Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie
Autoren
Kristina Hennig-Fast und Alexander Brunnauer

Neuropsychologische Testdiagnostik

Aufgaben der neuropsychologischen Diagnostik in der Psychiatrie sind die differenzierte Erfassung kognitiver, emotionaler und behavioraler Veränderungen als Folge struktureller oder funktioneller Veränderungen des Gehirns. Hierzu bedient sie sich unterschiedlicher standardisierter, validierter und normierter neuropsychologischer und klinisch-psychologischer Untersuchungsverfahren. Hiermit werden sowohl spezifische Funktionsstörungen u. a. in den Bereichen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis oder exekutiver Kontrollprozesse erfasst, als auch Ausprägungen bezüglich Persönlichkeitseigenschaften beschrieben. Neben der Statusdiagnostik dient sie der differenzialdiagnostischen Abgrenzung, Behandlungsplanung, Verlaufsbeurteilung und prognostischen Einschätzung des Rehabilitations- und Reintegrationspotenzials. Im Rahmen von Entschädigungs- und Rentenverfahren ist die neuropsychologische Expertise in Form von Zusatzgutachten im Kontext einer psychiatrischen Gesamtbegutachtung oft gefordert. Einen Spezialfall stellt die Leistungsbeurteilung im Rahmen der Fahreignungsbegutachtung psychiatrischer Patienten dar.

Grundlagen

Einleitung

Psychologische Tests haben in der Psychiatrie eine lange Tradition, die zurückgeht bis zu den Anfängen der experimentellen Methodik in der Psychologie. Während die Väter der experimentellen Psychologie, Wilhelm Wundt in seinem 1879 in Leipzig gegründeten Institut für experimentelle Psychologie und Hermann Ebbinghaus als Schöpfer der experimentellen Gedächtnisforschung, sich eher für die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der psychischen Funktionen interessierten, begannen Mitarbeiter und Schüler schon sehr bald damit, dieselben Aufgaben und Versuchsanordnungen auch für die systematische Prüfung von Unterschieden zwischen Personen zu verwenden (Kraepelin 1896). Emil Kraepelin übertrug Wundts experimentell-psychologische Methodik auch auf die Untersuchung der Wirkung ZNS-aktiver Substanzen wie Tee, Kaffee und Alkohol und gilt als Begründer der modernen Pharmakopsychologie. Zur Erfassung der zentralen Wirkung von Arzneimitteln wurden dabei Aufgaben wie Lesegeschwindigkeit oder fortlaufende Additionen über 5 min, Zeitschätzung, Reaktionszeitmessungen und Erlernen von 12-stelligen Zahlenreihen eingesetzt (Debus 1992; Hoff 1992; Spiegel 1988).
Im deutschsprachigen Raum trugen Lautenbacher und Gauggel (2004) erstmals Beiträge aus der Neuropsychologie für die Erfassung psychischer Störungen in einem Lehrbuch zusammen (2. Aufl. 2010). Leitlinien zur neuropsychologischen Diagnostik und Therapie wurden von der Der Vorstand der Gesellschaft für Neuropsychkologie (GNP) (2005) herausgegeben, die in der aktuellen Fassung dem Entwicklungsstand von Expertenurteilen (S1 nach AWMF) entsprechen. Die allgemeinen Aspekte der psychologischen Diagnostik lassen sich aus Standardwerken wie Krohne und Hock (2007), Kubinger (2009) und Schmidt-Atzert und Amelang (2012) entnehmen, den methodischen Hintergrund geben z. B. Moosbrugger und Kelava (2011) für die klassische und Rost (2004) für die probabilistische Testtheorie. Ein nahezu vollständiges Kompendium klassischer und international bekannter neuropsychologischer Testverfahren findet sich bei Mitrushina et al. (2005), Strauss et al. (2006) oder Lezak et al. (2012). Als klinisch-orientierte Handbücher neuropsychologischer Diagnostik können Hartje und Poeck (2006), Prosiegel und Böttger (2006), Goldenberg (2007), Lehrner et al. (2010), Karnath et al. (2014) und Vanderploeg (1999), letzteres trotz frühen Erscheinungsdatums, empfohlen werden. Eine gute Übersicht über neuropsychologische und neurobiologische Grundlagen geben D’Esposito (2002) Kandel et al. (2012), Karnath und Thier (2012), Gazzaniga (2014) sowie Kolb und Whishaw (2015).

Begriffsbestimmungen

Testtheorie

Klassische Testtheorie
Die sogenannte klassische Testtheorie, nach der die Mehrzahl der derzeit erhältlichen Tests konstruiert ist, ist im Wesentlichen eine Fehlertheorie, die Annahmen über Art und Verteilung auftretender Messfehler macht. Vor ihrem Hintergrund lassen sich Aussagen über Homogenität, Reliabilität, Validität sowie den Standardmessfehler eines Tests (= Vertrauensbereich einer Messung unter Berücksichtigung der Reliabilität) machen. Die klassische Testtheorie bietet keine Beurteilungsgrundlage für die Güte und Adäquatheit der Messskalen selbst.
Latent Trait Theory
Dies wird erst durch neuere Modelle nach der Latent Trait Theory gewährleistet, deren Anspruch darin liegt, auch Aussagen über die der Messung zugrunde liegende Skala zu geben. Beispiele für solche Modelle sind das in Europa (zumindest in der Theorie) recht populäre Modell von Rasch (1960) und die auf Lord (1950) zurückgehende Item Response Theory. Bisher wurden in der klinischen Psychodiagnostik nur wenige Tests nach diesen Modellen konstruiert; allerdings ist ihre potenzielle Bedeutung groß, v. a. bei computerunterstützten Tests, bei denen die Itemauswahl vom Leistungsniveau des jeweiligen Probanden abhängt (computerunterstützte adaptive Tests, s. z. B. Wainer 2000).

Skalenniveau und Normierung

Testergebnisse von psychologischen Tests werden nur selten in absoluten Zahlen (z. B. Anzahl gelöster Aufgaben, Fehlerhäufigkeit, kurz: Rohwerte) mitgeteilt, sondern meist in statistische Maßzahlen (Standardwerte) umgerechnet, die die Stellung des Probanden im Vergleich mit der oder den Normstichproben angeben. Die dafür verwendeten Skalen sind der Normalverteilung (Gauß-Glockenkurve, Abb. 1) entlehnt. Psychologische Testergebnisse in Form von Standardwerten lassen sich deshalb auch meistens in sog. Prozentränge umrechnen, die die Stellung eines Probanden im Vergleich mit der Norm in Prozent angeben. Abb. 1 zeigt die gebräuchlichsten Messskalen für psychologische Tests und ihre Beziehungen zur Normalverteilung.
Absolute Messwerte vs. statistische Maßzahlen
Dem Vorteil der unmittelbaren Interpretierbarkeit standardisierter Testwerte steht die Aufgabe der absoluten Messskala als Nachteil gegenüber. Bei psychologischen Tests bedeuten absolute Messwerte nicht viel, schon gar nicht im Vergleich zwischen verschiedenen Tests. In den Naturwissenschaften ist das anders: Hier liegen die primären Messwerte meist – wenn auch keineswegs immer, siehe z. B. die semiquantitativen Ergebnisse einiger bildgebender Verfahren – als physikalische Maßeinheiten vor, die sich als sog. Verhältnisskalen miteinander mathematisch verrechnen und in Beziehung setzen lassen (etwa ml/kg). Die Aufgabe dieser Eigenschaft wäre ein erheblicher Nachteil. Laborwerte werden deshalb meist in Form von Rohwerten mitgeteilt, für deren Interpretation man auf Referenztabellen zurückgreifen muss.
Vergleichbarkeit von Tests
Ein Hauptproblem standardisierter Testwerte ist die oft mangelhafte Vergleichbarkeit von Tests, die auf der Grundlage unterschiedlicher Normstichproben standardisiert wurden. Einem IQ von 100 im Test A muss keineswegs ein IQ von 100 in einem inhaltlich vergleichbaren Test B entsprechen, obwohl gerade das durch die Normierung beabsichtigt ist. Stichprobenverzerrungen, Merkmalsänderungen über die Zeit (und dementsprechend unterschiedliche Standardwerte bei älteren im Vergleich zu neueren Standardisierungen) und Zufallseffekte bei kleinen Normierungsstichproben spielen hier eine relativ große Rolle. Im Abschnitt über die Intelligenzmessung wird dies an einem Beispiel näher erläutert.

Gütekriterien und Gütemerkmale

Zu den primären Gütekriterien eines Tests zählen:
  • Die Objektivität,
  • die Reliabilität (Zuverlässigkeit) und
  • die Validität (Gültigkeit).
Für jedes der 3 Kriterien sind Verfahren festgelegt, mit deren Hilfe sich ein oder mehrere Kennwerte gewinnen lassen. Im Fall der Objektivität und – mit Einschränkungen – der Reliabilität sind diese ohne theoretischen Hintergrund verständlich und nachvollziehbar. Koeffizienten für die Validität lassen sich dagegen oft nur im Rahmen der zugrunde liegenden Testtheorie interpretieren.
Objektivität
Ein Test ist objektiv, wenn er von der Person des Untersuchers und/oder Auswerters unabhängig ist. Das Ausmaß der Übereinstimmung verschiedener Untersucher oder Auswerter lässt sich mit einem Korrelationskoeffizienten quantitativ angeben und sollte über r = 0,90 liegen.
Reliabilität
Zu den Kennwerten der Zuverlässigkeit zählen:
  • Testhomogenität oder interne Konsistenz: Messen die einzelnen Aufgaben eines Test (oder Subtests, falls es sich um eine Testbatterie handelt) ein ähnliches Konzept, konkret: Korrelieren sie hoch miteinander?
  • (Zeitliche) Stabilität oder Wiederholungsreliabilität: Die meisten psychologischen Tests messen Merkmale, die per definitionem mehr oder weniger zeitstabil sein sollen. Deshalb erwartet man bei wiederholter Testdarbietung einen ähnlichen Messwert. Die Korrelation zwischen erster und zweiter Testdarbietung ergibt den Kennwert der Stabilität. Es ist klar, dass dieser Kennwert nicht nur von der instrumentellen Güte des Messinstruments, sondern auch von der zeitlichen Stabilität des gemessenen Merkmals abhängt.
  • Paralleltestreliabilität: Viele Leistungstests lassen sich in kurzem Zeitabstand nicht gut wiederholen, weil die Aufgaben leichter durchzuführen sind, wenn sie schon einmal bearbeitet oder sogar gelöst wurden. Manchmal werden deshalb bereits bei der Testkonstruktion 2 oder mehr Parallelversionen eines Tests erstellt, deren Korrelation miteinander bei zeitnaher Vorgabe ein Maß für die Zuverlässigkeit der Instrumente ist.
Validität
Zu den Kennwerten der Validität zählen:
  • Externe Validität: Im Allgemeinen versteht man hierunter die Korrelation des Tests mit einem externen Kriterium, das der Test schätzen soll. Dies kann schon gleichzeitig vorliegen (konkurrente Validität, dabei hat der Test den Charakter einer Leistungsprobe oder Prüfung) oder erst in der Zukunft erhebbar sein (prädiktive Validität, z. B. Eignungstest).
  • Interne Validität oder Konstruktvalidität: Hierunter versteht man die Gültigkeit eines Tests vor dem Hintergrund einer Theorie. In der Praxis kommen Schätzwerte für die interne Validität aus Korrelationen mit anderen Tests, aus Ergebnissen von Faktoren- oder Pfadanalysen sowie aus experimentellen Untersuchungen.
Daneben gibt es noch sekundäre Gütemerkmale, die nicht so spezifisch für psychologische Tests sind, sondern mehr oder weniger für alle diagnostischen Verfahren gelten: Adäquatheit der Normierung, Bandbreite, Ökonomie, Relevanz, Zumutbarkeit, Verfälschbarkeit und andere. Die bei diagnostischen Maßnahmen zur Trennung eines dichotomen Kriteriums wichtigen Gütekriterien der
  • Sensitivität (Verhältnis der durch den Test als krank identifizierten Personen zu allen tatsächlich Kranken) und
  • Spezifität (Verhältnis der im Test als gesund Identifizierten zu allen tatsächlich Gesunden)
spielen bei psychologischen Tests eher eine untergeordnete Rolle. Von Tests werden meist quantitative Aussagen und keine Ja-/Nein-Entscheidungen verlangt. Bei einigen differenzierenden Verfahren, die standardisiert ergänzend zur testpsychologischen Untersuchung eingesetzt werden und welche der Erfassung von klinischen Symptomen oder der diagnostischen Zuordnung dienen, spielen Sensitivität und Spezifität jedoch eine bedeutsame Rolle. Als Beispiele seien hier Screeningverfahren, wie z. B. Demenzkurztests oder auch Fragebögen zur Selbstangabe bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), genannt.

Störeinflüsse

Die Aussagekraft neuropsychologischer und klinisch-psychologischer Testverfahren kann durch eine Reihe von testbehindernden Faktoren eingeschränkt sein, die eine Interpretation der Ergebnisse erschweren. Verständnisprobleme, Verfälschungstendenzen oder der Einfluss von Psychopharmaka sind mögliche Störeinflüsse auf Seiten des Patienten. Untersucher können Fehler machen durch eine falsche Selektion von Testinstrumenten (zu schwer, zu leicht) oder Verfahrensfehler bei der Testvorgabe oder Auswertung. Auch ungenügend standardisierte Umgebungsbedingungen können Testergebnisse verändern. Nachfolgende Aspekte sind im Einzelfall zu berücksichtigen:
Testleitereffekte
Hierunter versteht man die Beeinflussung eines Testergebnisses durch bestimmte Merkmale des Untersuchers, wie zum Beispiel in der Durchführung und Aufgabenbewertung (Mildefehler, Härtefehler), oder eine fehlerhafte Auswertung und Interpretation. Ebenso können persönliche Eigenschaften des Testleiters Einfluss nehmen auf die Interaktion mit der zu untersuchenden Person, wodurch indirekt, z. B. durch Unsicherheit oder verringerte Motivation der untersuchten Person, eine Verzerrung von Testergebnissen möglich ist. Der Gefahr von Testleitereffekten kann durch die Standardisierung eines Tests (z. B. PC-gestützte Testvorgabe und Auswertung) und durch regelmäßige gegenseitige Qualitätskontrollen begegnet werden, lässt sich aber niemals vollständig ausschließen (Vanderploeg 1994a).
Auch Einschränkungen der Durchführungs- oder Auswertungsobjektivität wie dem „examiner drift“, einem vom Testleiter selbst nicht wahrgenommenen Abweichen von den Durchführungsvorschriften des Testmanuals bei langjähriger Testanwendung, kann zu Verzerrungen führen. Gerade im psychiatrisch-neurologischen Bereich ist eine extrem starre, am Wortlaut des Testhandbuchs haftende Testvorgabe oft weder sinnvoll noch zu realisieren, wenn das Leistungsoptimum eines Patienten erfasst werden soll. Vanderploeg (1994a) weist darauf hin, dass hier Standardisierung weniger das immer gleiche Testleiterverhalten bedeutet, sondern eher das gleiche Verstehen der Aufgabe auf Seiten des Patienten beinhaltet.
Soziokultureller Hintergrund
Ausbildungshintergrund und Sprachkenntnisse sind bei der Auswahl von Untersuchungsverfahren entscheidend. Patienten mit Migrationshintergrund sind bei sprachgebundenen Tests oftmals benachteiligt. Ebenso spielen für das Verständnis von Testinstruktionen und Fragenformulierungen diese Faktoren eine wichtige Rolle. Darüber hinaus lassen sich für manche Testverfahren soziokulturelle Einflüsse auf das Antwortverhalten feststellen. Dies gilt vor allem für Verfahren, die auf subjektiven Selbstangaben beruhen, wie z. B. Verfahren, die den Umgang mit Emotionen erfassen, die soziokulturellen Unterschieden unterliegen.
Psychopathologischer Status
Auch wenn in zahlreichen Untersuchungen gezeigt werden konnte, dass kognitive Einbußen bei psychiatrischen Patienten relativ unabhängig vom psychopathologischen Status auftreten können, sollten Patienten bezüglich der Symptombelastung weitgehend remittiert sein, um eine Konfundierung der Symptomausprägung mit den zu messenden neuropsychologischen Funktionen zu minimieren. In Verlaufsmessungen (akut bis remittiert) kann es allerdings das Ziel sein, dies abzubilden.
Medikation
Sedierende oder aktivierende Eigenschaften einer Substanz können zu Beeinträchtigungen kognitiver Funktionen führen. Besonders kritisch sind diesbezüglich u. a. Benzodiazepine, Anticholinergika, Antiepileptika/Stimmungsstabilisierer, Antipsychotika sowie sedierende Antidepressiva. Mit Ausnahme von Verlaufsbeurteilungen im Rahmen medikamentöser Behandlung sollte in Aufdosierungs- oder Umstellungsphasen keine Erhebung der kognitiven Leistungsfähigkeit erfolgen.
Sensorische oder motorische Störungen
Sensorische oder motorische Beeinträchtigungen können zu Minderleistungen führen, die nicht im Zusammenhang mit dem eigentlich zu messenden neuropsychologischen Funktionsbereich stehen. Lesehilfen, Hörgeräte bzw. ein Ausweichen auf Untersuchungsverfahren, die nicht so sehr von der Handmotorik abhängig und weniger zeitkritisch sind, sind hierbei zu berücksichtigen. Für einzelne kognitive Funktionsbereiche, liegen zudem auch altersspezifische oder auch weitestgehend sprachfreie Testversionen vor, die z. B. vergrößerte und nichtsprachliche Symbole nutzen, um eingeschränkten sensorischen und sprachlichen Funktionen als konfundierenden Faktoren Rechnung zu tragen.
Verfälschen der Testleistung
Ein weiteres Problem stellen bewusstseinsferne oder bewusstseinsnahe Verfälschungstendenzen im Sinne von suboptimalem Leistungsverhalten und negativen Antwortverzerrungen durch die Patienten dar. Vor allem bei Untersuchungen im Rahmen von Gutachten, die über finanzielle Leistungen entscheiden, aber auch bei forensischen Begutachtungen, muss dem Aspekt der Symptomvalidierung (Abschn. 1.4) besondere Beachtung gewidmet werden (Übersichten u. a., Slick et al. 1999; Merten 2014).

Symptomvalidierung

Suboptimales Leistungsverhalten und negative Antwortverzerrungen in einer Untersuchungssituation können unterschiedliche Ursachen haben, die jedoch nicht automatisch mit Simulations- oder Aggravationstendenzen in Verbindung gebracht werden dürfen. Diese können in den oben beschriebenen testbehindernden Faktoren, motivationalen Aspekten und situationsbedingten Faktoren (Ärger, Frustration, Versagensängste) begründet sein. Erschwerend kommt hinzu, dass Simulations- und Aggravationstendenzen auch bei tatsächlichem Vorliegen einer psychischen Erkrankung auftreten können und somit Art und Ausmaß der objektivierten Beeinträchtigungen und geschilderten Belastungen jeweils vor diesem Hintergrund zu beurteilen sind.
In der Beurteilungspraxis wird in der Regel eine Unterscheidung anhand zweier Dimensionen vorgenommen, der Bewusstheit der fälschlichen Symptomdarstellung und der zugrunde liegenden Motivation (Merten 2014). Negative Antwortverzerrungen bzw. suboptimales Leistungsverhalten sind in einer neuropsychologischen Untersuchung insbesondere von nachfolgenden Aspekten zu trennen:
  • Aggravation: hierbei handelt es sich um eine absichtliche und gesteuerte Übertreibung von vorhandenen Defiziten mit sekundärem Krankheitsgewinn.
  • Simulation (engl. „malingering“, ICD-10: Z76.5): die bewusste und gezielte Vortäuschung von Defiziten mit der Absicht, einen erkennbaren Vorteil zu erlangen (sekundärer Krankheitsgewinn).
  • Artifizielle Störung: selbstmanipulierte psychische oder körperliche Erkrankung (z. B. Münchhausen-Syndrom) mit primärem Krankheitsgewinn. Unterliegt zwar einer willentlichen Kontrolle, doch kann der Betroffene sich ihrer nicht erwehren. Diese Patienten verfolgen Ziele, denen sie „unfreiwillig“ unterworfen sind, die ihnen letztlich nicht bewusst sind.
Es existieren eine Reihe von Strategien zur Erhärtung des Verdachts auf eine willentliche Verfälschung der Testergebnisse. Neuere Übersichten und Positionspapiere finden sich hierzu u. a in Bush et al. (2005), Boone (2007), Larrabee (2007), Rogers (2008) und Merten (2014). In den letzten Jahren sind verschiedene Spezialverfahren konstruiert worden, die unter der Bezeichnung Beschwerdenvalidierungsverfahren zusammengefasst wurden. Diese Tests liefern Aussagen zur Kooperativität der Probanden und Validität ermittelter Testprofile. Beispiele hierfür sind der Test of Memory Malingering (TOMM, Tombaugh 1996) der Word Memory Test (WMT, Green 2003) oder der Amsterdamer Kurzzeitgedächtnistest (AKGT, Schmand und Lindeboom 2005). Häufig benutzt wird auch der 15-Items-Memorization-Test von Rey (Cimino 1994; Heubrock 1995), der jedoch sehr kontrovers hinsichtlich prädiktiver Power, Sensitivität und Spezifität diskutiert wird und bei dem die Forderung nach einem reliableren Auswertungssystem besteht.
Symptompräsentation im Rahmen kognitiver Verfahren und Beschwerdenschilderung sollten jeweils unabhängig voneinander mittels Beschwerdenvalidierungstests geprüft werden. Beide Erscheinungsformen negativer Antwortverzerrungen können in der Untersuchungssituation auch unabhängig voneinander auftreten. An Fragebögen zur Validierung berichteter Beschwerden wird u. a. der Strukturierte Fragebogen Simulierter Symptome (SFSS, Cima et al. 2003) eingesetzt. In Deutschland haben Heubrock und Petermann mit der Testbatterie zur Forensischen Neuropsychologie (TBFN) eine ganze Sammlung einschlägiger Verfahren vorgelegt (2000).

Rahmenbedingungen der Untersuchung

Die klinische Neuropsychologie in der Psychiatrie hat von jeher die Ansicht vertreten, dass jeder psychischen Erkrankung eine Veränderung von Hirnstruktur und Hirnfunktion zu Grunde liegen muss, die mit neuropsychologischen Untersuchungsverfahren, wie sie zur Untersuchung „hirngeschädigter“ Patienten eingesetzt werden, untersucht und deren funktionelle Auswirkungen differenziert beschrieben werden können.
Mit Einführung der modernen bildgebenden Verfahren konnten diese Annahmen bestätigt werden, indem strukturelle und funktionelle Veränderungen bei psychischen Erkrankungen und deren Zusammenhänge mit kognitiven Dysfunktionen gut belegt werden konnten (s. hierzu auch Kap. Neuropsychologie). Nicht unerwähnt darf bleiben, dass der Erklärungsabstand zwischen neuropsychologischen Funktionsstörungen und anatomisch-funktionellen Veränderungen teilweise noch sehr groß ist, so dass der ausführlichen neuropsychologischen Untersuchung zur Beurteilung der Funktionalität und deren Auswirkungen für die Teilhabe an Aktivitäten des täglichen Lebens nach wie vor eine zentrale Rolle zukommt.
Das Anforderungsprofil an den diagnostisch tätigen Neuropsychologen in der Psychiatrie ist vielschichtig. Neben der fachspezifischen neuropsychologischen Expertise sind fundierte Kenntnisse der Testtheorie und in psychologisch-diagnostischer Vorgehensweise sowie grundlegendes Wissen über psychiatrische und neurologische Krankheitsbilder, funktionelle Neuroanatomie und Psychopharmakologie gefordert.

Diagnostische Aufgabengebiete und häufige Fragestellungen

Die neuropsychologische Diagnostik ist ein integraler Bestandteil des psychiatrisch-diagnostischen Prozesses. Ein zentraler Aufgabenbereich ist die Statusdiagnostik, d. h. die Erfassung und Beschreibung kognitiver, emotionaler und behavioraler Beeinträchtigungen als Folge psychischer Erkrankungen. Die Beurteilung erfolgt in der Regel nach Art und Ausmaß der Funktionsbeeinträchtigungen sowie deren Auswirkungen auf alltagspraktische Fähigkeiten. Sie dient der differenzialdiagnostischen Zuordnung, Verlaufsbeurteilung, Prognosestellung und Therapieevaluation. Weit häufiger als etwa im Rahmen neurologischer Fragestellungen wird bei der Untersuchung psychiatrischer Patienten zudem eine klassifikatorische Bewertung der neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse gefordert.
Aufgaben der neuropsychologischen Diagnostik in der Psychiatrie
  • Erhebung der aktuellen kognitiven Leistungsfähigkeit, einschließlich emotionaler und motivationaler Funktionsbeeinträchtigungen
  • Differenzialdiagnostische Bewertung neuropsychologischer Funktionsbeeinträchtigungen
  • Erklärung der Entstehung und Aufrechterhaltung neuropsychologischer Störungen
  • Indikationsstellung für neuropsychologische Behandlungsmaßnahmen
  • Verlaufsbeurteilung und Therapieevaluation
  • Beantwortung prognostischer Fragen hinsichtlich der (beruflichen) Wiedereingliederung
  • Befundung und Begutachtung
Bei psychischen Erkrankungen ist das Gehirn zumeist in seinen Netzwerkeigenschaften beeinträchtigt, mit einer Vielzahl reziproker Verbindungen zu kortikalen und subkortikalen Strukturen. Die neuropsychologische Diagnostik in der Psychiatrie muss folglich breiter angelegt sein und mehr auf die relationale Ausprägung von Funktionsbeeinträchtigungen fokussieren. Weitaus seltener als bei neurologischen Erkrankungen ist mit selektiven Ausfällen zu rechnen, unterschiedliche psychische Erkrankungen können zu ähnlichen neuropsychologischen Beeinträchtigungen führen. Häufig sind auch Fragen der intellektuellen Leistungsfähigkeit im Rahmen einer ausführlichen neuropsychologischen Diagnostik zu beantworten. Um konfundierende Aspekte der aktuellen Symptombelastung mit dem kognitiven Status kontrollieren zu können, sind zudem Verfahren zur Symptomschilderung zu berücksichtigen. Eine Statusdiagnostik sollte daher in der Regel, je nach Störungsbild, die nachfolgenden Bereiche umfassen (Tab. 1).
Tab. 1
Neuropsychologische Statusdiagnostik
Funktionsbereiche
Komponenten
Wahrnehmung
Visuokonstruktive, räumlich-kognitive Leistungen
Sprache
Wortflüssigkeit, Benennen, Sprachverständnis, Nachsprechen, Lesen, Schreiben
Aufmerksamkeit
Alertness, Daueraufmerksamkeit (Vigilanz), selektive Aufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit
Gedächtnis
Kurzzeit-/Arbeitsgedächtnis, Lern- und Merkfähigkeit
Exekutive Funktionen
Planen, Problemlösen, Wechseln, Initiieren/Hemmen, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeitssteuerung
Intellektuelles Leistungsvermögen
Sprachverständnis, Wahrnehmungsgebundenes logisches Denken, Arbeitsgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit
Affektivität und Persönlichkeit
Aktuelles Symptomerleben, überdauernde Verhaltensmerkmale, Verhaltensstrategien
Eine Besonderheit der neuropsychologischen Diagnostik in der Psychiatrie ist, dass über die differenzierte Beschreibung neuropsychologischer Funktionen hinaus eine klinische Gewichtung der Untersuchungsergebnisse, im Sinne einer klassifikatorisch-diagnostischen Zuordnung, gefordert ist. Dies stellt den Diagnostiker vor besondere Anforderungen, da sich ätiologiespezifische neuropsychologische Funktionsprofile, aufgrund des bereits oben beschriebenen Netzwerkcharakters psychischer Funktionsstörungen und der interindividuell unterschiedlichen Verläufe, oftmals nicht mit der gewünschten Deutlichkeit darstellen. Häufige Fragestellungen an den klinischen Neuropsychologen sind in der nachfolgenden Übersicht aufgelistet.
Häufige Fragestellungen an den Neuropsychologen in der Psychiatrie
  • Kognitiver Status/Verlaufsbeurteilung – Aufmerksamkeit, Gedächtnis, exekutive Funktionen, visuelle Wahrnehmung, Sprache etc.
  • Früh- und Differenzialdiagnostik demenzieller Syndrome
  • Abgrenzung Depression vs. demenzielle Entwicklung
  • Hinweise für Prodromi einer schizophrenen Psychose
  • Hinweise für alkoholbedingtes amnestisches Syndrom
  • Intellektueller Status – Intelligenzminderung, Lernbehinderung, Teilleistungsstörung, Entwicklungsstörung
  • Hinweise für AD(H)S im Erwachsenenalter, Autismus-Spektrum-Störung
  • Indikationsstellung für neuropsychologische Behandlungsmaßnahmen
  • Beurteilung in Bezug auf (berufliche) Wiedereingliederungsmaßnahmen
  • Beurteilung der Alltagssicherheit und Fahrtauglichkeit

Untersuchungsablauf

Die neuropsychologische Untersuchung kann in unterschiedliche diagnostische Schritte gegliedert werden, die je nach Fragestellung und Auftragsart (Befundung, Begutachtung) modifiziert werden müssen (Abb. 2). Anhand der Krankheitsgeschichte, die neben Vorbefunden sowie der psychiatrischen Anamnese und Exploration im Idealfall um Screeningverfahren zum aktuellen kognitiven Status (u. a. MoCA), der Psychopathologie (u. a. SCL 90-R) und ggf. zu Persönlichkeitsfaktoren (u. a. IPDE) ergänzt ist, werden diagnostische Hypothesen formuliert und eine konkrete Fragestellung an den neuropsychologischen Untersucher gerichtet. Dieser führt anhand dieser Vorinformationen eine spezifische neuropsychologische Anamnese und Exploration durch, wobei neben kognitiven, affektiven und emotionalen Beeinträchtigungen und den berichteten Aktivitäts- und Partizipationseinschränkungen möglicherweise testbehindernde Faktoren erfasst werden. Basierend hierauf erfolgt die Planung und Durchführung der neuropsychologischen Untersuchung, bei der die Verhaltensbeobachtung während der Testung einen wichtigen Aspekt darstellt, ebenso die Erfassung von Aggravations- und Simulationstendenzen. Hieran schließt sich die Auswertung, Analyse und Interpretation der Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung, die auch auf interne Plausibilität, Inkongruenzen zu den Vorbefunden sowie auf Widersprüchlichkeiten zu den Angaben im Rahmen der Anamnese geprüft werden müssen. Im Einzelfall kann zur Objektivierung subtiler Funktionsbeeinträchtigungen eine Profilinterpretation intraindividueller Leistungen mit Methoden der psychometrischen Einzelfalldiagnostik zielführend sein. Bei Verlaufsuntersuchungen können mithilfe kritischer Differenzen Veränderungen auf Überzufälligkeit überprüft werden. Zusätzlichen Erkenntnisgewinn erhält man oftmals im Rahmen der Rückmeldung der neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse an den Patienten bzw. Probanden, die Aufschluss über Wahrnehmung von und Einsicht in die objektivierten Auffälligkeiten, aber auch über Bagatellisierungs- und Verdeutlichungstendenzen gibt. Am Schluss des diagnostischen Prozesses steht die schriftliche Dokumentation der Untersuchungsergebnisse im Rahmen eines Befundberichts oder Gutachtens.

Neuropsychologisches Gutachten

In neuropsychologischen Gutachten sind Fragen zu Ausmaß, Muster und Folgen von neuropsychologischen Funktionsstörungen aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung des Gehirns zu beantworten. In der Leitlinie „Neuropsychologische Begutachtung“ (Neumann-Zielke et al. 2009) der Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) werden rechtliche Rahmenbedingungen, Standards, mögliche Fragestellungen sowie Qualitätsanforderungen an den neuropsychologischen Gutachter ausführlich erläutert.
Auftraggeber und Fragestellungen
Auftraggeber für neuropsychologische Gutachten bzw. Zusatzgutachten sind gesetzliche Sozialversicherungen (Unfall, Rente, Krankheit), private Versicherungen (Unfall, Haftpflicht, Berufsunfähigkeit), Sozialgerichte bzw. Versorgungsämter sowie sonstige Ämter und Gerichte (Fahrtauglichkeit, Geschäfts- und Testierfähigkeit, Schuld- oder Verhandlungsfähigkeit, Betreuung).
Häufig beziehen sich Fragestellungen an den neuropsychologischen Gutachter auf:
  • Minderung der Erwerbsfähigkeit (Unfallversicherung, Entschädigung auf Grundlage des Versorgungsrechts),
  • Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit (Rentenversicherung, private Berufsunfähigkeitsversicherung),
  • Ausmaß der Erwerbsminderung (gesetzliche Rentenversicherung),
  • Grad der Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit (private Unfallversicherung),
  • Grad der Behinderung (Schwerbehindertengesetz).
Neuropsychologisches Gutachten im Kontext der Gesamtbegutachtung
Häufig werden neuropsychologische Zusatzgutachten im Kontext einer psychiatrischen oder neurologischen Gesamtbegutachtung angefordert. Es geht hierbei in erster Linie um die Fragen, inwieweit die beschriebenen Funktionsstörungen oder Schädigungen des Gehirns zu neuropsychologischen Funktionsbeeinträchtigungen mit alltagsrelevanten Auswirkungen auf Aktivität und Partizipation führen. Darüber hinaus dienen die Ergebnisse der neuropsychologischen Begutachtung im Gesamtkontext der Beurteilung, oftmals auch der klassifikatorisch-diagnostischen Zuordnung. Grundsätzlich lassen sich finale und kausale Gutachten unterscheiden. Finale Gutachten sind etwa bei Fragen nach der Geschäftsfähigkeit, Schuldfähigkeit oder der Fahrtauglichkeit zu stellen. Die Ursache der zugrunde liegenden Funktionsstörung ist dabei nicht von Bedeutung. Im Rahmen einer kausalen Beurteilung muss der Gutachter zudem beurteilen auf welche Ursachen eine neuropsychologische Funktionsstörung zurückzuführen ist; dies wird z. B. relevant wenn Gutachten für eine Unfall- oder Haftpflichtversicherung zu erstellen sind.

Begutachtung der Fahrtüchtigkeit

Im Rahmen einer verkehrsmedizinischen Begutachtung psychiatrischer oder neurologischer Patienten wird in der Regel auch die Frage nach der Leistungsfähigkeit in verkehrsrelevanten Funktionsbereichen gestellt. Diese leitet sich aus den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (Gräcmann und Albrecht 2014) bzw. der Fahrerlaubnisverordnung (FeV 2014) ab, indem die Beurteilung der Fahrtüchtigkeit eines Patienten, neben der Bewertung des klinischen Bildes der Grunderkrankung, auch nach neuropsychologischen Gesichtspunkten zu erfolgen hat (Brunnauer und Laux 2008). Bei der Bewertung steht die Frage nach der Verursachung von Leistungsmängeln nicht im Vordergrund, allerdings sollten möglichst exakte ätiopathogenetische und diagnostische Aussagen gemacht werden, da sich hieraus Hinweise für die Behandlung und damit für die Verbesserung der Fahrtüchtigkeit sowie für die Prognose ergeben können. Zur Beurteilung der Kompensationsfähigkeit von Leistungsdefiziten wird in vielen Fällen eine verkehrspsychologische Fahrverhaltensbeobachtung durch einen (neuro)psychologischen Gutachter vorgenommen (s. ausführlich hierzu Kap. Fahrtüchtigkeit).

Funktionsbereiche und Verfahren

Intelligenz und globale kognitive Leistungsfähigkeit

Die kognitive Leistungsfähigkeit psychiatrischer Patienten ist meistens vorübergehend akut oder auch nach Remission weiter bestehend beeinträchtigt. Hierfür kommen zahlreiche verursachende Faktoren wie die psychiatrische Grunderkrankung, körperliche Begleiterkrankungen, vordiagnostizierte oder noch nicht bekannte Hirnschäden, Entwicklungsstörungen, Hospitalisierung und sozialer Rückzug, emotionale und motivationale Störungen, medikamentöse Nebenwirkungen und Intoxikationen in Betracht.

Wechsler Intelligenztests

Die Intelligenztests von David Wechsler sind seit rund 50 Jahren die im klinischen Bereich international am weitesten verbreiteten Tests. Es gibt Versionen für Erwachsene, Schulkinder und Vorschulkinder. Der Wechsler Intelligenztest für Erwachsene (WIE, Aster et al. 2006) basiert auf der Wechsler Adult Intelligence Scale-III (WAIS-III, Wechsler 1997). Der WIE löste den Hamburg-Wechsler Intelligenztest für Erwachsene-Revision (HAWIE-R, Tewes 1991) ab, ihm folgte die Wechsler Adult Intelligence Scale-IV (WAIS-IV, Wechsler 2009; deutschsprachige Version: Petermann 2012). Alle Tests von Wechsler basieren bislang auf einem eher globalen Intelligenzbegriff, der lediglich bestimmte Facetten (Verbalintelligenz, Handlungsintelligenz) aufweist, die durch mehrere Untertests gemessen werden. Die Testbatterie besteht aus 10 Untertests (Subtests) und folgt in seiner Konstruktion wie auch der WISC-IV dem Cattell–Horn–Carroll-Modell (CHC-Modell). Auch die Untertests sind nicht so konstruiert, dass sie Primärfunktionen erfassen (seien diese nach kognitionspsychologischen oder nach neuropsychologischen Modellen konzipiert). Die Zusammenstellung der Subtests geschah aufgrund historischer Vorbilder nach dem Prinzip, dass sie einerseits unterschiedliche Inhalte erfassen, gleichzeitig aber möglichst hoch mit dem Gesamt-IQ korrelieren sollen. In dieser Hinsicht entsprechen die Verfahren Wechslers also nicht mehr den modernen Ansprüchen einer kognitionswissenschaftlichen (Amelang 1996) oder neuropsychologischen Komponentenforschung, auch wenn im WIE in dieser Richtung Verbesserungen zu sehen sind (s. unten).
Die Tests sind jedoch gerade im klinischen Bereich aus mehreren Gründen gut bewährt:
  • Sie verfügen über eine hohe Augenscheingültigkeit;
  • die Subtests bestehen aus vielfältigen Materialien, was für eine gewisse Abwechslung sorgt;
  • durch den direkten Kontakt zwischen Proband und Testleiter gibt es gute Möglichkeiten zu einer zusätzlichen Motivierung der Patienten;
  • die Subtests oder bestimmte Konstellationen von Subtests haben für manche klinischen Fragestellungen eine hohe Relevanz.
Vergleich WAIS-IV zu seinen Vorgängerversionen WIE und HAWIE-R
Schon im Vergleich zum HAWIE-R (Tewes 1991) wurde der WIE (Aster et al. 2006) auf 14 Untertests erweitert. Obwohl das Grundkonzept Wechslers beibehalten wurde, weist der Test auf Aufgaben- und Skalenebene grundlegende Unterschiede zu seiner Vorgängerversion auf, die über die üblichen Aktualisierungen der Iteminhalte und der Normwerte hinausgehen. Beim WIE liegt ein flexibleres Untersuchungskonzept vor, bei dem einige Untertests wahlweise eingesetzt werden konnten. Die WAIS-IV ist gegenüber ihren Vorgängerverfahren weiter verändert (Tab. 2). Die Dualität von Verbal- und Handlungsteil wurde aufgegeben und durch 4 Indexwerte Sprachverständnis, wahrnehmungsgebundenes logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit ersetzt. Es kann zudem ein übergeordnete Wert „allgemeiner Fähigkeitsindex“ berechnet werden, der weniger anfällig gegenüber Einschränkungen durch Verarbeitungsgeschwindigkeit und Arbeitsgedächtnis ist. Darüber hinaus kann wie in den Vorgängerverfahren der Gesamt-IQ mithilfe der Wechsler-Intelligenz-Skala bestimmt werden. Der Intelligenztest unterscheidet wie auch sein Vorgänger WIE zwischen sprachlicher und praktischer Intelligenz. Es können sogenannte Prozesswerte v. a. für neuropsychologische Fragestellungen berechnet werden. Die Index-Werte werden anhand von insgesamt 15 Untertests ermittelt. 12 der 15 Untertests wurden aus dem WIE übernommen, „Figuren legen“ und „Bilder ordnen“ entfielen. Neu dazugekommen sind „visuelle Puzzles“ und „Formenwaage“ im Bereich des wahrnehmungsgebundenen logischen Denkens und der „Durchstreich-Test“ im Bereich Verarbeitungsgeschwindigkeit, diese bilden weitere Facetten der Intelligenz ab. Die Aufgabenzahl pro Untertest wurde erhöht. Weitere Analysen können auf der Untertestebene vorgenommen werden, so dass anhand von Profilanalysen gezielte Aussagen über Stärken und Schwächen einer Person gemacht werden können.
Tab. 2
Untertests des Wechsler Adult Intelligence Scale-IV
Untertest
Geprüfte Funktion
Indizes
Wortschatz-Test (WT)
Verbale Ausdrucksfähigkeit, Fähigkeit, Wortbedeutungen zu erläutern, sprachliche Entwicklung, semantisches Lexikon
Sprachverständnis
Als Maß für die sprachliche Begriffsbildung, das sprachliche Schlussfolgern und das erworbene Wissen
Gemeinsamkeitenfinden (GF)
Sprachliche Konzeptbildung, sprachliche Abstraktionsfähigkeit
Allgemeines Wissen (AW)
Allgemeinbildung, Interesse an der Umwelt, kulturspezifische Kenntnisse, Langzeitgedächtnis für Fakten
Allgemeines Verständnis (AV, optionaler Subtest)
Verständnis sozialer und ethischer Normen, praktisches Urteilsvermögen
Mosaik-Test (MT)
Visuell-analytische Wahrnehmung, Unterscheidung von Teilen und Ganzem, visuomotorische Koordination, Handlungsregulation, Problemlösen
Wahrnehmungsgebundenes logisches Denken
Als Maß für wahrnehmungsgebundenes und fluides Schlussfolgern, räumliches Vorstellungsvermögen und visuomotorische Integration
Matrizen-Test (MZ)
Visuelle Informationsverarbeitung, abstraktes Denken, induktives Denken, Erkennen visueller Analogien, fluide Intelligenz
Visuelle Puzzles (VP)
Nonverbales Schlussfolgern und Fähigkeit, abstrakte Stimuli zu analysieren und zu integrieren
Formenwaage (FW, optionaler Test)
 
Bilderergänzen (BE, optionaler Test)
Wahrnehmungsgenauigkeit, Unterscheidung zwischen wichtigen und unwichtigen Details, Unterscheidung von Wesentlichem und Unwesentlichem, logisches Schlussfolgern
Zahlennachsprechen (ZN)
Zahlenspanne, akustische Merkfähigkeit, Arbeitsgedächtnis, Konzentrationsfähigkeit
Arbeitsgedächtnis
Fähigkeit, Informationen zeitweise im Gedächtnis zu behalten, Operationen oder Manipulationen damit durchzuführen und ein Ergebnis zu produzieren. Das Arbeitsgedächtnis umfasst Aufmerksamkeit, Konzentration, mentale Kontrolle und Schlussfolgern
Rechnerisches Denken (RD)
Rechenfähigkeit unter Zeitdruck, Logisches Denken, Arbeitsgedächtnis, Konzentration
Buchstaben-Zahlen-Folgen (BZF)
Akustische Merkfähigkeit, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit u. Konzentrationsfähigkeit
Symbolsuche (SYS)
Beobachtungsgenauigkeit u. Konzentration, Geschwindigkeit geistiger Verarbeitungsprozesse
Verarbeitungsgeschwindigkeit
Maß für die Fähigkeit, einfache visuelle Informationen schnell und korrekt zu erfassen, sie in eine Abfolge zu bringen oder sie zu unterscheiden
Zahlen-Symbol-Test (ZST)
Visuomotorische Geschwindigkeit und Koordination, visuelles assoziatives Kurzzeitgedächtnis, Konzentration
Durchstreich-Test (DST, optionaler Test)
Visuomotorische Geschwindigkeit
Die obere Altersgrenze für die Testanwendung ist wie bei der Vorgängerversion WIE auf 89 Jahre erhöht, sodass der WAIS-IV jetzt auch für die Untersuchung gerontopsychiatrischer Fragestellungen eingesetzt werden kann. Die neue Normierung wurde in Deutschland, der Schweiz und Österreich vorgenommen.

Weitere Intelligenztests

Neben den Wechsler-Tests gibt es im deutschen Sprachraum eine ganze Reihe weiterer Intelligenztestbatterien, z. B. den Intelligenz-Struktur-Test (IST) von Amthauer in der aktuellen Version als IST 2000R (Liepmann et al. 2007), das Leistungsprüfsystem (LPS) von Horn (1983), eine Version für ältere Probanden als LPS50+ von Sturm et al. (1993), den Berliner Intelligenzstruktur-Test (Süß et al. 1997) und relativ neu den Wilde-Intelligenz-Test 2 (WIT-2) von Kersting et al. (2008). Im klinischen Bereich konnte sich keines dieser Instrumente nennenswert etablieren.
Kurzverfahren
Kurzverfahren zur Abschätzung der Intelligenz werden dagegen sehr häufig eingesetzt, auch wenn deren Gütekriterien nicht immer befriedigend sind. Zwei Gruppen von Verfahren lassen sich unterscheiden:
  • Wortschatztests zur Messung der kristallisierten Intelligenz,
  • weitgehend sprachfreie Tests zur Messung der Denkfähigkeit.
Wortschatztests
Beispiele sind der Wortschatztest (WST) von Schmidt und Metzler (1992) oder der Mehrfachwahl-Wortschatz-Intelligenztest (MWT-B, Lehrl 1989), die beide in einem Multiple-Choice-Format vorliegen und somit nicht die dauernde Anwesenheit eines Testleiters erfordern. Beide korrelieren, wie auch der Subtest Wortschatztest der Wechsler Intelligenztests, sehr hoch mit dem Gesamt- und Verbal-IQ und sind für eine Abschätzung der kristallisierten Intelligenz in den meisten Fällen durchaus ausreichend. Auch bei dieser Schätzung des IQ aus dem Wortschatz dürfte die mangelnde Vergleichbarkeit der Normen in der Praxis weit größere Probleme machen, als die mangelnde Vergleichbarkeit der Tests an sich. Speziell der MWT-B überschätzt die mit dem HAWIE-R gemessenen Intelligenzquotienten erheblich, während der WST geringere Normabweichungen vom HAWIE-R zeigte (Satzger et al. 2002). Im Vergleich zum WIE und WAIS-IV sind die Unterschiede noch größer (s. oben).
Sprachfreie Tests
Bei den (mehr oder weniger) sprachfreien Tests zur Abschätzung der allgemeinen Intelligenz sind v. a. die verschiedenen Versionen des Raven-Tests (Raven 1996) zu nennen. Er misst die Fähigkeit zum folgerichtigen Denken, wobei allerdings auch, und dies ist spezifisch für diesen Test, große Anforderungen an die visuelle Auffassungsgabe, an die Motivation und an die Fähigkeit, durch Versuch und Irrtum zu Lösungen zu kommen, gestellt werden. Ähnlich wie Mosaiktest und Matrizentest aus dem WIE und WAIS-IV korreliert er in der Größenordnung von r = 0,70 mit dem Gesamt-IQ.
Lange Zeit hatte man die Hoffnung, dass sprachfreie oder spracharme Tests zugleich auch eine größere Testfairness gegenüber Angehörigen anderer Kulturkreise hätten. Diese Hoffnung konnte nicht erfüllt werden (Jensen und McGurk 1987).

Abbausensible und abbauresistente Messwerte

Es ist eine aufgrund von Alltagserfahrung und klinischer Beobachtung bekannte Tatsache, dass es Fähigkeiten gibt, die empfindlich auf Faktoren wie Alter, Krankheit, ZNS-aktive Substanzen, Schlafentzug, Doppelbelastung oder Übung reagieren, während andere Fähigkeiten weitgehend stabil gegenüber diesen Einflüssen sind. Insbesondere die umfangreichen Ergebnisse zum Verlauf einzelner kognitiver Fähigkeiten über die Lebensspanne aus Querschnitt- und Längsschnittstudien bei Gesunden sind ein Anhaltspunkt zur Beurteilung der Änderungssensitivität spezifischer Fähigkeiten. Abb. 3 zeigt exemplarisch wie in einer nach Alter und Intelligenz stratifizierten Gruppe Gesunder Wortschatz und Allgemeinbildung bis ins hohe Alter stabil bleiben, während Motorik, Gedächtnis und Konzeptbildung mit zunehmendem Lebensalter einem Abfall unterliegen. Cattell (1971) hat in seinem faktorenanalytischen Modell dafür die Begriffe kristallisierte (abbaustabile) und fluide (abbauanfällige) Komponente der Intelligenz eingeführt.
Bereits früh wurde auf die Ähnlichkeit zwischen Verfahren, die besonders empfindlich für solche altersbezogenen Veränderungen sind, und solchen, die sensitiv für organische Hirnschäden in einer gemischten neuropsychiatrischen Gruppe mit Hirnläsionen verschiedener Lokalisation und verschiedenen Ausmaßes sind, hingewiesen (Salthouse 1991).
Als eher resistent gelten:
  • sprachliche und bildungsabhängige Fähigkeiten,
  • gut bekannte, überlernte und häufig praktizierte Tätigkeiten,
  • Spezialisierungen,
  • früher erworbene Erfahrungen und Metawissen.
Als alters- und abbausensitiv gelten:
  • episodisches Gedächtnis,
  • Psychomotorik,
  • geschwindigkeitsbetonte und perzeptuell-konstruktive Fertigkeiten,
  • Konzentration,
  • problemlösendes Denken bei neuartigen Anforderungen,
  • Anpassungsfähigkeit,
  • Flexibilität und
  • die rasche Verarbeitung zahlreicher komplexer Informationen.
Aus qualitativ hochwertigen Einzelitemantworten, aus der höchsten Leistung in abbaustabilen Tests oder aus der Kombination mehrerer abbaustabiler Tests lassen sich deshalb bei krankheits- oder altersbedingten Veränderungen oft Rückschlüsse auf das prämorbide Leistungsniveau ziehen.

Interpretation von Abbaumaßen

Bei der Interpretation derartiger Abbaumaße sind jedoch einige Einschränkungen im Einzelfall zu beachten:
Lokalisierte und schwere Hirnschäden vs. diffuse Schäden und Netzwerkstörungen
Alterssensitive Verfahren, deren Rationale auf der Messung einer globalen Leistungseinbuße im Sinne einer Voralterung des Gehirns beruhen, sind bestenfalls zum Nachweis diffuser Hirnschädigungen geeignet; die Auswirkungen lokalisierter Hirnschäden sind mit ihnen nicht zu erfassen. Ferner gibt es Einbußen wie z. B. Aphasien oder Orientierungsstörungen, die spezifisch für schwere Hirnschäden sind und bei Gesunden auch im hohen Alter nicht auftreten.
Künstliche Erhöhung und Erniedrigung
Sowohl abbaustabile als auch abbausensitive Fähigkeiten können trainings- oder berufsbedingt erhöht oder erniedrigt sein. Ein Beispiel dafür wäre einer Erhöhung eines abbaustabilen Maßes durch sprachliche Vorbildung, oder eine Reduktion eines abbausensitiven Maßes durch Fehlsichtigkeit. Sie sind daher nur bedingt als Maß der prämorbiden Leistungsfähigkeit oder als Indikator für kognitive Einbußen geeignet.
Prämorbid niedriges Leistungsniveau
Bei Patienten mit bereits prämorbid sehr niedrigem Leistungsniveau ist ein Leistungsabfall generell nur schwer nachzuweisen.
Prämorbid hohe fluide Fähigkeiten
Bei Patienten mit prämorbid durchschnittlichen sprachlichen, aber überdurchschnittlichen geschwindigkeitsabhängigen (fluiden) Fähigkeiten, die durch eine Hirnschädigung in den fluiden Leistungen auf ein durchschnittliches Niveau absinken, hat man mit diesem Ansatz kaum eine Möglichkeit, den Abbau nachzuweisen.

Prämorbides Leistungsniveau

Will man wissen, um wie viel sich die kognitive Leistungsfähigkeit vermindert hat, muss man streng genommen eine Differenz aus 2 Messungen bilden: eine Messung der kognitiven Leistungsfähigkeit vor und eine Messung nach der Erkrankung. Nur in Ausnahmefällen wird ein solcher direkter Leistungsvergleich möglich sein, etwa wenn frühere bei Schulberatung, Bundeswehr, TÜV oder Arbeitsamt erhobene normierte Leistungsmaße verfügbar sind. Denkbar ist auch der Fall einer echten Messwiederholung mit demselben Testverfahren, wenn beispielsweise ein älterer Patient mit einer depressiven Episode einige Jahre später mit der Frage nach einer beginnenden Demenz erneut neuropsychologisch untersucht wird oder Vorbefunde im Rahmen von neuropsychologischen Gutachten vorliegen.
In den meisten Fällen werden neuropsychologische Vorbefunde jedoch fehlen und das frühere Leistungsniveau muss geschätzt werden. Als Referenz für das geschätzte frühere Leistungsniveau wurden im Wesentlichen 3 Vorgehensweisen vorgeschlagen:
Werdegang des Patienten
Schulischer und beruflicher Werdegang, besondere Einzelqualifikationen, Hinweise auf frühere handwerkliche, organisatorische, grafische, planerische Fertigkeiten, Hinweise auf Belastbarkeit, Eigen- und Fremdanamnese sowie Zeugnisauskünfte und Beurteilungen durch Vorgesetzte oder Verwandte stellen zentrale Informationsquellen dar.
Demografische Daten
Mittels regressionsanalytisch gewonnener Formeln, in die krankheitsunabhängige demografische Faktoren wie Alter, Geschlecht, Händigkeit, Bildung, Beruf, geografische Herkunft und einzelne Testleistungen eingehen können, lassen sich prämorbide Fähigkeiten schätzen. Allerdings führt die Schätzung der prämorbiden Leistungsfähigkeit mittels auf demografischen Daten basierenden Formeln in einem beträchtlichen Anteil der Einzelfälle insbesondere in Extrembereichen der Leistungsfähigkeit zu Werten, die zu tatsächlich gemessenen Leistungsergebnissen deutlich diskrepant sind (Vanderploeg 1994b).
Abbaustabile Testergebnisse
Ein früheres Leistungsniveau lässt sich aus einer gegenwärtigen Testuntersuchung extrapolieren, wenn man selektiv nur die weitgehend abbaustabilen Testergebnisse betrachtet. Eine Integration dieser Daten mit vorliegenden anamnestischen Informationen dürfte in der Praxis der am häufigsten beschrittene Weg sein.

Kognitive Funktionsbereiche

Kognitive Dysfunktionen sind sowohl bei schwereren psychischen Erkrankungen, wie Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis, als auch bei leichteren Ausprägungen psychischer Erkrankungen weit verbreitet. Sie sind teilweise abhängig von der jeweiligen Phase der Erkrankung, bleiben jedoch auch anteilig nach Remission der klinischen Symptomatik weiterhin bestehen. Pharmakologische Behandlungen können sich sowohl verbessernd als auch verschlechternd auf kognitive Teilfunktionen auswirken (Kap. Neuropsychologie).

Exekutive Funktionen

Unter der Störung exekutiver Funktionen wird in der Regel die Störung äußerst verschiedenartiger, komplexer kognitiver Prozesse höherer Ordnung verstanden, denen in der Fachliteratur Begriffe wie Konzeptbildung, kognitive Flexibilität, Umstellungsfähigkeit, Koordination von Informationen/Prozessen, Sequenzierung, Zielüberwachung, Antizipation, Planungsfähigkeit, Initiierung, Inhibition und Problemlösen zugeordnet werden.
Exekutive Beeinträchtigungen finden sich häufig nach Läsionen oder Funktionsbeeinträchtigungen des präfrontalen Kortex, sie können jedoch auch im Zusammenhang mit Dysfunktionen anderer Hirnareale auftreten (Lezak et al. 2012; Luria 1966; Tranel et al. 1994).
Der Begriff der Exekutivfunktion bezieht sich demnach auf ein multioperationales System, in welchem verschiedene kognitive Funktionen gebündelt sind, welche v. a. von den präfrontalen Hirnarealen und deren reziproken kortikalen sowie subkortikalen Verknüpfungen gesteuert werden (Stuss und Benson 1986). Dieses System höherer Ordnung umfasst wiederum untergeordnete kognitive Funktionen, von denen das Arbeitsgedächtnis sicherlich eine der wichtigsten darstellt (Friedman et al. 2006; Tranel et al. 1994).
Arbeitsgedächtnis
Das von Baddeley und Hitch (1974; vgl. auch Baddeley 1997) konzipierte Arbeitsgedächtniskonzept revidiert die Vorstellung eines einheitlichen Kurzzeitgedächtnisses und postuliert stattdessen die Existenz mehrerer kurzzeitiger Speichersysteme, die durch eine übergeordnete Instanz (zentrale Exekutive) überwacht und koordiniert werden. Es dient dem Halten und Manipulieren von Informationen, wie es für Leistungen wie z. B. das Verstehen von Sätzen, Kopfrechnen, Lernen im Allgemeinen benötigt wird. Es wird als die Schnittstelle zwischen Gedächtnis und komplexen kognitiven Prozessen verstanden. Die Annahme eines zentralen Kontrollprozesses legt eine Zuordnung des Arbeitsgedächtnisses zu den exekutiven Funktionen nahe.
Die klinische Untersuchung des Arbeitsgedächtnisses beinhaltete traditionell die Erfassung einfacher Gedächtnisspannen für verbale und visuelle Informationen (z. B. in den Wechsler Gedächtnis- und Intelligenzbatterien). Da einfache Gedächtnisspannen relativ störunanfällig sind, wird dieses Konzept zunehmend kritisiert und die Messung durch komplexere Aufgaben ersetzt (Subtest Buchstaben-Zahlen-Folgen im WAIS-IV, Petermann 2012; Subtest Arbeitsgedächtnis in der TAP, Zimmermann und Fimm 2012). Diese Aufgaben erfordern sowohl das Halten von Informationen als auch das gleichzeitige Bearbeiten dieser Informationen.
Initiieren – Wortflüssigkeit, verbale Assoziationsfähigkeit
Wortflüssigkeitstests fordern vom Testnehmer, in begrenzter Zeit möglichst viele Wörter zu nennen, die mit einem bestimmten Anfangsbuchstaben beginnen (lexikalische Wortflüssigkeit) oder Elemente einer bestimmten Kategorie (z. B. Tiere) sind (semantische Wortflüssigkeit). Sie lassen sich schnell durchführen und sind nicht zuletzt deshalb als Elemente von Testbatterien beliebt, z. B. im Leistungsprüfsystem (LPS, Horn 1983) oder in der CERAD-Testbatterie (s. unten). Für eine umfassende Testung steht seit einigen Jahren der Regensburger Wortflüssigkeitstest zur Verfügung (RWT, Aschenbrenner et al. 2000).
Konzeptbildung, Planungsfähigkeit, Denken
Problemlösen als höchste kognitive Fähigkeit erfordert neben intakten grundlegenden Funktionen wie Wahrnehmung, Motorik, Sprache und Gedächtnis meist konvergentes und divergentes Denken sowie sog. exekutive Fähigkeiten wie Willenskraft, Planen und zielgerichtetes, strategisches und effektives Handeln. Einen Überblick über die beschriebenen testpsychologischen Verfahren zum problemlösenden Denken und planvollen Handeln findet sich bei Lezak et al. (2004). Zwei Konzeptbildungstests wurden häufig zur Abklärung einer Dysfunktion des Frontallappens nach Schädel-Hirn-Trauma oder bei Schizophrenie eingesetzt und werden im Folgenden ausführlicher dargestellt.
Halstead Category Test
Der Halstead Category Test (HCT, Halstead 1947; DeFilippis et al. 1979, in überarbeiteter PC-Form, Fast und Engel 2007) besteht aus 208 visuell nacheinander dargebotenen Items, die in 7 Untertests nach unterschiedlichen Prinzipien gruppiert sind. In den ersten 6 Untertests sind die Items nach 4 Prinzipien geordnet (römische Zahlen von I–IV, Anzahl der Bildelemente von 1–4, Position 1–4 von hervorgehobenen Bildelementen horizontal und als Quadranten im Uhrzeigersinn angeordnet, Anteil durchgezogener im Vergleich zu punktiert markierten Bildelementen; Abb. 4). Der 7. Untertest enthält Items aus den vorangegangenen Untertests und prüft die Erinnerungsfähigkeit. Aufgabe des Probanden ist es, bei jedem Item eine Zahl zwischen 1 und 4 anzugeben und über die Rückmeldung über die Richtigkeit der von ihm genannten Zahl zu prüfen, ob das von ihm gewählte Prinzip für den jeweiligen Subtest zutreffend ist. Der HCT stellt daher eher ein Lernexperiment als einen klassisch konstruierten Test dar.
Von dem Test, der ein Bestandteil der Halstead Reitan Test Battery ist, existieren mehrere Versionen, die bezüglich Itemzahl (84–360) und Darbietungsart (Dia, Papier, PC) variieren. Am ökonomischsten dürfte die PC-Version mit den klassischen 208 Items im Hogrefe Testsystem sein (Fast und Engel 2007).
Der HCT gilt als Standardmaß für Konzeptbildung und abstrahierendes Denken, prüft aber auch die Fähigkeit, flexibel Rückmeldung in den weiteren Lösungsprozess zu integrieren, selbständig-kreatives Denken und v. a. Frustrationstoleranz. Patienten mit diffusen hirnorganischen Schäden schneiden in dem Test oft schlecht ab. Eine von Halstead (1947) angenommene Spezifität für frontale Läsionen ließ sich in Folgestudien nicht bestätigen (DeFilippis et al. 1979; Wang 1987). Bei der Interpretation ist zu berücksichtigen, dass die Leistung im HCT mit zunehmendem Lebensalter abnimmt und der Test eine wenigstens durchschnittliche Intelligenz voraussetzt.
Wisconsin Card Sorting Test
Beim Wisconsin Card Sorting Test (WCST, Berg 1948) soll der Proband 4 Stimuluskarten Antwortkarten nach den Kategorien Farbe, Form und Anzahl zuordnen und flexibel auf den vom Versuchsleiter nicht angekündigten Wechsel der Kategorie reagieren (Abb. 5). Der Test liegt auch als PC-Version vor.
Beispiel
Vor dem Probanden liegen beim Wisconsin Card Sorting Test 4 Stimuluskarten, die ein rotes Dreieck, 2 grüne Sterne, 3 gelbe Kreuze bzw. 4 blaue Kreise zeigen, in einer horizontalen Reihe. In der Standardversion soll der Proband 128 Antwortkarten, die 1–4 Symbole (Dreiecke, Sterne, Kreuze oder Kreise) in den Farben Rot, Grün, Gelb und Blau zeigen, nacheinander vor die 4 Stimuluskarten legen. Der Proband beginnt einfach zu legen und erfährt aus der Rückmeldung („richtig“, „falsch“), ob die Zuordnung der vom Testleiter zuvor ausgewählten Kategorie entspricht. Ist die Kategorie des Testleiters beispielsweise Farbe, muss eine Antwortkarte mit 1 gelben Stern unter die Stimuluskarte mit den 3 gelben Sternen gelegt werden. Nach jeweils 10 richtigen Reaktionen des Probanden wechselt der Testleiter ohne Ankündigung das Konzept. Der Test beginnt mit der Kategorie Farbe, wechselt zu Form und Anzahl, dann nochmals zu den Kategorien Farbe, Form und Anzahl und endet, wenn die 6 Kategorien richtig (d. h. 10-mal nacheinander) gelegt wurden, der Proband den Testablauf entweder offensichtlich nicht versteht oder den Test korrekt erklären kann.
Die wichtigsten Auswertungskategorien sind die Anzahl der vollständig erreichten Kategorien (maximal 6), die Anzahl perseverativer Fehler (Beibehalten einer falschen Kategorie zu Beginn des Tests oder einer richtigen Kategorie, nachdem der Testleiter das Prinzip gewechselt hat) und das vorzeitige Verlassen einer richtigen Kategorie.
Modifizierte Version
In einer modifizierten Version des Wisconsin Card Sorting Tests (MWCST, Nelson 1976), die inzwischen die am häufigsten benutzte ist (Grant und Berg 1993), wird der Wechsel der Kategorie durch den Testleiter angekündigt, werden Karten, die mehreren Kategorien zugleich zugeordnet werden können, entfernt, und der Patient legt durch seine Wahl beim ersten Item die erste Kategorie selbst fest. Der MWCST ist daher für Patienten leichter als der WCST und wird auf der Basis von 48 Antwortkarten durchgeführt.
Diagnostischer Wert
Insbesondere die Anzahl perseverativer Fehler im WCST ist bei Patienten mit Frontalhirnläsionen höher als bei gesunden Kontrollen (Lezak 1995; Lezak et al. 2012). Innerhalb von Patientenpopulationen ist der WCST auch sensitiv für diffuse Hirnschäden und Leistungseinbußen u. a. bei Demenz, Alkoholismus, M. Parkinson und multipler Sklerose (Lezak 1995; Lezak et al. 2012).
Aufmerksamkeit
Unter Aufmerksamkeit versteht man die Fähigkeit eines Menschen, Reize über eine gewisse Zeitspanne schnell und korrekt wahrzunehmen. Dabei wird eine korrekte Wahrnehmungsfähigkeit auf der Ebene des jeweiligen Sinnesorgans vorausgesetzt. Eine reduzierte Aufmerksamkeit wirkt sich verschlechternd auf nahezu alle anderen kognitiven Testleistungen aus, da i. Allg. die korrekte und schnelle Identifikation von Reizen bei allen Tätigkeiten von Vorteil ist. Die Klärung von Aufmerksamkeitseinbußen ist deshalb von großer Wichtigkeit, um Fehlinterpretationen bei anderen Tests zu vermeiden. Ideal wäre es, wenn man Aufmerksamkeit mit einem Test messen könnte, der gleichzeitig keine anderen kognitiven Leistungen verlangt. In der Praxis ist dies natürlich nicht möglich, man kann sich lediglich auf möglichst einfache Reaktionen beschränken.
Aufmerksamkeit als basale kognitive Fähigkeit steht im Zentrum vieler psychologischer Theorien (Broadbent 1958; Deutsch und Deutsch 1963; Treisman und Gelade 1980; Posner und Rafal 1987; Shiffrin und Schneider 1977; van Zomeren und Brouwer 1994). Entsprechend detailliert ist die Unterscheidung verschiedener Aspekte der Aufmerksamkeit. Van Zomeren und Brouwer (1994) unterscheiden nach Intensitäts- und Selektivitätsaspekten der Aufmerksamkeit. Diese beiden Dimensionen sind wiederum in Subkomponenten zerlegbar: Die Intensitätsdimension der Aufmerksamkeit umfasst die Komponenten Alertness (Reaktionsbereitschaft) und Vigilanz als basale Prozesse der kurz- sowie längerfristigen Aufmerksamkeitsaktivierung bzw. -aufrechterhaltung. Die Selektivitätsdimension ist unterteilbar in die fokussierte bzw. selektive Aufmerksamkeit und in die geteilte Aufmerksamkeit. Diese Unterteilung ermöglicht eine recht gute Zuordnung von typischen Untersuchungsparadigmen für die verschiedenen Aufmerksamkeitsbereiche (Abb. 6; s. a. Sturm und Zimmermann 2000).
Aufmerksamkeitsaktivierung
Die kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit und Reaktionsbereitschaft kann am reinsten durch Reaktionszeitmessungen z. B. im Wiener Determinationsgerät oder in der Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP 2.3; s. a. TAP-M zur Fahrtauglichkeitsdiagnostik) von Zimmermann und Fimm (2012) erfasst werden. Indirekt ist auch eine (quasi über einen längeren Zeitraum integrierende) Messung durch Papier-Bleistift-Tests wie den Zahlen-Verbindungs-Test (Oswald und Roth 1987) oder den Teil A des Trail-Making-Tests („Pfadfindertest“, z. B. Spreen und Strauss 1998) möglich, bei denen quasi eine Serie von Reaktionszeiten über einen längeren Zeitraum integriert gemessen wird. Wichtig ist, dass die Aufgabe einfach ist und nicht höhere kognitive Fähigkeiten für die Durchführung notwendig oder auch nur förderlich sind. Deshalb wäre z. B. der Teil B des Trail-Making-Tests ungeeignet.
Vigilanz und Daueraufmerksamkeit
Die meisten der Verfahren zur Messung der Daueraufmerksamkeit oder Vigilanz kommen eher aus dem Bereich der Arbeitspsychologie und eignen sich zur Beurteilung der Fähigkeit zum Monitoring von Industrieanlagen und ähnlichem. Von dort kommt ursprünglich auch die Continuous Performance Task (CPT, Cornblatt und Keilp 1994; Kathmann et al. 1996), ein Test, der v. a. in der Schizophrenieforschung eingesetzt wird und von dem vermutet wird, dass er Defizite der Daueraufmerksamkeit bei diesen Patienten gut quantifizieren kann.
Alle Aufmerksamkeitstests (mit Ausnahme der Vigilanztests) erfordern eine schnelle motorische Reaktion. Falls Gründe für die Annahme einer rein motorisch bedingten Verlangsamung bestehen, kann auch der einfachste Aufmerksamkeitstest nicht mehr eindeutig interpretiert werden. Neuere Ansätze der Aufmerksamkeitsdiagnostik sind bestrebt, die Aufmerksamkeit um die motorische Komponente zu bereinigen, um ausschließlich die reine Aufmerksamkeitsleistung zu erfassen, wie es z. B. auf der Basis der neuronalen Theorie der visuellen Aufmerksamkeit (engl. „neural theory of visual attention“) möglich wird (Bundesen et al. 2005). Auch der Reaktionstest (RT, Schuhfried 2006) ermöglicht eine messgenaue Erfassung der motorischen Geschwindigkeit sowie der Reaktionsgeschwindigkeit (Prieler 1996).
Selektive und fokussierte Aufmerksamkeit
Für die Messung der selektiven Aufmerksamkeit wird als sogenannter Papier-und Bleistifttest oftmals der Test d2 (Aufmerksamkeits-Belastungs-Test, Brickenkamp 2002) eingesetzt. An computergestützten Verfahren sind aus der Aufmerksamkeitstestbatterie von Zimmermann und Fimm (2012) die Subtests Go/No-go und Inkompatibilität geeignet.
Geteilte Aufmerksamkeit
Die Verteilung der Aufmerksamkeit auf eingehende Informationen aus verschiedenen Informationskanälen wird in der Regel anhand sog. Dual-Task-Aufgaben erfasst, z. B. mit den Subtests geteilte Aufmerksamkeit und Cross-Modale Integration aus der Aufmerksamkeitstestbatterie von Zimmermann und Fimm (2012).
Wechsel des Aufmerksamkeitsfokus und kognitive Flexibilität
Unter dem Aufmerksamkeitswechsel wird in der Regel der Wechsel des Fokus von einem räumlichen Stimulus zu einem anderen verstanden. Aus der Aufmerksamkeitstestbatterie von Zimmermann und Fimm (2012) sind die Subtests Flexibilität sowie verdeckte Aufmerksamkeitsverschiebung geeignet, um die Fähigkeit des Wechsels der Aufmerksamkeit auf verschieden lokalisierte Stimuli zu prüfen. Die kognitive Flexibilität, wie sie z. B. mit dem Trail-Making-Test Teil B (Reitan 1958) geprüft wird, kann auch den exekutiven Funktionen zugeordnet werden (s. unter Abschn. 3.2.1).

Gedächtnis

Was man im Alltag als Gedächtnis bezeichnet, ist genauer betrachtet ein nur locker zusammenhängender Verbund unterschiedlicher Fähigkeiten mit jeweils eigenen kortikalen Verarbeitungsarealen, die von Krankheitsprozessen auch in unterschiedlicher Weise in Mitleidenschaft gezogen werden (zur Übersicht Tab. 3). Während das explizite episodische Gedächtnis bei zahlreichen neurologischen und psychiatrischen Krankheiten oft deutlich beeinträchtigt ist, sind überlernte, semantische und implizite Gedächtnisprozesse wie Priming, Konditionierung oder motorisches Lernen eher krankheitsresistent (Markowitsch 1997; Petersen und Weingartner 1991). Die episodische Gedächtnisleistung ist zudem stark von situativen Einflüssen wie Anstrengungsbereitschaft, Stimmung, Einsatz von Gedächtnisstrategien, Übungseffekten, Distraktion, Medikamenteneinwirkung, materialspezifischen Aspekten und dem Alter des Patienten abhängig. Werte für die konkordante Validität und die Retestreliabilität liegen daher oft bedeutend niedriger als Reliabilitätskoeffizienten für Intelligenztests (Bäumler 1974; Gauggel et al. 1991).
Tab. 3
Gedächtnissysteme, Beschreibung, Abrufmodus und Hirnstrukturen. (Nach Tulving 1995; Brand und Markowitsch 2003; Markowitsch und Staniloui 2012)
System
Alternative Bezeichung
Beschreibung und Subsystem
Abrufmodus und zugeordnete Bewusstseinsstufe
Zugeordnete Hirnstrukturen
Enkodieren
Speicherung
Abruf
Prozedurales Gedächtnis
Nicht-deklaratives Gedächtnis
Motorische und einfache kognitive Fertigkeiten, basales Konditionieren, einfaches assoziatives Lernen
Implizit, anoetisch
Basalganglien, Zerebellum
Basalganglien, Zerebellum
Basalganglien, Zerebellum
Perzeptuelles Repräsentationssystem
Priming
Beschreibungen von Strukturen, erhöhte Wiedererkennenswahrscheinlichkeit
Implizit, anoetisch
Primäre Assoziationskortizes
Primäre Assoziationskortizes
Primäre Assoziationskortizes
Perzeptuelles Gedächtnis
Wiedererkennen durch Bekanntheit auf der Basis sensorischer Eigenschaften
Implizit, noetisch
Posteriorer sensorischer Kortex
Posteriorer sensorischer Kortex
Posteriorer sensorischer Kortex
Semantisches Gedächtnis
Faktenwissen, generisches Gedächtnis
Verknüpftes Gedächtnis, räumliches Gedächtnis
Implizit, noetisch
Zerebraler Kortex, limbisches System
Zerebraler Kortex, Assoziationsareale
Frontotemporaler Kortex links
Primäres Gedächtnis
Kurzzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis
Visuell, auditiv
Explizit, noetisch
Präfrontaler Kortex, Assoziationsareale
Präfrontaler Kortex, Assoziationsareale
Präfrontaler Kortex, Assoziationsareale
Episodisches Gedächtnis
Persönliches Gedächtnis, Ereignisgedächtnis
Explizit, noetisch
Präfrontaler Kortex, Limbisches System
Zerebraler Kortex (Assoziationsareale), limbisches System
Frontotemporaler Kortex rechts, limbisches System
Bei der Vorgabe mehrerer episodischer Gedächtnistests sind uneinheitliche Ergebnisse eher die Regel als die Ausnahme. Die Auswahl eines geeigneten Gedächtnistests richtet sich nach Kriterien wie Alter des Patienten, Art und Schweregrad der Erkrankung, Frage nach Status- oder Verlaufsmessung, ökologische Validität und Verfügbarkeit des Testinstruments. Aus praktischen Gründen unterscheidet man zwischen Gedächtnistestbatterien, die unterschiedliche Aspekte des Gedächtnisses in einem gemeinsam normierten Verfahren zusammenschließen, und Einzeltests.
Verbale Gedächtnistests
Auditory Verbal Learning Test
Der Auditory Verbal Learning Test (AVLT, Rey 1964) liegt seit 2001 in einer deutschen Version als verbaler Lern- und Merkfähigkeitstest (VLMT, Helmstaedter et al. 2001) vor. Er besteht aus einer Liste A mit 15 Wörtern, die dem Patienten 5-mal vorgelesen werden und die nach jedem Lerndurchgang unmittelbar anschließend vom Patienten in beliebiger Reihenfolge frei wiedergegeben werden sollen. Nach der einmaligen Vorgabe und freien Wiedergabe einer Liste B mit ebenfalls 15 Wörtern sollen die Wörter der Liste A vom Patienten unmittelbar und nach etwa 30 min nochmals ohne weitere Darbietungen frei wiedergegeben werden. Die Vorgabe einer Wiedererkennensliste mit 50 Wörtern (alle Wörter aus Liste A und B sowie 20 Distraktoren) kann sich anschließen, wobei der Patient lediglich Wörter der ersten Liste markieren soll. Vorteil des AVLT ist, dass durch die 5-malige Darbietung in den Lerndurchgängen dem Patienten ausreichend Gelegenheit gegeben wird, sich die Wörter der ersten Liste einzuprägen. Zahlreiche Ergebnismaße können berechnet werden, die Aufschluss über verschiedene Funktionsbeeinträchtigungen geben, z. B. Encodier-, Speicher- oder Abrufstörungen.
California Verbal Learning Test
Der California Verbal Learning Test (CVLT, Delis et al. 2000; deutsche Version Niemann et al. 2008) unterscheidet sich vom AVLT v. a. darin, dass jedes der 16 Wörter der Liste A zu einer von 4 Kategorien (Früchte, Gewürze, Kleidungsstücke und Werkzeuge) gehört. Insofern prüft der Test daher auch die Effizienz konzeptueller Lernstrategien und die Wirksamkeit der Vorgabe der 4 Kategorien als Hinweisreize beim freien Abruf.
Selective Reminding
Bei der Methode des Selective Reminding (Buschke und Altman-Fuld 1974, eine deutsche Version ist in dem Demenztest von Kessler et al. 1988 enthalten) wird eine Wortliste zur unmittelbar anschließenden freien Wiedergabe dargeboten. In allen folgenden Darbietungen der Wortliste werden nur diejenigen Wörter erneut vorgegeben, die der Proband in der jeweils vorhergehenden Wiedergabe nicht nennen konnte. Der Test erlaubt die Berechnung verschiedener Gedächtnisparameter zum Kurz- und Langzeitgedächtnis, die allerdings untereinander relativ hoch korrelieren, und erfordert insbesondere bei älteren oder dementen Patienten eine erhöhte Belastbarkeit, da der Patient einerseits im Gedächtnis behalten muss, jedes Mal alle Wörter wiederzugeben, sich durch die Vorgabe lediglich der zuvor nicht genannten Wörter jedoch die Darbietungsreihenfolge jedes Mal ändert und der Patient so stets auch an seine Fehler erinnert wird.
Figurale Gedächtnistests
International bekannte Tests zum figuralen Gedächtnis sind der Benton-Test (Benton 1981, in der Standardversion Nachzeichnen von 10 Vorlagetafeln mit 1–3 einfachen geometrischen Formen nach 10 s Darbietung), der Rey-Osterrieth Complex Figure Test (Rey 1941, Abzeichnen, unmittelbare und verzögerte freie Reproduktion einer komplexen Zeichnung, Abb. 8), der Rey Visual Design Learning Test (Rey 1964) und der Recurring Figures Test (Kimura 1963, deutsche Versionen von Hartje und Rixecker 1978; Sturm und Willmes 1997, aus einem Satz von 20 sukzessive zuvor gezeigten Stimuluskarten mit geometrischen und irregulären Mustern kommen 8 Stimuluskarten in den folgenden 140 Testkarten 7-mal erneut vor). Als deutsche Eigenentwicklung ist das Diagnostikum für Zerebralschädigung (DCS, Weidlich et al. 2001) zu erwähnen, in dem der Patient vorher gezeigte Figuren aus dem Gedächtnis mit 5 Holzstäbchen nachlegt. Das DCS liegt inzwischen in 4. Aufl. vor und verfügt über umfangreiche Normen für den Altersbereich von 6–79 Jahren.
Gesichtererkennen
Im Bereich des Erlernens und Wiedererkennens von Gesichtern wurde von Warrington (1984) der Recognition-Memory-Test für Gesichter entwickelt. Andere Verfahren erfassen die Fähigkeit, zu Gesichtern Namen oder Berufe zu lernen (Namen-Gesichter Assoziationstest, Kessler et al. 1999; Gesichter-Namen-Lerntest, Schuri und Benz 2000; Gedächtnis-für-Personen-Test, Pahlke und Bulla-Hellwig 2002).
Implizite Gedächtnistests
Der Fragmentierte Bildertest (Kessler et al. 1993) wurde entsprechend einem von Gollin (1960) entwickelten Prinzip erstellt. Hierbei werden fragmentierte Strichzeichnungen von Gegenständen dargeboten, die bei jeder neuen Vorlage zunehmend besser erkennbar sind. Aufgabe des Probanden ist es, möglichst schnell die dargestellten Objekte zu erkennen. Das implizite Gedächtnis wird durch eine wiederholte Vorgabe derselben Strichzeichnungen geprüft, ausgehend von der Annahme, dass bei einem intakten impliziten Gedächtnis die Objekte früher identifiziert werden. Andere implizite Gedächtnistests sind der Supra-Blockspanne-Test (Corsi 1972; Schellig 1997) und der Wortkomplettierungstest (Graf et al. 1984).
Spezielle Tests zur Altgedächtnisprüfung
Der Kieler Altgedächtnistest (Leplow et al. 1993) besteht aus Multiple-Choice-Fragen zu 106 trennscharfen „famous events“, die zum Zeitpunkt der Tagesaktualität nur von über 21 Jahre alten Probanden sicher beantwortet werden können (z. B. ähnliche Items wie: Wodurch starben im Juni 1998 über 100 Menschen im Norden Deutschlands? A Flugzeugabsturz, B Tanklastzugexplosion, C Zugunglück, D Amokläufer, E Schiffsunglück, F Ich kann mich nicht erinnern) und erlaubt eine Erfassung des Verlaufs retrograder Amnesien für Faktenwissen. Ähnliche Verfahren sind der Famous Faces Test von Hennig-Fast et al. (2010a) und der „Berühmte-Personen-Test des Altgedächtnisses für öffentliche Daten 1961–1995“ von Vollmer-Schmolck et al. (2000). Während diese Verfahren die Abbildung eines zeitlichen Gradienten der Gedächtnisleistungen ermöglichen, kann mit dem „semantischen Altgedächtnisinventar“ (Schmidtke und Vollmer-Schmolck 1999) überlerntes Weltwissen, d. h. die Kenntnis allgemeiner Fakten ohne speziellen raum-zeitlichen Kontext, geprüft werden. Letzteres ist mit Wissenstests wie z. B. dem Subtest Allgemeines Wissen der Wechsler Intelligenztests vergleichbar.
Zwei weitere deutschsprachige Testverfahren zur quantitativen Erfassung retrograder Gedächtnisstörungen im Bereich des autobiografisch-episodischen Altgedächtnisses stellen das autobiographische Gedächtnisinventar (Kopelman et al. 1990, in deutscher Überarbeitung Hennig-Fast et al. 2010b) sowie das autobiografische Altgedächtnisinterview (Schmidtke und Vollmer-Schmolck 1999) dar. Beide Verfahren dienen der Erfassung der Erinnerungsfähigkeit an Episoden und Wissen der eigenen Biografie aus verschiedenen Lebensphasen.
Konfabulationsneigungen im Bereich des Altgedächtnisses, wie sie häufig in Folge von Hirnschädigungen und auch bei Demenzen auftreten, können mittels der Testbatterie zur Erfassung von Konfabulationstendenzen (TEKT, Borsutzky et al. 2006) objektiviert werden. Unter Konfabulationen sind, im Unterschied zum intentionalen Lügen, unwillentliche Äußerungen unwahrer Wissens- und Gedächtnisinhalte zu verstehen. Sie sind in der Regel mit Gedächtnisstörungen verbunden. Ferner werden Konfabulationen auch häufig im Zusammenhang mit exekutiven Dysfunktionen beobachtet. Sie sind differenzialdiagnostisch nicht mit wahnhaften Inhalten zu verwechseln.

Demenztests

Bei der Demenz stehen Störungen der Kognition im Mittelpunkt der Symptomatik. Daraus ergibt sich direkt die hohe Relevanz, die einer neuropsychologischen Testuntersuchung für diese Diagnose zukommt. Es gibt eine Reihe von Screening-Verfahren zur Zuordnung normaler vs. pathologischer kognitiver Leistungen (z. B. MMSE, s. a. Abschn. 4.1 und 5). Die diagnostische Sicherung einer Demenz bei einem kognitiv Minderbegabten kann höchst komplex sein (s. a. Jahn 2004). Zunehmend gewinnen in der Demenzdiagnostik Fragen der Frühdiagnostik (Collie und Maruff 2000) und der Differenzialdiagnostik verschiedener Demenzformen (Kessler und Kalbe 2000) an Relevanz. Auch die Abgrenzung der Demenz von anderen psychiatrischen Krankheitsbildern gewinnt an Bedeutung: Während die Differenzialdiagnose von Demenz, Pseudodemenz und Depression schon lange untersucht wird (Beblo und Herrmann 2000), weisen jüngere Studien auch auf die Relevanz der Abgrenzung von spät beginnender Schizophrenie oder bipolarer Störung von der Demenz hin (Arciniegas 2006; Kitabayashi et al. 2005; Young et al. 2006). Aus diesen differenzialdiagnostischen Fragestellungen ergibt sich häufig die Notwendigkeit, neben den kurzen Screeningverfahren auch standardisierte Testbatterien zur Leistungsprofilerstellung einzusetzen (s. a. Dunn et al. 2000).

Visuokonstruktive Fähigkeiten

Motorische Geschwindigkeit und konstruktive Fähigkeiten zählen neben Gedächtnisparametern zu den alters- und abbausensitivsten kognitiven Funktionen (Salthouse 1991). Das verfügbare Testinstrumentarium ist reichhaltig und liegt teilweise in wenig veränderter Form seit vielen Jahrzehnten vor.
Visumotoriktests
Als allgemeiner Test sei hier das Wiener Testsystem (Schuhfried 2006) erwähnt, das zahlreiche Subtests dazu anbietet. Im psychiatrischen Bereich bekanntere Visumotoriktests sind der Purdue Pegboard Test (Tiffin 1968), bei dem der Patient Metallstifte mit jeder Hand einzeln und mit beiden Händen gleichzeitig in eine Reihe Löcher in einem Holzbrett stecken muss. Testwert ist die Anzahl von eingesteckten Stiften in jeweils 30 s. Beim Grooved Pegboard (Klove 1963) ist die Aufgabe dadurch erschwert, dass die Stifte an einer Längsseite mit einer Metallfeder versehen sind und nur in einem bestimmten Winkel in die mit einer Nut versehenen Löcher eingesteckt werden können.
Zahlen-Symbol-Test (Codierungen)
Der bekannteste Papier- und Bleistifttest, der Zahlen-Symbol-Test aus den Wechsler Intelligenztests, enthält neben einer Aufmerksamkeits- und einer Gedächtniskomponente eine starke motorische Komponente. In einer Beispielzeile sind den Zahlen von 1–9 Symbole wie „–“, „o“ oder „x“ zugeordnet, die nach einer kurzen Übungsphase in leere Kästchen unter einer Zufallsfolge einstelliger Zahlen übertragen werden müssen (Abb. 7). Gemessen wird die Anzahl korrekt übertragener Symbole in der Testzeit von 120 s. Während 20- bis 24-Jährige im Durchschnitt 79 Symbole übertragen können, schaffen 70- bis 74-Jährige im Durchschnitt nur 46 Symbole.
Zahlen-Verbindungs-Tests
Diese Tests haben eine lange testpsychologische Tradition. Der Trail-Making-Test (deutsch: Pfadfindertest, Reitan 1958) liegt in 2 Formen vor. In der ersten Form sind die über das Blatt Papier verteilten Zahlen von 1–25, in der zweiten Form abwechselnd die Zahlen 1–13 und die Buchstaben A bis L (also 1-A-2-B-3-C …) möglichst schnell mit Bleistiftstrichen zu verbinden. Neben den einzelnen Zeiten als organisch sensitiven Maßen ist auch die Differenz der Testzeiten B-A ein Hinweis auf eine abbaubedingte Flexibilitätseinbuße. Eine einfachere Variante des Tests ist der nach informationstheoretischen Gesichtspunkten aufgebaute Zahlen-Verbindungs-Test (Oswald und Roth 1987), der unter anderem durch 3 Übungsdurchgänge und den Mittelwert aus 2 eigentlichen Testbögen die Wiederholungsreliabilität des Tests zu verbessern sucht.
Wahrnehmung
Bei psychiatrischen Patienten sollte im Rahmen der Testuntersuchung zumindest orientierend eine ausreichende Sehschärfe (z. B. über die Vorlage einer Sehtafel) und – v. a. bei älteren Patienten – ein ausreichendes Hörvermögen sichergestellt werden. Im Rahmen der Abklärung demenzieller Syndrome sind v.a. visuo-konstruktive und räumlich-kognitive Leistungen von Bedeutung.
Visuelle Wahrnehmung
Die visuelle Wahrnehmungsorganisation und Analysefähigkeit kann durch eine Vielzahl von Aufgabenarten wie die Tafeln zur Farbenblindheit (Ishihara 1979), das Verfolgen von Linien in einem Linienknäuel, Linienorientierung, visuelle Vergleichsaufgaben, Erkennen fragmentierter, in komplexeren Figuren versteckter, zerschnittener, übereinandergezeichneter oder maskierter geometrischer Figuren und Gegenstände erfasst werden. Bekannte Aufgaben für die 2-dimensionale Wahrnehmung hierfür sind der Hooper Visual Organisation Test (Hooper 1983) und die Untertests 10 (versteckte Muster erkennen) und 11 (unfertig gezeichnete Bilder erkennen) des Leistungsprüfsystems (Horn 1983). Der Test Judgement of Line Orientation (Benton 1978) sowie der Uhren-Zeichen-Test (Shulman et al. 1986) prüfen die Fähigkeit zur Einschätzung räumlicher Relationen und die Umsetzung von Konzepten.
Störungen der 3-dimensionalen visuellen Wahrnehmung manifestieren sich in der Unfähigkeit, sich in der näheren oder weiteren Umgebung zurechtzufinden (topografische und geografische Desorientierung; z. B. Zeichnen des Wohnungsgrundrisses, der Einkaufswege, der Station, des Staates mit wichtigen Hauptstädten) und in Aufgaben zur vorstellungsmäßigen Ausführung räumlicher Operationen wie Rotation, Spiegelung, Faltung etc. wie sie z. B. in Untertests des Leistungsprüfssystems (Horn 1983) enthalten sind.
Visuelle Konstruktion
Weitere Verfahren prüfen über die Wahrnehmungsorganisation hinaus auch die Rekonstruktion von visuell dargebotenen oder erinnerten Objekte im zwei- bzw. dreidimensionalen Raum. Die bei weitem bekannteste konstruktive Aufgabe ist der Untertest Mosaiktest aus den Wechsler Intelligenztests. Der Mosaiktest besteht aus 9 Würfeln mit je einer weißen, roten, blauen und gelben Seitenfläche sowie einer entlang der Diagonale geteilten weiß-roten bzw. einer blau-gelben Seitenfläche. Insgesamt müssen 9 zunehmend komplexere Muster nachgelegt werden, wobei Schnelligkeit und Richtigkeit gewertet werden. Der Mosaiktest korreliert relativ hoch mit dem Gesamt-IQ (etwa r = 0.70). Auch das Kopieren der Rey-Osterrieth Complex Figure (Rey 1941) erfordert über die visuelle Analyse der Vorlage hinaus die Rekonstruktion der Figur. Aufgabe ist es, die abstrakte Figur möglichst exakt abzuzeichnen. Die Geschwindigkeit geht dabei nicht in die Bewertung ein. Die Leistung wird von der visuomotorischen Informationsverarbeitung und der Planungsfähigkeit mitbestimmt (Abb. 8).
Visueller Neglekt
Beim Neglekt handelt es sich um ein Syndrom der halbseitigen, kontralateralen Vernachlässigung von sensorischen Reizen und/oder motorischen Funktionen, welches auch als Störung der räumlichen Aufmerksamkeit aufgefasst werden kann. Visuelle Neglektphänomene lassen sich u. a. durch folgende einfache Testverfahren erfassen: Der Patient durchkreuzt auf dem Blatt Papier verstreut aufgemalte Linien, streicht auf dem Blatt Papier zwischen andere Objekte eingestreute seltene Objekte an (ähnlich im Subtest Neglekt/-Gesichtsfeldprüfung der TAP, Zimmermann und Fimm 2012) oder muss den Mittelpunkt unterschiedlich langer Linien markieren. Eine Zusammenstellung von 15 Einzeltests findet sich im Neglekt-Test (NET, Fels und Geissner 1996) und von 9 Subtests im VS-Programm (Kerkhoff und Marquardt 1998), während der Kölner Neglect Test die Symptomatik anhand von 7 Subtests erfasst (Kessler et al. 1995). Im englischsprachigen Raum ist das gängigste Verfahren der Behavioral Inattention Test (BIT, Wilson et al. 1987), welches sowohl für die Status- als auch die Verlaufsdokumentation des Neglekts geeignet ist.
Wahrnehmung anderer sensorischer Modalitäten
Über den paarweisen Vergleich von Takten im Seashore Rhythm Test aus der Halstead-Reitan Battery (Reitan und Wolfson 1993) kann die nonverbale auditive Wahrnehmung geprüft werden. Taktile Wahrnehmung wird u. a. in Subtests der Halstead-Reitan Battery (Reitan und Wolfson 1993) und der Luria-Nebraska Neuropsychological Battery (Golden et al. 1985) erfasst. Ein normiertes Verfahren zur Erfassung des Geruchssinnes stellt der Smell Identification Test (SIT, Doty 1984) dar.

Sprache

Sprachstörungen werden formal unterteilt in:
Aphasien, Störungen der höheren integrativen Sprachfunktionen bei weitgehend erhaltener peripherer Sprachmotorik und weitgehend erhaltener Intelligenz, gelten neben Agnosie und Apraxie als klinisch auffälligste der 3 sog. Werkzeugstörungen. Testbatterien zur Aphasieprüfung umfassen in der Regel Aufgaben zur Spontansprache, zum Nachsprechen, zum Sprachverständnis, zum Benennen, zum Lesen und zum Schreiben.
Die Prüfung der Sprache ist v. a. bei der Differenzialdiagnostik im Bereich der progredienten Erkrankungen des Alters von Bedeutung. So stellen Sprech- und Sprachstörungen v. a. bei der frontotemporalen Demenz (FTD), der primär progredienten Aphasie (PPA), der semantischen Demenz (SD), der frontotemporalen Demenz mit Parkinsonismus bei Mutation auf dem Chromosom 17, der kortikobasalen Degeneration (CBD), die in der neueren Literatur ab 1998 dem Pick-Komplex zugerechnet wird, aber auch beim Verlauf der Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) wichtige differenzialdiagnostische Funktionen dar.
Token-Test
Der am weitesten verbreitete Aphasie-Screeningtest ist der Token-Test (Originalversion: De Renzi und Vignolo 1962; deutsche Version: Orgass 1981). Der Token-Test besteht in der Originalversion aus 20 Plättchen aus Holz oder Plastik (großen und kleinen Kreisen oder Rechtecken in 5 Farben), mit denen der Proband 62 mündliche Anweisungen des Testleiters (z. B. „Zeigen Sie das kleine grüne Viereck“, „Legen Sie den roten Kreis zwischen das gelbe Rechteck und das grüne Rechteck“) ausführen soll, und erfasst primär das Sprachverständnis. Gesunde machen in diesem Test in der Regel weniger als 5 Fehler (Mittelwert 1,25, SD 0,48). Der Token-Test ist relativ leicht durchzuführen und auszuwerten, reliabel und wies in verschiedenen Studien eine hohe Zuordnungsgenauigkeit auf. Beispielsweise klassifizierte der Test 88 % einer Gruppe Gesunder und Hirngeschädigter mit und ohne Aphasie korrekt (Boller und Vignolo 1966).
Aachener Aphasietest
Zur Unterscheidung verschiedener Unterformen der Aphasie (amnestische, globale, Broca-, Wernicke-Aphasie und Mischformen) hat sich im deutschen Sprachraum der Aachener Aphasietest (AAT) mit den 6 Untertests Spontansprache, Token-Test, Nachsprechen, Schriftsprache, Benennen und Sprachverständnis durchgesetzt (Huber et al. 1983). Der komplette AAT ist jedoch relativ zeitaufwendig (Durchführung 30–90 min, Auswertung 30–60 min).

Persönlichkeit

Im Zusammenhang mit der Einführung operationalisierter Definitionen von Persönlichkeitsstörungen in DSM und ICD wurde diskutiert, inwieweit Selbstbeurteilungsbögen oder spezielle Persönlichkeitsfragebögen eine Ergänzung oder sogar eine eigenständige ökonomische Screeningmethode zur Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen bieten können. Auch wenn dies sowohl auf der Basis existierender klinischer Instrumente (z. B. MMPI, Colligan et al. 1994) als auch mit klassischen Verfahren im Rahmen des Fünf-Faktoren-Modells versucht wurde (z. B. Rottman et al. 2009), wird der Erfolg dieser Bemühungen kritisch diskutiert (u. a. Widiger und Simonsen 2005).
Als Standard für psychometrische Persönlichkeitsfragebögen haben sich in der differenziellen Psychologie für den Bereich der Normalpersönlichkeit Fragebögen auf dem Hintergrund der Fünf-Faktoren-Theorie der Persönlichkeit etabliert. Zu nennen sind v. a. das NEO-Persönlichkeitsinventar nach Costa und McCrae, revidierte Fassung (NEO-PI-R, Ostendorf und Angleitner 2004; Costa und McCrae 1992) und dessen Kurzfassung, das NEO-Fünf-Faktoren-Inventar (NEO-FFI, Borkenau und Ostendorf 2008). In Deutschland konstruierte Tests dieser Art sind das TIPI (Trierer integriertes Persönlichkeitsinventar, Becker 2002) und das HPI (Hamburger Persönlichkeitsinventar, Andresen 2002). Für die Anwendung in der Psychiatrie sind diese Persönlichkeitstests, die explizit die Beschreibung der Normalpersönlichkeit anstreben (ein weiteres Beispiel dafür ist der 16 PF-Persönlichkeitstest von Schneewind und Graf 1998), meist wenig ergiebig.
Persönlichkeitsfragebögen
In der klinischen Praxis werden Persönlichkeitsfragebögen für die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen eher als Sekundärinstrumente benutzt. Hierbei unterscheidet man mehr dimensionale von kategorialen Ansätzen der Persönlichkeitsdiagnostik. Die größere Rolle spielen spezielle Beurteilungsinstrumente zur Erfassung von Persönlichkeitsstörungen, die auf den DSM- und ICD-Konzepten basieren und im Wesentlichen auf Fremdbeurteilungen durch den Kliniker beruhen (Hyler et al. 1988; Pfohl et al. 1989; Loranger et al. 1994; Bronisch et al. 1995; Trull et al. 2007; Fossati et al. 2006). Als Standard haben sich mehrstufige Interviews etabliert (u. a. Strukturiertes Klinisches Interview, SKID II), die in einem ersten Schritt vom Patienten die Beantwortung eines Screening-Fragebogens erfordern, der dann im Rahmen eines ausführlichen, strukturierten Interviews nachexploriert wird.
Inventar Klinischer Persönlichkeitsakzentuierungen (IKP)
Das Inventar Klinischer Persönlichkeitsakzentuierungen (IKP, Andresen 2006) dient als Selbstbeurteilungsverfahren der dimensionalen Erfassung von Persönlichkeitsakzentuierungen nach DSM-IV und ICD-10. Das Grundinventar erfasst 11 Persönlichkeitsakzentuierungen, die über ein Ergänzungsmodul um Persönlichkeitsakzentuierungen, entsprechend der Typologie von Kurt Schneider, weiter differenziert werden können.
Persönlichkeitsstil- und Störungsinventar (PSSI)
Mit dem Persönlichkeits-Stil- und Störungsinventar (PSSI, Kuhl und Kazén 1997) wurde ein Selbstbeurteilungsfragebogen entwickelt mit dem die relative Ausprägung von Persönlichkeitsstilen quantifiziert werden kann, die als nicht-pathologische Entsprechungen der in DSM und ICD beschriebenen Persönlichkeitsstörungen konzipiert sind.
Freiburger Persönlichkeitsinventar
Es erfasst in seiner revidierten Version (FPI-R, Fahrenberg et al. 2010) 10 relativ unabhängige Persönlichkeitsdimensionen und die beiden übergreifenden Faktoren Extraversion und Emotionalität (in anderen Bögen als Neurotizismus bezeichnet). Zu den Dimensionen zählen neben Charaktereigenschaften im engeren Sinne (Lebenszufriedenheit, soziale Orientierung, Leistungsorientierung, Gehemmtheit, Erregbarkeit, Aggressivität, Beanspruchung, Offenheit) auch psychosomatische Konzepte wie körperliche Beschwerden und Gesundheitssorgen. Damit reicht das FPI über den relativ engen Gültigkeitsbereich „normaler“ Persönlichkeitsinventare (s. oben) hinaus, ohne jedoch den Bereich psychischer Störungen komplett abzubilden.
MMPI-2
Das Minnesota Multiphasic Personality Inventory-2 (MMPI-2, Hathaway und McKinley 2000) deckt einen weiten Merkmalsbereich psychischer Sörungen ab. In den 1930er-Jahren wurde das Instrument aus einem psychiatrischen Fragenkatalog von gut 1000 Fragen entwickelt. Die derzeit gültige Version enthält 567 Items, die sich sowohl auf überdauernde Persönlichkeitsmerkmale als auch auf Symptome psychischer Störungen beziehen. Die Standardauswertung, für die die ersten 370 Items des MMPI-2 notwendig sind, erfolgt auf der Basis von 3 Validitätsskalen und 10 klinischen Standardskalen. Aus dem Umfang der Fragebogenitems wird die oftmals vorgebrachte Skepsis der Zumutbarkeit verständlich.
Projektive Testverfahren
Projektive Verfahren werden vornehmlich als Hilfsmittel der Exploration und zur Hypothesenbildung herangezogen und haben sich v. a. in der forensischen Gutachtenpraxis eine gewisse Stellung erhalten. Dort werden sie wegen ihrer vermutlich geringeren Verfälschbar-keit neben den Fragebogenverfahren eingesetzt. Aus Reaktionen einer Person auf wenig strukturiertes Reizmaterial ziehen projektive Testverfahren Rückschlüsse auf Komponenten der Persönlichkeit. Auf sie trifft das Merkmal der Objektivität in weit geringerem Maße zu. Hier sind sowohl die Darbietungsregeln als auch v. a. die Auswertungsverfahren weniger präzise und intersubjektiv gültig zu formulieren. Die Interpretation erfolgt aufgrund empirischer oder (häufiger!) nur theoretisch erwarteter Beziehungen zwischen Eigenheiten der Antworten wie z. B. Wahrnehmungsschärfe, Kontextabhängigkeit, Inhalt oder Realitätsnähe und deren Vorkommen bei Persönlichkeitstypen oder klinischen Gruppen. Für die meisten projektiven Verfahren gibt es mehrere Interpretationssysteme.
Die wichtigsten projektiven Tests sind das Rorschach-Verfahren (Rorschach 1992) und der Thematische Apperzeptionstest (Murray 1991). Für den Rorschachtest ist im deutschen Sprachraum die Anleitung von Bohm (1995) weit verbreitet, daneben gibt es auch eine deutsche Anleitung nach dem Verfahren von Klopfer und Davidson (1974). Das bei weitem am besten standardisierte Auswertungssystem von Exner (2002), das sich in den USA großer Wertschätzung erfreut, konnte sich hier noch wenig durchsetzen. Eine deutsche Übersetzung des Arbeitsbuchs für die Signierung wurde von Exner und Slanar (2010) veröffentlicht.

Häufig verwendete Testbatterien

Gedächtnistestbatterien

Wechsler Memory Scale (WMS)
Sie wurde von Wechsler mit dem Gedanken entwickelt, einen dem IQ entsprechenden Gedächtnisquotienten zu bestimmen (Wechsler 1974). Inzwischen liegt sie auf Englisch und Deutsch in der 4. Aufl. vor (WMS-IV, Wechsler 2009; Petermann und Lepach 2012; Tab. 4).
Tab. 4
Entwicklung der WMS-Skalen
Erscheinungsjahr
Name
Abkürzung
Autoren
1945
Wechsler Memory Scale
WMS
Wechsler
1987
Wechsler Memory Scale – Revised Edition
WMS-R
Wechsler
1997
Wechsler Memory Scale – Third Edition
WMS-III
Wechsler
2000
Deutsche Adaptation von WMS-R mit eigener Normierung
WMS-R (dt.)
Härting et al.
2009
Wechsler Memory Scale – Fourth Edition
WMS-IV
Wechsler
2012
Deutsche Adaptation der WMS-IV mit eigener Normierung
WMS-IV (dt.)
Petermann und Lepach
Die 4. Version des Wechsler Gedächtnistests bietet grundlegende strukturelle Veränderungen und ein breiteres Anwendungsspektrum im Rahmen klinischer Fragestellungen. Dies reflektiert sich unter anderem in der neuen erweiterten Normierung (16–90 Jahre) sowie in einer zusätzlichen Version für das höhere Erwachsenenalter (65–90 Jahre). Die Anwendbarkeit und Auswertung wurde im Hinblick auf die Bedürfnisse des klinischen Alltags vereinfacht. Darüber hinaus wurden neue Untertests eingeführt, bewährte beibehalten und modifiziert. Die neue Version stärkt die Diagnostik des visuellen, gleichzeitig wurden konfundierende Aspekte wie visuomotorische Fertigkeiten oder sprachliche Anforderungen in visuellen Aufgaben stärker reduziert. Im Vergleich zur deutschsprachigen Vorgängerversion (Härting et al. 2000), die aus einer Adaptation der 2. Aufl. der Testbatterie (WMS-R, 1987) und aus 13 Untertests bestand, aus denen sich 4 Indizes berechnen ließen (verbales Gedächtnis, visuelles Gedächtnis [beide zusammen bilden den allgemeinen Gedächtnis-Index], Aufmerksamkeit/Konzentration und verzögerte Wiedergabe), besteht die aktuelle Version aus 7 Untertests, die den 5 Indizes auditives Gedächtnis, visuelles Gedächtnis, visuelles Arbeitsgedächtnis, unmittelbare Wiedergabe und verzögerter Wiedergabe zugeordnet werden können. Drei Untertests wurden aus der WMS-III übernommen (logisches Gedächtnis, verbale Paarerkennung und visuelle Wiedergabe) und 4 neue Untertests wurden ergänzt (kognitives Kurzscreening, Muster Positionieren, räumliche Ergänzung und Symbolfolgen). Weniger bewährte bzw. nicht mehr aktuelle Untertests und überschneidende Untertests zur Wechsler Adult Intelligence Scale-IV (WAIS-IV, Wechsler 2008; Petermann 2012) wurden entfernt. Vier der Untertests (logisches Gedächtnis, verbale Paarerkennung, Muster Positionieren und visuelle Wiedergabe) sind in 2 Phasen unterteilt: die unmittelbare Wiedergabe (I) und den Abruf nach Verzögerung (II), jeweils nach etwa 20–30 min. Es können zudem Prozesswerte und Kontrastskalenwerte als Maßstab für den Vergleich von Werten zwischen Untertests oder Indizes berechnet werden. Sie liefern Informationen über individuelle Stärken und Schwächen.
Zwei Untertests wurden neu eingeführt: Räumliche Ergänzung misst visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis. Die Bearbeitung erfordert Leistungen zur Speicherkapazität, Manipulation und die Fähigkeit zur Unterdrückung irrelevanter Reize. Symbolfolgen sind ein visuelles Gegenstück zum auditiven Zahlennachsprechen im WAIS-IV. Um zu gewährleisten, dass auch im Schwerpunkt visuelle Leistungen überprüft werden, wurden die Muster so gestaltet, dass eine verbale Codierung unwahrscheinlicher ist. Der Untertest erfasst die Fähigkeit, ein mentales Abbild der Symbole zu speichern und die relative räumliche Position innerhalb der Abfolge auf der Seite unter Ausschluss irrelevanter Informationen zu erinnern. Beide Untertests orientieren sich an der Modellvorstellung zum visuellen Notizblock nach Baddeley und Hitch (1974) und an dem Konzept der zentralen Exekutive.
Darüber hinaus neu eingeführt wurde ein im Test enthaltenes kognitives Kurzscreening zur Überprüfung des allgemeinen kognitiven Niveaus. Der Test kann (ähnlich wie die Wechsler-Intelligenztests) nur als Individualtest vorgegeben werden.
Im Vergleich zu den Wechsler-Intelligenztests wurde die WMS von einer Ausgabe zur nächsten stark verändert. Die ursprüngliche Form hatte nur 7 Subtests, die letzte Version hat 12 Untertests (Tab. 5). Sowohl WMS-III und WMS-IV wurden stark verändert, u. a. um der Kritik einer zu starken Sprachlastigkeit zu begegnen.
Tab. 5
WMS-IV Skalen der deutschsprachen Version (Petermann und Lepach 2012)
Untertest
Abkürzung
Altersbereich
Kurzbeschreibung
Kognitives Kurzscreening
KKS
16–90
Optionales Screening für verschiedene kognitive Funktionen: zeitliche Orientierung, mentale Kontrolle, Uhrenzeichnen, beiläufiges Erinnern, Inhibition und Sprachproduktion
Logisches Gedächtnis I
LG I
16–90
Unmittelbarer Abruf als freie Wiedergabe von Geschichten: 2 Kurzgeschichten werden vorgelesen, unmittelbar danach sollen die Geschichten nacherzählt werden
Logisches Gedächtnis II
LG II
16–90
Verzögerter Abruf aus dem Langzeitgedächtnis als freie Wiedergabe (Geschichten nacherzählen) und als Wiedererkennung (Ja/Nein Fragen) erfragt
Verbale Paarerkennung I
VP I
16–90
Lernen und unmittelbarer Abruf: Verbales Paarassoziationslernen: 10 bzw. 14 vorgelesene Wortpaare werden vorgelesen. Nach der Vorgabe des ersten Begriffs soll jeweils der zweite Begriff des Wortpaares ergänzt werden. Die Wortpaarliste wird über 4 Durchgänge hinweg gelernt
Verbale Paarerkennung II
VP I
16–90
Verzögerter Abruf aus dem Langzeitgedächtnis: mit Hinweisreizen (erster Begriff des Wortpaares) und durch Wiedererkennung (aus Auswahl) getestet. Optional kann zusätzlich ein freier Abruf erfolgen. Im optionalen freien Abruf wird der Testteilnehmer gebeten, so viele Wörter der Wortpaare wie möglich zu nennen
Muster Positionieren I
MP I
16–69
Unmittelbarer Abruf: visuell-räumliches Gedächtnis von abstraktem Material: Ein Raster mit 4–8 Mustern wird für 10 s präsentiert. Anschließend sollen die Muster aus einer Auswahl von Karten herausgesucht und richtig platziert werden
Muster Positionieren II
MP II
16–69
Verzögerter Abruf aus dem Langzeitgedächtnis: Freier Abruf: Es sollen die in MP I gesehenen Musteranordnungen wiederum korrekt in das Raster platziert werden
Wiedererkennung: Es sollen aus Musteranordnungen jeweils 2 richtige Musterplatzierungen erkannt werden
Visuelle Wiedergabe I
VW I
16–90
Unmittelbarer Abruf: Merkfähigkeit für nonverbale visuelle Stimuli: Insgesamt werden 5 Muster für jeweils 10 s präsentiert und sollen dann jeweils unmittelbar nach der Präsentation nachgezeichnet werden
Visuelle Wiedergabe II
VW II
16–90
Verzögerter Abruf aus Langzeitgedächtnis
Freier Abruf: Zunächst sollen die Muster aus VW I in beliebiger Reihenfolge gezeichnet werden. Wiedererkennung: Muster aus einer Auswahl von jeweils 6 Mustern gewählt werden
Optional kann die Abzeichenleistung (Kopieren) überprüft werden
Räumliche Ergänzung
RE
16–69
Visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis anhand einer visuellen Additionsleistung: Es werden bei jeder Aufgabe jeweils 2 Raster mit blauen und roten Kreisen für 5 s gezeigt. Nach definierten Regeln müssen bei der Wiedergabe der Kreise im Raster, Positionen zusammengefasst oder abgezogen werden
Symbolfolgen
SF
16–90
Sequentielles visuelles Arbeitsgedächtnis: anhand unbekannter abstrakter Symbole: Es wird jeweils kurzzeitig eine aufsteigende Reihenfolge von Symbolen präsentiert, die danach anhand einer Auswahl wiedergegeben werden soll
Weitere Gedächtnistestbatterien
Dazu zählen der Lern- und Gedächtnistest (LGT-3, Bäumler 1974), der Tempoleistungs- und Merkfähigkeitstest Erwachsener (TME, Roether 1984), der Berliner Amnesietest (BAT, Metzler et al. 1992), der Rivermead Behavioural Memory Test (RBMT, Wilson et al. 1985), der speziell alltagsnahe Testaufgaben benutzt, sowie die weitestgehend sprachfreie Cambridge Neuropsychological Test Automated Battery (CANTAB, Robbins et al. 1994), die neben exekutiven Funktionen auch die Erfassung der visuellen Wahrnehmung und des visuellen Gedächtnisses ermöglicht.

Testbatterien für exekutive Funktionen

Wilson et al. haben 1996 das Behavioural Assessment of the Dysexecutive Syndrome (BADS) publiziert, eine Testbatterie mit 6 Subtests zu den Bereichen Planungsfähigkeit und Konzeptbildung. Für diesen Test gibt es auch eine deutsche Testanweisung, aber (noch) keine deutschen Normen. Aufgrund der für einen neuen Test schon recht umfangreichen Validitätsangaben dürfte dieses Verfahren im Vergleich mit den oben genannten Einzeltests gewisse Vorteile bei der klinischen Anwendung haben.

Testbatterien für Aufmerksamkeitsfunktionen

Aufmerksamkeitsfunktionen können mit der Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP 2.3; s. auch TAP-M zur Fahrtauglichkeitsdiagnostik) von Zimmermann und Fimm (2012) erfasst werden. Die TAP wurde als neuropsychologische Testbatterie für die Untersuchung einiger elementarer und auch komplexerer, kognitiver Funktionen des menschlichen Gehirns entwickelt. Die meisten der mit der TAP überprüften Funktionen können dem komplexen Konstrukt der Aufmerksamkeit (s. auch Kap. Neuropsychologie) zugeordnet werden. Die Version TAP 2.3 beinhaltet folgende Subtests (Tab. 6).
Tab. 6
TAP 2.3 Subtests. (Zimmermann und Fimm 2012)
Untertest
Kurzbeschreibung
Alertness
Reaktionszeit bzw. Reaktionsgeschwindigkeit
Arbeitsgedächtnis
Organisation und Leistungsfähigkeit des Kurzzeit-Gedächtnisses
Augenbewegung
Reaktionstest, der Blickbewegungen nach rechts oder links erfordert
Crossmodale Integration
Reaktionstest, bei dem erst 2 unabhängige Reize (visuell und auditiv) in bestimmten Kombinationen einen Schlüsselreiz bilden
Daueraufmerksamkeit
Reaktionstest zur Aufrechterhaltung der selektiven Aufmerksamkeit über längere Zeitspannen (höhere kognitive Anforderungen und volitionale Steuerung als bei Vigilanz)
Flexibilität
Reaktionstest, der die flexible Ausrichtung des Aufmerksamkeitsfokus prüft
Gesichtsfeld/Neglekt
Reaktionstest, der die gleichmäßige Berücksichtigung (oder partielle Vernachlässigung – Neglekt) von Bereichen des Gesichtsfeldes prüft
Geteilte Aufmerksamkeit
Fähigkeit, auf einen optischen und gleichzeitig auf einen davon unabhängigen akustischen Reiz zu reagieren
Go/No-go
Fähigkeit, unter 5 verschiedenen Reizmustern die beiden als „kritisch“ vereinbarten Muster zu entdecken
Inkompatibilität
Reaktion auf optische Reize (Pfeile), die entweder rechts oder links vom Fixationspunkt erscheinen und entweder nach rechts oder nach links zeigen
Verdeckte Aufmerksamkeitsverschiebung
Reaktion auf optische Reize, die rechts oder links vom Fixationspunkt erscheinen und durch Pfeile richtig oder falsch angekündigt werden
Vigilanz akustisch oder optisch
Belastung der Aufmerksamkeitsausdauer – Reaktion auf (seltene) Änderungen in einer akustischen oder optischen Reizfolge
Visuelles Scanning
Optisches Durchmustern (Scannen) eines Feldes von 5 × 5 optischen Reizfiguren mit dem Ziel, eine gesuchte Figur entweder zu entdecken oder auszuschließen

Neuropsychologische Testbatterien über mehrere Funktionsbereiche

Aus der großen Mannigfaltigkeit neuropsychologischer Testverfahren, von denen viele eher ad hoc konstruierten experimentellen Prüfungen gleichen, deren Gültigkeit mehr durch Einzelfälle als durch breite Validitätsuntersuchungen belegt ist und deren Darstellung den Rahmen dieses Kapitels bei weitem sprengen würde, ragen einige Verfahren heraus, die als neuropsychologische Testbatterien breitere Anwendung auch in der Psychiatrie gefunden haben.
Testbatterien
Die Halstead-Reitan Neuropsychologische Testbatterie (Heaton et al. 1991; Reitan und Wolfson 1993) ist eine Sammlung von Tests, über die es v. a. in den USA umfangreiche Untersuchungen gibt. In Deutschland sind nur einzelne Teile dieser Batterie (v. a. Category-Test und Trail-Making-Test) in Gebrauch. Daneben gibt es Testbatterien aus den Arbeitsgruppen von Arthur Benton (Benton et al. 1994) und Larry Squire (Davis et al. 1995). Charakteristisch für diese Verfahren ist ein normorientierter Ansatz bei der Konstruktion der Tests, ein einfacher Testaufbau, der eine Anwendung durch Hilfskräfte möglich macht, und das Ziel einer gruppenstatistischen Validierung.
Neuropsychological Assessment Battery (NAB)
Die NAB (Stern und White 2003) ist eine neue umfassende, integrative und modular aufgebaute Batterie von 33 neuen neuropsychologischen Tests, die Störungen einer Vielzahl neuropsychologischer Fertigkeiten und Funktionen bei Erwachsenen zwischen 18 und 97 Jahren erfasst. Die Batterie setzt sich aus den Modulen Aufmerksamkeit, Sprache, Gedächtnis, räumlich-visuelle Fähigkeiten und exekutive Funktionen zusammen und bietet zusätzlich eine Screeningversion mit 14 Subtests aus den genannten Bereichen. Es ist eine adaptive Vorgehensweise möglich, bei der man zunächst die Screeningversion vorgibt und danach nur die Bereiche intensiv untersucht, in denen sich Defizite gezeigt haben.
Cambridge Neuropsychological Test Automated Battery (CANTAB)
Die CANTAB (Robbins et al. 1994) ist eine PC-gestützte Testbatterie, die in 12 Untertests weitestgehend sprachfrei Lernfähigkeit und Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, räumlich-visuelle Analyse, Arbeitsgedächtnis, Problemlösen und planerische Fähigkeiten prüft. Neben der ausführlichen Gedächtnisprüfung liegt ein Schwerpunkt auf der Erfassung exekutiver Funktionen. Bisher wurde sie vorwiegend im Rahmen klinischer Prüfungen eingesetzt.
Alzheimer’s Disease Assessment Scale
Eine erweiterte Form des MMSE ist die Alzheimer’s Disease Assessment Scale (ADAS, Rosen et al. 1993), die über einen kognitiven Testteil und einen nicht-kognitiven Ratingteil verfügt. Der kognitive Teil dauert mit 30–40 min erheblich länger als der MMSE, gewichtet Gedächtnisdefizite aber auch viel stärker und wird damit den spezifischen Defiziten Dementer besser gerecht.
CERAD-Batterie
Im Rahmen einer Zusammenarbeit amerikanischer Gedächtnisambulanzen entstand Ende der 1980er-Jahre eine Screening-Testbatterie zur (Früh-)Erkennung von Demenzen (The Consortium to Establish a Registry for Alzheimer’s Disease/CERAD, Morris et al. 1989; Welsh et al. 1991, 1994), die ebenfalls Gedächtnisstörungen betont. Inzwischen ist diese CERAD-Batterie auch in andere Sprachen übersetzt und wird als Screeninginstrument häufig verwendet. Eine deutsche Version haben Thalmann et al. (1998) publiziert. Das Testmaterial kann man frei über das Internet herunterladen, es gibt auch einen Auswertungsservice für den Test. Zusammen mit Validierungsdaten haben Satzger et al. (2001) eine einfache grafische Auswertung vorgelegt.
RBANS-Batterie
Eine weitere, in den letzten Jahren entwickelte Testbatterie für den Einsatz in der Demenzdiagnostik ist zu nennen, die Repeatable Battery for the Assessment of Neuropsychological Status (RBANS) von Randolph (1998). In 12 kurzen Subtests werden Leistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, Sprache, Visuomotorik, Lernfähigkeit und Gedächtnis erfasst. Im Vergleich zur CERAD bietet die RBANS v. a. eine umfassendere Gedächtnisprüfung.
Die differenzialdiagnostische Eignung beider Batterien ist durch die fehlende Erhebung exekutiver Funktionen eingeschränkt, deren Erfassung v. a. für frontalhirnbetonte Demenzen wichtig ist. Für eine ergänzende Diagnostik sind weitere Verfahren notwendig, z. B. zur Erfassung der Handlungsplanung und -regulation (Turm von London, Culbertson und Zilmer 2001; Planungstest, Kohler und Beck 2000), des Problemlösens (Standardisierte Linksche Probe, Metzler 2000) und des flexiblen Denkens (Halstead Category Test, DeFilippis et al. 1979).

Häufig verwendete Screeningverfahren

Mini-Mental State Examination
Ein einfaches und häufig gebrauchtes Screeningverfahren zur Erfassung schwerer kognitiver Störungen und zur Einschätzung des Schweregrads einer Demenz ist der MMSE (Mini Mental State Examination) von Folstein et al. (1975), der auch in mehreren Versionen auf Deutsch vorliegt (z. B. Folstein et al. 1990). Innerhalb von 5–10 min werden Fragen und Aufgaben in den Bereichen Orientierung, Aufmerksamkeit, Rechnen, Gedächtnis, Sprache und Ausführung einfacher Handlungen vorgegeben und zu einem Globalscore verrechnet (Tab. 7). Mit dem MMSE wird insbesondere bei klinischen Prüfungen, aber auch bei anderen wissenschaftlichen Untersuchungen, der Schweregrad der untersuchten Stichprobe dementer Patienten beschrieben.
Tab. 7
Modifizierte, nicht zur Testdurchführung bestimmte Version des Mini-Mental-Status-Tests: Beispielaufgaben in Anlehnung an die Originalform
Nummer
Frage/Aufgabe
Punktzahl
1
Welcher Wochentag ist heute?
 
1
2
Welches Datum?
 
1
3
Welcher Monat?
 
1
4
Welche Jahreszeit?
 
1
5
Welches Jahr?
 
1
6
Wo sind wir hier? (zuhause, Krankenhaus, Heim)
 
1
7
Welches Stockwerk?
 
1
8
In welchem Ort, in welcher Stadt?
 
1
9
In welchem Bundesland?
 
1
10
In welchem Land?
 
1
11
Sprechen Sie nach (1 Wort pro Sekunde; bei Verständnisschwierigkeiten bis zu 5-mal vorsagen)
Apfel
1
12
Becher
1
13
Seil
1
14–18
Buchstabieren Sie rückwärts! „Stier“ (jeder richtige Buchstabe in rückwärtiger Reihenfolge zählt als ein Punkt):
Wenn „r-e-i-t-s“ buchstabiert wird
5
19
Welches waren die 3 Wörter, die vorhin nachzusprechen waren?
Wenn „Apfel“ genannt wird
1
20
Wenn „Becher“ genannt wird
1
21
Wenn „Seil“ genannt wird
1
22
Was ist das? (Stift wird vorgezeigt)
Wenn „Stift“ gesagt wird
1
23
Was ist das? (Uhr wird vorgezeigt)
Wenn „Uhr“ gesagt wird
1
24
Sprechen Sie nach: „Bitte keine warum und weshalb“
Wenn „Bitte keine warum und weshalb“ gesagt wird
1
25
Ausführen von Anweisungen
Nehmen Sie ein Blatt Papier!
1
26
 
Falten Sie es in der Mitte!
1
27
 
Legen Sie es auf den Stuhl!
1
28
Lesen und anschließendes Ausführen eines auf Papier gut lesbaren Befehls
„Öffnen Sie den Mund!“
1
29
Schreiben Sie auf dieses leere Blatt irgendeinen Satz
 
1
30
Zeichnen Sie diese Figur ab
Vorgabe einer Figur
1
Gesamtpunktzahl
max. 30
Der Montreal-Cognitive-Assessment (MoCA)-Test (Nasreddine et al. 2005)
Der MoCA wurde entwickelt als ein schnell durchzuführendes Screeninginstrument für schwere kognitive Einbußen. Er berücksichtigt ebenfalls unterschiedliche kognitive Bereiche: Aufmerksamkeit und Konzentration, Exekutivfunktionen, Gedächtnis, Sprache, visuokonstruktive Fähigkeiten, konzeptuelles Denken, Rechnen und Orientierung. Es liegen Parallelversionen dieses Screeningverfahrens vor und der Test kann in verschiedenen Sprachen, einschließlich Instruktionen, über das Internet herunter geladen werden. Der zeitliche Rahmen der Durchführung beträgt ungefähr 10 min. Das höchstmögliche Auswertungsergebnis sind 30 Punkte, ein Ergebnis von ≥ 26 Punkten wird als normal betrachtet. Der MMSE und der MoCA erfordern kein spezifisch klinisches Wissen und können problemlos von angelernten Personen vorgegeben werden. Zu fordern ist lediglich, dass diese generell mit der Durchführung von Tests bei kognitiv beeinträchtigten Patienten vertraut sind.
Frontal Assessment Battery (FAB)
Die FAB ist ein als Bedside-Test angelegtes kurzes Screeningverfahren, das frontalhirnassoziierte kognitive und behaviorale Funktionen untersucht. In 6 Untertests werden die Funktionen Kategorienbildung, mentale Flexibilität, motorische Programmierung, exekutive Handlungskontrolle, Interferenzanfälligkeit, Selbstregulation, Inhibitionsfähigkeit und Unabhängigkeit von Umweltreizen geprüft (Dubois et al. 2000).

Schlussbetrachtung

Die neuropsychologische Diagnostik blickt auf eine mehr als 100-jährige Tradition zurück. Durch die intensive Kooperation von Psychiatrie, Neurowissenschaften und Neuropsychologie haben sich in den letzten 20 Jahren unsere Kenntnisse über die neuronalen Grundlagen menschlichen Erlebens und Verhaltens erheblich vertieft, sowohl im Bereich kognitiver Prozesse (Cognitive Neuroscience) als auch für das Erleben und den Ausdruck von Affekten (Affective Neuroscience).Dies hat in Folge zur Entwicklung spezifischer neuropsychologischer Verfahren geführt, mit denen kognitive und affektive Funktionen und Prozesse differenziert abgebildet werden können. Durch die Integration von Bildgebung, Neuropathologie und Neuropsychologie könnte das diagnostische Vorgehen in Psychiatrie und Psychosomatik in den nächsten Jahrzehnten weiter verändert werden, weil der systematische Erkenntnisgewinn einer objektiven integrativen Diagnostik zu neuen Diagnosekonventionen führen sollte, die mehr als bisher auch neurowissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehen.
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