Die Häufigkeit des erwachsenen Fibrosarkoms hat mit der Entwicklung von Immunhistologie und Molekulargenetik deutlich abgenommen, da sich in den meisten Fällen eine spezifische Differenzierung nachweisen lässt. Unterschieden werden in der aktuellen
WHO-Klassifikation folgende Formen:
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Niedrig malignes myofibroblastisches Sarkom
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Myxoinflammatorisches fibroblastisches Sarkom
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Infantiles Fibrosarkom
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Erwachsenes Fibrosarkom
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Niedrig malignes fibromyxoides Sarkom (Evans-Sarkom)
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Sklerosierendes epithelioides Fibrosarkom
Das
niedrig maligne myofibroblastische Sarkom wird bei Erwachsenen insbesondere im Bereich der Extremitäten und Zunge/Mundhöhle beobachtet. Das niedrig maligne
myxoinflammatorische fibroblastäre Sarkom tritt bei Erwachsenen insbesondere an den Extremitäten und hier vor allem an den Fingern auf. Es wird daher klinisch häufig für einen Riesenzelltumor der Sehnenscheide oder
Ganglion gehalten. Molekulargenetisch sind eine
TGFBR3 und/oder
MGEA5 Umlagerung charakteristisch, die auch beim hämosiderotischen fibrolipomatösen Tumor und pleomorphen hyalinisierenden angiektatischen Tumor angetroffen wird. Das im oberflächlich und tiefen Weichteilgewebe sowie Kopf-/Halsbereich auftretende
infantile Fibrosarkom zeigt bei histologischen Ähnlichkeiten zum erwachsenen Fibrosarkom immunhistochemisch Pan-TRK Positivität sowie eine charakteristische, aber unspezifische
ETV6-NTRK3-Genfusion. Das überwiegend im tiefen Weichteilgewebe anzutreffende
erwachsene Fibrosarkom weist hingegen uneinheitliche molekulare Befunde auf und ist hierfür durch eine charakteristische Histopathologie mit Fischgräten-ähnlichen Tumorzellverbänden gekennzeichnet.
Niedrig maligne fibromyxoide Sarkome sind seltene, überwiegend subfaszial an proximalen Extremitätenabschnitten und Stamm auftretende
Weichteilsarkome, bevorzugen junge Erwachsene und zeigen zumeist
FUS-CREB3L2- oder wesentlich seltener
FUS-CREB3L1-Genfusionen. Das im tiefen Weichteilgewebe und häufig an der unteren Extremität wachsende
sklerosierende epithelioide Fibrosarkom wird teilweise mit ihnen verwandt gesehen – beide exprimieren immunhistologisch MUC4, ein hierfür sensitiver Marker bei der Abwägung hinsichtlich anderer Spindelzelltumoren wie epithelioiden Weichteiltumoren.