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Über dieses Buch

„Ich muss kratzen!“ Das allergische Kind sieht jeder Kinderarzt tagtäglich. Von den allergischen Hauterkrankungen zu Asthma: Der Pädiater ist derjenige, der als Erster eine Allergietestung durchführt und der wirksame therapeutische und präventive Maßnahmen auswählen muss. Das übersichtliche Buch bietet einen raschen Zugriff auf praktische Handlungsanweisungen für die Therapie der wichtigsten allergologischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter.

Nach einem Abriss über die Reaktionsmechanismen, Epidemiologie, Genetik und einer kleinen Allergenkunde geben die Autoren einen Überblick über die diagnostischen Techniken mit konkreten und übersichtlich dargestellten Anleitungen. Klar werden die entscheidenden Therapieprinzipien vorgestellt.

Herzstück des Buches sind die konkreten Therapieanleitungen für die häufigsten Krankheiten wie Asthma, Rhinitis, Anaphylaxie, Nahrungsmittelallergie, allergische Hauterkrankungen und Arzneimittelallergien.

Drei praktisch tätige Kinderärzten/Dermatologen und Kinderpneumologen haben dieses flüssig geschriebene „Kochbuch“ verfasst und nehmen auch kritisch Stellung zu unkonventionellen Untersuchungs- und Therapiemethoden. Ein Anhang mit Dosierungstabellen rundet das Werk ab, das jeder Pädiater in Praxis und Klinik zum schnellen Nachlesen parat haben sollte.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen der Allergie im Kindes- und Jugendalter

Frontmatter

1. Immunologische Grundlagen allergischer Erkrankungen

Allergische Erkrankungen sind durch eine überschießende Reaktion auf in der Regel harmlose „UmweltfaktorenUmweltfaktoren“ charakterisiert. Bei diesen „Umweltfaktoren“ kann es sich um Nahrungsmittelbestandteile, Pollen, Insektengifte oder Kontaktstoffe handeln, die als „Antigene“ bzw. „Allergene“ eine Immunantwort hervorrufen. Um die Pathogenese allergischer Erkrankungen verstehen zu können, ist damit ein Basiswissen über das Immunsystem notwendig.

M. V. Kopp

2. Genetik, Epidemiologie und Prävention

In der Pathogenese allergischer Erkrankungen kommt es zu einer komplexen Interaktion zwischen genetischer Veranlagung und UmweltfaktorenUmweltfaktoren. So ist die familiäre Prädisposition zu Erkrankungen wie Asthma bronchialeAsthma bronchiale, allergischer Rhinitis oder dem atopischen EkzemAtopisches Ekzem gut belegt. Beispielsweise steigt das Asthmarisiko eines Kindes auf ca. 30–50%, wenn ein Familienmitglied ersten Grades an Asthma bronchiale erkrankt ist. In gleichem Sinne tritt ein atopisches Ekzem bei eineiigen Zwillingen mit einer Konkordanz von ca. 75% auf, während dizygote Zwillinge nur in ca. 20% der Fälle gemeinsam erkranken.

H. Ott, M. V. Kopp

3. Allergenkunde kompakt

Laut Definition der Welt-Allergie-Organisation ist ein Allergen ein „Antigen, das eine allergische Erkrankung verursacht“ (WAO 2001). Allergene können gemäß unterschiedlichen Kriterien klassifiziert werden. Kleinmolekulare KontaktallergeneKontaktallergene sind primär für allergische Spättypreaktionen verantwortlich. Bei der Mehrzahl der in der pädiatrischen Allergologie relevanten Allergene handelt es sich jedoch um großmolekulare Proteine oder Glykoproteine. Aufgrund ihres Molekulargewichts (> 4 bis ca. 100 kD) sind diese in der Lage, IgE-Antikörper auf Mastzellen sensibilisierter Patienten zu „vernetzen“ und allergische Soforttypreaktionen auszulösen. In der Diskussion um diese Allergene sollte auf eine einheitliche Nomenklatur geachtet werden.

L. Lange, H. Ott

4. Allergologische Diagnostik

In der Kinderallergologie hängen alle weiteren diagnostischen und therapeutischen Schritte von einer fundierten AnamneseAnamnese ab. Diese erfordert zunächst eine sorgfältige Vorbereitung, da Eltern und Patienten bei der Erstvorstellung häufig aufgeregt oder unvorbereitet sind. So besteht die Gefahr, dass wichtige Details nicht erinnert oder angesprochen werden. Im Rahmen einer strukturierten AnamneseAnamnese werden zunächst der aktuelle Krankheitsverlauf, Vor-/Begleiterkrankungen sowie die Vormedikation und Ernährungsgewohnheiten dokumentiert. Zusätzlich sind die Familien- und UmgebungsanamneseUmgebungsanamnese von zentraler Bedeutung.

H. Ott, M. V. Kopp, L. Lange

5. Therapieprinzipien

Für die symptomatische Pharmakotherapie allergischer Erkrankungen steht auch im Kindes- und Jugendalter ein breites Spektrum systemischer und topischer Arzneimittel zur Verfügung. Ihre Anwendung erfordert fundierte Kenntnisse hinsichtlich adäquater Indikationen, unerwünschter Nebenwirkungen sowie potenzieller Arzneimittelinteraktionen. Zusätzlich sind spezifisch pädiatrische Faktoren wie z. B. das Zulassungsalter oder altersentsprechende Darreichungsformen zu berücksichtigen.

H. Ott, M. V. Kopp, L. Lange

6. Komplementäre Diagnose- und Therapieverfahren in der Kinderallergologie

Zur Diagnostik und Behandlung zahlreicher Erkrankungen werden auch in der Pädiatrie komplementäre (ergänzende) oder alternative Methoden angewandt. Diese werden einer konventionellen, „allopathischen“ Schulmedizin gegenübergestellt, die sich auf wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und evidenzbasierte Verfahren stützt.

L. Lange, M. V. Kopp

Allergologische Krankheitsbilder im Kindes- und Jugendalter

Frontmatter

7. Allergische Rhinitis und allergische Konjunktivitis

Die allergische Rhinitis (AR) entspricht einer akuten oder chronischen allergischen Entzündungsreaktion der Nasenschleimhäute und tritt mit einer Prävalenz von ca. 15–25% in der Gesamtbevölkerung auf. Für die pädiatrische Population fanden sich im internationalen Vergleich regional stark schwankende Erkrankungshäufigkeiten. Dennoch ergaben sich konsistent höhere Prävalenzen bei Schulkindern/Jugendlichen (1,5% bis ca. 40%) als bei Kleinkindern (0,8% bis ca. 15%) (Abschn. 2.2). Interessanterweise ließ sich in Regionen mit hoher AR-Prävalenz zuletzt keine weitere Zunahme der Erkrankungshäufigkeit mehr feststellen, so dass ein Häufigkeitsplateau erreicht sein könnte.

M. V. Kopp, L. Lange, H. Ott

8. Asthma bronchiale im Kindesalter

Asthma bronchialeAsthma bronchiale zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Heute leiden etwa 5–10% aller Kinder in Deutschland unter dieser entzündlichen AtemwegserkrankungAtemwegserkrankungen, an deren Entstehung sowohl Umwelteinflüsse als auch genetische Faktoren beteiligt sind.

M. V. Kopp

9. Atopisches Ekzem

Als häufigste chronisch-entzündliche Hauterkrankung des Kindesalters führt das atopische Ekzem (AE) regelmäßig zu einer Vorstellung betroffener Patienten bei Kinder-, Haus- und Hautärzten. Es kann davon ausgegangen werden, dass bis zu 90% aller AE-Patienten zum Zeitpunkt der Erstmanifestation jünger als 6 Jahre alt sind. Es leiden also vorwiegend Säuglinge und Kleinkinder an dieser juckenden, äußerlich sichtbaren und somit stigmatisierenden Hauterkrankung. Dadurch ist die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien häufig eingeschränkt, so dass jedes Kind mit AE frühzeitig eine qualifizierte ärztliche Betreuung benötigt.

H. Ott

10. Allergisches Kontaktekzem

Kontaktekzeme bilden eine heterogene Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen, denen eine nicht-infektiöse, zumeist durch externe Noxen hervorgerufene Entzündungsreaktion der Haut gemeinsam ist. Sie können nach pathophysiologischen Gesichtspunkten in allergische und nicht-allergische Kontaktekzeme unterteilt werden, die von anderen Dermatitis-Formen abzugrenzen sind. Während im angloamerikanischen Sprachraum der Begriff „Dermatitis“ gebräuchlicher ist, hat sich hierzulande die Bezeichnung „Ekzem“ für die Mehrzahl entsprechender Krankheitsbilder durchgesetzt. Beide Termini können im klinischen Alltag jedoch synonym eingesetzt werden.

H. Ott

11. Urtikaria

Die Urtikaria ist gekennzeichnet durch plötzlich auftretende, transiente und oberflächliche Ödeme der Dermis (Quaddeln, Urticae). Diese gehen häufig mit Juckreiz und einem Umgebungserythem einher. Nicht selten treten zusätzlich Schwellungen auch der tieferen Dermis oder Subkutis auf (AngioödemeAngioödem). Unter Berücksichtigung ihrer Pathophysiologie, möglicher Auslöser und klinischer Faktoren kann die Urtikaria in spontane und induzierbare UrtikariaformenUrtikariaformen sowie deren Subtypen unterteilt werden.

H. Ott

12. Nahrungsmittelallergie

Dank einer fein regulierten gastrointestinalen Immunantwort sind Menschen in der Lage, eine Toleranz gegenüber oral aufgenommenen Fremdproteinen zu entwickeln. Nur wenn diese Toleranzentwicklung gestört ist, kann sich eine Allergie gegen ein oder mehrere Nahrungsmittel entwickeln. Diese ist definiert als eine immunologisch vermittelte Überempfindlichkeitsreaktion, die auf IgE-vermittelten oder zellulären Mechanismen beruhen kann.

L. Lange

13. Anaphylaxie

Die Anaphylaxie ist die schwerste Form einer allergischen Soforttypreaktion. Obwohl eine klare und allgemeingültige Definition bisher nicht etabliert werden konnte, wird sie weltweit am häufigsten beschrieben als eine ernst zu nehmende allergische Reaktion, die rasch beginnt und zum Tode führen kann.

L. Lange

14. Arzneimittelallergie und -intoleranz

Eine unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) entspricht gemäß Definition der Weltgesundheitsorganisation einer Reaktion auf Arzneimittel, „die schädlich und unbeabsichtigt ist und bei Dosierungen auftritt, wie sie beim Menschen zur Prophylaxe, Diagnose oder Therapie“ verwendet werden (WHO 1972). Die überwiegende Mehrzahl dieser UAW kann zunächst einem Typ A („augmented“) oder einem Typ B („bizarre“) zugeordnet werden.

H. Ott

15. Bienen- und Wespengiftallergie

Allergische Reaktionen nach einem Bienen- oder Wespenstich verlaufen häufig als Lokalreaktion mit Schwellung und Rötung an der Einstichstelle. Viel seltener sind Allgemeinreaktionen mit den Symptomen einer Soforttypallergie zu beobachten. Bei allen pädiatrischen Patienten, die auf einen Bienen- oder Wespenstich mit respiratorischen und/oder kardiovaskulären Symptomen reagiert haben, ist eine Spezifische Immuntherapie obligat. In der klinischen Praxis geht es also darum, Lokalreaktionen und leichte Allgemeinreaktionen von mittelschweren und schweren Allgemeinreaktionen sicher abzugrenzen, um die Patienten entsprechend beraten und ggf. therapieren zu können.

M. V. Kopp

16. Exogen allergische Alveolitis (EAA) und allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA)

Die exogen allergische Alveolitis (EAA) („hypersensitivity pneumonitis“) ist eine akut oder chronisch verlaufende allergische Erkrankung der Lunge. Sie stellt das klinische Korrelat einer verzögerten allergischen Reaktion auf eingeatmete Fremdantigene dar. Sehr selten kann eine EAA auch durch Medikamente verursacht werden. Die allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) stellt eine seltene Komplikation bei Patienten mit Zystischer Fibrose oder mit schwerem Asthma bronchiale dar. Sie ist Ausdruck einer komplexen immunologischen Reaktion gegen Antigene des Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus. In ganz seltenen Einzelfällen können auch andere Pilze die ABPA auslösen, man spricht in diesen Fällen von der allergischen bronchopulmonalen Mykose.

L. Lange, M. V. Kopp

17. Mastozytose

Bei der Mastozytose handelt es sich um „eine heterogene Erkrankung, die durch eine Akkumulation von Mastzellen in einem oder mehreren Organen charakterisiert ist“ (Valent et al. 2007). In der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die auf das Hautorgan beschränkte, kutane Mastozytose von vier systemischen und zwei lokalisierten, extrakutanen Verlaufsformen abgegrenzt.

H. Ott

18. Dosierungstabellen

Zur schnellen Orientierung im klinischen Alltag enthält dieses Kapitel tabellarische Übersichten der wichtigsten in der Kinderallergologie eingesetzten Präparate sowie deren gewichts- bzw. altersadaptierten Dosierungen und Applikationsformen. Eine ausführliche Darstellung pharmakologischer Aspekte, unerwünschter Nebenwirkungen und weiterer kinderallergologischer Indikationen der hier dargestellten Substanzklassen findet sich in ▶ Kap. 5.

H. Ott, M. V. Kopp, L. Lange

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Herausgeber:
Dietrich Abeck, Hansjörg Cremer
Bildnachweise