhi SL, Schapiro D, Divakar P, Miller E, Zollinger DR, Eng G, Schenkel JM, Su J, Shiau C, Yu P, Freed-Pastor WA, Abbondanza D, Mehta A, Gould J, Lambden C, Porter CBM, Tsankov A, Dionne D, Waldman J, Cuoco MS, Nguyen L, Delorey T, Phillips D, Barth JL, Kem M, Rodrigues C, Ciprani D, Roldan J, Zelga P, Jorgji V, Chen JH, Ely Z, Zhao D, Fuhrman K, Fropf R, Beechem JM, Loeffler JS, Ryan DP, Weekes CD, Ferrone CR, Qadan M, Aryee MJ, Jain RK, Neuberg DS, Wo JY, Hong TS, Xavier R, Aguirre AJ, Rozenblatt-Rosen O, Mino-Kenudson M, Castillo CF, Liss AS, Ting DT, Jacks T, Regev A (2022) Single-nucleus and spatial transcriptome profiling of pancreatic cancer identifies multicellular dynamics associated with neoadjuvant treatment. Nat Genet 54(8):1178–1191. https://doi.org/10.1038/s41588-022-01134-CrossRefPubMedPubMedCentral
Isaji S, Mizuno S, Windsor JA, Bassi C, Fernández-Del Castillo C, Hackert T, Hayasaki A, Katz MHG, Kim SW, Kishiwada M, Kitagawa H, Michalski CW, Wolfgang CL (2018) International consensus on definition and criteria of borderline resectable pancreatic ductal adenocarcinoma 2017. Pancreatology 18(1):2–11. https://doi.org/10.1016/j.pan.2017.11.011CrossRefPubMed
Jang JY, Han Y, Lee H, Kim SW, Kwon W, Lee KH, Oh DY, Chie EK, Lee JM, Heo JS, Park JO, Lim DH, Kim SH, Park SJ, Lee WJ, Koh YH, Park JS, Yoon DS, Lee IJ, Choi SH (2018) Oncological benefits of neoadjuvant chemoradiation with gemcitabine versus upfront surgery in patients with borderline resectable pancreatic cancer: a prospective, randomized, open-label, multicenter phase 2/3 Trial. Ann Surg 268(2):215–222. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000002705. PMID: 29462005CrossRefPubMed
Jones RP, Psarelli EE, Jackson R, Ghaneh P, Halloran CM, Palmer DH, Campbell F, Valle JW, Faluyi O, O’Reilly DA, Cunningham D, Wadsley J, Darby S, Meyer T, Gillmore R, Anthoney A, Lind P, Glimelius B, Falk S, Izbicki JR et al (2019) Patterns of recurrence after resection of pancreatic ductal adenocarcinoma: a secondary analysis of the ESPAC-4 randomized adjuvant chemotherapy trial. JAMA Surg 154(11):1038–1048. https://doi.org/10.1001/jamasurg.2019.3337CrossRefPubMedPubMedCentral
Kamarajah SK, Bundred J, Marc OS, Jiao LR, Manas D, Abu Hilal M, White SA (2020) Robotic versus conventional laparoscopic pancreaticoduodenectomy a systematic review and meta-analysis. Eur J Surg Oncol 46(1):6–14. https://doi.org/10.1016/j.ejso.2019.08.007CrossRefPubMed
Kaufmann B, Hartmann D, D’Haese JG, Stupakov P, Radenkovic D, Gloor B, Friess H (2019) Neoadjuvant treatment for borderline resectable pancreatic ductal adenocarcinoma. Dig Surg 6(6):455–461. https://doi.org/10.1159/000493466CrossRef
Klaiber U, Hackert T (2020) Conversion surgery for pancreatic cancer-the impact of neoadjuvant treatment. Front Oncol 14(9):1501. https://doi.org/10.3389/fonc.2019.01501. PMID: 31993372; PMCID: PMC6971165CrossRef
Klaiber U, Mihaljevic A, Hackert T (2019) Radical pancreatic cancer surgery-with arterial resection. Transl Gastroenterol Hepatol 3(4):8. https://doi.org/10.21037/tgh.2019.01.07. PMID: 30976711; PMCID: PMC6414335CrossRef
Klaiber U, Schnaidt ES, Hinz U, Gaida MM, Heger U, Hank T, Strobel O, Neoptolemos JP, Mihaljevic AL, Büchler MW, Hackert T (2021) Prognostic factors of survival after neoadjuvant treatment and resection for initially unresectable pancreatic cancer. Ann Surg 273(1):154–162. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000003270. PMID: 30921051CrossRefPubMed
Kovač JD, Mayer P, Hackert T, Klauss M (2019) The time to and type of pancreatic cancer recurrence after surgical resection: is prediction possible? Acad Radiol 26(6):775–781. https://doi.org/10.1016/j.acra.2018.07.025. Epub 2018 Sep 22. PMID: 30254003CrossRefPubMed
Krautz C, Nimptsch U, Weber GF, Mansky T, Grützmann R (2018) Effect of hospital volume on in-hospital morbidity and mortality following pancreatic surgery in Germany. Ann Surg 267(3):411–417. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000002248. PMID: 28379871CrossRefPubMed
Lidsky ME, Sun Z, Nussbaum DP, Adam MA, Speicher PJ, Blazer DG 3rd (2017) Going the extra mile: improved survival for pancreatic cancer patients traveling to high-volume centers. Ann Surg 266(2):333–338. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000001924. PMID: 27429020CrossRefPubMed
Loos M, Kester T, Klaiber U, Mihaljevic AL, Mehrabi A, Müller-Stich BM, Diener MK, Schneider MA, Berchtold C, Hinz U, Feisst M, Strobel O, Hackert T, Büchler MW (2022a) Arterial resection in pancreatic cancer surgery: effective after a learning curve. Ann Surg 275(4):759–768. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000004054CrossRefPubMed
Loos M, König AK, von Winkler N, Mehrabi A, Berchtold C, Müller-Stich BP, Schneider M, Hoffmann K, Kulu Y, Feisst M, Hinz U, Lang M, Goeppert B, Albrecht T, Strobel O, Büchler MW, Hackert T (2022b) Completion pancreatectomy after pancreatoduodenectomy: who needs it? Ann Surg. Advance online publication. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000005494
Makary MA, Winter JM, Cameron JL, Campbell KA, Chang D, Cunningham SC, Riall TS, Yeo CJ (2006) Pancreaticoduodenectomy in the very elderly. J Gastrointest Surg 10(3):347–356CrossRefPubMed
McGuigan A, Kelly P, Turkington RC, Jones C, Coleman HG, McCain RS (2018) Pancreatic cancer: a review of clinical diagnosis, epidemiology, treatment and outcomes. World J Gastroenterol 24(43):4846–4861CrossRefPubMedPubMedCentral
Mehrabi A, Hafezi M, Arvin J, Esmaeilzadeh M, Garoussi C, Emami G, Kössler-Ebs J, Müller-Stich BP, Büchler MW, Hackert T, Diener MK (2015) A systematic review and meta-analysis of laparoscopic versus open distal pancreatectomy for benign and malignant lesions of the pancreas: it’s time to randomize. Surgery 157(1):45–55CrossRefPubMed
Mitchem JB, Hamilton N, Gao F, Hawkins WG, Linehan DC, Strasberg SM (2012) Long-term results of resection of adenocarcinoma of the body and tail of the pancreas using radical antegrade modular pancreatosplenectomy procedure. J Am Coll Surg 214(1):46–52CrossRefPubMed
Mizrahi JD, Surana R, Valle JW, Shroff RT (2020) Pancreatic cancer. Lancet 395(10242):2008–2020. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30974-0. PMID: 32593337CrossRefPubMed
Nassour I, Winters SB, Hoehn R, Tohme S, Adam MA, Bartlett DL, Lee KK, Paniccia A, Zureikat AH (2020) Long-term oncologic outcomes of robotic and open pancreatectomy in a national cohort of pancreatic adenocarcinoma. J Surg Oncol 122(2):234–242CrossRefPubMed
Nentwich MF, Bockhorn M, König A, Izbicki JR, Cataldegirmen G (2012) Surgery for advanced and metastatic pancreatic cancer – current state and trends. Anticancer Res 32(5):1999–2002PubMed
Neoptolemos JP, Dunn JA, Stocken DD, European Study Group for Pancreatic Cancer et al (2001) Adjuvant chemoradiotherapy and chemotherapy in resectable pancreatic cancer: a randomised controlled trial. Lancet 358(9293):1576–1585CrossRefPubMed
Neoptolemos JP, Stocken DD, Bassi C, Ghaneh P, Cunningham D, Goldstein D, Padbury R, Moore MJ, Gallinger S, Mariette C, Wente MN, Izbicki JR, Friess H, Lerch MM, Dervenis C, Oláh A, Butturini G, Doi R, Lind PA, Smith D, Valle JW, Palmer DH, Buckels JA, Thompson J, CJ MK, Rawcliffe CL, Büchler MW, European Study Group for Pancreatic Cancer (2010) Adjuvant chemotherapy with fluorouracil plus folinic acid vs gemcitabine following pancreatic cancer resection: a randomized controlled trial. JAMA 304(10):1073–1081CrossRefPubMed
Neoptolemos JP, Palmer DH, Ghaneh P, Psarelli EE, Valle JW, Halloran CM, Faluyi O, O’Reilly DA, Cunningham D, Wadsley J, Darby S, Meyer T, Gillmore R, Anthoney A, Lind P, Glimelius B, Falk S, Izbicki JR, Middleton GW, Cummins S, Ross PJ, Wasan H, McDonald A, Crosby T, Ma YT, Patel K, Sherriff D, Soomal R, Borg D, Sothi S, Hammel P, Hackert T, Jackson R, Büchler MW, European Study Group for Pancreatic Cancer (2017) Comparison of adjuvant gemcitabine and capecitabine with gemcitabine monotherapy in patients with resected pancreatic cancer (ESPAC-4): a multicentre, open-label, randomised, phase 3 trial. Lancet 389(10073):1011–1024. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(16)32409-6. Epub 2017 Jan 25. PMID: 28129987CrossRefPubMed
Nickel F, Haney CM, Kowalewski KF, Probst P, Limen EF, Kalkum E, Diener MK, Strobel O, Müller-Stich BP, Hackert T (2020) Laparoscopic versus open pancreaticoduodenectomy: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Ann Surg 271(1):54–66. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000003309CrossRefPubMed
Nießen A, Büchler MW, Hackert T (2022) Evidenz für neoadjuvante Chemotherapie beim resektablen Pankreaskarzinom Evidence for Neoadjuvant Therapy in Resectable Pancreatic Cancer. Zentralbl Chir 147(2):168–172. German. https://doi.org/10.1055/a-1775-8924. Epub 2022 Apr 4. PMID: 35378557
O’Reilly D, Fou L, Hasler E, Hawkins J, O’Connell S, Pelone F et al (2018) Diagnosis and management of pancreatic cancer in adults: a summary of guidelines from the UK National Institute for Health and Care Excellence. Pancreatology 18:962–970. https://doi.org/10.1016/j.pan.2018.09.012CrossRefPubMed
Schneider M, Hackert T, Strobel O, Büchler MW (2021) Technical advances in surgery for pancreatic cancer. Br J Surg 108(7):777–785. https://doi.org/10.1093/bjs/znab133. PMID: 34046668CrossRefPubMed
Seufferlein T, Mayerle J, Böck S, Brunner T, Ettrich TJ, Grenacher L, Gress TM, Hackert T, Heinemann V, Kestler A, Sinn M, Tannapfel A, Wedding U, Uhl W (2022) S3-Leitlinie zum exokrinen Pankreaskarzinom – Kurzversion 2.0 – Dezember 2021, AWMF-Registernummer: 032/010OL. Zeitschrift fur Gastroenterologie 60(6):991–1037. https://doi.org/10.1055/a-1771-6811CrossRefPubMed
Springfeld C, Jäger D, Büchler MW, Strobel O, Hackert T, Palmer DH, Neoptolemos JP (2019) Chemotherapy for pancreatic cancer. Presse Med 48(3 Pt 2):e159–e174. https://doi.org/10.1016/j.lpm.2019.02.025. Epub 2019 Mar 15. PMID: 30879894CrossRefPubMed
Strobel O, Hartwig W, Hackert T, Hinz U, Berens V, Grenacher L, Bergmann F, Debus J, Jäger D, Büchler M, Werner J (2013) Re-resection for isolated local recurrence of pancreatic cancer is feasible, safe, and associated with encouraging survival. Ann Surg Oncol 20(3):964–972CrossRefPubMed
Strobel O, Lorenz P, Hinz U, Gaida M, König AK, Hank T, Niesen W, Kaiser JÖR, Al-Saeedi M, Bergmann F, Springfeld C, Berchtold C, Diener MK, Schneider M, Mehrabi A, Müller-Stich BP, Hackert T, Jager D, Büchler MW (2022) Actual five-year survival after upfront resection for pancreatic ductal adenocarcinoma: who beats the odds? Ann Surg 275(5):962–971. https://doi.org/10.1097/SLA.0000000000004147CrossRefPubMed
Sulieman I, Strobel O, Scharenberg C, Mihaljevic AM, Müller BM, Diener MK, Mehrabi A, Schneider M, Berchtold C, Tjaden C, Hinz U, Feisst M, Büchler MW, Hackert T, Loos M (2020) Symptomatic marginal ulcer after pancreatoduodenectomy. Surgery 168(1):67–71. https://doi.org/10.1016/j.surg.2020.02.012CrossRefPubMed
Tanaka M, Mihaljevic AL, Probst P, Heckler M, Klaiber U, Heger U, Büchler MW, Hackert T (2019) Meta-analysis of recurrence pattern after resection for pancreatic cancer. British J Surg 106(12):1590–1601. https://doi.org/10.1002/bjs.11295CrossRef
Tempero MA, Malafa MP, Al-Hawary M, Behrman SW, Benson AB, Cardin DB, Chiorean EG, Chung V, Czito B, Del Chiaro M, Dillhoff M, Donahue TR, Dotan E, Ferrone CR, Fountzilas C, Hardacre J, Hawkins WG, Klute K, Ko AH, Kunstman JW et al (2021) Pancreatic Adenocarcinoma, Version 2.2021, NCCN clinical practice guidelines in oncology. J Natl Compr Canc Netw JNCCN 19(4):439–457. https://doi.org/10.6004/jnccn.2021.0017CrossRefPubMed
Tjaden C, Michalski CW, Strobel O, Giese N, Hennche AK, Büchler MW, Hackert T (2016) Clinical impact of structured follow-up after pancreatic surgery. Pancreas 45(6):895–899. https://doi.org/10.1097/MPA.0000000000000564CrossRefPubMed
Tjaden C, Sandini M, Mihaljevic AL, Kaiser J, Khristenko E, Mayer P, Hinz U, Gaida MM, Berchtold C, Diener MK, Schneider M, Mehrabi A, Müller-Stich BP, Strobel O, Hackert T, Büchler MW (2021) Risk of the watch-and-wait concept in surgical treatment of intraductal papillary mucinous neoplasm. JAMA Surg 156(9):818–825. https://doi.org/10.1001/jamasurg.2021.0950CrossRefPubMedPubMedCentral
Torphy RJ, Fujiwara Y, Schulick RD (2020) Pancreatic cancer treatment: better, but a long way to go. Surg Today 50(10):1117–1125. https://doi.org/10.1007/s00595-020-02028-0CrossRefPubMedPubMedCentral
Versteijne E, Suker M, Groothuis K, Akkermans-Vogelaar JM, Besselink MG, Bonsing BA, Buijsen J, Busch OR, Creemers GM, van Dam RM, Eskens FALM, Festen S, de Groot JWB, Groot Koerkamp B, de Hingh IH, Homs MYV, van Hooft JE, Kerver ED, Luelmo SAC, Neelis KJ, Nuyttens J, Paardekooper GMRM, Patijn GA, van der Sangen MJC, de Vos-Geelen J, Wilmink JW, Zwinderman AH, Punt CJ, van Eijck CH, van Tienhoven G, Dutch Pancreatic Cancer Group (2020) Preoperative chemoradiotherapy versus immediate surgery for resectable and borderline resectable pancreatic cancer: results of the Dutch randomized phase III PREOPANC trial. J Clin Oncol 38(16):1763–1773. https://doi.org/10.1200/JCO.19.02274. Epub 2020 Feb 27. PMID: 32105518; PMCID: PMC8265386CrossRefPubMedPubMedCentral
Vidri RJ, Olsen WT, Clark DE, Fitzgerald TL (2021) Upfront resection versus neoadjuvant therapy for T1/T2 pancreatic cancer. HPB (Oxford) 23(2):279–289. https://doi.org/10.1016/j.hpb.2020.06.010. Epub 2020 Jul 19. PMID: 32698950CrossRefPubMed
Welsch T, Borm M, Degrate L et al (2010) Evaluation of the International Study Group of Pancreatic Surgery definition of delayed gastric emptying after pancreatoduodenectomy in a high-volume centre. Br J Surg 97(7):1043–1050CrossRefPubMed
Zambirinis CP, Midya A, Chakraborty J, Chou JF, Zheng J, McIntyre CA, Koszalka MA, Wang T, Do RK, Balachandran VP, Drebin JA, Kingham TP, D’Angelica MI, Allen PJ, Gönen M, Simpson AL, Jarnagin WR (2022) Recurrence after resection of pancreatic cancer: can radiomics predict patients at greatest risk of liver metastasis? Ann Surg Oncol 29(8):4962–4974. https://doi.org/10.1245/s10434-022-11579-0. Epub 2022 Apr 3. PMID: 35366706; PMCID: PMC9253095CrossRefPubMedPubMedCentral