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Über dieses Buch

Das Werk beschreibt die Akutdiagnostik und Akuttherapie der wichtigsten neurologischen Notfallsituationen, wie Stroke, TIA, intrakranielle Blutungen, Krampfanfälle, Meningitis, Enzephalitis, Bewusstseinsstörungen, Schwindel und Synkopen. Das Buch gliedert sich dabei in präklinische und innerklinische Akutversorgung und ist damit ein idealer Begleiter sowohl für präklinisch tätige Notärzte als auch für Ärzte, die innerklinisch neurologische Notfälle versorgen, z.B. in zentralen bzw. interdisziplinären Notaufnahmen. Auch auf häufig vorkommende neurologische Notfälle bei Kindern geht das Werk ein, ebenso wie auf psychiatrische Notfälle, Bildgebung und Interventionen im Notfall. Zahlreiche Tipps und ein Frage-Quiz zur Selbstkontrolle machen das Buch besonders praxisnah.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Ischämischer Schlaganfall (zerebrale Ischämie)

Im Folgenden werden praxisrelevante Inhalte als Grundlagen für eine erfolgreiche prä- und intrahospitale Schlaganfallrettungskette dargestellt. Ziel einer zeitoptimierten Patientenversorgung beim ischämischen Schlaganfall ist die Beantwortung der Frage, ob für den individuellen Fall die Anwendung von zerebralen Reperfusionsmaßnahmen möglich ist. Die Indikationsstellung und Durchführung dieser Maßnahmen obliegt vaskulären Neurologen und interventionellen Neuroradiologen und sollte in Kliniken mit zertifizierten Schlaganfalleinheiten durchgeführt werden. Für die fachspezifischen Inhalte wird auf die Leitlinien der jeweiligen deutschen Fachgesellschaften und der deutschen Schlaganfall-Gesellschaft verwiesen (www.dgn.org, www.dgnr.org, www.dsg-info.de).
A. Reich, O. Nikoubashman

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2. Intrakranielle Blutungen

Intrakranielle Blutungen treten mit steigender Tendenz und sehr häufig auf. Sie können spontan, nicht-läsionsbedingt, traumatisch bedingt oder aufgrund von Gefäßmalformationen auftreten. Etwa 20% aller „Schlaganfälle“ sind hämorrhagisch. Der neurologischen Notfallbehandlung fällt eine entscheidende Rolle im Hinblick auf die Prognose zu. An erster Stelle steht das schnellstmögliche Erkennen einer intrakraniellen Blutung und der vorliegenden Blutungsform. Ungeachtet der Blutungsform zielen die Notfallmaßnahmen im Wesentlichen darauf ab, die Vitalfunktionen zu sichern sowie eine Hirndrucksteigerung zu vermeiden, sie zu reduzieren und das Risiko für Nachblutungen zu senken. Daran schließt sich in entsprechenden Fällen die möglichst umgehende neurochirurgische oder neurointerventionelle Behandlung der Blutungsursache bzw. die Ausräumung der massenwirksamen Blutung an. Die zunehmende Behandlung mit hochwirksamen und schwer steuerbaren Gerinnungshemmern spielt eine relevante Rolle.
Th. Kretschmer, Th. Schmidt

3. Krampfanfälle

In der Akut- und Notfallmedizin gehören passagere Vigilanzminderungen aus neurologischer Sicht zu den häufig auftretenden Krankheitsbildern, wobei epileptische Anfälle von den nicht-epileptischen Anfallsereignissen wie Synkopen und psychogenen Anfällen abgegrenzt werden müssen. Neben der klinischen Untersuchung und der Anamneseerhebung stehen zur Ursachenklärung an technischen Hilfsmitteln cCT, cMRT und EEG zur Verfügung. Die notfallmäßige Behandlung epileptischer Anfälle im Rettungsdienst und in der Notaufnahme beruht auf einem medikamentösen Dreistufenschema: Benzodiazepine, die klassischen Antikonvulsiva sowie anästhetische Antikonvulsiva. Bei der dauerhaften antikonvulsiven Therapie steht neben der Wirksamkeit vor allem die Verträglichkeit bei der Auswahl des Antikonvulsivums im Vordergrund, da die Patientin häufig lebenslang behandelt werden müssen.
O. Matz, M Dafotakis

4. Infektionen des zentralen Nervensystems und Sepsis

Im Folgenden wird ein Überblick über die Notfälle bakterielle Meningitis und Herpes-Enzephalitis und anderer seltener infektiologischer Komplikationen im Bereich der neurologischen Intensivmedizin gegeben. Die diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen sind an die Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Neurologie (www.dgn.org) angelehnt.
S. Tauber

5. Unklare Bewusstlosigkeit

Der Arzt im Notfall muss regelmäßig den Bewusstseinszustand feststellen und beschreiben. Eine Bewusstseinsstörung bis hin zur Bewusstlosigkeit ist zunächst eine unspezifische Störung, die von außen erkennbar wird, da die Person nicht mehr „reagiert“. Grundsätzlich gilt, je tiefer eine Bewusstlosigkeit ist, d. h. je weniger der oder die Betroffene selbst agieren oder auf äußere Reize reagieren kann, um so gefährlicher für alle Lebensfunktionen ist sie. Daher ist bei einer bestehenden Bewusstlosigkeit zunächst zu prüfen, ob die Lebensfunktionen erhalten (Atmung, Kreislauf) und (im positiven Fall), ob die Schutzreflexe noch vorhanden sind. Bei jeder Notfallbehandlung muss außerdem die Auswirkung einer jeden Maßnahme auf die Blutversorgung des Gehirns einbezogen werden. Insbesondere die Lagerung oder die systemische Blutdrucksenkung können bei Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns zu einer Ischämie des Gehirns beitragen.
A. Lechleuthner

6. Schwindel

Schwindel ist keine Krankheit im nosologischen Sinne, sondern aus Sicht verschiedener Patienten ein und dasselbe Symptom, das aber ganz unterschiedliche Ursachen und Ätiologien haben kann. Sie lassen sich durch einige wenige anamnestische Angaben und klinische Zeichen auch in der Notaufnahme in den meisten Fällen leicht voneinander trennen. Dieses Kapitel soll dazu einen Beitrag liefern.
C. Helmchen

7. Notfälle aus der Kinderneurologie

Wenn eine gravierende neurologische Ursache aufgrund der Anamnese und Symptomatik nicht ausgeschlossen werden kann oder Unsicherheit besteht, dann muss zeitnah alles getan werden, um die Ursache zu klären. Bei jedem kinderneurologischen Notfall muss eine der vier diagnostischen Optionen sofort erwogen werden: Lumbalpunktion, Bildgebung, Elektrolyte/Blutzucker, ggf. Drogenscreening. Die Diagnostik bei Fieberkrämpfen ist von den Ursache des Fiebers, der Länge des Anfalls und vom postiktalen Zustand abhängig. Ein Standardvorgehen hilft beim Status epilepticus, rasch und in ausreichender Dosierung zu behandeln. Gangstörungen sind meist harmlos, außer sie sind mit Schmerzen oder weiteren neurologischen Symptomen verbunden. Akute Sehminderung oder akuter Strabismus erfordern dringliche Diagnostik und Behandlung.
A. van Baalen

8. Neurologische Aspekte der kardiopulmonalen Reanimation

Neurologische Folgen der kardiopulmonalen Reanimation (CPR) sind oft für die Gesamtprognose von großer Bedeutung. Im vorliegenden Kapitel wird zunächst nach einer Rückschau in die Geschichte der Wiederbelebung auf die regelmäßig reformierten CPR-Guidelines des ERC als verbindliche Standards Bezug genommen. Im Folgenden befasst sich der Text mit den besonderen Aspekten nach stattgehabter CPR im Hinblick auf die neurologische Prognose: Hier wird insbesondere auf die Kühlung inkl. ihrer technischen Durchführung eingegangen. Weiterhin kommen wichtige biochemische und klinische Prognosemarker zur Darstellung. Auf die neuroradiologische Bildgebung in diesem Kontext wird ebenfalls eingegangen, inkl. verschiedener illustrierender Bildbeispiele. Letztlich werden mögliche klinische Langzeitfolgen nach Kreislaufstillstand, die Versorgung langzeitbeatmeter Patienten mit Tracheostoma, perkutaner enterogastraler Ernährungssonde (PEG) sowie Aspekte der Rehabilitation beleuchtet.
J. Litmathe

9. Psychiatrische Notfälle

Der überwiegende Anteil psychiatrischer Notfälle und Krisen entwickelt sich außerhalb psychiatrischer Einrichtungen. Notärzte und Rettungsdienstmitarbeiter sind dabei meist die ersten, die psychisch kranke Menschen versorgen müssen, oftmals auch ohne Behandlungsbereitschaft der Betroffenen. Psychiatrische Notfälle sind meist gekennzeichnet durch besonders schwierige Umstände und stellen Situationen mit unmittelbar einsetzenden oder relevant werdenden, meist mit einem Gefährdungspotenzial einhergehenden psychopathologischen Symptomen dar. Deren differenzialdiagnostische Einordnung und schnellstmögliche Versorgung unter Berücksichtigung aller relevanten medizinischen und juristischen Aspekte bildet die Grundlage einer hochwertigen Versorgung.
M. Paulzen, G. Gründer

10. Bildgebung und Intervention bei neurologischen Notfällen

Bildgebung bei neurologischen Notfällen ist eine Herausforderung, da die klinische Symptomatik durch verschiedenste Ursachen hervorgerufen werden kann. Die führende Modalität der Bildgebung bei neurologischen Notfällen des Kopfes ist die Computertomographie (CT). Diese ist in Deutschland flächendeckend verfügbar, wenig artefaktanfällig und weniger komplex als die Magnetresonanztomographie (MRT), außerdem stellt sie den Knochen gut dar, so dass sie immer erste Wahl bei Traumata ist. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist in der Feindiagnostik des Gehirns und des Myelon der CT überlegen und hat bei spinalen Notfällen ihren Stellenwert. Außerdem kommt die digitale Subtraktionsangiographie (DSA) zur Diagnostik, wie z. B. bei nicht-traumatischer SAB und zur Therapie, z. B. bei Thrombektomien zum Einsatz.
D. Jansen

11. Organisatorische und ökonomische Aspekte; Schnittstelle Rettungsdienst/ZNA

Gesundheitsökonomische Aspekte bekommen in der jüngeren Vergangenheit immer weitere Aufmerksamkeit. Dieser Prozess ist deutlich auch in der Notfallmedizin zu spüren. Im vorliegenden Kapitel soll im Kontext der speziellen neurologischen Notfallmedizin dieser Aspekt vertieft werden: Neue Organisationsformen von zentralen Notaufnahmen, persönliche und fachliche Anforderungen an den ärztlichen Leiter, Ideen zur Personalführung- und Einsatzplanung, Modelle der Abrechnung bzw. Verrechnung zwischen bettenführenden Klinikabteilungen und der Neurologie, Schnittstellenprobleme (z. B. ZNA-Rettungsdienst aber auch ZNA-innerklinische Einheiten) und bauliche Aspekte finden Eingang in die Betrachtung. Schließlich erfolgt ein Exkurs in das Risiko- und Qualitätsmanagement sowie eng verknüpft damit das Benchmarking von Krankenhäusern.
J. Litmathe

12. Relevanz der Telemedizin

Telemedizinische Anwendungen finden immer Anwendung in verschiedenen medizinischen Bereichen. Telemedizin ermöglicht dabei medizinische Kompetenz hinweg über räumliche Distanzen. In der Schlaganfallversorgung haben sich telemedizinische Vernetzungen zwischen Krankenhäusern mit spezialisierter Stroke Unit und Krankenhäusern ohne diese Einreichung bereits etabliert. Die telemedizinische Vernetzung zwischen dem prähospitalen Rettungsdienst und der Klinik sowie die telemedizinische Unterstützung durch einen sog. Telenotarzt haben in Forschung und Praxis positive Effekte zeigen können. Die Verbesserung des Informationstransfer und die Verkürzung der door-to-needle time beim akuten Schlaganfall sind dabei als wichtigste Beispiele zu nennen.
S. Bergrath, M. Czaplik

13. Wichtige Leitsymptome für ZNA und Rettungsdienst zum schnellen Nachschlagen

In diesem Kapitel sollen synoptisch nochmal alle wichtigen neurologischen Leitsymptome zur schnellen Übersicht mit ihren Differenzialdiagnosen zusammengestellt werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Gebiet Synkope, da diese häufig auftritt und in der Ersteinschätzung und Triage häufig Schwierigkeiten bereitet.
J. Litmathe

14. Freiwilliges Quiz zur Selbstkontrolle

Die korrekten Antworten zu den Fragen finden Sie im Lösungsteil auf Seite
In diesem Kapitel kann der Leser seinen Wissensstand auf die Probestellen. 40 Multiple-choice-Fragen mit je einer richtigen Antwortmöglichkeit sind zu beantworten.
J. Litmathe

15. Zusammenfassung und Ausblick

Zuletzt erfolgt eine kritische Reflexion und Zusammenfassung aller Kapitel.
J. Litmathe

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