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20.04.2020 | Psychiatrische Erkrankungen in der Hausarztpraxis | Schwerpunkt: Sport und Bewegung in der Psychotherapie - Übersichten | Ausgabe 3/2020

Psychotherapeut 3/2020

Körperliche Aktivität in der Prävention und Behandlung von Angsterkrankungen

Zeitschrift:
Psychotherapeut > Ausgabe 3/2020
Autoren:
Dr. Moritz Bruno Petzold, Antonia Bendau, Andreas Ströhle

Zusammenfassung

Hintergrund

In den letzten Jahrzehnten zeigten sich in zahlreichen Studien enge Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität und Angst.

Fragestellung

Aktuelle Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Ängsten in der Allgemeinbevölkerung werden dargestellt. Des Weiteren werden die präventive Wirkung von körperlicher Aktivität sowie ihre Effektivität in der Therapie von Angsterkrankungen, potenzielle Wirkmechanismen sowie Empfehlungen bezüglich Art und Intensität körperlicher Aktivität und Besonderheiten im klinischen Setting thematisiert.

Methode

Auswertung aktueller Studienergebnisse, Übersichtsarbeiten und Metaanalysen im Bereich von körperlicher Aktivität und Angsterkrankungen.

Ergebnisse

Die Wirkung von körperlicher Aktivität zur Reduktion von Ängsten in nichtklinischen Populationen ist gut belegt. Es finden sich erste Hinweise auf eine präventive Wirkung von regelmäßiger körperlicher Aktivität bezüglich der Entwicklung von Angsterkrankungen. Menschen mit Angsterkrankungen zeigen durchschnittlich ein geringeres Ausmaß körperlicher Aktivität als Menschen ohne Angsterkrankungen, wobei spezifische Barrieren bezüglich körperlicher Aktivität eine Rolle spielen. Erste Studien zur Nutzung von körperlicher Aktivität als Therapie bei Angsterkrankungen weisen auf eine Effektivität hin. Bezüglich Art und Intensität körperlicher Aktivität für Menschen mit Angsterkrankungen scheint vorerst eine Orientierung an den allgemeinen Bevölkerungsempfehlungen sinnvoll.

Schlussfolgerungen

Aufgrund der vorliegenden Befunde zu körperlicher Aktivität in der Therapie von Angsterkrankungen sollte allen Patienten mit Angsterkrankungen körperliche Aktivität als Therapieoption oder -ergänzung empfohlen und angeboten werden.

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