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01.08.2015 | Konzepte – Stellungnahmen – Leitlinien | Ausgabe 5/2015

Notfall +  Rettungsmedizin 5/2015

Handlungsempfehlung zur prähospitalen Notfallnarkose beim Erwachsenen

Arbeitsgruppe „Prähospitale Notfallnarkose“ des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Notfallmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 5/2015
Autoren:
PD Dr. med. M. Bernhard, B. Bein, B.W. Böttiger, A. Bohn, M. Fischer, J.T. Gräsner, J. Hinkelbein, C. Kill, C. Lott, E. Popp, M. Roessler, A. Schaumberg, V. Wenzel, B. Hossfeld
Wichtige Hinweise

Redaktion

M. Baubin, Innsbruck
B. Gliwitzky, Offenbach a.d.Queich
T. Luiz, Kaiserslautern
H.P. Moecke, Hamburg
S. Poloczek, Berlin
Beschluss des Engeren Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) vom 12.03.2015 in Berlin.
Dieser Beitrag ist eine Zweitpublikation aus Anästhesiologie und Intensivmedizin (Anästh Intensivmed 2015 56:317–335) mit Genehmigung von Aktiv Druck & Verlag GmbH. Die Handlungsempfehlung wurde als S1-Leitlinie der AWMF publiziert.

Zusammenfassung

Die Notfallnarkose ist eine zentrale therapeutische Maßnahme in der prähospitalen Notfallmedizin. Das Risiko einer Notfallnarkose ist außerhalb der Klinik deutlich höher als innerklinisch. Die primären Ziele der Notfallnarkose sind Hypnose, Analgesie, Schaffung einer Möglichkeit zur Oxygenierung und Ventilation durch eine Atemwegssicherung. Sekundäre Ziele der Notfallnarkose sind Amnesie, Anxiolyse, Reduktion von Sauerstoffverbrauch und Atemarbeit, Protektion vitaler Organsysteme sowie Vermeidung sekundärer myokardialer und zerebraler Schäden. Eine kritische Überprüfung der Indikationsstellung zur prähospitalen Notfallnarkose hat vor dem Hintergrund von patienten-, einsatz- und anwenderbezogenen Faktoren zu erfolgen. Die Notfallnarkose als Rapid Sequence Induction beinhaltet ein Standardmonitoring, Präoxygenierung, eine standardisierte Vorbereitung der Notfallnarkose (Narkose-/Notfallmedikamente, Atemwegs- und Beatmungsequipment), die Medikamentenapplikation, (wenn nötig) die passagere Aufhebung der HWS-Immobilisation und konsequente manuelle Inline-Stabilisation während des Intubationsmanövers sowie die Atemwegssicherung und die Tubuslagekontrolle. Die Präoxygenierung sollte bei jedem spontanatmenden Notfallpatienten für einen Zeitraum von mindestens 3–4 min mit dichtsitzender Gesichtsmaske und Beatmungsbeutel mit Sauerstoffreservoir und 12–15 l Sauerstoff/min oder Demand-Ventil mit 100 % Sauerstoff erfolgen. Alternativ kann die Präoxygenierung auch mittels nichtinvasiver Beatmung mit 100 % Sauerstoff durchgeführt werden. Die standardisierte Narkosevorbereitung umfasst das Aufziehen und die Kennzeichnung der Narkose- und Notfallmedikamente, die Kontrolle des Beatmungsbeutels inklusive Maske, die Vorbereitung eines Endotrachealtubus inklusive Blockerspritze mit einliegendem Führungsstab, Stethoskop und Fixierungsmaterial, die Bereitstellung alternativer Instrumente zur Atemwegssicherung sowie den Check von Absaugvorrichtung, Beatmungsgerät und Standardmonitoring inklusive Kapnographie. Als Standardmonitoring zur prähospitalen Notfallnarkose sollen das Elektrokardiogramm, die automatische/manuelle Blutdruckmessung und die Pulsoxymetrie zur Anwendung kommen. Eine kontinuierliche Kapnographie erfolgt immer und ohne Ausnahme zur Lagekontrolle der Beatmungshilfen, deren Diskonnektion und Dislokation im Beatmungssystem sowie zum indirekten Monitoring der Hämodynamik. Es sind möglichst zwei periphervenöse Verweilkanülen vor Narkoseeinleitung zu etablieren.

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