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Über dieses Buch

Das Arbeitsfeld des proktologisch tätigen Arztes umfasst eine Vielfalt von Erkrankungen und eine noch viel größere Zahl konservativer und operativer Therapieverfahren. Das ganze Spektrum ist in diesem Buch fundiert und detailliert dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt auf den operativen Behandlungsmöglichkeiten, auch komplexe oder spezielle Verfahren sind beschrieben und durch insgesamt über 400 farbige Zeichnungen illustriert. Großer Wert wird auf die subtile Indikationsstellung und fundierte Therapiestrategie gelegt.

Die 2. Auflage wurde aktualisiert, neu entwickelte Therapieverfahren wurden aufgenommen und einige zusätzliche Kapitel ergänzt (z.B. analer Pruritus, Pudenduskompressionssyndrom, Kinderproktologie).

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Allgemeiner Teil

Frontmatter

1. Funktion der Beckenbodenmuskulatur und Physiologie der Defäkation

Das Verständnis der Funktion des Beckenbodens hat sich schrittweise entwickelt, und es hat beträchtlich zur Diagnose und Behandlung vieler Erkrankungen der Beckenorgane beigetragen. Im Folgenden soll eine Übersicht über funktionelle Aspekte der Beckenbodenmuskulatur unter spezieller Berücksichtigung der klinischen Zusammenhänge gegeben werden.

A. Shafik

2. Behandlungsprinzipien

Für die adäquate Therapie anorektaler Erkrankungen sind unterschiedliche diagnostische Untersuchungen notwendig. Ist eine operative Therapie indiziert, muss eine spezifische Anästhesieform und evtl. eine Antibiotikaprophylaxe oder -therapie gewählt werden.

Jochen Lange, Bernward Mölle, Josef Girona

3. Proktologische Diagnostik

Die proktologische Diagnostik gliedert sich in 3 Bereiche: Basisuntersuchungen, bildgebende Diagnostik sowie funktionelle Untersuchungsmethoden. Laborchemische Untersuchungen sind nur bei infektiösen Erkrankungen zielführend. Zur Basisdiagnostik, die jeder Chirurg beherrschen muss, gehört neben der Anamnese und der Inspektion die digitale Untersuchung des Anorektums sowie die Proktoskopie und die Rektoskopie. Damit können über 90% der proktologischen Krankheitsbilder wie Hämorrhoiden, Fissuren, Perianalabszesse und vieles mehr diagnostiziert werden.

Jochen Lange, Bernward Mölle, Josef Girona

Spezieller Teil

Frontmatter

4. Hämorrhoiden

Das Hämorrhoidalleiden gehört zu den häufigsten Erkrankungen in den westlichen industrialisierten Ländern. Es betrifft Männer und Frauen, Kinder und ältere Menschen. Männer beklagen doppelt so häufig Hämorrhoidalbeschwerden wie Frauen. Bei Routineuntersuchungen zeigt sich bei ca. 50% der Patienten in einem Alter über 50 Jahren eine pathologische Ausprägung des Hämorrhoidalpolsters, wobei nicht alle diese Veränderungen symptomatisch sind.

B. Mölle, J. Girona, F. Hetzer, J. Lange, L. Marti, L. Marti, A. Shafik

5. Analfissur

Obwohl die Analfissur das wohl dritthäufigste proktologische Krankheitsbild und Gegenstand zahlloser Veröffentlichungen ist, bestehen nicht wenige und insbesondere auch für die Therapie wesentliche Unklarheiten. Dies beginnt schon mit der Namensgebung, ist doch eine Fissur definitionsgemäß eine spaltförmige intraepitheliale Läsion, während es sich bei der Analfissur tatsächlich um ein Ulkus, also eine subepithelial reichende Schädigung handelt. Sie definiert sich zunächst allein aus dem Erscheinungsbild einer rhagadenartig längsgestellten Ulzeration, die autonom (primär) oder im Rahmen anderer Erkrankungen (sekundär – z. B. M. Crohn) auftreten kann.

R. Winkler, W.H. Jost

6. Der anorektale Abszess

Anorektale Abszesse sind ein häufiges Krankheitsbild, das normalerweise von einer infizierten Proktodealdrüse ausgeht. Beim typischen Befund sollte ohne weitere Abklärung die rasche Therapie durch eine großzügige Entlastung in Narkose erfolgen. Die ursächliche Fistel wird vorsichtig gesucht und gleich mitbehandelt. Bei komplexem Ausbreitungsmuster der Entzündung, sehr tief liegender Abszedierung oder ungewöhnlichen Befunden hilft Erfahrung und gute Kenntnis der anatomischen Verhältnisse. Eine zügige Abklärung mit nachfolgender Untersuchung in Narkose ist entscheidend. Wichtig ist, dass die dabei durchgeführte Entlastung dem Befund angepasst wird. Dies ermöglicht eine Ausheilung ohne Rezidivabszess mit bestmöglicher Erhaltung der Kontinenz.

L. Marti, L. Marti, A. Herold, K. Wolff

7. Anorektale Fisteln

Anorektale Fisteln sind abnorme röhrenförmige, vom After ausgehende Gänge, die i. Allg. nicht spontan zur Abheilung kommen. Obwohl die Analfistelkrankheit kein lebensbedrohliches Leiden ist, stellt ihre Behandlung v. a. bei kompliziertem Fistelgangverlauf eines der größten Probleme der Analchirurgie dar. Ihre Rezidivhäufigkeit besonders nach inadäquater Therapie verursacht nicht selten irreparable Schäden des Kontinenzorgans. Durch einen sachgerechten Eingriff kann aber eine dauerhafte Beseitigung des Analleidens erreicht werden. Die Anatomie und die Morphologie des Anorektums bilden die Grundlage der Fistelentstehung und ihrer Behandlung.

J. Girona

8. Anorektale Inkontinenz

Stuhlinkontinenz, der Verlust von Darminhalt zum falschen Zeitpunkt oder am falschen Ort, ist ein unterschätztes Problem, das mindestens 2% der erwachsenen Bevölkerung betrifft [86]. Die anorektale Kontinenz beruht auf einem komplexen Zusammenspiel verschiedener motorischer und sensorischer sowie anatomischer Mechanismen. Kommt es zur Verletzung einer oder mehrerer dieser Mechanismen, resultiert daraus die Inkontinenz [39]. Häufig sind Menschen betroffen, die in Alters- und Pflegeheimen leben. Die Prävalenz steigt im Alter bis zu 15% an [58]. Der negative Einfluss auf Lebensqualität und soziale Kontakte ist unbestritten.

F. Hetzer, C.G.M. Baeten, J. Girona, P.-A. Lehur, K.E. Matzel, B. Mölle, G. Morren, J. Narro, A. Shafik

9. Obstipation

Der Begriff »Obstipation« ist ein Sammeltopf für verschiedene Symptome und insofern unscharf. Die veraltete, aber noch oft benutzte Lehrbuchdefinition für Obstipation lautet »weniger als 3 Stuhlentleerungen pro Woche«. 10–20% der Bevölkerung bezeichnen sich in Umfragen als verstopft, aber nur von ihnen hat eine niedrige Stuhlfrequenz [16, 20]. Einige Patienten befürchten schädliche Folgen durch die lange Verweildauer des Stuhls im Körper und sind tatsächlich durch die niedrige Stuhlfrequenz beunruhigt. Die meisten aber geben als Hauptbeschwerde die Notwendigkeit zum heftigen Pressen zur Stuhlentleerung an.

Jochen Lange, Bernward Mölle, Josef Girona

10. Rektumprolaps

Der Rektumprolaps ist eines der eindruckvollsten Krankheitsbilder in der Proktologie und kann monströse Formen annehmen. Er ist dennoch kein Krankheitsgeschehen sui generis und kann in allen Altersklassen auftreten, betrifft aber schwerpunktmäßig das höhere Lebensalter. Dann ist er als Hernie des Beckenbodens einzustufen. Dies hat Konsequenzen für die Therapie.

R. Winkler, F.G. Bader, R. Bouchard, H.P. Bruch, S. Farke, F.H. Hetzer, P. Hildebrand, T. Laubert, L. Marti, L. Marti, U.J. Roblick

11. Anal- und Rektumtumoren

Anorektale maligne Tumoren stellen etwa 25% aller malignen gastrointestinalen Neoplasien [17]. Dabei steht das Rektumkarzinom weit im Vordergrund. Die Relation Rektum-/ Analkarzinom (Analkanal und perianale Region) beträgt etwa 10 : 1.

Jochen Lange, Bernward Mölle, Josef Girona

12. Dermatologische Erkrankungen des Anorektums

Dermatologische Erkrankungen des Anorektums gehören mit zu den häufigsten Beschwerdebildern, mit denen der Proktologe, insbesondere in der Praxis, konfrontiert wird. In der Regel ist der Juckreiz das Hauptsymptom, da eine Vielzahl von Analekzemen unterschiedlichster Ursache ihn auslösen kann. Hier ist die Kenntnis der verschiedenen Differenzialdiagnosen entscheidend für die erfolgreiche Therapie. Es muss das allergische Ekzem von den diversen Infektionen abgegrenzt werden, wobei durch Geschlechtsverkehr übertragene Erkrankungen eine nicht unwesentliche Rolle spielen, wie Herpesinfektionen oder auch die Condylomata acuminata.

V. Wienert, K. Krekeler, B. Mölle

13. Anale Schmerzen

Das Krankheitsbild perianale Schmerzen ist nicht einheitlich definiert, häufig wird es auch als anorektal-perianale Neuralgie, Neuralgia pudendoanalis oder als paroxysmale Proktalgie bezeichnet. Die Ätiologie ist in vielen Fällen bis dato ungeklärt. Vor einer symptomatischen Therapie muss eine organbezogene Ursache ausgeschlossen werden. Aufgrund der Anatomie des Beckenbodens sollte gerade dieses Krankheitsbild interdisziplinär, d. h. in enger Kooperation von einem Proktologen, Urologen, Gynäkologen, Neurologen und Schmerztherapeuten behandelt werden. Nur mit einem exakt definierten Diagnose- und Therapiepfad kann diesen häufig äußerst schmerzgeplagten Patienten geholfen werden.

Jochen Lange, Bernward Mölle, Josef Girona

14. Urologische Maßnahmen bei koloproktologischen Eingriffen

Gerade bei proktologischen Eingriffen sind gewisse Grundkenntnisse des perioperativen urologischen Managements zu fordern. Durch die enge Nachbarschaft des Anorektums zum Ureter und zur Harnblase können pathologische Prozesse der einen Region durchaus auf die andere übergreifen. Man denke in diesem Zusammenhang an rektovesikale Fisteln oder auch an Erkrankungen der Prostata, die das Rektum betreffen können. Hinzu kommt, dass Eingriffe im kleinen Becken nicht selten zu urologischen Problemen, ja zu intraoperativen Verletzungen urologischer Organe führen können. Insofern gehören Basiskenntnisse des perioperativen urologischen Managements – soweit es das kleine Becken betrifft – sehr wohl zur Proktologie.

A. Bachmann, T. Sulser, J. Zumbé

15. Kinderproktologie

In der pädiatrischen Proktologie sind besondere Kenntnisse über angeborene anorektale Fehlbildungen erforderlich. Trotz zunehmender Spezialisierung auch in der Pädiatrie existiert zurzeit unseres Wissens noch kein Facharzttitel »Proktologie für Säuglinge, Kinder und Jugendliche«. Der Kinderarzt, der Allgemeinpraktiker, der Kinderchirurg und der Proktologe, an den sich dieses Buch richtet, sind aber häufiger als erwartet mit Problemen des Anus und des Enddarmes bei Kindern konfrontiert.

J. Hirsig

Backmatter

In b.Flat Gastrointestinale Chirurgie enthaltene Bücher

In b.Flat Viszeral- und Allgemeinchirurgie 360° enthaltene Bücher

In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher

Weitere Informationen

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