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12.01.2021 | Mammakarzinom | Leitthema

Intensivierte Früherkennung mittels Magnetresonanztomographie in der Hochrisikosituation

Zeitschrift:
Der Radiologe
Autor:
Univ.-Prof. Dr. med. Ulrich Bick

Zusammenfassung

Hintergrund

Spezielle Brustkrebsfrüherkennungsprogramme in der Hochrisikosituation mittels Magnetresonanztomographie (MRT) der Mamma sind inzwischen in vielen Ländern fest etabliert. In Deutschland befindet sich ein solches Programm seit 2005 in der Routineversorgung.

Ziel der Arbeit

Die vorliegende Übersichtsarbeit fasst aktuelle Entwicklungen in der intensivierten Früherkennung mittels MRT in der Hochrisikosituation zusammen.

Material und Methoden

Erfahrungen mit der intensivierten Früherkennung in Deutschland über einen Zeitraum von inzwischen mehr als 10 Jahren sowie eine aktuelle Literatursuche bilden die Grundlage dieser Arbeit.

Ergebnisse

Die MRT der Mamma ist das mit Abstand sensitivste Verfahren zur Detektion von Brustkrebs und eine jährliche MRT der Mamma ist das Kernelement jeder Brustkrebsfrüherkennung in der Hochrisikosituation. Mehr als 90 % der in der intensivierten Früherkennung entdeckten Karzinome sind in der MRT nachweisbar, und mehr als 30 % der Karzinome werden primär nur in der MRT erkannt. Voraussetzung für eine effektive Früherkennung mittels MRT ist jedoch eine ausreichend hohe Brustkrebsinzidenz in der untersuchten Population. So liegt der positive Vorhersagewert der Früherkennung mit MRT bei BRCA1/2-negativen Frauen in der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren mit 2,9 % deutlich zu niedrig.

Diskussion

In der intensivierten Früherkennung ist die MRT der Mamma das primäre Untersuchungsverfahren, das bei Bedarf durch Mammographie und/oder Sonographie ergänzt wird. Bei Patientinnen mit familiärer Hochrisikokonstellation aber ohne nachgewiesene pathogene Mutation in einem der bekannten Risikogene sollte die intensivierte Früherkennung nicht bereits mit 30 Jahren beginnen, sondern erst, wenn das 10-Jahres Erkrankungsrisiko einen Schwellenwert von 5 % überschreitet.

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