Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Autoren
Markus Braun-Falco

Weitere Verhornungsstörungen

„Weitere Verhornungsstörungen“ umfassen das Spektrum derjenigen zumeist vererbten Erkrankungen mit Störungen in der epidermalen Differenzierung, welche nicht den Ichthyosen zuzuordnen sind. Hierzu zählen palmoplantare Keratosen, Erythrokeratodermien, follikuläre Hyperkeratosen, akantholytische Dyskeratosen, Porokeratosen und andere.

Einführung

„Weitere Verhornungsstörungen“ umfassen das Spektrum derjenigen zumeist vererbten Erkrankungen mit Störungen in der epidermalen Differenzierung, welche nicht den Ichthyosen zuzuordnen sind. Hierzu zählen palmoplantare Keratosen, Erythrokeratodermien, follikuläre Hyperkeratosen, akantholytische Dyskeratosen, Porokeratosen und andere.

Palmoplantare Keratosen

Genetisch bedingte palmoplantare Keratosen (PPK) bilden eine klinisch wie genetisch heterogene Krankheitsgruppe, deren Hauptmerkmal eine Hyperkeratose an den Handflächen und Fußsohlen darstellt. Synonym werden sie als Palmoplantarkeratosen oder Keratoderm(a) bezeichnet. Klinisch unterscheidet man diffuse von lokalen Palmoplantarkeratosen, Palmoplantarkeratosen als Teilsymptom ektodermaler Dysplasien (Kap. „Genodermatosen“) oder mit Assoziation zu systemischen Erkrankungen. Zudem lassen sich Palmoplantarkeratosen auch pathophysiologisch nach ihren zugrunde liegenden Gendefekten in Keratinen, Loricrin, Desmosomen, Connexinen, Cathepsinen und andere (Tab. 1) einordnen. Obwohl diese Gene sehr unterschiedliche Funktionen ausüben, nehmen sie alle Einfluss auf die epidermale Differenzierung und Ausbildung des cornified envelope. Je nach Expressionsmuster und Mutation des betroffenen Moleküls reicht das klinische Spektrum von akral umschriebenen Keratosen bis hin zu komplexen Systemerkrankungen, welche molekulare Zusammenhänge zwischen Haut und Herz oder Gehör offenlegen.
Tab. 1
Hereditäre palmoplantare Keratosen mit assoziierten Merkmalen und Symptomen
Mutation
Protein
Erbgang
Krankheit
Klinische Merkmale
Keratinmutationen
KRT9
Keratin 9
AD
Typ Unna-Thost-Vörner
Diffuse gelbliche Hyperkeratosen, palmoplantar begrenzt mit erythematösem Randsaum, Hyperhidrose, Neigung zu Mykosen
KRT1
Keratin 1
AD
Typ Greither
Teilsymptom des Morbus Brocq
Diffuse gelb-bräunliche PPK eventuell mit Hornperlen und Hornkratern, langsam progredient auf Dorsalseiten und transgredient mit pflastersteinartigen Hyperkeratosen an Knien, Ellenbogen und anderen Körperteilen
KRT14
Keratin 14
AD
Naegeli-Franceschetti-Jadassohn-Syndrom
Retikuläre Hyperpigmentierungen, Verlust der Dermatoglyphen, Zahndefekte, Anhidrose, punktförmige oder lineare PPK
KRT6a, KRT16
Keratin 6a und 16
AD
Pachyonychia congenita Jadassohn-Lewandowski
Pachyonychie, spitze Hyperkeratosen, orale Leukokeratose, Druckpunkt-assoziierte PPK
KRT6b, KRT17
Keratin 6b und 17
AD
Pachyonychia congenita Jackson-Lawler
Pachyonychie, spitze Hyperkeratosen, orale Leukokeratose, Druckpunkt-assoziierte PPK
Loricrin
LOR
Loricrin
AD
Typ Camisa mutilans
Mutilierende PPK; pflastersteinartige Hyperkeratosen, Ichthyose
Desmosomen
DSG1
Desmoglein 1
AD
Striärer Typ Brünauer-Fuhs-Siemens
Plantar druckpunktassoziierte Hyperkeratosen, palmar lineare Hyperkeratosen an den Fingerbeugeseiten mit inselartiger Ausbreitung auf Handteller
JUP
Plakoglobin
AR
Naxos-Syndrom
Diffuse PPK, Wollhaare, rechtsventrikuläre Kardiomyopathie
DSP
Desmoplakin
AR
Carvajal-Syndrom
Striäre PPK, Wollhaare, linksventrikuläre Kardiomyopathie
PKP1
Plakophilin 1
AR
Ektodermales Dysplasie-Hautfragilitäts-Syndrom
Fokale Hyperkeratosen mit schmerzhaften Fissuren, erhöhte Hautabschilferung, Blasen und Erosion, Nageldystrophien, Alopezie, vereinzelt Hypohidrose
Connexine
GJB2
Connexin 26
AD
Typ mutilans Vohwinkel
Mutilierende PPK mit pflastersteinartigen Hyperkeratosen, Neigung zu Pseudoainhum, Schwerhörigkeit
GJB2
Connexin 26
AD
KID
PPK, Ichthyose, Keratitis, Schwerhörigkeit
GJB6
Connexin 30
AD
Hidrotische ektodermale Dysplasie
Diffuse transgrediente PPK mit druckpunktassoziierter Verstärkung, Nageldysplasien, Alopezie, leichte Ichthyose, keine Hörminderung
GJB4, GJB3
Connexin 30.3
Connexin 31
AD
Erythrokeratodermia variabilis
Leichte PPK, temporär wandernde figurierte Erytheme, hyperkeratotische Plaques an großen Gelenken, Hyperhidrose
Cathepsin C
CTSC
Cathepsin C
AR
Papillon-Lefèvre-Syndrom
Diffuse PPK mit Druckpunktassoziation, Peridontitis mit frühzeitigem Zahnverlust, vereinzelt psoriasiforme Plaques am Stamm
Andere
SLURP1
LY6/PLAUR-Proteinfamilie
AR
Mal de Meleda
Massive diffuse PPK mit Transgredienz und Progredienz auf Unterarme und Unterschenkel, Hyperhidrose
AAGAB
α/γ-Adaptin bindendes Protein p34
AD
Typ Buschke-Fischer-Brauer
Im 2. Lebensjahrzehnt sich manifestierende wenige Millimeter große punktförmige Hyperkeratosen mit Hornkrater, eventuell erhöhtes Malignomrisiko
TAT
Tyrosinamino-transferase
AR
Okulokutane Tyrosinämie
Hyperkeratosen und Augenentzündungen mit Schmerzen, Kap. „Purin-, Sphingolipid- und Aminosäurestoffwechselstörungen“
POMP
POMP
AR
Klick-Syndrom
Diffuse gelb-rötliche PPK mit Transgredienz, Flexurkontrakturen, Neigung zur Schnürfurchenbildung; Transgredienz auf Beugeseiten größerer Gelenke, leichte Ichthyose
WIN10A
WIN10A
AR
Schöpf-Schulz-Passarge-Syndrom
Im Erwachsenenalter auftretende PPK; vorausgehend Hypodontie, Nageldystrophie und androgenetische Alopezie, später Auftreten von apokrinen Hidrozystomen, ekkrinen Syringofibroadenomen und kutanen spinozellulären Karzinomen
iRHBDF2
Inaktive rhomboidale Protease 2
AD
Tylosis/Howel-Evans-Syndrom
Paraneoplastische PPK mit an Druckpunkten lokalisierten schwielenartigen Hyperkeratosen und 95 %iges Lebensrisiko für Ösophaguskarzinom
TRPV3
Transient receptor potential vanilloid-3
Sporadisch, AD, AR
Olmsted-Syndrom
Mutilierende PPK mit perioralen, perianalen, perinealen Hyperkeratosen und enoralen Leukokeratosen
SERPINB7
Clade B-Serpinpeptidase-Inhibitor 70
AR
Nagashima-Typ Palmoplantarkeratose
Bislang nur bei Asiaten erkannt. Diffuse progrediente und transgrediente (mechanische Belastungsareale) PPK auf erythematösem Grund
Gendefekt bislang nicht aufgeklärt
?
?
?
Stachelförmige PPK
Aussaat hunderter winziger Keratosestacheln im Erwachsenenalter, eventuell Ausbreitung auf Stamm, erhöhtes Malignomrisiko
?
?
AD
Huriez-Syndrom
Diffuse PPK mit Sklerodaktylie und erhöhtem Risiko für spinozelluläre Karzinome
?
?
AD
Gingiva-Hyperkeratose-Syndrom
Druckpunktassoziierte fokale PPK mit Leukokeratose der Gingiva
?
?
AD
Akrokeratoelastoidosis
Weiche, schimmernde Papeln vor allem an den Außenkanten von Palmae und Plantae
?
?
AD, AR
Palmoplantar Keratoderm-kongenitales Alopezie Syndrom
Mutilierende, an den Endphalangen beginnende PPK mit kongenitaler universeller Alopezie
AD: Autosomal-dominant; AR: Autosomal-rezessiv; PPK: Palmoplantare Keratosen; KID: keratitis-ichthyosis-deafness

Palmoplantare Keratosen mit Mutationen in Zytokeratinen

Zytokeratine (KRT) gehören zu den intermediären Filamenten, welche als Netzgeflecht das Zytoplasma von Epithelzellen durchziehen und zu deren Stabilität beitragen. Eine detaillierte Beschreibung befindet sich in Kap. „Ichthyosen“. Mutationen in KRT1, 6a/b, 9, 14, 16 und 17 sind bislang bei PPKs beschrieben worden. KRT9 ist in akraler Lokalisation anstelle von KRT10 der Bindungspartner von KRT1. KRT6a und 6b sowie deren Bindungspartner KRT16 und KRT17 sind außer akral an Nagelplatte, Mundschleimhaut und Haarfollikeln exprimiert. Mutationen in einem dieser Gene führen zu Pachyonychia congenita (Kap. „Erkrankungen der Nägel“), bei der es als Teilsymptom zum Auftreten einer plantar stärker als palmar ausgeprägten fokalen Hyperkeratose mit Akzentuierung an Druckpunkten kommt. Auch bei Naegeli-Franceschetti-Jadassohn-Syndrom (Kap. „Störungen der Melaninpigmentierung“), verursacht durch Mutationen in KRT14, kommt es zu palmoplantaren Hyperkeratosen mit punktförmiger oder linearer Akzentuierung.

Keratosis palmoplantaris diffusa mit Mutationen in Keratin 9

OMIM 144200
AD
17q12
KRT9
Keratin 9
Synonyme
Am ehesten entsprechend der Keratosis palmoplantaris diffusa Typ Unna-Thost-Vörner (Thost 1880; Unna 1883; Vörner 1901), synonym bezeichnet mit epidermolytischer palmoplantarer Hyperkeratose, EPPK oder Morbus Unna-Thost-(Vörner).
Epidemiologie
Bei einer Inzidenz von 1:100.000 ist sie die häufigste hereditäre PPK. In Schweden reicht die Häufigkeit lokal bis 1:200.
Ätiopathogenese
Bislang wurden 26 unterschiedliche Mutationen in KRT9 gefunden, welche zumeist in der hochkonservierten 1A-Region der α-Helix-rod-Domaine liegen. Da Keratin 9 ausschließlich palmoplantar exprimiert wird, führen die Mutationen nur dort zu klinischen Veränderungen. Die frühere Unterscheidung in eine epidermolytische (Typ Vörner) und nichtepidermolytische Variante (Typ Unna-Thost) wird aufgrund identischer Genetik nicht mehr getroffen.
Klinik
Manifestation bereits in der Kindheit. Die gesamten volaren Flächen von Palmae und Plantae sind von einer flächigen, wachsartigen, gelb-bräunlichen Keratose bedeckt. Es zeigt sich eine scharfe seitliche Begrenzung mit charakteristischem, entzündlich gerötetem Randsaum (Abb. 1). Dort finden sich gelegentlich Blasen. Immer wieder bilden sich schmerzhafte Rhagaden aus. Die Nägel sind uhrglasartig gewölbt. Vereinzelt findet man bräunliche knöchelpolsterartige Hyperkeratosen (knuckle pads). Es besteht eine starke Neigung zu Hyperhidrose und Besiedlung mit Dermatophyten.
Differenzialdiagnose
Bei transgredienter und progredienter Ausbreitung und bei Befall anderer Körperregionen ist an Keratin-1-Mutationen zu denken. Eine epidermolytische Hyperkeratose kann ansonsten auch bei linearer PPK, Ichthyosis bullosa Siemens und Carvajal-Huerta-Syndrom auftreten.
Histopathologie
Massive kompakte Orthohyperkeratose fokal mit epidermolytischer Hyperkeratose.
Therapie
Mechanische Abtragung der Keratosen sowie pflegende und keratolytische Externa. Zur Prophylaxe einer Infektion mit Dermatophyten kann 2-mal wöchentlich lokal ein Antimykotikum angewendet werden. Von systemischen Retinoiden ist abzuraten, da sie zu schmerzhaften Erosionen und Blasen führen können. Eine Pränataldiagnostik ist möglich. Im Mausmodel kann das dominante mutierte Gen durch short hairpin (sh) RNA inhibiert werden.

Keratosis palmoplantaris diffusa mit Mutationen in Keratin 1

OMIM 148400
AD
12q13
KRT1
Keratin 1
Synonyme
Am ehesten entsprechend der Keratosis palmoplantaris diffusa transgrediens et progrediens Greither (1952), auch als progressives palmoplantares Keratoderm bezeichnet.
Ätiopathogenese
Im Gegensatz zu Keratin 9 wird Keratin 1 am gesamten Integument suprabasal in der Epidermis exprimiert. Dies erklärt, warum Mutationen in KRT1 zu einer Keratosis palmoplantaris diffusa führen, welche mit Ausbreitungserscheinungen auf das restliche Integument assoziiert sein kann.
Klinik
Mit Beginn im ersten Lebensjahrzehnt bildet sich eine Keratosis palmoplantaris diffusa aus mit flächigen, wachsartigen, gelb bräunlichen Keratosen, eventuell mit punktförmigen Grübchen und Neigung zu Hyperhidrose. Es folgt eine langsame Progredienz auf Hand- und Fußrücken, Knöchel und Fersen sowie die Transgredienz in Form von scharf begrenzten, grau bräunlichen, pflastersteinartigen, keratotischen Plaques an Knien, Ellenbogen und anderen Körperstellen (Abb. 2). Meist im 4. Lebensjahrzehnt sistiert die Ausbreitung, eventuell kommt es sogar zu einer Milderung der Symptome.
Differenzialdiagnose
Das klinische Spektrum der KRT1-Mutationen umfasst als maximales Erscheinungsbild die epidermolytische Ichthyose Brocq (Kap. „Ichthyosen“), bei der ein diffuses Keratoderm als Teilsymptom auftritt; als Minimalvariante gilt ein epidermolytischer epidermaler Nävus, bei dem eine somatische KRT1-Mutation vorliegt.
Therapie
Mechanische Abtragung der Keratosen sowie pflegende und keratolytische Externa. Systemische Retinoide können versucht werden, führen jedoch häufig bereits bei niedriger Dosierung zu Reizungen.

Palmoplantare Keratosen mit Mutationen in Loricrin

Loricrin ist ein Hauptbestandteil des cornified envelope. Das Gen ist auf Chromosom 1q21 zusammen mit Involucrin und Profilaggrin im Bereich des epidermalen Differenzierungskomplexes lokalisiert und an der terminalen Differenzierung der Epidermis beteiligt. Die Expression von Loricrin ist eng an die Kalziumkonzentration gekoppelt.

Loricrin-Keratoderm

(Camisa und Rossana 1984)
OMIM 604117
AD
1q21
LOR
Loricrin
Synonyme
Camisa-Variante der mutilierenden Palmoplantarkeratose, Keratosis palmoplantaris mutilans/Camisa, progressive symmetrische Erythrodermie mit Pseudoainhum
Epidemiologie
Sehr selten.
Ätiopathogenese
Im Gen für Loricrin, einem wichtigen Bestandteil des cornified envelope, konnten bislang 8 Frameshift-Mutationen als Ursache dieser autosomal-dominanten Erkrankung entdeckt werden.
Klinik
Palmoplantar diffuse Keratose mit bienenwabenartiger Oberfläche, dorsalseitig spitze verruziforme Hyperkeratosen und knuckle pads. Häufig zeigt sich eine Schnürfurche um einzelne Finger, wobei es nur selten zu einer Autoamputation (Pseudoainhum) kommt. Zudem besteht eine generalisierte, leichte Ichthyose mit weißlicher Schuppung. Manche Patienten werden als Kollodiumbaby geboren.
Differenzialdiagnose
Bei der durch Connexin-Mutationen ausgelösten PPK Vohwinkel kommt es wesentlich häufiger zu Mutilationen durch Autoamputation, zudem besteht eine Innenohrschwerhörigkeit.
Therapie
Mechanische Abtragung der Keratosen sowie pflegende und keratolytische Externa sind nötig. Systemisch Acitretin führt gegebenenfalls neben einer Reduktion der Hyperkeratosen auch zu einer Verhinderung der Schnürfurchenbildung. Schnürfurchen können operativ saniert werden.

Palmoplantarkeratosen mit Mutationen in desmosomalen Proteinen

Desmosomen umfassen eine große Gruppe unterschiedlicher intermediärer Filamente, welche den mechanischen Zusammenhalt benachbarter Zellen unterstützen. Zu den für PPKs relevanten Molekülen zählen Desmoglein, Desmocollin, Desmoplakin, Envoplakin, Plakoglobin, Plakophilin und Periplakin. Interessanterweise sind einzelne dieser Moleküle bei unterschiedlichen Formen einer Kardiomyopathie mutiert, was Palmoplantarkeratosen und Kardiomyopathien genetisch in Verbindung bringt.

Keratosis palmoplantaris striata mit Mutationen in Desmoglein 1

OMIM 148700
AD
18q12.1–q12.2
DSG1
Desmoglein 1
Synonyme
Historisch am ehesten dem Typ Brünauer-Fuhs-Siemens (Brünauer 1923; Fuhs 1924; Siemens 1929) und Typ striata et areata Wachter (Roth et al. 1978; Wachters et al. 1983) (OMIM 114140) entsprechend.
Klinik
Desmoglein-1-Mutationen gehen am häufigsten mit striären Hyperkeratosen einher, können aber auch fokale, diffuse oder punktierte Formen ausweisen. Meist im 1–2. Lebensjahrzehnt entwickeln sich plantar oberhalb von Druckpunkten inselförmige, braun gelbliche Hyperkeratosen. Erst im Verlauf kommt es entlang der Flexurseiten der Finger zu prominenten linearen Hyperkeratosen, welche sich im Handteller ebenfalls inselartig ausbreiten können (Abb. 3). Mechanische Belastung ist schmerzhaft und induziert neue Herde.
Histopathologie
Prominente Hyperkeratose mit suprabasaler akantholytischer Auflockerung unter Abrundung von Keratinozyten.
Differenzialdiagnose
Striäre palmoplantare Keratosen treten auch mit Mutationen in Desmoplakin und vereinzelt in KRT1 auf. Neuerdings wurde auch von rezessiven DSG1-Mutationen berichtet, welche bei Homozygotie im SAM-Syndrom (MIM 615508) aus schwerer Dermatitis, multiplen Allergien und metabolischem Wasting resultieren.
Therapie
Neben topischer Keratolyse kann Acitretin morbostatisch wirken.

Keratosis palmoplantaris mit Mutationen in Plakoglobin

(Protonotarios et al. 1986)
OMIM 601214
AR
17q12–q22
JUP
Plakoglobin
Synonyme
Naxos-Syndrom, palmoplantare Keratose mit Wollhaaren und rechtsventrikulärer Kardiomyopathie
Ätiopathogenese
Autosomal-rezessive Mutationen in JUP (junction plakoglobin), welches Plakoglobin kodiert.
Klinik
Bei Geburt zeigen sich gekräuselte Wollhaare. Innerhalb der ersten Lebensjahre entwickelt sich eine diffuse Keratose an den Medialkanten von Palmae und Plantae, aber auch an Fingern, Fersen und Vorfüßen. Bereits in der Adoleszenz manifestiert sich eine Kardiomyopathie vom Typ einer arrhythmogenen rechtsventrikulären Dysplasie (ARVD/C), welche mit Synkopen, ausgedehnten ventrikulären Tachykardien, Rechtsherzinsuffizienz und plötzlichem Herztod einhergehen kann. Als zweite klinische Variante einer homozygoten JUP-Mutation wurde das CAPK-Syndrom aus rechtsseitiger Kardiomyopathie, Alopezie und Palmoplantarkeratoderm beschrieben.
Differenzialdiagnose
Das Carvajal-Syndrom kann als striäre Variante aufgefasst werden, welche mit einer Linksherzinsuffizienz einhergeht. Einmalig beschrieben ist ein Naxos-Syndrom mit mildem Keratoderm aufgrund einer Mutation in Desmocollin 2. Eine homozygote Nonsense-Mutation in JUP führte zu einer letalen kongenitalen Epidermolysis bullosa.
Therapie
Frühzeitige Implantation eines Herzschrittmachers und antiarrhythmische beziehungsweise antitachykarde Medikation. Mechanische Abtragung der Keratosen sowie pflegende und keratolytische Externa sind wichtig.

Keratosis palmoplantaris mit Mutationen in Desmoplakin

(Carvajal-Huerta 1998)
OMIM 605676
AR
6p24
DSP
Desmoplakin
Synonyme
Carvajal-Syndrom, Carvajal-Variante des Naxos-Syndrom, Palmoplantare Keratose mit Wollhaaren und linksventrikulärer Kardiomyopathie
Ätiopathogenese
Normal autosomal-rezessiver, selten auch autosomal-dominanter Erbgang. Die Mutation führt zu einer verkürzten Form von Desmoplakin, bei dem die C-Domäne der Schwanzregion fehlt.
Klinik
Die Symptomatik ähnelt dem Naxos-Syndrom, allerdings mit striären Hyperkeratosen und einer linksventrikulären Kardiomyopathie, die problematischer angesehen wird. Wichtig ist die frühzeitige Durchführung von elektrokardiografischen und echokardiografischen Untersuchungen zur Vermeidung von Folgeerscheinungen, da einige Patienten bereits im Teenageralter an Herzversagen verstorben sind.
Differenzialdiagnose
Abzugrenzen ist das Naxos-Syndrom mit rechtsventrikulärer Kardiomyopathie. Selten gibt es eine striäre PPK mit Mutation in DSP ohne Assoziation zu Carvajal- beziehungsweise Naxos-Syndrom. Die Klinik ist vielfältig, je nach Lokalisation der Mutation in DSP. Beschrieben wurde ein SAM-Syndrom, eine letale rezessive Epidermolysis bullosa-Form, der Symptomkomplex aus bullöser Dermatosis, Palmoplantarkeratoderm, Alopecia universalis und schwerer Kardiomyopathie und das EKC-Syndrom aus Erythrokeratodermie, Kardiomyopathie, schweren Zahndefekten und Onychodystrophie aller Nägel.
Therapie
Angezeigt sind eine frühzeitige Implantation eines Herzschrittmachers und antiarrhythmische beziehungsweise antitachykarde Medikation, mechanische Abtragung der Keratosen sowie pflegende und keratolytische Externa.

Keratosis palmoplantaris mit Mutationen in Plakophilin 1

(McGrath et al. 1997)
OMIM 604536
AR
1q32
PKP1
Plakophilin 1
Synonyme
Ektodermales Dysplasie-Hautfragilitäts-Syndrom, McGrath-Syndrom
Ätiopathogenese
Plakophilin 1 ist normalerweise in der Epidermis und in Haarfollikeln exprimiert.
Klinik
Bei Geburt zeigt sich meist eine gerötete Haut mit erhöhter Hautabschilferung. In den Sommermonaten treten Blasen und Erosionen als Zeichen der Hautfragilität auf. Über Jahre bilden sich zunehmend palmoplantare Hyperkeratosen mit schmerzhaften Fissuren sowie Nageldystrophien und Alopezie aus; gelegentlich eine Hypohidrose.
Differenzialdiagnose
Die Hautfragilität mag an ein Kindler-Syndrom denken lassen, welches jedoch keine Palmoplantarkeratosen ausbildet, dafür mit einer Parodontopathie einhergeht.

Palmoplantare Keratosen mit Mutationen in Connexinen

Connexine dienen der elektrochemischen Kommunikation zwischen Zellen durch gap junctions. Jeweils 6 homo- oder heterotypische Moleküle formen ein Connexon. Connexone benachbarter Zellen bilden gap junctions aus. Obwohl in der Epidermis Connexin 43 überwiegt, wurden Mutationen bei PPKs bislang in den Genen für Connexin 26, 30,3 und 31 gefunden. Die Mutationen führen aufgrund von Störungen bei der interzellulären Signalübertragung zur Dysregulation des Kalziumaustausches, der sich auf die Differenzierung und Ausformung des cornified envelope auswirkt. Da Connexin 26 außer in den Basalschichten akraler Epidermis auch in der Cochlea exprimiert wird, verbindet dieses Gen palmoplantare Hyperkeratosen mit Schwerhörigkeit.

Keratosis palmoplantaris mit Mutationen in Connexin 26

OMIM 124500/148210
AD
13q11–q12
GJB2
Connexin 26
Synonyme
Mit Connexin-26-Mutationen gehen die Keratosis palmoplantaris mutilans Vohwinkel (1929), das Keratitis-Ichthyosis-Deafness (KID)-Syndrom (Kap. „Ichthyosen“) und die hystrixartige Ichthyose mit Taubheit (Kap. „Ichthyosen“) einher.
Epidemiologie
Sehr selten.
Ätiopathogenese
Je nach Lokalisation der Mutation innerhalb des Gens kann es zu einer isolierten Hörschwäche ohne wesentliche Hautveränderung kommen, zu KID-Syndrom oder zu einem mutilierenden Keratoderm Vohwinkel.
Klinik
Schon früh entwickeln sich massive, diffuse, gelbliche Keratosen an Handflächen und Fußsohlen, häufig mit bienenwabenartiger Oberfläche und Hyperhidrose. Daneben besteht eine leichte Ichthyose, welche an den Dorsalseiten der Akren, an Ellenbogen und Knien in verruziforme Hyperkeratosen übergeht. Im Verlauf von Jahren kann es zur Ausbildung von Schnürfurchen mit dem Risiko einer Auto-Amputation (Pseudoainhum) kommen (vormals Vohwinkel Keratoderm).
Bei der KID-Variante ist das Keratoderm weniger stark ausgeprägt und es besteht kein Risiko für Mutilationen. Die Ichthyose ist prominenter mit Ausbreitung hyperkeratotischer Plaques an Wangen, Kinn, Nase und Ohren. Zudem entwickelt sich eine Keratitis. Bei der Hystrix-Variante steht eine ichthyosisforme Erythrodermie im Vordergrund, welche langfristig persistiert und sich nicht wie im Falle der KID-Variante im Verlauf bessert. Unabhängig von der Ausprägung der Hauterscheinungen besteht eine sensorische Hörschwäche mit sekundärer Sprachstörung. Es bedarf einer Überprüfung, ob die Stärke der Hörminderung sich reziprok der Intensität der palmoplantaren Keratosen verhält.
Differenzialdiagnose
Das Verteilungsmuster der Hyperkeratosen lässt an ein Loricrin-Keratoderm denken, welches allerdings nicht mit einer Hörminderung einhergeht.
Therapie
Bei starker Ausprägung des Keratoderms kann Acitretin zu einer Verbesserung führen und vor allem das Risiko einer Auto-Amputation reduzieren. Alternativ können plastisch-operative Eingriffe Kontrakturen und einschneidende Schnürfurchen bessern.

Hidrotische ektodermale Dysplasie/Clouston-Syndrom mit Mutationen in Connexin 30

Das Clouston-Syndrom ist den ektodermalen Dysplasien (Kap. „Genodermatosen“) zuzurechnen und geht auf eine Mutation in Connexin 30 (GJB6) zurück. Das klinische Bild ist variabel und zeigt diffuse transgrediente Hyperkeratosen mit punktförmiger Akzentuierung an den Fußsohlen, prominente Nageldystrophien mit schmerzenden, konvex gekrümmten und verdickten Nägeln sowie dünne brüchige Haare, welche zu einer totalen Alopezie führen können. Eine Hörminderung liegt normalerweise nicht vor und deutet ansonsten auf eine Mutation in GJB2 hin.

Erythrokeratodermia variabilis mit Mutationen in Connexin 31

Obwohl ein überwiegender Teil der Patienten eine prominente palmoplantare Keratose entwickelt, stehen gerade in den frühen Jahren die Kombination aus flüchtigen, figurierten, brennenden Erythemen und dicken hyperkeratotischen Plaques im Vordergrund. Da sich diese Erscheinungen über das gesamte Integument erstecken können, wird die Erythrokeratodermia variabilis den Ichthyosen zugerechnet (Kap. „Ichthyosen“).

Palmoplantare Keratosen mit Mutationen in Cathepsin C

Cathepsin C ist das bislang einzige Cathepsin-Gen, welches bei Palmoplantarkeratosen mutiert ist. Es gehört zur Gruppe der papainähnlichen Cysteinproteasen, welche Dipeptide vom aminoterminalen Ende von Proteinen abspalten. Dies ist für die Aktivierung von Serinproteasen wie Leukozyten-Elastase und Granzyme A/B wichtig. Cathepsine katalysieren somit den Abbau von extrazellulärer Matrix, Zellorganellen und Basalmembranen.

Keratosis palmoplantaris diffusa mit Mutationen in Cathepsin C

(Papillon und Lefèvre 1924)
OMIM 245000
AR
11q14.1–14.3
CTSC
Cathepsin C
Synonyme
Papillon-Lefèvre-Syndrom, Keratosis palmoplantaris diffusa mit Periodontopathie, Haim-Munk-Syndrom (1965) (OMIM 245010)
Ätiopathogenese
Das Verteilungsmuster der Symptome lässt sich durch die normale Expression von Cathepsin C in palmoplantarer Epidermis, Gingiva und Osteoklasten erklären.
Klinik
Früh entwickelt sich eine diffuse palmoplantare Keratose mit Akzentuierung an Druckpunkten und Ausbreitung an Fingergelenken, Ellenbogen und Knien, vereinzelt finden sich am Integument auch psoriasiforme Plaques (Abb. 4). Bereits die ersten Zähne weisen eine massive Peridontitis und Karies auf und fallen verfrüht aus (Abb. 5). Gleiches gilt für die permanenten Zähne, die meistens bis zum 20. Lebensjahr verloren gehen. Außerdem kommt es zur Verkalkung von Falx und Tentorium cerebri. Bei der Haim-Munk-Variante bestehen zusätzlich Onychogrypose, Arachnodaktylie, Akroosteolyse und Plattfüße.
Therapie
Acitretin verbessert nicht nur die Hyperkeratosen, sondern mildert vor allem die Parodontose, wodurch ein Zahnverlust verhindert werden kann.

Palmoplantarkeratosen mit unterschiedlichen Genmutationen

Keratosis palmoplantaris transgrediens et progrediens mit Mutationen in SLURP1

(Stulli 1826)
OMIM 248300
AR
8q24.3
SLURP1
SLURP1
Synonym
Mal de Meleda , da die Erstbeschreibung von der Adriainsel Mljet (Meleda) ausging. Der im schwedischen Norrbotten beschriebene Typ Gamborg-Nielsen (1985) (OMIM 244850) konnte mittlerweile ebenfalls auf SLURP1-Mutationen zurückgeführt werden und markiert das schmale Spektrum der klinischen Variationsbreite.
Ätiopathogenese
SLURP1 gehört zur LY6/LLAUR-Proteinfamilie. SLURP1 potenziert die Wirkung von Acetylcholin an α7-Nicotinsäurerezeptoren. Es wird im Stratum granulosum exprimiert und beeinflusst die späte Differenzierung von Keratinozyten durch Erhöhung von Transglutaminase 1, KRT10, p21 und Caspase 3.
Klinik
Die errechnete Prävalenz beträgt <1:100.000; Manifestation bereits in den ersten Lebensmonaten. Palmoplantar über einem diffusen Erythem bilden sich prominente, plattenartige, gelbweiße Keratosen aus, die auf Hand- und Fußrücken sowie manschettenförmig auf Unterarme und Unterschenkel übergreifen (Transgredienz) (Abb. 6). Zusätzlich bestehen periorale Erytheme, Brachydaktylie, Nagelveränderungen und Hyperhidrose. Es wurde mehrmals von der Entstehung eines Melanoms in von Mal de Meleda befallenen Arealen berichtet.
Labor
Nach Stimulation mit Pilocarpin kann SLURP1 aus Schweiß im Western-Blot nachgewiesen werden.
Therapie
Keratolytisch wirksame Externa kommen zum Einsatz. Um mykotische Superinfektionen zu vermeiden, eignet sich prophylaktisch die 2-mal wöchentliche Verwendung eines topischen Antimykotikums. Eventuell verbessert Acitretin die Symptome.

Keratosis palmoplantaris papulosa mit Mutation in AAGAB

(Buschke und Fischer 1910; Brauer 1913)
OMIM 148600
AD
15q22.33-q23
AAGAB
α/γ-Adaptin-bindendes Protein p34
Synonyme
Keratotis palmoplantaris papulosa (punctate) Buschke-Fischer-Brauer, Keratoderma hereditarium dissipatum palmare et plantare
Ätiopathogenese
Prävalenz etwa 1,2:100.000; autosomal-dominanter Erbgang mit variabler Penetranz. Zugrunde liegen Nonsense-Mutationen im Gen AAGAB, welches α/γ-Adaptin bindendes Protein p34 kodiert. Die Funktion des Proteins ist noch nicht vollständig aufgeklärt, es dient wohl der Membrankommunikation und als Chaperon.
Klinik
Langsam über Jahre und häufig erst im 2. Lebensjahrzehnt klinisch manifest entwickeln sich palmoplantar zahlreiche wenige Millimeter große, gelbliche, hyperkeratotische Papeln (Abb. 7). Diese besitzen zentral kleine Dellen oder Hornperlen, welche nach Entfernung Keratosekrater hinterlassen. An den Fußsohlen im Bereich von Druckpunkten entstehen großflächige rundliche Hyperkeratosen. Nageldystrophien können hinzukommen. Innerhalb einer Familie variiert die klinische Ausprägung deutlich. Da möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Lymphome, Darm-, Pankreas-, Nieren- und Mammakarzinom besteht, sollten Betroffene und deren Familienmitglieder engmaschig kontrolliert werden.
Differenzialdiagnose
Auszuschließen sind alte Warzen, Kallus, Arsenkeratosen, Morbus Darier sowie unterschiedliche Formen erworbener punktförmiger Hyperkeratosen.
Therapie
Effektiv können keratolytisch wirksame Externa sowie eventuell Acitretin sein.

Keratosis linearis-Ichthyosis congenita-Keratoderma mit Mutation in POMP

(Pujol et al. 1989; Vahlquist et al. 1997)
OMIM 601952
AR
13q
POMP
POMP
Synonyme
KLICK-Syndrom (Keratosis linearis with ichthyosis congenita and sclerosing keratoderma), kongenitale ichthyosiforme Dermatose mit linearen keratotischen flexurseitigen Papeln und sklerosierendem Keratoderm
Ätiopathogenese
POMP steht für proteasome maturation protein, welches als Chaperon die Proteasomen-Entwicklung fördert. Die bislang bekannte Deletion führt zu einer Überexpression des Gens in differenzierten Keratinozyten.
Klinik
Palmoplantar sowie an den Dorsalseiten der Akren entwickeln sich diffuse gelb rötliche Keratosen, welche an den Fingern zur Schnürfurchenbildung und Flexurkontrakturen führen. Zusätzlich entstehen lineare Hyperkeratosen mit verruziformer oder rillenartiger Oberfläche an den Beugeseiten größerer Gelenke. Es besteht eine leichte generalisierte Ichthyose.
Differenzialdiagnose
Abzugrenzen ist das Loricrin-Keratoderm, welchem jedoch die lineare Anordnung der Keratosen fehlt. Ein mutilierendes Keratoderm vom Vohwinkel-Typ kann aufgrund fehlender Hörminderung ausgeschlossen werden.

Schöpf-Schulz-Passarge-Syndrom

(Schöpf et al. 1971)
OMIM 224750
AR
2q35
WNT10A
WNT10A
Synonyme
Palmoplantarkeratose mit Lidzysten, Hypodentie und Hypotrichose
Ätiopathogenese
Zugrunde liegt eine autosomal-rezessive Mutation in WNT10A mit wiederholt beobachteter vertikaler Transmission wohl durch Pseudodominanz des mutierten Allels. WNT10A ist ein wesentliches Signalmolekül während der Embryogenese und reguliert Zell-Zell-Interaktionen. Mutationen in WNT10A sind auch bei Odontoonychodermaler Dysplasie (OMIM 277980) gefunden worden, sodass beide Erkrankungen ein klinisches Spektrum einer Genodermatose abdecken.
Klinik
Erst im 3. Lebensjahrzehnt entwickelt sich eine diffuse erythematöse Palmoplantarkeratose mit hyperkeratotischen Plaques an den Streckseiten der proximalen und distalen Metakarpophalangealgelenke. Bis zum Erwachsenenalter stehen Zahnprobleme im Vordergrund mit inkompletter Zahnausbildung und Zahnverlust. In der Adoleszenz zeigen sich eine Nagelplatten-Hypoplasie mit Längsrillen sowie eine androgenetische Alopezie. Erst spät entstehen periokulär und im Bereich der Augenlider multiple hautfarbene bis bräunlich rote, glasig schimmernde zystische Tumoren, welche histologisch apokrinen Hidrozystomen entsprechen. Das ekkrine Syringofibroadenom Mascaro und spinozelluläre Karzinome (Plattenepithelkarzinome) kommen ebenfalls vor.

Keratosis palmoplantaris mit Ösophaguskarzinom

(Howel-Evans et al. 1958)
OMIM 148500
AD
17q25
iRHBDF2
Inactive rhomboide Protease
Synonyme
Keratoderm mit Ösophaguskarzinom, Tylosis, Howel-Evans-Syndrom, Clarke-Howel-Evans-McConnell-Syndrom
Ätiopathogenese
Es handelt sich um eine paraneoplastische Genodermatose. Durch die Loss-of-function-Mutation in iRHBDF2 kommt es zu einem reaktiven Anstieg von Keratin 16 mit gleichzeitiger Reduktion des Keratin-Typ II-Bindungspartners Keration 6.
Klinik
Meist während der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter manifestieren sich schwielenartige, wachsgelbliche Hyperkeratosen an mechanisch belasteten Arealen von Palmae und Plantae. Hohlhand und Fußgewölbe sind meist frei. Eine Keratosis pilaris ist häufig zu finden, ebenso eine Leukokeratose. Das Risiko für die Entwicklung eines Ösophaguskarzinoms bis zum 65. Lebensjahr liegt bei 95 %.
Therapie
Regelmäßige Kontrollen zur Früherkennung eines Ösophaguskarzinoms sind wichtig.

Olmsted-Syndrom

(Olmsted 1927)
OMIM 614594 und 300918
Sporadisch, AD, AR, X-linked
17q25
TRPV3
Transient receptor potential vanilloid-3
Synonym
Mutilierende Palmoplantarkeratose mit periorifiziellen Hyperkeratosen.
Ätiopathogenese
Die meisten Fälle traten sporadisch auf, familiäre Fälle wurden mit dominantem, autosomal-rezessivem oder X-chromosomalem Erbgang beschrieben. Zugrunde liegt eine Mutation in TRPV3 (transient receptor potenzial vanilloid-3). Hierbei handelt es sich um einen thermosensitiven, nichtselektiven kationischen Transmembrankanal, der in Keratinozyten und sensorischen Neuronen exprimiert ist.
Klinik
Leitsymptome sind eine mutilierende Palmoplantarkeratose in Kombination mit periorifiziellen hyperkeratotischen Plaques an Mund, Nase und perianal. Die palmoplantaren Hyperkeratosen beginnen fokal oberhalb von Druckpunkten und gehen langsam in ein diffuses Befallsmuster über. Oftmals treten Schmerzen und Juckreiz auf. Die Mutilationen entwickeln sich an den Fingern in Form von Beugekontrakturen und Schnürfurchen bis hin zu Autoamputation (Pseudoainhum). Weitere Symptome können Alopezie, Taubheit, Nagelveränderungen, Zahnanomalien, Hornhautdysplasien und Leukokeratosen an der Mundschleimhaut sein. Insgesamt variiert die Klinik stark bis hin zu Fällen von Olmsted-Syndrom ohne periorifizielle Hyperkeratosen. Aufgrund der peripheren und periorifiziellen Hyperkeratosen muss differenzialdiagnostisch eine Acrodermatitis enteropathica und eine Acrokeratosis paraneoplastica Bazex ausgeschlossen werden.

Palmoplantare Keratosen ohne bislang aufgedeckte Mutation

Stachelförmige palmoplantare Keratose

Synonyme
Es existieren zahlreiche unterschiedliche Bezeichnungen für wahrscheinlich dieselbe Erkrankung (OMIM 175860): Multiple minute digitate hyperkeratosis entstammt der Erstbeschreibung mit Befall am Stamm (Goldstein 1967), punctate keratoderma der ersten Beschreibung mit Beschränkung auf Palmae und Plantae (Brown 1971). Darüber hinaus: disseminated spiked keratoderma, minute aggregate keratoses, conical keratosis, hyperkeratotic spicules, music box spine dermatosis, punktförmiges porokeratotisches Keratoderm und filiforme palmoplantare Hyperkeratosen
Ätiopathogenese
Diese ist unbekannt. Eventuell handelt es sich um eine minimale Variante einer Keratosis palmoplantaris papulosa. Meist tritt die Krankheit sporadisch auf, in nur etwa 20 % liegt eine positive Familienanamnese vor.
Klinik
Bei einer Manifestation im Erwachsenenalter kommt es zu einer Aussaat von Hunderten von 1–3 mm großen weißlichen, stachelförmigen Hyperkeratosen an den Handflächen und Fußsohlen (Typ Brown). Ähnliche Hyperkeratosen können auch am Stamm ohne Beteiligung der Akren auftreten (Typ Goldstein). Bei rund einem Drittel besteht eine Assoziation mit einem Malignom, bei einem weiteren Drittel ein überzufälliges Zusammentreffen mit systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Hyperlipoproteinämie, Herzerkrankungen, Nieren- und Leberzysten, Asthma, Magenulzera, Gicht und Morbus Crohn.
Therapie
Regelmäßige mechanische Abtragung mit einer Rasierklinge oder Acitretin.

Keratotische Pits an palmaren Falten

(Phillips 1947; Arnold 1947)
Synonym
Punctate keratoderma of the palmar creases
Es handelt sich um eine besondere Variante eines fokalen, punktförmigen Keratoderms, bei der es zu keratotischen Pits ausschließlich entlang palmarer Falten kommt. Die Veränderungen treten vor allem bei Schwarzen mit einer Prävalenz von 3–5 % auf und werden häufig über Jahre hinweg als Viruswarzen fehlbehandelt. Cole-Syndrom (1976) fasst diese palmaren Pits mit punktförmigen Hypopigmentierungen zusammen. Therapeutisch bietet sich ein Abfeilen der Hyperkeratosen an.

Huriez-Syndrom

(Huriez et al. 1968)
Synonyme
Palmoplantarkeratoderm mit Sklerodaktylie und erhöhtem Hautkrebsrisiko, Sclerotylosis (OMIM 181600)
Ätiopathogenese
Diese ist bislang unbekannt, wobei ein sehr ähnliches Syndrom mit palmoplantaren Hyperkeratosen, Neigung zu kutanen spinozellulären Karzinomen und XX-Geschlechtsumwandlung auf Mutationen in R-spondin 1 zurückzuführen ist. Der Erbgang ist autosomal-dominant.
Klinik
Seit Geburt bestehendes diffuses Keratoderm mit pseudosklerodermieartig verhärteten Fingern und Händen. Gelegentlich breiten sich die Veränderungen auf die Unterarme aus. Nagelveränderungen mit Furchen und Dystrophien können vorkommen. Es besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für die frühzeitige Entwicklung von spinozellulären Karzinomen an der Haut mit erhöhtem Metastasierungspotenzial.

Fokale palmoplantare und gingivale Keratose

(Gorlin 1976)
Synonyme
Fokales palmoplantares und orales Mukosa-Hyperkeratose-Syndrom (OMIM 148730)
Klinik
Möglicherweise handelt es sich um eine Minimalvariante des Olmsted-Syndrom mit autosomal-dominantem Erbgang. Die Palmoplantarkeratosen bleiben fokal auf die Druckpunkte beschränkt und an der Mundschleimhaut kommt es nur an der fixierten Gingiva zu leukoplakieartigen Hyperkeratosen. Das restliche Integument ist frei.

Akrokeratoelastoidose

Die Akrokeratoelastoidose weist glasig schimmernde Papeln palmoplantar auf, welche durch eine massive Elastose in der Dermis entstehen. Details sind in Kap. „Sklerodermie“ zusammengefasst.

Keratolytisches Wintererythem

(Findley et al. 1977)
Synonym
Erythrokeratolysis hiemalis, Oudtshoorn disease, benannt nach einer Region am Westkap Südafrikas, wo die Erkrankung erstmals beschrieben wurde (OMIM 148370).
Ätiopathogenese
Autosomal-dominanter Erbgang mit potenziellem Genlokus auf Chromosom 8p22–23.
Klinik
Beginnend in den ersten Lebensjahren kommt es vor allem während kälterer Wetterphasen zu palmoplantaren Erythemen, gefolgt von einer leichten Hyperkeratose, die im Verlauf ohne Juckreiz und ohne Schmerzen abschilfert. Die Unterschenkel und Knie können mitbetroffen sein, nur selten der Stamm. Photodynamische Therapie scheint von Vorteil zu sein.

Palmoplantarkeratoderm-kongentiales Alopezie Syndrom

(Huriez et al. 1968)
Synonyme
PPKCA-Syndrom
Ätiopathogenese
Diese ist unklar. Man unterscheiden eine dominante (Typ 1) von einer rezessiven (Typ 2) Form. Inwieweit es sich um eine Minimalvariante des Keratoderma-Hypotrichosis-Leukonychia totalis Syndrome ohne Leukonychie mit Mutationen in GJA1-Gen für Connexin 43 handelt, muss noch gezeigt werden. Ein Bezug zum Vohwinkel-Syndrom konnte ausgeschlossen werden.
Klinik
Seit Geburt besteht eine universale Alopezie. Die palmplantaren Hyperkeratosen bilden sich vor allem an den Fingerspitzen und den Seiten der Hände und Füße aus. Im Verlauf kommt es zu Kontrakturen, Einschnürungen und Sklerodaktylie. Daneben besteht ein faziales Erythem und eine ausgeprägte Keratosis pilaris.

Follikuläre Keratosen

Follikuläre Keratosen sind Verhornungsstörungen, bei denen die Hyperkeratose auf die Haarfollikelostien beschränkt oder im Bereich der Haarfollikel besonders prominent ausgeprägt ist.

Keratosis follicularis

(Lutz 1860)
Synonyme
Keratosis pilaris , Lichen pilaris, Keratosis suprafollicularis
Epidemiologie
Die Störung kommt nahezu bei der Hälfte der Bevölkerung vor, tritt meistens in der Kindheit auf, häufiger beim weiblichen Geschlecht und im Winter stärker als im Sommer. Sie ist mit zahlreichen Erkrankungen assoziiert, insbesondere mit atopischem Ekzem und Ichthyosis vulgaris.
Ätiopathogenese
Unbekannt.
Klinik
Häufigste Prädilektionsstellen sind die Außenseiten der Oberarme, ansonsten können die Lateralseiten der Unter- und Oberschenkel und die Glutealregion betroffen sein. Es zeigen sich zahlreiche, an die Follikel gebundene, meist hautfarbene, spitzkegelige, an der Basis etwa stecknadelkopfgroße Keratosen (Abb. 8). Streicht man darüber, so empfindet man ein Reibeisengefühl. Häufig besteht in den befallenen Hautarealen eine Akrozyanose, welche auch als livide perifollikuläre Erytheme in Erscheinung treten kann, die als Pernio follicularis bezeichnet werden.
Differenzialdiagnose
Treten follikuläre Hyperkatosen an anderen Körperstellen auf, muss an atopisches Ekzem, unterschiedliche Ichthyosis-Formen oder follikulären Lichen ruber gedacht werden. Follikuläre Keratosen am Kinn sind meist sekundär durch Reiben verursacht und einem Lichen simplex chronicus zuzurechnen (Kap. „Pruritus und Prurigo“).
Histopathologie
Erweiterte und mit Keratin aufgefüllte Follikelostien ohne begleitende Entzündung.
Therapie
Therapie wie bei Ichthyosis vulgaris mit keratolytischen, hydratisierenden und rückfettenden Externa.

Lichen spinulosus

(Crocker 1902)
Synonym
Spinulosismus
Diese ausgeprägte Variante der Keratosis follicularis zeichnet sich aus durch deutlich über das Hautniveau herausragende stachelartige Hyperkeratosen. Meist betroffen sind Hals, Gesäß, Bauch, Knie und die Außenseiten der Arme. Die Veränderungen sind vor allem bei Kindern zu sehen und verschwinden spontan mit der Pubertät. Sie sprechen gut auf Vitamin-D- oder retinoidhaltige Cremes an.

Follikuläre hyperkeratotische Spiculae

Das Auftreten einer Aussaat von dünnen Hornzapfen vor allem an Nase, Gesicht und Kopfhaut wird als paraneoplastisches Zeichen eines multiplen Myeloms gewertet (Kap. „Hautveränderungen durch Gammopathien“), kann aber auch im Rahmen von HIV, Morbus Crohn, Vitamin-A-Mangel und Nierenversagen sowie gelegentlich bei gesunden Individuen gesehen werden. Differenzialdiagnostisch kommen stachelförmige Hyperkeratosen in Betracht, die auch an nicht palmoplantarer Lokalisation auftreten können; außerdem Trichodysplasia spinulosa (Kap. „Weitere Viruserkrankungen in der Dermatologie“), welche in Phasen einer durch Chemotherapie induzierten Immunsuppression durch Infektion mit Polyomavirus entstehen.

Ulerythema ophryogenes

(Tänzer 1889)
Synonym
Keratosis pilaris rubra atrophicans faciei (Gans 1925)
Epidemiologie
Insgesamt selten und meist sporadisches Auftreten; nur gelegentlich kann ein autosomal-dominanter Erbgang erkannt werden.
Ätiopathogenese
Diese ist unbekannt. Als Zoubolis-Syndrom beschrieben ist die Trias aus Keratosis follicularis, Ulerythema ophryogenes und 18p-Monosomie. Vereinzelt wurde es auch bei Noonan-Syndrom, de Lange-Syndrom, Rubinstein-Taybi-Syndrom und kardiofaziokutanen (CFC) Syndromen beobachtet.
Klinik
Meist mit Beginn im Kindes- oder frühen Erwachsenalter entwickeln sich auf entzündlich gerötetem Grund, oft beschränkt auf die seitlichen Augenbrauen, feinste follikuläre Hyperkeratosen, die im Verlauf zu Atrophie und Verlust der Augenbrauen führen (Abb. 9). Auch symmetrisch an den lateralen Partien von Stirn und Wangen unter Freilassung des perioralen Bereichs ist die Haut gerötet und weist kleinste follikuläre Hyperkeratosen auf, welche palpatorisch als samtartig wahrgenommen werden. Häufig besteht ein Zusammentreffen mit Keratosis follicularis. Im Verlauf von Jahren bessert sich der Befund.
Therapie
Angezeigt sind keratolytische Externa, bei stärkerer Entzündung temporär topisch Glukokortikoide, eventuell lohnt sich ein Versuch mit topischen Retinoiden oder einem gepulsten Farbstofflaser.

Atrophodermia vermiculata

(Unna 1894; Darier 1920)
Synonyme
Ulerythema acneiforme, honeycomb atrophy
Klinik
Häufig bis zur Pubertät entwickeln sich symmetrisch an den Wangen unterhalb der Jochbögen reaktionslose, flache, scharf umschriebene streifige oder wurmstrichartige Einsenkungen. Die Differenzialdiagnose zum Ulerythema ophryogenes kann schwierig sein, ebenso die Abgrenzung zu Atrophien im Gesicht im Rahmen eines Lupus erythematodes oder nach Varizellen und Acne vulgaris. Zudem wurde es als Teilsymptom eines Rombo-Syndroms und Loeys-Dietz-Syndroms beobachtet.
Therapie
Systemisches Isotretinoin, Dermabrasion, Laser-Resurfacing.

Keratosis follicularis spinulosa decalvans

(Lameris 1905; Siemens 1926)
OMIM 308800
XLR
Xp22.1
MBTPS2
Membrane-bound transcription factor peptidase, site 2
Synonym
Siemens-I-Syndrom, KFSD
Ätiopathogenese
MBTPS2 ist eine Zink-Finger-Metalloprotease, welche für zahlreiche zelluläre Entwicklungsschritte notwendig ist.
Klinik
Die sehr seltene Verhornungsstörung beginnt in den ersten Lebensjahren und befällt Gesicht, Nacken und Extremitäten mit follikulären Hornstacheln. Zudem entwickeln sich Lichtempfindlichkeit, Epiphora und Hornhauttrübungen. Die follikulären Hyperkeratosen bilden sich langsam unter Hyperpigmentierung und Hinterlassung von Milien und follikulärer Atrophodermie zurück. An Augenbrauen und Kopfhaut führt dies zu einer vernarbenden Alopezie. Das Vollbild ist dem Vererbungsmodus entsprechend nur bei männlichen Betroffenen zu sehen. Die Ichythyosis follicularis mit Atrichie und Fotophobie (IFAP, OMIM 308205) weist Mutationen in demselben Gen auf, sodass es sich um ein phänotypisches Spektrum einer Genodermatose handelt. Interessanterweise führte eine anders lokalisierte Mutation in MBTPS2 zu einer X-chromosomalen Osteogenesis imperfecta und dies ohne jegliche Anzeichen für KFSD/IFAP.

Dyskeratotisch-akantholytische Keratosen

Dyskeratosis follicularis

(Darier 1889; White 1889)
OMIM 124200
AD
12q23–24.1
ATP2A2
SERCA2-ATPase
Synonyme
Morbus Darier, Morbus Darier-White
Epidemiologie
Mit einer Inzidenz von 1:30.000–100.000 ist es eine relativ häufige Genodermatose mit autosomal-dominantem Erbgang und hoher Penetranz. Die Lebenserwartung ist normal. Männer scheinen schwerer befallen.
Ätiopathogenese
ATP2A2 kodiert eine ATP-abhängige Kalziumpumpe des sarkoendoplasmatischen Retikulums, welche die Kalziumhomöostase kontrolliert. Durch die Mutation kommt es zu Schwankungen der zytosolischen Kalziumkonzentration und dadurch bedingt zu Desmosomendefekten und abnormalen Tonofilament-Desmosomen-Komplexen mit Verlust der epidermalen Zelladhäsion.
Klinik
Der Begriff Dyskeratosis follicularis ist eigentlich eine Fehlbezeichnung, da die Erkrankung am Integument zu nicht strikt follikulär gebundenen Hyperkeratosen führt und Schleimhäute und Nägel einbezieht. Sie manifestiert sich in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter. Die Einzeleffloreszenz ist eine kleine Papel mit fest haftender schmutziggrauer bis gelb bräunlicher Hyperkeratose. Die keratotischen Papeln stehen entweder isoliert, gruppiert oder konfluieren zu größeren Plaques, welche nässen und mit fettigen Krusten bedeckt sein können. Prädilektionsstellen sind symmetrisch die seborrhoischen und intertriginösen Gebiete sowie die seitlichen Halspartien (Abb. 10 und 11). Das Kapillitium ist oft mitbetroffen. In den befallenen Arealen wirkt die Haut schmutzig und fühlt sich rau an. In den intertriginösen Räumen entwickeln sich oft sekundär papillomatöse vegetierende Herde, die mazerieren, infiziert werden und Foetor verbreiten. Kleine Bläschen müssen an Superinfektion mit Herpes-simplex-Viren denken lassen. Es kann Juckreiz bestehen.
Palmoplantar sind Leistenunterbrechungen im Papillarrelief typisch (Dermatoglyphen) sowie kleine Grübchen, in denen sich schüsselförmige Hyperkeratosen (acral pits) entwickeln können. Am Dorsum von Händen und Füßen können sich multiple, an plane Warzen erinnernde Papeln befinden, die früher als Acrokeratosis verruciformis Hopf (1931) separat bezeichnet wurden (Abb. 12), aber genetisch eindeutig dem Morbus Darier zuzuordnen sind.
Die Nägel zeigen Längseinrisse, Brüchigkeit, Verdickung oder subunguale Keratosen und rote oder rot-weiße Längsbänder (Abb. 13).
An den Schleimhäuten sieht man am harten Gaumen dicht stehende weißliche, eingedellte Papelchen (Abb. 14), die sich in den Ösophagus fortsetzen können.
Eine lineare, segmentale oder an den Blaschko-Linien ausgerichtete Verteilung spricht für eine mosaikartige postzygotische Mutation.
Differenzialdiagnose
Seborrhoisches Ekzem, Morbus Hailey-Hailey, transitorische akantholytische Dermatose Grover, hyperkeratotische Nävi, Acanthosis nigricans und Pemphigus vegetans sind zu differenzieren.
Histopathologie
Es zeigt sich eine verruziforme Hyperkeratose mit fleckförmiger Parakeratose, zapfenartiger Akanthose, suprabasaler Akantholyse; im Stratum spinosum finden sich große, rundliche, eosinophile, dyskeratotische Zellen (corps ronds) und im Stratum granulosum und corneum kleine dyskeratotische und parakeratotische Zellen (grains). Dermal stellt sich ein lymphozytäres Infiltrat unterschiedlicher Dichte dar.
Verlauf
Bei Erstmanifestation besteht eine deutliche Progredienz, im späteren Verlauf meist ein stabiles Bild. Im Sommer kommt es häufig zur Verschlechterung des Zustandes durch UV-Exposition und Schwitzen. Bei schneller und abrupter Verschlechterung muss immer an eine Herpes-simplex-Superinfektion gedacht und nach kleinen Bläschen gesucht werden. Erosive Areale neigen zu bakteriellen Superinfektionen.
Therapie
Da die Haut sehr leicht irritierbar ist, muss die Therapie abgewogen und dem aktuellen Zustand angepasst werden. Die Keratosen können keratolytisch mit niedrig dosierten harnstoff- oder salizylsäurehaltigen Externa und/oder topischen Retinoiden eventuell im Wechsel mit niedrig- bis mittelstarken glukokortikoidhaltigen Cremes behandelt werden. Bei bakteriellen Superinfektionen empfehlen sich austrocknende Maßnahmen sowie topisch und systemisch Antibiotika. Systemisch kann niedrig dosiert Acitretin oder Alitretinoin versucht werden. Eine ablative Lasertherapie, Dermabrasion oder Shave-Exzision können zu einer dauerhaften Verbesserung des klinischen Bildes in umschriebenen Arealen führen.

Transitorische akantholytische Dermatose

(Grover 1970)
Synonyme
Morbus Grover, papulöse Akantholyse
Epidemiologie
Betroffen sind meistens Männer ab dem 60. Lebensjahr, grundsätzlich aber auch jüngere Männer und Frauen.
Ätiopathogenese
Diese ist unklar. Es liegt weder eine genetische oder infektiöse Ursache vor, noch besteht eine Beziehung zum Morbus Darier. Längeres Liegen im Bett, Schwitzen sowie Sonnenexposition können prädisponierende Faktoren sein. Zudem scheinen CTLA4-Inhibitoren einen Morbus Grover zu begünstigen.
Klinik
Kardinalsymptom ist quälender Juckreiz. Meist symmetrisch an den oberen Rumpfpartien bilden sich zahlreiche disseminiert, teils auch gruppiert stehende, kleine gerötete, sukkulente oder keratotische Papeln (Abb. 15). Gelegentlich entwickeln sich auch Seropapeln und Papulovesikel.
Differenzialdiagnose
Prurigo simplex subacuta, Skabies, Follikulitiden, follikuläres Ekzem, Trombidiose, Milaria rubra, Dermatitis herpetiformis sind abzugrenzen.
Histopathologie
Umschriebene Akantholyse innerhalb der Epidermis mit suprabasalen oder subkornealen Spalten, fokal Spongiose, retikuläre Epidermisdegeneration und Dyskeratosen. Die Variabilität ist groß und ermöglicht eine Einteilung in vier histologische Typen: Darier-, Hailey-Hailey-, Pemphigus (vulgaris oder foliaceus)- und spongiotisch-akantholytischer Typ.
Verlauf
Bei begrenztem Verlauf tritt gewöhnlich innerhalb weniger Wochen bis Monate eine spontane Besserung auf.
Therapie
Optionen sind Antihistaminika gegen den Juckreiz, topisch polidocanol- oder glukokortikoidhaltige Cremes, bei gleichzeitiger Sebostase auch Salben eventuell in Kombination mit rückfettenden Pflegepräparaten. Eine UVA- oder PUVA-Bestrahlung kann ebenfalls hilfreich sein. In therapieresistenten Fällen lohnt sich ein Versuch mit systemischen Retinoiden (Isotretinoin oder Acitretin).

Morbus Hailey-Hailey

(Hailey und Hailey 1939)
OMIM 169600
AD
3q21–q24
ATP2C1
P-type calcium transporting ATPase
Synonym
Pemphigus chronicus benignus familiaris
Ätiopathogenese
Ähnlich dem Morbus Darier handelt es sich um eine defekte Kalziumpumpe, die zu einer Verschiebung der Kalziumhomöostase führt. Triggerfaktoren sind Hitze, Schwitzen, Friktion, Sonnenlichtexposition sowie oberflächige Infektionen mit Bakterien, Viren oder Kandida.
Klinik
Vorwiegend an Scheuerstellen, intertriginös oder flexural wie an seitlichen Halspartien, Axillen, Leisten und perianal, kommt es gewöhnlich in der späten Adoleszenz oder im frühen Erwachsenalter zu solitären, aber auch gruppiert stehenden, zur Konfluenz neigenden, oft länglichen, schlaffen Bläschen, die zu geröteten, mit Schuppenkrusten bedeckten, ekzemartigen Herden zusammentreten können, morphologisch aber durch epidermale Fissuren oder Rhagaden gekennzeichnet sind (Abb. 16 und 17). Die meist symmetrisch angeordneten und oft juckenden Herde sind rundlich, oval oder zirzinär begrenzt. Intertriginös sieht man scharf begrenzte, nässende Flächen mit fötidem Geruch und Neigung zu flachen Vegetationen. Am Rand der Veränderungen zeigen sich häufig kleine Bläschen. Nikolski-Zeichen 1 und 2 können positiv sein.
Differenzialdiagnose
Ein Morbus Hailey-Hailey kann leicht fehldiagnostiziert werden als Intertrigo, intertriginöses Ekzem oder Mykose, besonders Kandida-Intertrigo. Ein Pemphigus vegetans kann histologisch und über die negative Immunfluoreszenz ausgeschlossen werden. Die Abgrenzung zum Morbus Darier kann schwierig sein, obwohl klinisch meist ein unterschiedliches Verteilungsmuster und histologisch zahlreiche Dyskeratosen vorliegen.
Histopathologie
Es findet sich eine ausgeprägte Akantholyse, welche an eine geborstene Ziegelmauer erinnert, ganze Retezapfen betrifft und sich über den Papillenspitzen fortsetzt. Nur gelegentlich sieht man Dyskeratosen. Dermal zeigt sich ein relativ dichtes lymphozytendominiertes Entzündungsinfiltrat. In Abgrenzung zum Pemphigus vulgaris fehlen eosinophile Granulozyten in den intraepidermalen Lumina. Immunfluoreszenzuntersuchungen sind negativ.
Verlauf
Chronisch rezidivierend mit zeitweisen Remissionen. Komplikationen und Verschlechterung treten durch bakterielle und virale (Herpes-simplex-Virus) Sekundärinfektionen auf.
Therapie
Topisch wirkt eine Kombination von Glukokortikoiden und Antibiotika, antiseptischen Bädern und desinfizierenden Umschlägen. Stark verdünnte Vitamin-A-Säure-haltige (0,01 %) Cremes können versucht werden, sind aber häufig irritierend. Provozierende Faktoren wie Hitze, Sonnenbestrahlung, Scheuern und bakterielle Infektionen sollten vermieden werden. Auf sekundäre Candida-albicans-Infektionen ist zu achten. Bei schweren Verlaufsformen wird systemisch mit Glukokortikoiden in mittlerer Dosierung behandelt, versuchsweise auch mit Isotretinoin oder Acitretin. Antibiotikagabe erfolgt nach Antibiogramm. An Problemzonen können Lasertherapie, photodynamische Therapie, Kryotherapie, Dermabrasion oder Exzision zu einer deutlichen Besserung führen. Gleiches gilt für intrakutane Injektionen mit Botulinumtoxin.

Fokale und disseminierte akantholytische Akanthome

Die solitären oder multiplen Papeln sind histologisch durch Akantholyse und Dyskeratose gekennzeichnet. Je nach Überwiegen des einen oder anderen wird die Bezeichnung akantholytisches oder dyskeratotisches Akanthom verwendet. Im Unterschied zum Morbus Grover jucken die Hautveränderungen nicht, sind größer und permanenter, aber zahlenmäßig geringer. Das weibliche Genitale ist häufig betroffen. Ein lokalisierter Pemphigus vulgaris muss ausgeschlossen werden.

Warziges Dyskeratom

Dieser benigne Tumor zeigt klinisch häufig eine verruziforme Oberfläche und ähnelt histologisch dem Bild einer akantholytischen Dyskeratose. Er wird der Gruppe follikulärer Adnextumoren zugerechnet (Kap. „Tumoren der Hautadnexe“).

Familiäre dyskeratotische Komedonen

(Rodin et al. 1967)
Die sehr seltene, autosomal-dominant vererbte Erkrankung (OMIM 124500) ist durch eine disseminierte Aussaat von hunderten oder tausenden Komedonen am gesamten Integument mit Aussparung der Schleimhäute, Kopfhaut, Handflächen und Fußsohlen gekennzeichnet. Sie tritt während der Pubertät im Kontext einer Acne vulgaris auf. Die histologische Untersuchung zeigt eine keratotische Invagination mit dyskeratotischen und akantholytischen Zellen. Die Komedonen sind nicht immer an Haarfollikel gebunden. Sie müssen von echten Komedonen abgegrenzt werden, bei denen bei der familiären Form Mutation in PEN-2 gefunden wurden.

Porokeratosen

Unter dem Begriff Porokeratosen werden Erkrankungen unterschiedlicher Ätiologie zusammengefasst, die das histologische Bild der kornoiden Lamelle zeigen, einer schlotförmigen Parakeratose aus einer epidermalen Invagination. Entgegen der Namensgebung entwickelt sich eine kornoide Lamelle nicht aus ekkrinen Poren.

Porokeratosis Mibelli

(Neumann 1875; Mibelli 1893)
Synonyme
Parakeratosis centrifugata atrophicans, Parakeratosis Mibelli
Epidemiologie
Die Porokeratose Mibelli ist eine erworbene Erkrankung, die nur vereinzelt einen autosomal-dominanten Erbgang (OMIM 175800) aufweist. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.
Ätiopathogenese
Diese ist ungeklärt. Es mehren sich die Publikationen, in denen Mutationen in Genen des Mevalonat-Stoffwechsels bei der familiären Form gefunden werden. Eine Immunsuppression scheint zudem ein Triggerfaktor zu sein, da Nierentransplantierte gehäuft Porokeratosen ausbilden.
Klinik
Krankheitsbeginn ist in jedem Lebensalter möglich. Die Extremitäten sind bevorzugt befallen (Abb. 18 und 19), seltener Stamm, Gesicht oder Glans penis. Initial zeigen sich kleine Papeln mit zentralem Hornstachel. Die Herde breiten sich in die Peripherie aus und bilden dann zentral eine Fläche normaler oder leicht atropher Haut, die von einer weißlichen Kerbe umrahmt ist, in welche zaunartig eine Hornlamelle eingesenkt ist. Die Herde sind rundlich, zirzinär oder girlandenartig umrandet, stehen distinkt und sind von verschiedener Größe, von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Die Beschwerden sind gering.
Zwei Varianten können zusätzlich unterschieden werden:
  • Lineare Porokeratose. Häufig entlang der Blaschko-Linien ausgerichtet.
  • Porokeratosis gigantea. Selten erreichen einzelne Herde eine Größe von 10–20 cm im Durchmesser mit dickem Randwall und zentral vernarbender Atrophie.
Differenzialdiagnose
Speziell bei guter Hautpflege kann die kornoide Lamelle nicht auffallen, sodass der Herd an Morbus Bowen, aktinische Keratose oder mikrobielles Ekzem denken lässt.
Histopathologie
Richtungsweisend ist die kornoide Lamelle in Form einer schlotförmigen Parakeratose, welche schräg zur Hautoberfläche nach außen ragt. Sie kann gelegentlich in einer Gewebeprobe nicht nachzuweisen sein. Es empfiehlt sich daher eine spindelförmige Probeentnahme durch den Rand der Hautveränderung, welche dann entlang der Längsachse aufgearbeitet werden sollte. Zentral zeigt sich eine atrophe Epidermis mit einem unspezifischen Infiltrat in der oberen Dermis, welche an eine atrophe aktinische Keratose erinnert.
Verlauf
Sehr selten und vor allem bei großen Herden kann ein Übergang in Morbus Bowen, spinozelluläres Karzinom oder Basalzellkarzinom beobachtet werden.
Therapie
Die Behandlung ist insgesamt unbefriedigend. Eine Exzision ist effektiv, jedoch in der Abwägung zu teils problematischen Exzisionsstellen wie Knöchelregion und Unterschenkel und Anzahl der Herde nicht pragmatisch. Kryotherapie, topische Retinoide, 5-Fluorouracil (5-FU), Lasertherapie (ablativ oder FRAXEL) oder photodynamische Therapie kann versucht werden.

Porokeratosis superficialis disseminata actinica

(Chernosky und Freeman 1967)
Die disseminierte Form der Porokeratose entsteht an lichtexponierter Haut an Handrücken, Unterarmstreckseiten, Unterschenkeln sowie Gesicht. Klinik und Histologie sind gleichartig wie bei Porokeratosis Mibelli, gelegentlich mit entzündlicher Note. Betroffen sind vor allem Frauen höheren Lebensalters. Oft bestehen gleichzeitig aktinische Präkanzerosen. Therapeutisch ist Lichtschutz unumgänglich, ansonsten ähnliche Therapiemaßnahmen wie beim Typ Mibelli. Zudem wurde von positiven Effekten mit topischem 3 %igem Diclofenac und Calcipotriol/Bethametason berichtet.

Porokeratosis palmoplantaris punctata et disseminata

(Guss et al. 1971)
Hierbei handelt es sich um eine autosomal-dominant vererbte Variante einer Porokeratose (OMIM 175850) mit Beginn im 2. Lebensjahrzehnt meist in Form keratotischer Papeln an Handinnenflächen und Fußsohlen. Im Verlauf können auch Papeln am Stamm in nicht lichtexponierten Arealen auftreten. Mikroskopisch zeigt sich eine säulenartige Parakeratose und Veränderungen im Stratum granulosum. Die beschriebenen Veränderungen sind wohl mit der stachelförmigen Palmoplantarkeratose identisch, sodass der Begriff dieser Porokeratose obsolet ist.

Porokeratosis ptychotropica

Diese Entität betrifft die großen Falten (griechisch =ptych = Falte) und stellt eine weitere Sonderform der Porokeratosen dar (Abb. 20).
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Andere Verhornungsstörungen

Palmoplantare Hypokeratose

(Pérez et al. 2002)
Synonym
Thenare Hypokeratose
Sie ist sehr selten. Es zeigt sich ein einzelner, rundlich-ovaler, scharf umschriebener erythematöser, aber wenig entzündlich veränderter Herd meistens am Thenar oder Hypothenar, welcher einen abrupten Verlust des Stratum corneum aufweist. Der Übergangsbereich zeigt eine nach innen abhebende Schuppung. Histologisch ist der Verlust des Stratum corneums offensichtlich sowie eine leicht atrophe Epidermis. Die Expression von Keratin 2e ist vermindert, was eventuell zur Fragilität der Korneozyten führt.

Hyperkeratosis lenticularis perstans

(Flegel 1958)
Synonym
Morbus Flegel
Diese sehr seltene autosomal-dominant vererbte Verhornungsstörung (OMIM 144150) ist häufiger bei Frauen zu sehen und tritt im mittleren Lebensalter mit 2–4 mm großen rot bräunlichen, hyperkeratotischen Papeln an den Unterschenkelstreckseiten und Fußrücken auf (Abb. 21). Nur selten sind andere Körperregionen inklusive der Mundschleimhaut befallen. Histologisch zeigt sich eine kompakte Orthohyperkeratose oberhalb einer atroph verdünnten und im Reteleistenrelief abgeflachten Epidermis mit darunter liegendem fokal lichenoiden Entzündungsinfiltrat.
Therapie
Topische Retinoide oder Vitamin-D-Analoga können versucht werden, haben jedoch meist nur geringen Effekt. Nebenwirkungsreichere Verfahren wie systemische Retinoide oder Laserablation müssen in Relation zur Harmlosigkeit der Hautveränderungen diskutiert werden. Darüber hinaus bieten sich Kryotherapie, PUVA und topisch 5-Fluorouracil an.

Hyperkeratosis areolae mammae naeviformis

Synonyme
Keratosis areolae mammae naeviformis (Tauber 1923), nipple hyperkeratosis
Ätiopathogenese
Hyperkeratotische Exkreszenzen an der Brustwarze sind ungewöhnlich und können durch unterschiedliche Mechanismen entstehen: Morbus Darier, epidermaler Nävus, Acanthosis-nigricans-ähnliche Veränderungen, mangelnde Hygiene oder möglichweise auch durch BRAF-Inhibitoren.
Klinik
Die Brustwarzen sind mit warzenartigen, meist schmutzig hyperpigmentierten keratotischen Auflagerungen belegt, welche auch auf die umliegende Haut übergehen können.
Therapie
Keratolytische oder retinoidhaltige Externa sollten versucht werden. Bei Persistenz bietet sich eine Dermabrasion oder tangentiale Exzision an.
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