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Pädiatrie
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Publiziert am: 29.11.2025 Bitte beachten Sie v.a. beim therapeutischen Vorgehen das Erscheinungsdatum des Beitrags.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen

Verfasst von: Klaus-Michael Keller
Zu den chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten (CED) gehören der Morbus Crohn (MC), die Colitis ulcerosa (CU) und die unklassifizierte Kolitis (CED-U). Die Diagnose einer CED bei Kindern < 6 Jahren wird als „very early onset“ (VEO) CED bezeichnet. Dabei können öfter monogene Defekte der Immunabwehr und intestinalen Barriere detektiert werden. Die CED kann somit in jedem Alter, auch bei Säuglingen vorkommen. Es handelt sich um Systemerkrankungen, die sich auch extraintestinal z. B. an der Haut, den Gelenken und den Augen manifestieren können. Der MC kann den gesamten Magen-Darm-Trakt betreffen, tritt typischerweise segmental transmural im Wechsel mit gesunden Darmabschnitten auf, kann zu Fisteln führen und ist extraintestinal z. B. auch durch Wachstumsstörung und Pubertas tarda gekennzeichnet. Bei der CU ist mit Ausnahme einer „Backwash-Ileitis“ nur das Kolon erkrankt, und zwar primär nur die Mukosa. Das Rektum ist fast immer betroffen, das Kolon kontinuierlich unterschiedlich weit nach proximal – in der Pädiatrie in der Regel subtotal bis total – beteiligt. In etwa 10 % der Fälle kann nicht zwischen einem MC und einer CU differenziert werden. Diese CED-U geht im Verlauf entweder in eine CU oder einen MC über, selten ist auch später keine Zuordnung möglich. Monoklonale Antikörpertherapien haben den Krankheitsverlauf signifikant verbessert (sog. „game changer“).

Definitionen

Zu den chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten (CED) gehören der Morbus Crohn (MC), die Colitis ulcerosa (CU) und die unklassifizierte Kolitis (CED-U). Die Diagnose einer CED bei Kindern < 6 Jahren wird als „very early onset“ (VEO) CED bezeichnet. Dabei können öfter monogene Defekte der Immunabwehr und intestinalen Barriere detektiert werden. Die CED kann somit in jedem Alter, auch bei Säuglingen vorkommen. Es handelt sich um Systemerkrankungen, die sich auch extraintestinal z. B. an der Haut, den Gelenken und den Augen manifestieren können. Der MC kann den gesamten Magen-Darm-Trakt betreffen, tritt typischerweise segmental transmural im Wechsel mit gesunden Darmabschnitten auf, kann zu Fisteln führen und ist extraintestinal z. B. auch durch Wachstumsstörung und Pubertas tarda gekennzeichnet. Bei der CU ist mit Ausnahme einer „Backwash-Ileitis“ nur das Kolon erkrankt, und zwar primär nur die Mukosa. Das Rektum ist fast immer betroffen, das Kolon kontinuierlich unterschiedlich weit nach proximal – in der Pädiatrie in der Regel subtotal bis total – beteiligt. In etwa 10 % der Fälle kann nicht zwischen einem MC und einer CU differenziert werden. Diese CED-U geht im Verlauf entweder in eine CU oder einen MC über, selten ist auch später keine Zuordnung möglich. Monoklonale Antikörpertherapien haben den Krankheitsverlauf signifikant verbessert (sog. „game changer“).

Epidemiologie

Die Prävalenz der CED nimmt weltweit deutlich zu. Westliche Industrieländer und jüngst neu industrialisierte Länder mit ihrer Urbanisation und Verwestlichung von Ernährung und Umwelt sind von diesem steilen Anstieg am meisten betroffen. In Deutschland wird von ca. 400.000 CED-Betroffenen ausgegangen, ungefähr 20 % davon erhalten ihre Diagnose im Kindes- und Jugendalter. Hessische versicherungsdaten ergeben sogar eine Prävalenz von 610.000 Betroffenen (0,7 % der Bevölkerung). Für den MC werden aus Norwegen Häufigkeiten von bis zu 11/100.000 pro Jahr im Alter von < 18 Jahren berichtet, für die CU 8–13/100.000 pro Jahr für < 18 Jährige in Skandinavien. Im deutschsprachigen CED Register CEDATA-GPGE mit fast 1000 Patienten waren 23 % jünger als 10 Jahre. Aktuell muss mit einer Zahl jährlicher Neudiagnosen „pädiatrische CED“ von 2100–2800 gerechnet werden.

Ätiologie

Die genetische Prädisposition (300 genetische Polymorphismen), mikrobielle Faktoren (eine weniger diversifizierte Darmflora bei CED: sog. Dysbiose) und Umweltfaktoren spielen für die multifaktorielle Genese der CED eine Rolle. Fehlendes Stillen und Antibiotikatherapien im frühen Kindesalter, westliche Ernährung (z. B. wenig Ballaststoffe, hoch prozessierte Nahrungsmittel), moderner Lebensstil (z. B. Vitamin-D-Mangel) und Nikotinexposition gelten als Risikofaktoren. Veränderungen des Mikrobioms sind die Folge. Das Risiko für CED bei Familienmitgliedern eines Betroffenen liegt bei 7–30 %. Bei Zwillingen sind eineiige häufiger betroffen als zweieiige. Mit einigen Erbkrankheiten sind die CED häufiger assoziiert: Ullrich-Turner-Syndrom, Glykogenose Ib, Mukoviszidose, Zöliakie, Psoriasis, Rheuma, IgA- Mangel und andere Immundefekte. Gerade bei Manifestation einer CED im Säuglings- und Kleinkindesalter (VEO-CED) finden sich spezielle Immundefekte, wie sie auch bei parentaler Konsanguinität vorkommen können: z. B. IL-10-Rezeptordefekt, IL-21-Mangel, X-linked inhibitor of apoptosis protein (XIAP), septische Granlomatose etc. Kodiert werden Gene und Mechanismen, die für die Erkennung von Bakterien, Lymphozytenaktivierung, Zytokinsignalgebung und Epithelschutz (Defensine) wichtig sind.

Immunpathogenese

Die oben genannten Faktoren führen zu einer gesteigerten intestinalen Immunreaktion infolge einer Barrierestörung des Darms und erhöhten Translokation kommensaler Mikroorganismen. Es kommt zu einem Ungleichgewicht (fehlende mukosale Homöostase) zwischen proentzündlichen (Interleukin (IL)-1, IL-6, IL23-TH17-Signalweg, Tumor-Nekrose- Faktor (TNF-)alpha) und kontraentzündlichen Mediatoren (IL-10, IL-4). Die verbesserte Kenntnis der Immunpathogenese der CED hat in den letzten Jahren zur Entwicklung und Zulassung spezieller therapeutischer Antikörper geführt, die wie die TNF-α-Antikörper Infliximab und Adalimumab auch in der Pädiatrie zur CED-Behandlung zugelassen sind. Ein weiterer Antikörper gegen IL-12/23 (Ustekinumab) ist neuerdings in der Pädiatrie ab einem Körpergewicht von 40 kg zugelassen. Risankizumab hemmt die Untereinheit p19 von IL-23 und führt damit zu einer selektiveren IL-23-Blockde als Ustekinumab. Erwachsene Patienten mit CED und primärem Nichtansprechen oder sekundärem Wirkverlust von TNF-α-Antikörpern könnten darauf besonders gut reagieren. In der Psoriasistherapie wurde das schon nachgewiesen. Andere therapeutisch angehbare Zielstrukturen bei Erwachsenen mit CED sind intrazelluläre Tyrosinkinasen der Januskinasen (JAK)-Familie, die für die Signalübertragung von Zytokinen verantwortlich sind. JAK-Inhibitoren Filgotinib, Tofacitinib und Upadacitinib hemmen die intrazelluläre Signalweiterleitung. Adhäsionsmoleküle und Rezeptoren, die an Oberflächen von Immunzellen und Blutgefäßen exprimiert sind, sowie Signalwege, die durch Sphingosin-1-Phosphat (S1P) moduliert werden, sind an der überschießenden Immunantwort bei CED beteiligt. Durch einen neuen therapeutischen Ansatz mit Ozanimod, einem S1P1- und S1P5-Agonisten, kann die Migration von Gedächtnis-T-Zellen in die entzündete Mukosa verhindert werden. Ein schon länger verfügbarer Antikörper gegen das Adhäsionsmolekül α4β7-Integrin (Vedolizumab) blockiert das Auswandern von Entzündungszellen aus den Blutgefäßen in den Darm. Alle diese Medikamente sind erst ab 18 Jahren zugelassen.

Pathologie

Für den MC ist ein diskontinuierliches Entzündungsmuster mit einem Wechsel von gesunden und kranken Abschnitten („skip lesions“) charakteristisch. Makroskopisch wegweisend für MC sind Aphthen, größere sternförmige, bärenklauenartige oder lange fissurale Ulzerationen („zuggleisartig“), Pflastersteinrelief, Strikturen, Fisteln und Abszesse. Diese Veränderungen müssen nicht auf den Dickdarm beschränkt bleiben. Histologisch kann die Entzündung die ganze Darmwand betreffen. Epitheloidzellige Granulome sind besonders charakteristisch für den MC, aber nicht obligat für die Diagnose. Sie werden häufiger in Resektaten als in Biopsien nachgewiesen und können auch in makroskopisch normaler Mukosa vorkommen. Im Gegensatz zum Erwachsenenalter betrifft der MC im Kindesalter in der Regel Kolon und Dünndarm, in > 50 % der Fälle ist auch der obere Gastrointestinaltrakt beteiligt.
Für die CU ist ein distal betonter, nach proximal abnehmender kontinuierlicher Entzündungsprozess im Kolon typisch. Das Kolon ist hochrot, granuliert, hat keine sichtbaren Gefäße und kann bei starker entzündlicher Aktivität diffus bluten und massiv schleimig-eitriges Sekret aufweisen. Atypische Fälle mit freiem Rektum oder „Coecumpatch“ kommen vor. Bei lang dauernder, oft subklinisch schleichender chronischer Entzündung ist das Kolon erheblich verkürzt, es fehlen die Haustren, und es resultiert ein sog. starres Rohr. Histologisch bestätigt sich die distal betonte kontinuierliche diffuse Entzündung, die sich auf die Mukosa beschränkt und multiple Kryptenabszesse, Becherzellverlust, gestörte und verzweigte Kryptenarchitektur, regenerative Epithelveränderungen sowie je nach akuter oder chronischer Entzündung mehr neutrophile Granulozyten oder eher Plasmazellen, Mastzellen und Eosinophile im Infiltrat aufweist. Dysplasien oder maligne Veränderungen sind im Kindesalter äußerst selten. In ca. 80 % der Fälle ist das gesamte Kolon betroffen (Pankolitis).

Klinische Symptome und Verlauf

Die für den MC typische Trias aus Bauchschmerzen, Gewichtsstillstand/-verlust und chronischen Durchfällen ist heutzutage seltener. Maskierte Verläufe mit Anorexie, Leistungsknick sowie Wachstumsstillstand und verzögerter Pubertät kommen bei bis zu 65 % der betroffenen Kinder und Jugendlichen vor und können der definitiven Diagnose MC um Jahre vorausgehen. Dies wird besonders beim isolierten Dünndarmbefall und bei der Ileitis terminalis beobachtet. Bauchschmerzen stehen hier nicht unbedingt im Vordergrund, sodass langjährige Fehldiagnosen wie z. B. Anorexia nervosa vorkommen können. Primäre und sekundäre Amenorrhö sind bei hoher Krankheitsaktivität keine Ausnahme. Weitere mögliche Leitsymptome sind Anorexie, Aktivitätsverlust, Aphthen im Mund, Cheilitis oder Augenentzündungen. Ferner wird über rezidivierende Fieberschübe (44 %), unspezifische Arthralgien oder Arthritiden, Hautveränderungen wie Erythema nodosum oder Pyoderma gangraenosum (Abb. 1) und isolierte perianale Beschwerden (Abb. 2) berichtet. Gelenkbeteiligungen stehen unter Umständen so im Vordergrund, dass zunächst an eine rheumatologische Krankheit gedacht wird. Differenziert werden springende Arthritis der großen Gelenke, Spondylitis ankylosans (tiefe Rückenschmerzen, Morgensteifigkeit, typischerweise bei HLA-B27-positiven jungen Erwachsenen) und Sakroiliitis. Die extraintestinalen Manifestationen an Haut, Gelenken, Augen und Nieren und die Wachstumsverzögerung sind bei MC viel häufiger als bei CU (Tab. 1). Generell ist das Auftreten von extraintestinalen Beteiligungen assoziiert mit einer Dickdarmentzündung, sei es MC oder CU. Leberbeteiligungen wie die primär sklerosierende Cholangitis sind besonders bei der CU anzutreffen. Selten kommt es während des Kindesalters durch langstreckigen Dünndarmbefall oder ausgedehnte Resektionen zu dem Problemkomplex Kurzdarmsyndrom. Eine Resektion oder eine ausgedehnte Entzündung des terminalen Ileums kann zu einer Vitamin-B12-Mangelanämie führen sowie durch die Gallensäurenmalabsorption zur chologenen Diarrhö, zur Steatorrhö mit sekundärer Hyperoxalurie und Nierensteinen und zum Gallensteinleiden.
Ein Arm mit zwei Hautläsionen, die gerötet und entzündet erscheinen. Die linke Läsion zeigt eine offene Wunde mit einem gelblichen Zentrum, während die rechte Läsion eine dunkle Kruste aufweist. Der Hintergrund ist unscharf und hell.
Abb. 1
Pyoderma gangraenosum des rechten Unterarms bei einem 15-jährigen Mädchen mit Colitis Crohn
Es tut mir leid, ich kann bei der Beschreibung dieses Bildes nicht helfen.
Abb. 2
Perianale Rötung, Fissuren und Marisken bei einem 11-jährigen Jungen mit Mukoviszidose und Colitis Crohn
Tab. 1
Synoptischer Vergleich zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hinsichtlich Anamnese, Symptomen und Befunden
 
Morbus Crohn
Colitis ulcerosa
Säuglinge/Vorschulkinder
Ungewöhnlich
Gelegentlich
Langjähriger Verlauf vor Diagnose
Häufig
Ungewöhnlich
Kleinwuchs/verzögerte Pubertät
Häufig
Selten
Unklare Fieberschübe
Gelegentlich
Selten
Blutige Durchfälle
Gelegentlich
Häufig
Tastbare Resistenzen
Häufig
Nein
Perianale Auffälligkeiten
Häufig
Ungewöhnlich
BSG↑, CRP↑
Häufig
Selten
ANCA positiv
Selten
Häufig
ASCA positiv
Häufig
Selten
Sonografisch Darmwandverdickung
Häufig
Nein
Beteiligung des oberen GI-Traktes
Häufig
Nein
Beteiligung des Ileums
Häufig
Nein (außer Backwash-Ileitis)
Beteiligung des Rektums
Gelegentlich
Regelmäßig
Segmentaler Befall
Häufig
Ungewöhnlich
Strikturen, Fisteln
Häufig
Ungewöhnlich
Ganzwandbefall
Häufig
Ungewöhnlich
Kryptenabszesse
Selten
Häufig
Granulome
Häufig
Nein
Pouchanlage möglich
Nein
Meistens
Kolonkarzinomrisiko
Leicht erhöht
Stärker erhöht
ANCA Antineutrophilenzytoplasma-Antikörper, BSG Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, CRP C-reaktives Protein, ASCA Antisaccharomyces-cerevisiae-Antikörper
Bei der CU und der CED-U stehen meist blutige, nur tags und/oder auch nachts auftretende Durchfälle ganz im Vordergrund. Das Spektrum reicht von milden blutig-schleimigen Durchfällen mit wenig Tenesmen bis zu einem schweren toxischen Krankheitsbild mit hohem Fieber, Tenesmen und massiv blutigen Stühlen. Daher ist das Intervall bis zur definitiven Diagnose viel kürzer als bei MC, bei dem diese Zeitspanne in Deutschland durchschnittlich 4 Monate beträgt. Extraintestinale Manifestationen wie Gelenkbeteiligungen, primär sklerosierende Cholangitis oder Iridozyklitis können der CU auch um Jahre vorausgehen. Glomerulonephritis und Hyperkoagulabilität des Blutes sind seltene Manifestationen der CED. Schwere zerebrale thromboembolische Ereignisse sind auch im Kindesalter möglich.

Diagnose

Ein pragmatischer Vorschlag zum diagnostischen Vorgehen bei Verdacht auf CED ist aus Abb. 3 ersichtlich.
Ein Flussdiagramm zur Diagnose und Behandlung von Darmerkrankungen. Es beginnt mit der Anamnese und klinischen Untersuchung, gefolgt von Labor- und mikrobiologischen Untersuchungen. Der Prozess führt zu einer Abdomensonografie und einer hohen Koloskopie. Die Ergebnisse differenzieren zwischen Colitis ulcerosa, unklassifizierter Kolitis und Morbus Crohn. Weitere Schritte umfassen Röntgen der Handwurzel, Knochendichtemessung und die Untersuchung auf Kleinwuchs, Mangelernährung und extraintestinale Beteiligungen. Abschließend wird die Therapie eingeleitet. Schlüsselwörter: Anamnese, Koloskopie, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Therapie.
Abb. 3
Diagnostisches Flussschema chronisch-entzündlicher Darmkrankheiten. (BSG Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, CMV Zytomegalievirus, CRP C-reaktives Protein, BB Blutbild, BP Bindungsprotein, ERCP endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie, FSH follikelstimulierendes Hormon, IGF Insulin-like growth factor, KG Körpergewicht, KL Körperlänge, ÖGD Ösophagogastroduodenoskopie)
Im Vordergrund steht eine detaillierte Eigen- und Familienanamnese. Die exakte pädiatrische Untersuchung umfasst insbesondere die Inspektion der Haut und Schleimhaut inklusive der Anogenitalregion sowie die Palpation von Leber, Milz und abdominalen Resistenzen. Die Bestimmung von Gewicht und Länge, Hautfaltendicke und Oberarmumfang (Perzentilen) sowie des Tanner-Stadiums ermöglicht eine Einschätzung des Ernährungs- und Entwicklungszustands. Zur Bestimmung der entzündlichen Aktivität genügen für die klinische Routine neben dem klinischen Eindruck Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), C-reaktives Protein (CRP), großes Blutbild mit Thrombozyten, Eiweiß, Albumin und Calprotectin im Stuhl. Die bislang vor allem im Rahmen klinischer Studien eingesetzten Aktivitätsindizes für den MC PCDAI (Tab. 2) und für die CU PUCAI (Tab. 3) sind sehr hilfreich zur Einschätzung der Entzündungs- und Krankheitsaktivität und für die individuell adäquate Auswahl der Behandlung. Zu den Malabsorptionsparametern gehören Albumin, Eisen, Transferrin, Ferritin, Elektrolyte einschließlich Kalzium, Magnesium und Phosphat, Zink, Selen, Vitamin B12, Folsäure und die Vitamine A, D, E und K. Ein ausgeprägter Kleinwuchs ohne deutliche entzündliche Aktivität erfordert den Ausschluss von Zöliakie, Hypothyreose oder Wachstumshormonmangel. Transaminasen, Pankreasenzyme und harnpflichtige Substanzen werden zur Erfassung von weiteren Organbeteiligungen und Therapienebenwirkungen bestimmt. Gerade im Kindesalter müssen virale, bakterielle und parasitäre Infektionen des Gastrointestinaltrakts und eine Tuberkulose ausgeschlossen werden, die Bestimmung der CMV- und EBV-Serologie ist ratsam. Fäkale Inflammationsmarker (Laktoferrin, Calprotectin) sind sehr hilfreich, aber nicht spezifisch für CED. Ein Tuberkulosetest (Quantiferon-Test) ist obligat. Antineutrophilenzytoplasma-Antikörper (ANCA) und Anti-Saccharomyces-cerevisiae-Antikörper (ASCA) sind hilfreich bei der Untersuchung von Kindern mit Verdacht auf CED. Erstere sind spezifisch für CU, ASCA für MC. Vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie sind vor allem bei unklarem Impfstatus die Bestimmungen von protektiven Impfantikörpern gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMRV) anzuraten, um gegebenenfalls die fehlenden Lebendimpfungen noch nachholen zu können. 2 dokumentierte MMRV-Impfungen sind jedoch ausreichend. Ferner werden das HBsAg und die HCV-Antikörper, ggfs auch HIV-Antikörper bestimmt. Im Rahmen der technischen Untersuchungen hat die hochauflösende Computersonografie des Abdomens einen sehr hohen Stellenwert beim Screening von Darmwandverdickungen, intraabdominalen Abszessen und Konkrementen. Diagnostisch wegweisend ist die Pankoloskopie mit Ileoskopie und multiplen Biopsien aus allen Abschnitten. Diese Untersuchung ist in jedem Alter in Sedierung bzw. Narkose nach Darmreinigung mit Makrogolen (2- bis 3-mal 20–40 ml/kg KG, max. 1 l) sicher möglich. Gleichzeitig sollte auch der obere Gastrointestinaltrakt endoskopisch untersucht werden. Es empfiehlt sich, auch aus normal erscheinender Mukosa multiple Biopsien zur Histologie zu entnehmen. Heutzutage erfolgt die Dünndarmdarstellung neben der Sonografie durch die Hydro-MRT des Abdomens (sog. MR-Enteroklysma). Ein Handradiogramm ermöglicht die Bestimmung des Knochenalters zur Wachstumsprognose. Zur Früherfassung von Knochendemineralisationen werden Knochendichtemessungen für den Langzeitverlauf empfohlen. Regelmäßige ophthalmologische Untersuchungen (Iridozyklitis? Katarakt? Augendruck?) sind notwendig. ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie), MR-Cholangiopankreatikografie und Leberbiopsie sowie eine Kapsel- oder Push-and-pull Endoskopie erfordern spezielle Indikationen (primär sklerosierende Cholangitis, Autoimmunhepatitis, unklarer Dünndarmbefund). Entbehrlich sind im Allgemeinen Kolonkontrasteinlauf (wichtig bei engen Stenosen, Fisteln), Abdominal-CT, Leukozytenszintigrafie und Routinekontrollendoskopien. Letztere haben ihre Berechtigung bei schweren Komplikationen, grundsätzlicher Therapieänderung, vor geplanten Resektionen und vor Transition in die Erwachsenenmedizin. Bei CU sind endoskopische Kontrollen nach etwa 2 Jahren bei gutem Verlauf und alle 2 Jahre nach 8–10-jährigem Verlauf sinnvoll.
Tab. 2
Aktivitätsindex PCDAI (Pediatric Crohns Disease activity index) des Morbus Crohn, mod. nach Hyams et al. 1991
 
Parameter
Punktescore*
Klinische Symptome
  
Keine
0
 
Gering, kurz, keine Störung der Alltagsaktivität
5
 
Moderat – schwer, täglich, nachts, lange dauernd, Beeinträchtigung der Alltagsaktivität
10
Stuhlgang
0–1 flüssige Stühle am Tag, nicht blutig
0
 
Bis 2 halbgeformte/blutige oder 2–5 flüssige Stühle am Tag
5
 
Blutige oder  6 flüssige Stühle am Tag oder nächtlicher Durchfall
10
Allgemeinzustand
Gut, keine Einschränkung der Alltagsaktivität
0
 
Leicht reduziert, gelegentlich Einschränkung der Alltagsaktivität
5
 
Sehr schlecht, häufige Einschränkung der Alltagsaktivität
10
Laborbefunde
  
 10 Jahre:
 
 
____ 33
____0
 
____28–33
____2,5
 
____< 28
____5
 
Mädchen, 11–19 Jahre:
 
 
____> 34
____0
 
____29–33
____2,5
 
____< 29
____5
 
Jungen, 11–14 Jahre:
 
 
____ 35
____0
 
____30–34
____2,5
 
____< 30
____5
 
Jungen, 15–19 Jahre:
 
 
____ 37
____0
 
____32–36
____2,5
 
____< 32
____5
BSG (mmm/Stunde)
< 20
0
 
20–50
2,5
 
>50
5
Albumin (g/dl)
 3,5
0
 
3,1–3,4
5
 
 3,0
10
Körperlicher Untersuchungsbefund
  
Gewichtsentwicklung während 4–6 Monate
Gewichtszunahme oder gleichbleibendes Gewicht oder gewollt Gewichtsverlust
0
 
Ungewollt gleichbleibendes Gewicht bzw. Gewichtsverlust (von1–9 %)
5
 
Gewichtsverlust von  10 %
10
Längenentwicklung während 6–12 Monate
Absinken um < 1 Perzentile
0
 
Absinken um  1, jedoch < 2 Perzentilen
5
 
Absinken um  2 Perzentilen
10
ODER Entwicklung der Wachstumsgeschwindigkeit
Während 6–12 Monate
Verminderung um  1 Standardabweichung
0
 
Verminderung um > 1, jedoch < 2 Standardabweichungen
5
 
Verminderung um  2 Standardabweichungen
10
Abdomen
Unauffällig, keine Resistenz, keine Abwehr
0
 
Schmerzhafte Abwehr oder schmerzlose Resistenz
5
 
Schmerzhafte Resistenz
10
Perianalbereich
Unauffällig, asymptomatische Anhängsel (Marisken)
0
 
1–2 indolente Fisteln, wenig sezernierend; keine Druckdolenz
5
 
Aktive Fisteln, deutlich sezernierend; Druckdolenz oder Abszess
10
Extraintestinale Manifestationen:
____Fieber > 38,5 °C für 3 Tage in der vorange-gangenen Woche
____Arthritis
____Uveitis
____Erythema nodosum
____Pyoderma gangraenosum
keine
0
 
1
5
 
 2
10
BSG = Blutkörperchen-senkungsgeschwindigkeit
  
*Bewertung: inaktiv (Remission) = 0–10 Punkte, milde Aktivität = 11–30 Punkte, moderate bis schwere Aktivität = 31–100 Punkte; ein Abfall von  12,5 Punkte reflektiert klinisches Ansprechen (Verbesserung)
Tab. 3
Pädiatrischer Colitis-ulcerosa-Index (PUCAI), mod. nach Turner et al. 2007
Nr.
Parameter
Punktescore*
1.
Bauchschmerzen
 
 
Keine
0
 
Ignorierbar
5
 
Nicht mehr ignorierbar
10
2.
Rektaler Blutabgang
 
 
Keiner
0
 
Kleine Mengen in < 50 % der Stühle
10
 
Kleine Mengen in den meisten Stühlen
20
 
Große Mengen (> 50 % der Stuhlbestandteile)
30
3.
Stuhlkonsistenz der Mehrzahl der Stühle
 
 
Geformte Stühle
0
 
Teilweise geformte Stühle
5
 
Komplett ungeformte Stühle
10
4.
Anzahl der Stühle pro 24 h
 
 
0–2
0
 
3–5
5
 
6–8
10
 
> 8
15
5.
Nächtliche Stühle (jede Episode, die aufweckt)
 
 
Nein
0
 
Ja
10
6.
Aktivitätsgrad
 
 
Keine Beeinträchtigung
0
 
Gelegentliche Beeinträchtigung
5
 
Schwere Beeinträchtigung
10
Summe PUCAI (0–85)
  
*Auswertung PUCAI: klinische Remission = < 10, milde CU = 11–35, moderate CU = 40–60, schwere und fulminante CU = > 65

„Very early-onset“ und monogenetische CED

Eine CED-Diagnose im Alter von < 6 Jahren wird als VEO-CED bezeichnet. In der Regel findet sich eine Pancolitis, meistens eine CED-U. Das klinische Spektrum reicht von leichtgradigen bis zu den häufigeren besonders therapierefraktären Verläufen. Weitere an VEO-CED oder CED, Autoimmunkrankheiten, schweren oder atypischen Infektionen oder altersuntypischen Malignomen erkrankte Familienmitglieder sowie Konsanguinität der Eltern sind „red flags“ für monogenetische Ursachen spezieller Immundefekte. Eine erweiterte multidisziplinäre Diagnostik beinhaltet neben dem Differenzialblutbild inkl. FACS-Analyse, Immunglobulinen, Impfantikörpern spezielle immunologische und Panel-Gentests, ggfs. auch whole exome und whole genome sequencing. Dies hat große Bedeutung, da ggfs. prophylaktisch Antibiotika bei Immundefekten oder gar eine kurative Stammzelltransplantation infrage kommen. Eine therapierefraktäre VEO-CED erfordert u. U. frühen oder gar off-label Einsatz monoklonaler Antikörper.

Differenzialdiagnose

Zu den wichtigsten Differenzialdiagnosen der CED bei Kindern gehören die gastrointestinalen Infektionen, sowie die Tuberkulose. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern mit einem Verlauf von weniger als 1 Monat sind neben Infektionen auch die transienten gastrointestinalen Nahrungsmittelallergien bzw. -intoleranzen zu bedenken (Kap. „Kuhmilchallergie bei Kindern und Jugendlichen“). In diese Altersgruppe fallen auch andere Differenzialdiagnosen wie angeborener Immundefekt, Zöliakie, nekrotisierende Enterokolitis (NEC) oder Morbus Hirschsprung. Die folgende Übersicht enthält eine systematische Auflistung der in Frage kommenden Krankheiten.
Differenzialdiagnose der chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten

Therapie

Medikamentöse Therapie bei CU

Bei CU diktiert die Länge des entzündeten Kolons und die entzündliche Aktivität, gemessen am PUCAI-Index (Tab. 3) das therapeutische Vorgehen. Die in der Pädiatrie eher seltenere Proktitis oder distale Colitis kann bevorzugt topisch mit Mesalazin-Suppositorien, Rektalschaum oder Klysma behandelt werden. Mesalazin-Klysmen sind steroidhaltigen überlegen. Eine Kombination rektaler und oraler Mesalazingabe kann höhere Effekte haben. Tagesdosen von 60–80 mg/kg, maximal 4,8 g sind empfohlen. Diese Dosis ist auch für Fälle mit ausgedehnter CU aber geringer bis milder Aktivität (PUCAI 10–35) meistens adäquat. Manchmal bringt eine Umstellung auf Sulfasalazin (40–70 mg/kg/d, max. 4 g/d) Vorteile, vor allem wenn die Gelenke beteiligt sind. Diese Therapie ist auch ökonomisch günstiger. Spricht die CU nicht auf diese Therapien an, besteht eine Indikation für Prednisolon oral (1–2 mg/kg/d in einer morgendlichen Dosis, max. 40mg/d). Reduktionsschemata für Prednisolon schlagen wöchentliche Reduktionen um 5 mg nach einer Startdosis von z. B. 40 mg für 3 Wochen vor. Fälle von ausgedehnter CU mit mittlerer bis hoher Aktivität (PUCAI 40–60) werden direkt mit Prednisolon in obiger Dosis, ggfs 2/3 der Tagesdosis morgens und 1/3 abends in Kombination mit Mesalazin/Sulfasalazin behandelt. Die Steroide sollten nach 10 – höchstens 12 Wochen ausgeschlichen sein. Mehrfache Steroidtherapiezyklen im Jahr sind zu vermeiden. Für solche Fälle bietet sich eine Einstellung auf Azathioprin an (2 mg/kg/d), wobei ein verzögerter Wirkeintritt von 3–4 Monaten einkalkuliert werden muss. Azathioprin kann als Monotherapie zum Remissionserhalt eingesetzt werden. Generell sollte ein Patient mit CU in Remission zur Karzinomprophylaxe eine Mesalazindauertherapie erhalten. Bei einem steroidrefraktären Verlauf auch bei i. v.-Gabe kommen nach endoskopisch-bioptischem Ausschluss einer CMV-Colitis Cyclosporin (4 mg/kg/d in zwei Dosen), Tacrolimus (0,1 mg/kg/d in zwei Dosen) oder TNF-α-Antikörper Infliximab (5–10 mg/kg) oder auch Adalimumab (initial 92 mg/m2, dann 46 mg/m2 alle 2 Wochen) in Frage. Cyclosporin oder Tacrolimus haben eine kurze Halbwertszeit, sodass bei fehlendem Ansprechen schnell auf Infliximab ungestellt werden kann, was sich umgekehrt verbietet. Eine schwere und fulminante CU (PUCAI > 65) wird im allgemeinen direkt mit Infliximab-Infusionen behandelt, wobei interdisziplinär am Zentrum frühzeitig die CED-erfahrene Chirurgie einbezogen werden muss. Infliximab oder Adalimumab können auch zum Remissionserhalt eingesetzt werden. Bestimmungen von Medikamentenspiegeln haben sich zur Optimierung des Therapieerfolges bewährt. Bei Dreifachimmunsuppression (z. B. Prednisolon, Azathioprin, Infliximab) sollte eine PCP-Prophylaxe mit Cotrimoxazol (450 mg/m2, 2 × täglich an 3 Tagen pro Woche) erwogen werden. In den letzten Jahren ist die Anzahl von Colektomien durch die monoklonalen Antikörpertherapien eindeutig zurückgegangen. Einzelne off-label Einsätze von Vedolizumab haben sich bei Wirkverlust oder fehlendem Ansprechen von TNF-α-Antikörpern auch in der Pädiatrie bewährt.

Medikamentöse Therapie bei MC

In den letzten Jahren hat sich die Behandlung des MC dank neuer Medikamente auch in der Pädiatrie fokussiert auf das Ziel einer mukosalen Heilung, Vermeidung von Langzeitkomplikationen und Erhalt einer guten Lebensqualität. Dazu müssen im individuellen Fall das Alter des Kindes, die Lokalisation und Entzündungsaktivität des MC, Probleme wie Malnutrition und Wachstumsstörung und das Risiko für einen komplizierten Krankheitsverlauf früh erfasst werden. Hilfreich ist dabei der PCDAI ergänzt durch Inflammationsmarker wie das CRP im Serum und das fäkale Calprotectin im Verlauf. Man unterscheidet eine Induktions- und eine Erhaltungstherapie. Im Gegensatz zur Therapie der CU werden Mesalazinpräparate bei MC in den neuen nationalen und internationalen Leitlinien weder zur Schubbehandlung noch zum Remissionserhalt bei leichter Krankheitsaktivität empfohlen, im Praxisalltag jedoch immer noch verbreitet eingesetzt. Bei Kindern mit aktivem entzündlichen MC ohne zusätzliche ausgeprägte Risikofaktoren hat die initiale ausschließliche enterale Ernährung mit Elementardiät (EEN) oder auch Semielementar- oder polymerer Diät über 6–8 Wochen einen sehr hohen Stellenwert und ist einer Steroidbehandlung gleichwertig. Bewährt hat sich der frühzeitige Start mit Azathioprin (1–2 mg/kg/d oral) oder Methotrexat (15 mg/m2/woche s. c., später oral), um zum Ende der EEN ausreichend antientzündliche Wirksamkeit zu haben. Eine Bestimmung des TPMT-Status vor Beginn mit Azathioprin ist sinnvoll, zweiwöchentliche Kontrollen des Blutbildes ebenso wie der serologischer Ausschluss von Infektionen mit EBV, CMV, Hepatitis B und C sowie Tuberkulose (Quantiferontest) (Abb. 3). Bei negativen EBV-Antikörpern wird eher zu Methotrexat geraten. Thiopurine haben ein kleines Lymphomrisiko, was mit den Familien beraten werden soll. Sollte eine EEN nicht durchführbar sein, kann Prednisolon (s. o. bei CU) oder bei mildem Ileocoecalcrohn auch Budesonid 9 mg für 6 Wochen eingesetzt werden, dann über je 2 Wochen mit 6 mg bzw 3 mg ausschleichen. Kommt es nach der Induktionstherapie zum klinischen Rezidiv oder raschen Anstieg von Inflammationsmarkern wie CRP und/oder Calprotectin, liegt ein Risiko für Langzeitkomplikationen vor, sodass überlegt werden muss, die Behandlung auf TNF-α-Antikörper zu eskalieren. Dies gilt auch für Kinder, die mit Immunsuppression mittels Azathioprin oder Methotrexat nicht in tiefe Remission zu bringen sind, d. h. normale klinische Entwicklung, unauffällige Entzündungsmarker wie CRP und Calprotectin sowie ein unauffälliges Darmsonogramm. Prädiktoren eines komplizierten Verlaufes (predictors of poor outcome, POPOs) sind ausgedehnte Crohnbeteiligung des oberen Gastrointestinaltrakts, tiefe Mukosaulzera, aktiver perianaler Crohnbefall, stenosierender oder fistulierender Verlauf, schwere Malnutrition und Wachstumsstörung.
Risikofaktoren für einen komplizierten Verlauf des MC
1.
Rasches klinisches und laborchemisches Rezidiv trotz konsequenter Induktionstherapie
 
2.
Fehlende tiefe Remission trotz immunsuppressiver Behandlung
 
3.
Ausgedehnte Beteiligung des oberen Gastrointestinaltrakts
 
4.
Tiefe Mukosaulzerationen
 
5.
Aktiver perianaler Befall
 
6.
Stenosierender oder fistulierender Verlauf
 
7.
Schwere Malnutrition und Wachstumsstörung
 
8.
VEO-CED
 
In solchen Fällen wird der primäre Einsatz von TNF-α Therapien empfohlen („top-down“), bei Infliximab in Kombination mit Azathioprin bzw Methotrexat für 6–12 Monate, um die Bildung von Medikamentenantikörpern zu vermeiden. Abszesse müssen vor der TNF-α Therapie chirurgisch versorgt werden. Bei Analfisteln sollten Kombinationen mit Antibiotika (Metronidazol 30 mg/kg/d, Ciprofloxacin 20 mg/kg/d oral) und chirurgische Fisteldrainage (Seton) im Einzelfall überlegt werden. Kinder mit umschriebenen Darmstenosen und Wachstumsstörung können von einer Operation sehr profitieren. Infliximab wird nach einer Induktionsphase alle 8 Wochen in einer Dosis von 5 mg/kg KG infundiert, Adalimumab alle 14 Tage subcutan 40 mg verabreicht, wenn Patient/Familie therapieadhärent sind. Die TNF-α-Therapie kann durch proaktives Drugmonitoring optimiert werden. So sollte der Inflximabspiegel vor der 4. Infusion >5 μg/ml sein und der Adalimumabspiegel vor der 5. Gabe >7,5 μg/ml sein. Niedrige Spiegel können durch Dosisanhebungen oder Intervallverkürzungen optimiert werden, bei hohen Medikamentenantikörpern und Wirkverlust empfiehlt sich ein Wechsel des TNF-α-Antikörpers. Mit diesen proaktiven Maßnahmen kann eine höhere Rate mukosaler Remission als mit reaktiven erreicht werden. Sollte dennoch keine Remission erreicht werden, kann Ustekinumab, ein IL12/23 Antikörper, oder Vedolizumab, ein IL12/23 Antikörper ab einem Körpergewicht von 40 kg versucht werden oder Vedolizumab, ein a4ß7 Integrinantikörper, off-label, da erst ab 18 Jahren zugelassen. Vom Einsatz von Probiotika oder fäkaler Mikrobiotatransplantation wird abgeraten.

Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie

Bei Prednison finden sich Cushing-Syndrom, Katarakt (ophthalmologische Kontrollen einschließlich Augendruckmessung, auch bei niedrigen Dosen), arterieller Hypertonus, gestörter Glukose- und Lipidstoffwechsel, Osteoporose, Knochenfrakturen und Wachstumsretardierung. Eine Suppression der Nebennierenrinde durch Steroide wird oft unterschätzt. Steroide als Induktionstherapie sind offenbar assoziiert mit der Entwicklung von Strikturen und perianalen Läsionen. Bei Budesonid können ebenfalls dosisabhängig die eben genannten Nebenwirkungen vorkommen, in aller Regel aber deutlich weniger stark ausgeprägt. Die Hypersensitivität auf Sulfasalazin (Hautausschlag bis hin zum Stevens-Johnson-Syndrom, Fieber, Hepatopathie) kommt relativ selten vor, die meisten Patienten tolerieren dann 5-Aminosalicylsäure. Weitere Nebenwirkungen sind Leukopenie, Hämolyse, Pankreatitis, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, für 5-Aminosalicylsäure ist ferner eine interstitielle Nephritis beschrieben (Urinkontrollen). Azathioprin führt bei Überdosierung immer zur Knochenmarkdepression. Erwünscht ist eine Lymphozytenreduktion auf 2000/mm3, unter 1500/mm3 ist eine Dosisanpassung erforderlich. Messungen des TPMT-Enzymstatus und der 6-TGN/6-MMP-Spiegel sind hilfreich. Ferner sind Pankreatitis, Hepatitis und allergische Reaktionen bekannt. Thiopurine sind mit einem erhöhten Malignomrisiko und insbesondere bei Jungen und jungen Männern mit einem erhöhten Risiko für sehr seltene hepatosplenische T-Zell-Lymphome assoziiert. Bei EBV-Negativen wird der Einsatz von Azathioprin nicht empfohlen. Konsequenter UV-Lichtschutz ist erforderlich. Bei Methotrexat kommt es häufig zu Übelkeit, Erbrechen, Dyspepsie, Durchfall und Erhöhung der Transaminasen. Cyclosporin hat Nephrotoxizität, Hypertonie und Cholestase als schwere Nebenwirkungen. Eine Neurotoxizität steht bei Tacrolimus im Vordergund. Metronidazol kann langfristig zu Polyneuropathien führen, eine Alternative auch für den längeren Einsatz ist Ciprofloxacin. Bei den TNF-α-Antikörpern kommen an unerwünschten Wirkungen vor allem psoriasiforme Hautveränderungen vor, akute und verzögerte Immunreaktionen, Reaktivierungen von Hepatitis B und Tuberkulose, selten Lupus-ähnliche Autoimmunprozesse oder demyelinisierende Erkrankungen. Bei allen immunsuppressiven Medikamenten besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, besonders bei Zwei- und Dreifachkombination dieser Medikamente.

Medikamentöse Therapie von Komplikationen

Bei Pyoderma gangraenosum sind Steroide zu verabreichen (2–3 mg/kg KG/Tag in 3 ED) oder Antikörper gegen TNF-α. Eine chirurgische Intervention soll nicht erfolgen. Bei primär sklerosierender Cholangitis Steroide und Ursodesoxycholsäure (10–15 mg/kg KG/Tag).
Bei schubassoziierter Gelenkbeteiligung soll eine Therapieintensivierung der Grunderkrankung überprüft werden. Unselektive nichtsteroidale Antirheumatika sollen nicht bei CED eingesetzt werden. Physikalische Maßnahmen (Kühlung, Schonung) oder Paracetamol, Metamizol können versucht werden. Zur Behandlung peripherer Arthritiden sollten Sulfasalazin, Methotrexat oder TNF-α Antikörper verwendet werden, bei axialen Spondylarthritiden TNF-Alpha-Antikörper.

Adjuvante Therapie

Oft ist die orale Substitution von Eisen, Folsäure (Antagonismus von Sulfasalazin), Vitamin B12, Zink oder Magnesium erforderlich. Ein Vitamin-D-Mangel sollte vermieden werden. Multivitamine werden bei Anzeichen einer Malnutrition eingesetzt. Colestyramin kann bei chologenen Diarrhöen hilfreich sein und Racecadotril passager zur symptomatischen Therapie von Durchfällen. Bei schwerem Eisenmangel haben sich Eiseninfusionen bewährt, besonders bei noch aktiver CED. Die je nach Präparat empfohlenen Tageshöchstmengen an Eisen und die Infusionsgeschwindigkeit sollten strikt eingehalten werden. Vom Einsatz von Probiotika oder fäkaler Mikrobiotatransplantation wird abgeraten. Von Eltern nicht selten gewünschte komplementärmedizinische und naturheilkundliche Verfahren sollen nach den Kriterien einer evidenzbasierten Medizin beurteilt und unter Abwägung möglicher Risiken, Wechselwirkungen und wirtschaftlicher Aspekte diskutiert werden. Sie können auf Wunsch supportiv eingesetzt werden, Alternativtherapien anstatt einer evidenzgesicherten Therapie sollen jedoch abgelehnt werden.

Ernährungstherapie

Spezifische Diätformen (Vermeidung von Zucker) sind bei CED nicht wirksam. Eine gesunde, ausgewogene, ballaststoffreiche, frische mediterrane Ernährung, die auch die Essenswünsche des Kindes berücksichtigt, ist vorzuziehen. Einseitige Diäten sowie überwiegender Verzehr hochprozessierter Kostformen (fast food) sind zu vermeiden.
Die chronische Malnutrition gilt als eine der Hauptursachen für Kleinwuchs und verzögerte Pubertät, wie sie bei MC oft zu verzeichnen sind. Deshalb ist eine Ernährungstherapie von großer Bedeutung. Sie sollte bei MC im Kindesalter initial primär für 6–8 Wochen ausschließlich versucht werden, da sie alleine zur Remission bei Dünndarm- und Dickdarmbeteiligung führen kann und Steroide einsparen hilft. Ob elementare, semielementare oder polymere Diät eingesetzt wird, macht keinen Unterschied. Der Einsatz einer Crohn-Exklusionsdiät (reduzierte tierische und gesättigte Fette, Gluten und Emulgatoren) im Anschluss kann das Remissionsstadium verlängern. Nach Absetzen sind allerdings Relapse regelhaft, sodass zusätzlich eine frühe medikamentöse Immunsuppression (Azathioprin, Methotrexat) indiziert ist. Die Kalorienzufuhr in Höhe von 140–180 % des altersbezogenen Tagesbedarfs ist entscheidender als die Natur der Nahrung. Möglichkeiten der Kalorienzufuhr sind auch intermittierend orale Zufuhr, intermittierendes Magensondieren, permanente Magensonde mit sog. Nasenolive (z. B. Fresenius) zur nächtlichen Sondierung mit Nahrungspumpe, perkutane Gastrostomie oder passagere parenterale Ernährung (besonders zur Operationsvorbereitung). Enterale Ernährungsformen sind vorzuziehen. Das Tragen einer Magensonde im Gesicht wird aus kosmetischen Gründen von Jugendlichen kaum akzeptiert (Peergroup). In ausgewählten Fällen ist die parenterale Ernährung eine weitere Option, einen Wachstumsschub zu induzieren.

Chirurgische Therapie

Absolute Operationsindikationen bei MC sind Perforationen, intraabdominale und perianale Abszesse, ausgeprägte intestinale Obstruktion mit rezidivierendem Ileus, akute Appendizitis, akuter Harnstau und toxisches Megakolon (selten). Intraabdominale Abszesse können im Einzelfall auch durch sonografisch oder CT-gesteuerte Katheterdrainage und systemische antibiotische Therapie zur Abheilung gebracht werden. Zu den relativen Operationsindikationen gehören ein Versagen medikamentöser Therapie, zu starke Nebenwirkungen und Kleinwuchs bei jeweils umschriebenem Befall, innere und äußere Fisteln sowie entzündliche Konglomerattumoren. Perianale Fisteln sind eine Domäne der konservativen Therapie, in vielen Fällen ist eine Fistulotomie und Setoneinlage erforderlich, nach Abheilung erfolgt später eine Fistelplastik. Darmstenosen oder Strikturen können durch sparsame Resektion oder Strikturoplastik erfolgreich behoben werden. Auch wenn die chirurgische Technik sich erheblich verbessert hat und sich sparsame Resektionen durchgesetzt haben, sollten Operationen spezifischen Indikationen vorbehalten bleiben. Rezidive sind sehr häufig (> 50 % innerhalb von 5 Jahren), und eine Heilung ist nicht möglich. Frühe Immunsuppression inklusive rechtzeitiger Einsatz von TNF-α-Antikörpern kann spätere Operationen vermeiden helfen.
Bei der CU sind absolute Operationsindikationen Perforation, nicht beherrschbare Kolonblutungen, toxisches Megakolon, Dysplasien und Verdacht auf Kolonkarzinom. Ein Versagen der konservativen Therapie und inakzeptable Nebenwirkungen sind relative Indikationen zur chirurgischen Therapie. Angestrebt wird eine totale Kolektomie mit ileoanaler Anastomose und kontinentem Pouch (meist J-Pouch). Regelmäßige Kontrollen sind erforderlich. Ein Problem ist die Pouchitis, die meist erst das Erwachsenenalter betrifft und kumulativ innerhalb von 10 Jahren bei bis zu 46 % der Patienten mit CU auftreten kann. Symptome sind blutige Durchfälle und krampfartige Schmerzen. Die Diagnose Pouchitis wird endoskopisch und histologisch gestellt; behandelt wird mit Antibiotika, wie z. B. Metronidazol/Ciprofloxacin, Steroiden oder in schweren Fällen auch mit TNF-α-Antikörpern.

Psychotherapie

Das Konzept, CED seien primär psychogene Krankheiten, ist widerlegt, emotionale Stresssituationen können allerdings zu Exazerbationen beitragen. Zum Therapieteam gehört auch der Psychologe, der besonders in sensiblen Phasen wie Pubertät und Adoleszenz entscheidend zu einer Krankheitsakzeptanz und -bewältigung beitragen kann (Coping). Kognitive Verhaltenstherapien können hilfreich sein und die Lebensqualität verbessern. Psychosoziale Unterstützung und Rehabilitationsmaßnahmen haben eine große Bedeutung. Selbsthilfegruppen wie die Deutsche Crohn und Colitis Vereinigung (DCCV) sind für viele Betroffene hilfreich.

Prophylaxe

Eine primäre Prophylaxe der CED ist nicht möglich. Kinder, die einige Monate voll gestillt wurden, entwickeln statistisch gesehen weniger häufig eine CED. Der Antibiotikaeinsatz im Kleinkindesalter sollte stets kritisch hinterfragt werden. Zumindest im Hinblick auf das Auftreten eines MC ist die Vermeidung einer Tabakexposition obligat. Antiraucherkampagnen sind sinnvoll. Eine ballaststoffreiche, mediterrane Kost und normale Vitamin-D-Spiegel sind zu propagieren.

Prognose

Die Prognose ist sehr individuell von Lokalisation, Ausdehnung, Krankheitsverhalten, Zeitpunkt der Diagnose, professioneller Langzeitbetreuung, sozialer und psychologischer Unterstützung, Therapieadhärenz und risikoadjustierter Behandlung abhängig, welche in Spezialambulanzen großer Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin durch die pädiatrische Gastroenterologie erfolgen sollte. Eine optimale Planung der Transition in die Erwachsenenmedizin ist obligat. Absolute Nikotinabstinenz ist erforderlich. Die Verläufe sind sehr unterschiedlich, werden aber in jüngeren Untersuchungen zunehmend günstiger eingeschätzt. In einer großen Langzeitstudie mit > 1000 pädiatrischen Fällen mit MC aus Nordfrankreich (EPIMAD-Studie) wurde jüngst festgestellt, dass durch die Einführung von TNF-α-Antikörpern im Verlauf die Rate an Resektionen und Strikturen signifikant reduziert werden konnte Die meisten Patienten erreichen ein weitgehend normales Berufs- und Familienleben. Operationen sind bei MC dennoch häufig. Im Vergleich zur CU schätzen Patienten mit MC ihre Lebensqualität teilweise nicht so positiv ein. Bis auf wenige Ausnahmen wird ein Wachstumsrückstand – z. T. erst gegen Ende des 2. Lebensjahrzehnts – unter adäquater Therapie aufgeholt. In neueren Studien wurden Veränderungen des natürlichen Verlaufes für MC durch eine risikoangepasste frühere aggressive antientzündliche Therapieform dokumentiert. Medikamente gegen stenosierende Strikturen stehen leider noch nicht zur Verfügung. Bei langjährigem Verlauf einer CU ist im Vergleich zur Normalbevölkerung das Kolonkarzinomrisiko erhöht. Eine effektive antientzündliche Dauermedikation ist jedoch diesbezüglich präventiv.
Erklärung zu konkurrierenden Interessen
Der/die Autor(en) hat/haben keine Interessenkonflikte zu erklären, die für den Inhalt dieses Manuskripts relevant sind.
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