Multiresistente Erreger
Diagnostik - Epidemiologie - Therapie
- 2023
- Buch
- Verfasst von
- Sebastian Schulz-Stübner
- Markus Dettenkofer
- Frauke Mattner
- Alik Dawson
- Rolf Mahlberg
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Enthalten in
- b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt
Über dieses Buch
In diesem Buch erläutern Experten praxisnah die wichtigsten Fakten zu Diagnostik und Therapie von Infektionen mit multiresistenten Erregern wie MRSA, VRE, MRGN und MDR-TB. Sie zeigen auf, welche diagnostischen Verfahren sinnvoll sind und welche Antibiotika bei welchen Infektionen greifen. Die Autoren beschreiben, durch welche Hygienemaßnahmen und Präventionskonzepte des Antiotika-Stewardship, sich Infektionen und Resistenzen vermeiden lassen. Auch auf die psychologischen Aspekte im Umgang mit Patienten, Angehörigen, medizinischem Personal und der Öffentlichkeit bei Infektionen durch MRE gehen die Autoren ein. Das Werk wendet sich an alle Ärzte in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens, die Patienten mit Infektionen durch multiresistente Erreger betreuen. Die 3. Auflage erscheint komplett aktualisiert und fasst nun auch die therapeutischen Aspekte in einem Werk zusammen.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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1. Geschichtliche Entwicklung, Public-Health-Aspekte und allgemeine Hygienemaßnahmen
Sebastian Schulz-StübnerZusammenfassungMultiresistente Erreger stellen ein zunehmendes therapeutisches und sozioökonomisches Problem im Gesundheitswesen dar. Zur Eindämmung dieses Problems sind gesundheitspolitische Weichenstellungen, Aufklärung der Öffentlichkeit, Schulung des medizinischen Personals und koordinierte Forschungsanstrengungen erforderlich. Die praktischen Säulen der Prävention von Resistenzentwicklung und -verbreitung ruhen auf dem zielgerichteten, sparsamen Verbrauch von Antibiotika in Human- und Veterinärmedizin, konsequenter Standard-/Basishygiene und allgemeinem Problembewusst sein. -
2. Prävention der Resistenzentwicklung in Krankenhaus, Arztpraxis und Veterinärmedizin
Sebastian Schulz-StübnerZusammenfassungGrundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, der Resistenzentwicklung gegenzusteuern: Erstens eine Senkung des Antibiotikaeinsatzes bei Mensch und Tier, damit weniger resistente Keime selektioniert und weniger resistente Keime in die Umwelt eingetragen werden, z. B. durch Antibiotika-Stewardship-Programme. Zweitens eine Begrenzung der Ausbreitung durch Übertragung (Infektionsprävention/Kolonisationsprävention) durch klassische Hygienemaßnahme in medizinischen Einrichtungen und im Alltag. Grundlagen- und Anwendungsforschung sind gleichermaßen erforderlich, um ein besseres Verständnis von Resistenzentstehung und -verbreitung zu gewinnen und wirksame Präventionsstrategien zu entwickeln bzw. umzusetzen. -
3. Psychologische Aspekte im Umgang mit MRE
Sebastian Schulz-StübnerZusammenfassungÄngste und Unsicherheit, häufig hervorgerufen durch fehlende oder widersprüchliche Informationen und skandalisierende Berichtserstattung in den Medien, kennzeichnen den Umgang mit multiresistenten Erregern bei Patienten und Angehörigen, aber auch beim medizinischen Personal. Dieses Kapitel zeigt Lösungsansätze zur Verbesserung der Kommunikation und weckt Verständnis für die unterschiedlichen Perspektiven. -
4. Grundlagen der Therapie
Sebastian Schulz-StübnerZusammenfassungDie Grundsätze der Therapie, Therapieüberwachung und Therapiedauer von Infektionen mit MRE unterscheiden sich primär nicht von denen bei Infektionen mit sensiblen Erregern der gleichen Spezies. Allerdings können aufgrund des Resistenzprofils häufig nur sog. Reserveantibiotika oder ältere, sonst im klinischen Alltag eher selten eingesetzte Substanzen verwendet werden, und oft sind auch Kombinationstherapien erforderlich. Daher kommt der Kenntnis der Nebenwirkungsprofile und Interaktionen der eingesetzten Substanzen in Bezug auf die Behandlung von MRE-Infektionen eine besondere Bedeutung zu. Im Folgenden werden die wichtigsten in der Therapie von MRE-Infektionen verwendeten Substanzen daher genauer vorgestellt und therapeutische Konzepte für die verschiedenen MRE und die durch sie hervorgerufenen Infektionen zusammengefasst. Vielfach handelt es sich gezwungenermaßen sowohl bei Indikationen als auch bei Dosierungen um einen Off-Label-Gebrauch der jeweiligen Substanz(en), d. h., der Kliniker muss in jedem Einzelfall über den Einsatz entscheiden und eine entsprechende Dokumentation in der Patientenakte vornehmen. -
5. Methicillinresistenter Staphylococcus aureus (MRSA)
Alik Dawson, Sebastian Schulz-StübnerZusammenfassungDieses Kapitel beschreibt die Epidemiologie und klinische Bedeutung von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) und erläutert die sinnvolle Diagnostik, Screening- und Dekolonisationsverfahren sowie die Diskussion um Präventionsstrategien je nach epidemiologischer Grundsituation. -
6. Vancomycin-resistente Enterokokken
Markus Dettenkofer, Sebastian Schulz-StübnerZusammenfassungEnterokokken sind grampositive Erreger primär der Darmflora, die als Infektionserreger besonders durch den Erwerb einer Glykopeptid-/Vancomycin-Resistenz krankenhaushygienisch und therapeutisch problematisch werden können. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Epidemiologie, der Pathogenität und den erforderlichen Präventions- und Kontrollmaßnahmen. -
7. Multiresistente gramnegative Erreger (MRGN)
Frauke Mattner, Sebastian Schulz-StübnerZusammenfassungGramnegative Erreger wie Enterobacteriaceae (E. coli, K. pneumoniae und andere) oder Nonfermenter (P. aeruginosa, A. baumannii und andere) können zu schweren nosokomialen Infektionen führen. Am häufigsten treten im Krankenhaus Harnwegsinfektionen, Pneumonien, Wundinfektionen oder Sepsen auf. Sind die jeweiligen Infektionserreger gegen bestimmte Antibiotikaklassen resistent, kann sie eine kalkulierte Therapie nicht erreichen, und die Infektionen können einen schwereren Verlauf nehmen, als wenn sie durch einen empfindlichen Erreger ausgelöst worden wären. Von den Patienten, bei denen ein multiresistenter gramnegativer Erreger in klinischen Isolaten nachgewiesen wurde, entwickelte etwa die Hälfte aller Patienten eine Infektion. Sobald die Patienten systematisch auf MRGN gescreent werden, findet man mehr besiedelte als infizierte Patienten. Da es bei den gramnegativen Erregern eine Vielzahl von Spezies gibt und die einzelnen unterschiedlichste Antibiotikaresistenzen aufweisen können, wurden Definitionen von Multiresistenz erforderlich. Hier werden die Definitionen der KRINKO und der ESCMID vorgestellt. Entsprechend den Definitionen werden sowohl von der KRINKO als auch von der ESCMID Hygienemaßnahmen abgeleitet. -
8. Tuberkulose
Rolf Mahlberg, Philipp WeberZusammenfassungAm 24. März 1882 gab Robert Koch die Entdeckung des Tuberkuloseerregers vor der Physiologischen Gesellschaft in Berlin bekannt. Der Nachweis gelang durch ein bestimmtes Färbeverfahren mittels alkalischer Methylenblau-Lösung und Bismarckbraun. Diese Kontrast-Färbemethode wurden von Paul Ehrlich, Franz Ziehl und Adolf Neelsen durch Ent- und Gegenfärbungen mithilfe eines Gemisches aus Säuren und Anilin-Farbstoffen modifiziert und kommt heute noch als Ziehl-Neelsen-Färbung zur Anwendung. Das folgende Kapitel erläutert den aktuellen Stand der Epidemiologie und Klinik der Tuberkulose sowie die Grundsätze der Therapie. -
9. Wichtige Substanzen
Sebastian Schulz-StübnerZusammenfassungDie Substanzübersichten beinhalten grundsätzliche Informationen zu Wirkmechanismus, Resistenzmechanismen, Interaktionen und pharmakologischen Eigenschaften sowie zu den Zulassungsindikationen. Hierzu wurden nach dem Zufallsprinzip und der Aktualität ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Fachinformationen verschiedener Hersteller herangezogen. Dosisangaben und MRE-Indikationen weichen in vielen Fällen von den Fachinformationen ab (Off-Label-Use) und müssen daher jeweils in der Einzelfallentscheidung durch den Behandler kritisch überprüft werden. -
Backmatter
In b.Flat SpringerMedizin.de Gesamt enthaltene Bücher
- Titel
- Multiresistente Erreger
- Verfasst von
-
Sebastian Schulz-Stübner
Markus Dettenkofer
Frauke Mattner
Alik Dawson
Rolf Mahlberg
- Copyright-Jahr
- 2023
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Electronic ISBN
- 978-3-662-65708-9
- Print ISBN
- 978-3-662-65707-2
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-65708-9
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