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Über dieses Buch

Dieses kompakte und praxisrelevante Standardwerk richtet sich alle Ärzte in Klinik und Praxis, die Patientinnen mit bösartigen Tumoren des Genitales und der Mamma behandeln. Die 5. Auflage wurde komplett aktualisiert und auf der Basis internationaler Leitlinien und Empfehlungen auf den neuesten Wissensstand gebracht. Sie finden einfach umsetzbare Handlungsanweisungen zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen und profitieren in bewährter Weise von der Expertise und dem reichen klinischen Erfahrungsschatz der Herausgeber und Autoren.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Maligne Tumoren der Mamma

Zusammenfassung
In dem Kapitel Maligne Tumoren der Mamma wird die Pathologie, Diagnostik und Therapie der Erkrankung umfassend beschrieben. Von der Klassifikation der Erkrankung bis hin zu modernen OP-Techniken und der Planung der Therapie in Bezug auf die unterschiedlichen intrinsischen Subtypen des Mammakarzinoms bietet dieses Kapitel einen guten Überblick über den Goldstandard in der Behandlung. Darüber hinaus werden zukunftsweisende Behandlungsstrategien und Medikationen aus der aktuellen Diskussion und Wissenschaft wiedergegeben. Das Kapitel eignet sich nicht nur für das Studium, sondern stellt ebenso ein Nachschlagewerk für den Arzt bzw. die Ärztin in der Weiterbildung dar. Die Literatur wurde umfangreich aktualisiert und bietet somit die Möglichkeit, in das tiefere Studium dieser Erkrankung einzusteigen.
Christian Schem, Walter Jonat, Nicolai Maass

Kapitel 2. Maligne Tumoren der Mamma: Fertilität, Kontrazeption und Hormonersatz

Zusammenfassung
Junge Patientinnen wünschen sich oft noch Kinder. Andererseits ist ihre Prognose per se schlechter als die älterer Patientinnen. Eine Therapie mit GnRH-Analoga gilt heute als sicher, um die Ovarialfunktion trotz Chemotherapie zu erhalten. Eine Fertilisierung von Mammakarzinompatientinnen ist innerhalb von wenigen Wochen möglich.
Edgar Petru

Kapitel 3. Maligne epitheliale Tumoren des Corpus uteri (einschließlich des Karzinosarkoms)

Zusammenfassung
Das Endometriumkarzinom stellt in Mitteleuropa das häufigste Genitalmalignom dar. Bis jetzt existiert kein effektives Screening. Die uterine Blutungsstörung stellt meist ein Frühsymptom dar, das unmittelbar zur Diagnose eines Endometriumkarzinoms führt. Bei palpatorisch unauffälliger Cervix uteri und unauffälligen Parametrien erfolgt die extrafasziale Hysterektomie mit beidseitiger Adnexektomie. Eine Lymphadenektomie wird in jedem Fall von serösem und klarzelligem Karzinom empfohlen, des Weiteren beim endometrioiden Typ beginnend ab dem Stadium IB G3. Im Stadium I des Endometriumkarzinoms beträgt die Heilungsrate mit der alleinigen Operation 85–95 %. Eine adjuvante Radiotherapie reduziert die Anzahl lokoregionaler Rezidive, verbessert aber nicht das Gesamtüberleben. Eine adjuvante Chemotherapie, v. a. mit Carboplatin und Taxol, ist im Stadium III–IV indiziert. Auch im Stadium I–II kann eine Chemotherapie, v. a. bei ungünstiger Histologie, tiefer myometraner Invasion und/oder G3-Tumoren in Sequenz mit der Strahlentherapie des Beckens diskutiert werden. Nach Scheidenstumpfrezidiv beträgt das 3-Jahres-Überleben 69 % und nach pelvinem Rezidiv oder Fernmetastasen 13 %, wobei die Überlebensrate bei Patientinnen, die noch keine Radiotherapie erhalten hatten, deutlich besser ist als bei vorbestrahlten Patientinnen.
Patrick Imesch, Mathias K. Fehr, Daniel Fink

Kapitel 4. Maligne, nichtepitheliale Tumoren des Corpus uteri (ausschließlich des Karzinosarkoms)

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die eigentlichen Sarkome des Uterus, das Leiomyosarkom, das undifferenzierte Sarkom, das endometriale Stromasarkom sowie das Adenosarkom besprochen. Das Karzinosarkom, auch maligner, gemischter mesenchymaler Tumor oder maligner, gemischter mesodermaler Tumor (MMT) genannt, ist monoklonalen epithelialen Ursprungs, gehört zu den entdifferenzierten Endometriumkarzinomen und wird im Kapitel der Endometriumkarzinome besprochen.
Patrick Imesch, Edgar Petru, Daniel Fink

Kapitel 5. Maligne Tumoren der Cervix uteri

Zusammenfassung
Eine persistierende HPV-Infektion mit Hochrisikosubtypen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung des Zervixkarzinoms. Die prophylaktische Impfung gegen HPV 16 und 18 kann die Rate an Zervixkarzinomen um ca. 70 % reduzieren. Im Frühstadium (IB1 und IIA) stellen die radikale Hysterektomie oder die Radiotherapie des Beckens den Therapiestandard dar. Die Kombination einer Strahlen- mit Chemotherapie ist die Standardbehandlung bei den fortgeschrittenen Stadien Ib2 und IIb–IV. Rezidive treten bevorzugt im Becken auf.
Edgar Petru, Raimund Winter, Arnim Bader, Karin K. Kapp, Olaf Reich

Kapitel 6. Maligne epitheliale Tumoren des Ovars

Zusammenfassung
Ein effektives Screening existiert beim Ovarialkarzinom nicht. Die Verdachtsdiagnose eines Ovarialkarzinoms macht eine operative Abklärung mit histologischer Diagnosesicherung durch Laparotomie oder Laparoskopie notwendig. Es existiert keine präoperative Untersuchungsmethode, die eine Operation ersetzen könnte. Die Operation des Ovarialkarzinoms beginnt mit einer genauen und systematischen Exploration des gesamten Abdomens, mit dem Ziel, die Tumorausbreitung zu erfassen und die Operabilität zu beurteilen (operatives Staging). Bei fortgeschrittenem Karzinom erfolgt eine maximale Tumorreduktion im Becken und Abdomen mit dem Ziel, keinen Resttumor zurückzulassen (= optimales „Debulking“, R0-Resektion). Patientinnen mit einem Ovarialkarzinom im Stadium FIGO Ic oder Ia/Ib und Grad 3 sollen eine platinhaltige Chemotherapie über 6 Zyklen erhalten. Ab dem Stadium II ist eine Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel Standard. Bevacizumab kann zusätzlich verabreicht werden.
Edgar Petru, Farid Moinfar, Raimund Winter, Karl Tamussino, Jalid Sehouli

Kapitel 7. Intraperitoneale Chemotherapie in der Behandlung des Ovarial- und Tubenkarzinoms

Zusammenfassung
Die intraperitoneale Chemotherapie stellt eine lokoregionäre Behandlung des Ovarial- und Tubenkarzinoms dar, bei der es auch durch die peritoneale Zytostatikaresorption zu einem systemischen Antitumoreffekt kommt. Dennoch gilt bislang ein Tumorrest ≤ 1 cm nach Primäroperation als Voraussetzung für ihren Einsatz. Drei von vier randomisierten Studien weisen auf einen signifikanten Überlebensvorteil bei Patientinnen mit fortgeschrittener Erkrankung hin, wenn die primäre Chemotherapie intraperitoneal durchgeführt wird. Allerdings hat die letzte große Studie (GOG 252) die Vorteile einer intraperitonealen Verabreichung stark in Frage gestellt. Routinemäßig werden bislang Paclitaxel, Cisplatin und aufgrund der GOG 252 auch Carboplatin empfohlen, die über ein implantiertes Port-a-Cath-System verabreicht werden. Die intraperitoneale Chemotherapie ist nebenwirkungsreich. Neben katheterassoziierten Nebenwirkungen fallen auch Cisplatin-typische Toxizitäten (wie Emesis und Polyneuropathie) ins Gewicht, die jedoch, durch den Austausch mit Carboplatin, teilweise vermeidbar sind. Die Sonderformen der intraperitonealen Behandlung HIPEC und PIPAC sind sowohl in der Primär- als auch in der Rezidivtherapie klinischen Studien strikt vorbehalten.
Alain G. Zeimet, Christian Marth

Kapitel 8. Maligne nichtepitheliale Tumoren des Ovars

Zusammenfassung
Die malignen, nichtepithelialen Tumoren des Ovars machen ca. 10 % der Ovarialmalignome aus. Die beiden wichtigsten Vertreter sind die Keimzelltumoren und die Keimstrang-Stroma-Tumoren. Bei Ersteren kann zwischen Dysgerminomen und den nichtdysgerminalen Keimzelltumoren unterschieden werden. Bei den nichtdysgerminalen Keimzelltumoren spielen das unreife Teratom und der Dottersacktumor die wichtigste Rolle. Ein Teil der Keimzelltumoren weist endokrine Aktivität auf. Das Dysgerminom ist der häufigste maligne Ovarialtumor im Kindes-, Jugend- und frühen Erwachsenenalter. Bei Keimzelltumoren ist unter der Voraussetzung eines sorgfältigen chirurgischen Stagings die einseitige Adnexektomie mit Erhaltung der Fertilität im FIGO-Stadium IA möglich. Mit Ausnahme von reinen Dysgerminomen im FIGO-Stadium IA sowie low-grade unreifen Teratomen im FIGO-Stadium IA ist eine postoperative Chemotherapie indiziert, wobei die Kombination von Bleomycin/Etoposid/Cisplatin (BEP) als Chemotherapie der Wahl angesehen wird. Keimstrang-Stroma-Tumoren haben als wichtigsten Vertreter den Granulosazelltumor, den häufigsten nichtepithelialen Ovarialtumor. Man unterscheidet adulte Granulosazelltumoren (95 %) von den viel selteneren, prognostisch günstigen juvenilen Formen (5 %), die in den ersten zwei Lebensdekaden auftreten.
Daniel Fink, Mathias K. Fehr

Kapitel 9. Metastatische Tumoren im Ovar

Zusammenfassung
Metastatische Tumoren im Ovar treten bevorzugt nach Mamma-, Kolorektal- oder Magenkarzinom auf. Der Pathologie kommt mit der immunhistochemischen Differentialdiagnose besondere klinische Bedeutung zu. Die operative Therapie ist palliativ mit beidseitiger Adnexektomie, Omentektomie (und Hysterektomie). Günstige Prognosefaktoren stellen v. a. Primärtumoren des Kolons und der Appendix sowie der Mamma, postoperative Resttumoren unter 2 cm, die ausschließliche Tumorausbreitung im Becken, ein guter Karnofsky-Leistungsstatus sowie das metachrone Auftreten der Metastase im Ovar dar.
Edgar Petru, Christoph Benedicic

Kapitel 10. Maligne Tumoren der Tube

Zusammenfassung
Das Tubenkarzinom macht ca. 0,3 % aller gynäkologischen Malignome aus. Das Fimbrienende stellt die bevorzugte Lokalisation der Entstehung eines serösen high-grade Adenokarzinoms dar. Im Gegensatz zum Ovarialkarzinom bewirkt es häufig eine frühere klinische Symptomatik, weshalb Tubenkarzinome öfter in früheren Stadien entdeckt werden. Es breitet sich über das Peritoneum und bevorzugt auch lymphogen aus. Die lymphatische Drainage der Tube erfolgt in erster Linie via Ligg. infundibulopelvica. Isolierte paraaortale Metastasen ohne gleichzeitigen Befall der pelvinen Lymphknoten wurden beschrieben. Eine maximale zytoreduktive Operation steht, wie beim Ovarialkarzinom, im Mittelpunkt des Therapiekonzepts. Die Chemotherapie des Tubenkarzinoms erfolgt wie beim Ovarialkarzinom mit platinhaltigen Kombinationen. Bei der Überwachung des Krankheitsverlaufs ist v. a. die Beachtung klinischer Symptome und des Tumormarkers CA-125 wertvoll.
Ossi R. Köchli, Edgar Petru, Bernd-Uwe Sevin

Kapitel 11. Primäres Karzinom des Peritoneums

Zusammenfassung
Das serös-papilläre Karzinom des Peritoneums ist ca. 10-mal seltener als das primäre Ovarialkarzinom. In bis zu 20 % ist es mit einer BRCA-½-Mutation assoziiert. Es gilt zwar auch als chemosensibel und seine Prognose ist in etwa mit jener vergleichbar, aber noch ungünstiger als jene des Ovarialkarzinoms. Seine Diagnostik und Therapie entsprechen in ihren Grundzügen derjenigen beim Ovarialkarzinom. Die Resttumorgröße und Anwendung einer platin- und taxanhaltigen Chemotherapie bestimmen seine Prognose.
Ossi R. Köchli, Edgar Petru, Bernd-Uwe Sevin

Kapitel 12. Maligne Tumoren der Vulva

Zusammenfassung
Das Vulvakarzinom ist selten und tritt bevorzugt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. Im Vordergrund der Therapie stehen die weite Exzision des Primärtumors im Gesunden und die histologische Beurteilung der inguinalen Lymphknoten. Die systematische inguinale Lymphadenektomie wird bei T1- und T2-Tumoren bei Vorliegen negativer Sentinel-Lymphknoten zunehmend von einer alleinigen Sentinel-Lymphknoten-Biopsie abgelöst. Diese weist eine Treffsicherheit von > 95 % auf Ca. 70 % der Patientinnen mit Vulvakarzinom kann so eine systematische inguinale Lymphadenektomie, die mit einer signifikanten Morbidität wie Lymphödemen behaftet ist, erspart werden. Eine primäre Radio-(Chemo-)Therapie kann bei großen Primärtumoren und/oder inguinalen Lymphknotenmetastasen häufig den Tumor in Remission bringen und damit exenterative Therapien umgehen.
Karl Tamussino, Gerda Trutnovsky, Edgar Petru

Kapitel 13. Maligne Tumoren der Vagina

Zusammenfassung
Maligne Tumoren der Vagina sind insgesamt selten. Vaginalmalignome, die auch einen Befall der Zervix mit Übergreifen auf das Orificium externum canalis cervicis aufweisen, werden als primäre Zervixkarzinome klassifiziert, jene mit Befall der Vulva als primäre Vulvakarzinome. Beim Vaginalkarzinom steht eine primäre Strahlentherapie in Kombination mit der Chemotherapie besonders bei fortgeschrittenen Karzinomen im Vordergrund. Vor allem Patientinnen mit Tumoren des oberen Scheidendrittels im FIGO-Stadium I werden primär operativ therapiert. Rezidive treten bevorzugt lokoregional in der Vagina bzw. im Becken auf.
Ossi R. Köchli, Edgar Petru, Bernd-Uwe Sevin

Kapitel 14. Trophoblasttumoren

Zusammenfassung
In Mitteleuropa sind Trophoblasttumoren, insbesondere die malignen, sehr selten. Meist werden sie durch extrem hohe HCG-Werte und Metrorrhagien bzw. Abortsymptome entdeckt. Nach Diagnosestellung ist ein rasches, bildgebendes Staging notwendig, um eine Metastasierung auszuschließen oder zu bestätigen. Trophoblasttumoren sind sehr chemosensibel. Deshalb stellt die Chemotherapie die wichtigste Therapieoption dar. In der Nachsorge ist die Überwachung des β-HCG essenziell.
Ossi R. Köchli, Edgar Petru, Bernd-Uwe Sevin

Kapitel 15. Chemotherapie, gezielte Tumortherapie, Immuntherapie

Zusammenfassung
Ein Überblick über die wichtigsten Systemtherapien und deren Nebenwirkungen sowie Anleitungen zum Management der Nebenwirkungen wird gegeben. Cisplatin ist neurotoxisch, nephrotoxisch und ototoxisch. Paclitaxel weist insbesondere eine kumulative periphere Neurotoxizität auf. Docetaxel führt häufig zu ausgeprägter Neutropenie, Diarrhö und Fieber. Die palmoplantare Erythrodysästhesie stellt eine typische Nebenwirkung des pegylierten liposomalen Doxorubicins und von Capecitabin dar. Bevacizumab führt bei ca. 7 % der Patienten zu Hypertonie ≥ 180/110 mmHg. Selten treten Darmperforationen und Fistelbildungen auf. Anthrazykline sind ab dem 2. Trimenon meist mit einem positiven Ausgang der Schwangerschaft verbunden. Frühgeburten und intrauterine Wachstumsrestriktionen kommen in ca. 25 % der Fälle vor. Trastuzumab kann mit der Entwicklung von Oligohydramnion und Wachstumsrestriktion verbunden sein.
Edgar Petru, Christoph Benedicic

Kapitel 16. Radiotherapie bei gynäkologischen Tumoren

Zusammenfassung
Die Radiotherapie wird bei gynäkologischen Erkrankungen seit vielen Jahren erfolgreich angewendet. Mit modernen Radiotherapietechniken konnten die Nebenwirkungen deutlich reduziert werden. Die postoperative Radiotherapie beim brusterhaltend operierten Mammakarzinom ist fester Bestandteil der kurativen Therapie, neben Chemotherapie, Antikörpertherapie und/oder antihormoneller Therapie je nach Rezeptorstatus des Tumors. Hypofraktionierte (verkürzte) Schemata werden dabei zunehmend verwendet, was die Therapiedauer für die Patientinnen deutlich verkürzt – ohne Verlust an lokaler Kontrolle und mit sehr zufriedenstellender Kosmetik. Bei der Behandlung von Endometriumkarzinomen wird vor allem in der mittleren Risikogruppe die intravaginale Brachytherapie empfohlen, in der Hochrisikosituation die Kombination verschiedener Therapiemodalitäten. Die Brachytherapie hat auch in der kurativen Behandlung des fortgeschrittenen Zervixkarzinoms in Kombination mit perkutaner Bestrahlung und strahlensensibilisierender Chemotherapie seit vielen Jahren einen etablierten Platz.
Claudia Linsenmeier

Kapitel 17. Lymphödem

Zusammenfassung
Die häufigste Ursache eines Lymphödems der oberen Extremität ist die Behandlung eines Mammakarzinoms durch axillare Operation oder Bestrahlung. Die Inzidenz des Lymphödems korreliert dabei mit der Anzahl entfernter Lymphknoten, ist aber auch abhängig von patienten- und tumorassoziierten Eigenschaften. Durch die Sentinel-Lymphknoten-Entfernung, die heute bei klinisch nodal-negativen Patientinnen standardmäßig durchgeführt wird, ist es bereits zu einer deutlichen Reduktion von Lymphödemen des Armes gekommen. Anhand von klinischen Studien wird weiter untersucht, bei welchen Patientinnen auch bei Lymphknotenbefall schonender vorgegangen werden kann und wo auf eine Axilladissektion verzichtet werden kann. Bei bestehendem Lymphödem ist die frühzeitige Diagnose und Therapie entscheidend für die Lebensqualität der Patientin.
Sarah L. Fründt, Cornelia Liedtke, Thorsten Kühn, Michael Untch

Kapitel 18. Allgemeine supportive Maßnahmen in der gynäkologischen Onkologie

Zusammenfassung
Subileusbeschwerden werden symptomatisch mit Metamizol als antiödematöse Maßnahme, transdermalen Opioiden gegen die abdominellen Krämpfe, Kortikosteroiden peroral, und milden Laxantien wie Macrogol bekämpft. Beim Vorliegen eines Ileus sollte die Entscheidung für oder gegen eine Operation immer vom gynäkologischen Onkologen in Kenntnis der Gesamtsituation (Vortherapien, Platinresistenz usw.) erfolgen. Es sollte vermieden werden, dass die Patientin in ihrer letzten Lebensphase von einem Allgemeinchirurgen, der sie nur mit dem aktuellen Befund eines Ileus kennenlernt, hinsichtlich weiterem Vorgehen beurteilt wird. Bei Verdacht auf tiefe Bein- bzw. Beckenvenenthrombose sollte eine Dopplersonographie (evtl. Phlebographie) der unteren Extremität durchgeführt werden. Bei Thromboembolie ist eine Thrombosetherapie während 6 Monaten indiziert. Bisphosphonate Denosumab, zur Reduktion der metastasenbedingten Morbidität des Skelettsystems sind indiziert. Die Osteonekrose des Kiefers tritt etwa bei 3 % der Patientinnen mit monatlicher Dauertherapie auf. Die Hyperkalzämie wird meist aufgrund einer paraneoplastischen ektopen Sekretion von parathormonverwandten Proteinen bzw. seltener aufgrund der Osteolyse bei Knochenmetastasen beobachtet. Als Folge ausgedehnter Darmresektionen, einer Radiotherapie des Beckens bzw. Abdomen oder als Folge der Anlage eines Ileostomas bei Ausschaltung der Resorption des Dickdarms tritt oft eine chronische Diarrhö mit flüssigen Stühlen und großem Flüssigkeitsverlust auf. Klinisch handelt es sich um ein Kurzdarmsyndrom. Hier ist Loperamid das Mittel der ersten Wahl.
Edgar Petru, Christoph Benedicic

Kapitel 19. Medikamentöse Schmerztherapie

Zusammenfassung
Schmerz ist eines der häufigsten Symptome im Rahmen von Tumorerkrankungen. 70–90 % von an Tumorleiden erkrankten Patienten werden im Laufe ihrer Erkrankung mit diesem sehr belastenden Symptom konfrontiert. In der Behandlung von Tumorerkrankungen ist die korrekte und ursachenorientierte Therapie von tumorassoziierten Schmerzen eines der für den Patienten wichtigsten Ziele. Die moderne Onkologie strebt neben einer möglichst effektiven Tumorbehandlung vor allem auch den gleichzeitigen Erhalt einer möglichst optimalen Lebensqualität an. Damit kommt einer effektiven Schmerztherapie höchste Relevanz zu. In diesem Kapitel werden in strukturierter Form Schmerzarten, Bewertung und Objektivierung von Schmerzen und die wichtigsten Arten der Schmerztherapie beschrieben.
Alexander Reinthaller

Kapitel 20. Psychische Probleme und Interventionen bei Krebspatientinnen

Zusammenfassung
Etwa 30–50 % der Patientinnen und Patienten entwickeln im Lauf einer Krebserkrankung psychische Symptome. Sie weisen jedoch meist kein „klassisches“ psychisches Störungsbild auf, sondern leiden neben körperlichen Beschwerden auch an psychischen Begleitsymptomen. Etwa 5–10 % aller onkologischen Patientinnen gehören einer psychosozialen Risikogruppe an und benötigen neben der medizinischen Versorgung eine professionelle psychologische Behandlung. In zahlreichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass psychologisch-psychotherapeutische Interventionen die emotionale Stressbelastung von Krebspatientinnen reduzieren und ihre Lebensqualität verbessern können. Das Behandlungsspektrum ist vielfältig und reicht von akuter Krisenintervention, psychologischer Einzelberatung, klinisch-psychologischer und psychotherapeutischer Behandlung und Rehabilitationsberatung bis hin zur Angehörigenberatung und Sterbebegleitung.
Elfriede Greimel, Eva Mautner

Kapitel 21. Sexualität nach der Therapie gynäkologischer Malignome

Zusammenfassung
Nach der Diagnose einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung treten die eigene Körperwahrnehmung und die Sexualität vorübergehend in den Hintergrund. Die Prognose gynäkologischer Malignome konnte jedoch in den letzten Jahren entscheidend verbessert werden und eine Krebserkrankung kann in vielen Fällen geheilt werden oder gilt zumindest zunehmend als chronische Erkrankung. Durch diese Errungenschaften tritt nun vermehrt die Lebensqualität der Patientinnen in den Fokus. Bis zu 90 % der Patientinnen mit einer gynäkologischen Krebsdiagnose berichten über negative Auswirkungen der Erkrankung und der Therapie auf ihr Sexualleben. Dennoch werden maximal 10–28 % der Frauen von ihren betreuenden Ärzten in der Klinik darüber aufgeklärt bzw. informiert. Als sexuelle Funktionsstörung werden alle Beeinträchtigungen der Sexualität bezeichnet. In unterschiedlichem Maße beeinflussen sowohl die operative als auch die systematische Therapie die Durchführung des Geschlechtsaktes und das Lusterleben negativ.
Johanna Tiechl, Christian Marth

Kapitel 22. Ernährungsberatung und -therapie während einer Chemo-/Hormontherapie

Zusammenfassung
Das Thema Ernährung ist ein wichtiger Faktor für Patientinnen und deren Angehörige, während einer onkologischen Therapie aktiv am Therapieprozess teilzunehmen. Speziell Frauen sind hoch motiviert, für ihren körperlichen Zustand abgestimmte Speisen selbst zuzubereiten. Eine Ernährungstherapie bzw. -intervention soll medizinische Therapien unterstützen, eine Mangelernährung bei Patientinnen vermeiden und damit zu einer verbesserten Lebensqualität führen. Die aktive Auseinandersetzung mit der Ernährung führt in vielen Fällen auch zu einer kritischen Haltung in Bezug auf die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Themenbereiche in der Ernährungstherapie reichen von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Obstipation, Diarrhö, Blähungen, Mundschleimhautentzündungen, Mundtrockenheit bis hin zu Veränderungen des Geruchs- und Geschmacksinns. Einfache Maßnahmen bei der Auswahl von Lebensmitteln können große Effekte bzw. eine Linderung der körperlichen Beschwerden bewirken. Bei hormonabhängigen Tumoren, wie z. B. dem Brustkrebs, steht vor allem die Gewichtszunahme im Vordergrund der Ernährungsintervention.
Claudia Petru

Kapitel 23. Häufig verwendete systemische Therapieschemata in der gynäkologischen Onkologie

Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden die wichtigsten systemischen Therapieschemata in Bezug zum jeweiligen gynäkologischen Primärtumor aufgelistet.
Edgar Petru, Jacobus Pfisterer

Backmatter

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Herausgeber:
Prof. Dr. Edgar Petru, Dr. Daniel Fink, Prof. Dr. Ossi R. Köchli, Prof. Dr. Sibylle Loibl

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